Aleviten in Berlin Nachfolgender Text wurde der Broschüre "Einheit in der Vielheit - Weltreligionen in Berlin", Gabriele Yonan, Die Ausländerbeauftragte des Senats in Berlin (Hg.), 1993, entnommen, von muz-online.de an einigen Stellen ergänzend aktualisiert.
Die Ursprünge der AlevitenAleviten in Berlin Glauben und Traditionen www-Links Literatur Die aus dem arabischen hergeleitete Bezeichnung Alawi(yun) für die Anhänger des Ali ibn Abu Talib, der mit dem Propheten Mohammed in enger Verwandtschaft stand und somit zu den "Ahl al-Bait" (Angehörige des Prophetenhauses) gehörte, ist die Wortwurzel für den Namen Aleviten. Aleviten in BerlinUnter den (etwa) 115.000 Türken (plus ca. 35.000 deutsche Staatsbürger türkischen Ursprungs; 2007), die in Berlin leben, ist eine große Anzahl von Aleviten. Nach einer Selbsteinschätzung sollen es etwa 40.000 sein (1993). Tatsache ist, dass die Aleviten wegen der verstärkten Diskriminierung, unter der sie in der Türkei seit Mitte der 1960er Jahre gelitten hatten, überproportional als Arbeitnehmer nach Deutschland kamen. Diese Überproportionalität besteht auch bei türkischen Asylsuchenden seit Ende der 1970er Jahre, als sich die Übergriffe gegen linke Aleviten mehrten. Glauben und Traditionen
Die Eigenständigkeit dieser aus dem Islam hervorgegangenen religiös-sozialen Bewegung zeigt sich in der Ablehnung der "Fünf Säulen" des Islam. Die Aleviten haben keine Moscheen. Da für sie das Gebet überall und zu jeder Zeit möglich ist, halten sie auch nicht an den fünf Gebetszeiten fest. Sie fasten nicht, der Koran gilt nicht als Offenbarung, der darauf beruhende islamische Rechtskodex, die Scharia, wird abgelehnt; ebenso die Pflicht der Pilgerreise nach Mekka. |
Im religiösen Mittelpunkt steht die Liebe und Verehrung zu Ali und den Zwölf Imamen, deren Führer Ali ist. Das tragische Schicksal seiner beiden Söhne Hasan und Hussein, die nach Ali den höchsten Rang einnehmen, steht seit Jahrhunderten im Mittelpunkt alevitischer Dichtungen. Sie werden als Rezitationsgesang (Ilahi-Gesänge), begleitet auf dem Saiteninstrument Saz, auf religiösen Versammlungen vorgetragen. Berühmt ist bis heute der alevitische Dichter Yunus Emre, der im 14. Jahrhundert lebte und dessen Dichtungen sich gegen die sunnitische Orthodoxie wendeten. | ![]() |
| Der Alevismus fordert keine religiösen Pflichten, anstelle einer Glaubensdogmatik stehen ethische Gebote, die sich durch einen universalen Charakter auszeichnen. Das einzige Gebot ist die Forderung: "Tue Gutes und meide das Böse". Brüderlichkeit, Menschenliebe, Wahrheit, Recht, Vernunft, Weisheit und Güte sollen die Handlungen der Menschen bestimmen. www-Links(Helmut Zenz: Aleviten Grundlagen des alevitischen Glaubens in Kurzform Kulturzentrum Anatolischer Aleviten Internetseiten der Föderation der Aleviten Gemeinden in Deutschland Alevi Links THE ALEVI OF ANATOLIA MASSAKER AN ALEVITEN |
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