Willkommen in Sudan
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Offizieller Name: Republik Sudan
Hauptstadt: Khartoum
Fläche: 2.505.805 km² (davon 1.850.000 km² Nordsudan, 650.000 km² Südsudan)
Landesnatur: Im Zentrum nach N geöffnete Beckenlandschaft des Weißen Nil, im N Nubische und Libysche Wüste, im W Wadai-Dafur-Schwelle mit Jabal Marrah, im SW Asandeschwelle, im S Imatong-Berge, im O Äthiopisches Hochland und Bergland am Roten Meer
Klima: Tropisch. Im N können die Temperaturen im Sommer auf über 50 °C steigen, häufig Sandstürme. Regenfälle sind selten und kurz.
Hauptflüsse: Nil, Weißer Nil, Blauer Nil, Atbarah
Höchster Punkt: Kinjeti 3187 m
Regierungsform: Islamische Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 26 Provinzen
Nationalfeiertag: 1. Januar
Einwohner: 28.855.000 (1999); 40.187.486 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 12 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 36% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 45% (1999)
Analphabetenquote: 43% (1999)
Sprache: Sudanesisches Arabisch, Englisch sowie rund 130 Stammessprachen (nilosaharanische, kuschitische, kordofanische Sprachen)
Religion: Moslems 73%, Christen 9%, Anhänger von traditionellen Religionen
Exportgüter: Baumwolle, Erdnüsse, Sesam, Sorghum, Gummiarabikum, Ölkuchen, Häute
Geschichte"Bilad al-Sudan", Land der Schwarzen, nannten die Araber jene Gegenden hinter der großen Wüste, aus denen Gold und Elfenbein kamen und fern in den Mondbergen der mächtige Nil entsprang. Jahrhundertelang lockte die Tiefe Afrikas mit sagenhaften Schätzen. Heute dagegen bestimmen Dürre und Flut, Krieg und Hunger die Schlagzeilen. Schwerpunktland deutscher Entwicklungshilfe, scheint der flächenmäßig größte Staat Afrikas ohne ausländische Unterstützung kaum überlebensfähig.
Im Schatten des Pharaonenreiches entfaltete sich ab 1000 v.Chr. in Nubien der Staat Kusch, der am ägyptischen Erbe festhielt, als dieses in Ägypten selbst bereits zerfiel. Von 745-655 v.Chr. saßen die Könige von Kusch sogar auf dem Pharaonenthron. Später verlagerte sich das Zentrum des Reiches nach Süden, wo in Meroë eine faszinierende Synthese aus ägyptischer Tradition, hellenistischer Modernität und nubischer Eigenständigkeit gelang; die meroitische Schrift harrt bis heute ihrer Entzifferung. Während Ägypten und Äthiopien nach dem 2. bzw. im 4. oder 5. Jahrhundert christlich wurden, bewahrte Nubien den Isis-Kult, und als 640 islamische Heere das Niltal eroberten, verteidigte Nubien den eben erst übernommenen byzantinischen Glauben.
Drei christliche Staaten entstanden, die nur langsam, zwischen 1200 und 1500, von arabischen Nomaden und ägyptischen Kaufleuten unterwandert wurden. 1504 gründeten die schwarzafrikannischen Fundsch das Reich von Sannar (Sennar). Zunächst nur oberflächlich islamisiert, holten die neuen Herrscher zu ihrer Unterstützung Missionare aus Arabien, Ägypten und Marokko, die zusammen mit dem Islam die mystischen Bruderschaften und die arabische Sprache einführten. So entwickelte sich im Niltal die typisch sudanesisch-islamische Kultur, die ihr nubisches Gesicht nicht verleugnet, zugleich aber tiefe Bindungen an die übrige islamische Welt empfindet.
Unabhängig von Sannar entstand seit dem 17. Jahrhundert im Westen, am fruchtbaren Marahgebirge, das Sultanat von Darfur, ebenfalls auf Karawanenhandel und Ackerbau gegründet. Dieses zweite große islamische Zentrum im Sudan, das sich jedoch der Arabisierung widersetzte, verlor seine politische Unabhängigkeit endgültig erst 1916 und bewahrt bis heute kulturelle Eigenständigkeit.
Der Südsudan trat dagegen erst im Zuge der Kolonialisierung ins Licht der Geschichte. 1821 hatte der ägyptische Vizekönig Mohammed Ali (1769-1849), der Ägypten zu einer Großmacht europäischen Stils machen wollte, das Reich von Sennar erobert. 1839 ließ er die bis dahin unzugänglichen Sümpfe und Wälder für den Sklavenhandel öffnen. Gewalt und Ausplünderung bestimmten auf Dauer das Bild, das die schwarzafrikanischen Völker des Südens von der Regierung in der neugegründeten Hauptstadt Khartoum (Al-Khartoum) bekamen. Doch auch der Norden litt schwer unter den fremden Steuereintreibern. Gegen die harte Ausbeutung einigte 1885 der Mahdi Mohammed Ahmed (1844-1885) die Völker, vor allem des Nordens unter der Fahne eines geeinigten und erneuerten Islam. Bei der Eroberung von Khartoum wurde der britische Gouverneur, General Charles Gordon (1833-1885), getötet. Europa empfand diesen ersten Erfolg einer antikolonialen Bewegung in Afrika als Affront, den es wieder gutzumachen galt. 1898 fielen bei Omdurman über 10.000 Sudanesen unter dem Kugelhagel britischer Maschinengewehre.
Die britische Kolonialzeit war durch eine effektive und sparsame Verwaltung gekennzeichnet. Baumwollanbau wurde zum Zentrum der Wirtschaftsaktivität, und die Infrastruktur des Landes wurde ganz auf den Abtransport der Baumwolle and Rote Meer ausgerichtet.
1956 von Großbritannien in die Unabhängigkeit entlassen, fanden sich zwei Landesteile zusammengeworfen, die kulturell entgegengesetzt gepolt und wirtschaftlich verschieden stark entwickelt waren. Diese Spannungen - im Westen oft als religiöse missverstanden - führten sofort zu einem Bürgerkrieg, der erst 1972 beigelegt werden konnte. Aber als General Numeiri (*1930), der den Frieden geschlossen hatte, die Autonomie des Südens aushöhlte und 1983 die islamische Gesetzgebung (Scharia) einführte, griff die "Befreiungsarmee der Völker des Sudan" (SPLA) wieder zu den Waffen. Seither verschlingt der Krieg ein Fünftel der Staatsausgaben und forderte auch unter der Zivilbevölkerung unzählige Menschenleben.
Oft wird in Khartoum der Sudan als Brücke zwischen der arabischen und der afrikanischen Welt dargestellt. Dabei wird allerdings impliziert, die Kultur des Nordens sei der wahre Ausdruck der Verschmelzung der beiden Welten. Die SPLA empfindet das als Bevormundung und kämpft für eine Zurückdrängung des islamischen Einflusses, insbesondere die Abschaffung der Scharia. Khartoum verspricht dem Süden rechtliche Autonomie. Was aber soll mit den nichtmoslemischen Minderheiten im Norden geschehen? Dort lebt inzwischen auch ein Drittel aller Südsudanesen. Arbeitsmigration, Dürre und Krieg haben die ethnische Landkarte durcheinandergeworfen. Die sudanesischen Politiker stehen vor ganz neuen Herausforderungen. Werden diese nicht ernstgenommen, so wird der Zyklus von Militär- und Zivilregierungen weiter anhalten und damit auch eine Beendigung des Bürgerkriegs unwahrscheinlich.
Bei der Unabhängigkeit 1956 erbte der Sudan eine parlamentarische Ordnung nach britischem Muster. Obwohl das Land seither nur zehn Jahre Demokratie erlebte, blieb eine starke demokratische Tradition stets lebendig. Doch der Machtkampf zwischen den beiden größten Parteien, der Umma ("Volkspartei") und der DUP ("Unionisten"), legte alle seit 1956 gewählten Regierungen lahm. Keine inhaltlichen Unterschiede, sondern traditionelle regionale Loyalitäten waren dafür verantwortlich. Seit Beginn der 1980er Jahre boten sich die Fundamentalisten als ideologische Alternative an. Nach dem Sturz Numeiris 1985 gelang keine innenpolitische Stabilisierung. 1989 putschte erneut das Militär. Der neue starke Mann Omar Hassan Ahmad Al Bashir (*1942) begann umgehend mit der Umwandlung des Landes in eine islamische Republik. Dadurch rückte ein Ausgleich mit den Rebellen des Südens in weite Ferne. Auch internationale Vermittlungsbemühungen brachten bis in die heutige Zeit keinen Frieden. Bislang sind fast 4 Millionen Menschen aus den Bürgerkriegsgebieten geflohen. Eine ausreichende Lebensmittelversorgung ist nicht gesichert.
Montag, 14. Juli 2008 --- n-tv.de:
» Der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, hat einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir beantragt. Er beschuldigt ihn des Völkermords an der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Region Darfur. Das geht aus einer in Den Haag veröffentlichten Erklärung Moreno-Ocampos hervor. Danach wirft der Chefankläger Al-Baschir vor, den "ganzen Staat" mobilisiert zu haben, "um die zweieinhalb Millionen Menschen in den Flüchtlingslagern physisch zu vernichten". [...] «
Bürgerkrieg und Friedensprozess
Ende Juli 2005 verunglückte der sudanesischen Vizepräsident und frühere Rebellenchef John Garang tödlich. Daraufhin brachen am 1. August Unruhen in Khartum aus, bei denen mehr als 20 Menschen ums Leben kamen. Mit dem Tod Garangs wurde nun befürchtet, dass die nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg gerade erst begonnene Aussöhnung im Sudan in Gefahr geraten könnte.
Seit Beginn des Bürgerkriegs 1983 kamen im Sudan rund zwei Millionen Menschen ums Leben. Erst im Januar 2005 war nach langen Verhandlungen ein Friedensvertrag zwischen den verfeindeten Parteien erreicht worden. Am 9. Juli war Garang dann als Geste der Aussöhnung der Regierung beigetreten. Beobachter zeigten sich besorgt, dass Garangs Volksbefreiungsbewegung SPLM nun zerbrechen und die Gewalt in dem Land neu entfachen könnte.
Der 60 Jahre alte Garang hatte etwa zwei Jahrzehnte die Rebellenbewegung im längsten Bürgerkrieg des Kontinents angeführt. Der Krieg war ausgebrochen, als die Regierung in Khartum die islamische Rechtsprechung im christlich und animistisch geprägten Süden einführen wollte. Er verschlimmerte sich mit der Entdeckung großer Ölvorkommen im Süden. In den vergangenen beiden Jahren handelte Garang mit dem damaligen Vizepräsidenten Ali Osman Taha ein Friedensabkommen aus, nachdem der Süden weitgehend eigenständig wird und die Hälfte der Öleinnahmen bekommen soll. (APA/Reuters/dpa/red)
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Brücke von Omdurman nach Khartum
Brücke von Omdurman nach Khartum. Weißer und Blauer Nil fließen hier zusammen. 1986.
Kassala im Ostsudan
Feldbewässerung in Kassala. 1986.
Tee und Kaffee in Omdurman/Khartum
Tee und Kaffee im Vorhof der Moschee von Omdurman (Khartum). 1986.
Durra-Händler
Durra-Händler in Al Qadarif. 1986.
Baumwollplantage -- Al Jazirah
Baumwollplantage -- Al Jazirah. 1986.
Markt in Kassala
Markt in Kassala. 1986.
In Wadi Halfa -- Nile Hotel
In Wadi Halfa -- Nile Hotel. 1986.
Ein Zir -- Trinkwasserkrug
Kühles und frisches Trinkwasser aus dem Zir (Trinkwasserkrug). 1986.
Fahrt von Sannar nach Sinjah
Busfahrt von Sannar nach Sinjah. 1986.
Von Sannar Richtung Dinder Nationalpark
Fröhliche Busfahrt von Sannar nach Sinjah. "Ein Loch ist im Eimer, oh Henry, oh Henry...". 1986.
Fahrt zur Insel Aba
Bootsfahrt zur Insel Aba. 1986.
Bootsfahrt zur Insel Aba
Ausflug von Kusti zur Insel Aba. 1986.
Fähre bei Sinjah
Fähre bei Sinjah. 1986.
Bahnfahrt von Khartum nach Wadi Halfa
Mit der Bahn von Khartum durch die Nubische Wüste nach Wadi Halfa. 1986.
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