Willkommen in Burundi

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Offizieller Name: Republik Burundi
Hauptstadt: Bujumbura
Fläche: 27.834 km²
Landesnatur: Im O Berg- und Hügelland, im W Randstufe des Zentralafrikanischen Grabens und Grabensohle am Tanganjikasee
Klima: Tropisches Hochlandklima
Hauptflüsse: Ruvubu, Ruzizi
Höchster Punkt: Luvironza 2.760 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 15 Provinzen
Parlament: Nationalversammlung mit 81 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 1. Juli
Einwohner:: 6.565.000 (1999); 8.090.068 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 236 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 9% (1999)
Analphabetenquote: 65% (1999)
Sprache: Kirundi, Französisch, Swaheli
Religion: Katholiken 65%, Anhänger von traditionellen Religionen
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Brennstoffe, Nahrungsmittel, Konsumgüter
Exportgüter: Kaffee (90%), Tee, Baumwolle, Ölfrüchte, Häute und Felle


Burundi, einer der kleinsten und am dichtesten besiedelten Staaten Afrikas, ist ein klimatisch begünstigtes, mäßig warmes und feucht-tropisches Hochland. Von der trockeneren und wärmeren Zone des großen Zentralafrikanischen Grabens in 773 m Höhe am Tanganjikasee und des Flusses Ruzizi im Westen steigt das Land weiter östlich zur besser beregneten und stärker bewaldeten Wasserscheide von Kongo und Nil in 1500-2000 m Höhe an. Daran schließen sich die zentralen und östlichen Hochebenen an, die zwei Regenzeiten aufweisen und mit Feuchtsavanne bestanden sind. Sie bilden die Weide-und Hauptanbaugebiete des Landes. Die ursprüngliche parkartige Baumsavanne ist infolge langanhaltender Überweidung oft nur noch als baumarme Grassavanne erhalten.

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Bujumbura. 1983.
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Bujumbura. 1983.
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Bujumbura. 1983.

Wirtschaft
Die Wirtschaft ist agrarisch geprägt. Die ehemals funktionstüchtige Subsistenzwirtschaft der Kleinbauern, die traditionell Bohnen, Erbsen, Maniok, Kartoffeln, Mais und Bananen, in letzter Zeit aber auch Reis und Weizen anbauen, kann angesichts der wachsenden Bevölkerung und einer zurückgehenden Bodenfruchtbarkeit den Bedarf an Grundnahrungsmitteln nicht mehr decken.
Nur Kaffee, Baumwolle und Tee werden überwiegend von Kleinbauern für den Export angepflanzt.

Aber nicht nur die schwankenden Weltmarktpreise machen das Geschäft oft zum Verlust, sondern auch der aufwendige Transport. Burundi ist ein Binnenland ohne Hafen, seine wenigen Asphaltstraßen sind nur in der Trockenzeit befahrbar, es gibt keine Eisenbahn, und die Fahrt durch Tansania an den Indischen Ozean dauert wenigstens 10 Tage.
Die Viehwirtschaft bereitet dem Land mehr Schaden als Nutzen, denn sie dient vor allem dem Sozialprestige der Besitzer und wird nicht nach ökonomischen Rentabilitätskriterien betrieben.

Batimbo, Trommler

Da die Größe der Herde das Ansehen der Viehbesitzer bestimmt, müssen Fleischimporte, vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo (ehemals Zaire), getätigt werden, während das Land gleichzeitig ungefähr dreimal soviel Großvieh aufweist wie die Weideflächen verkraften können. Die Folge solcher Überweidung ist die Verkarstung des Bodens.

Bevölkerung und Geschichte
Die Geschichte Burundis ist die Geschichte der fortgesetzten Unterdrückung eines Volkes durch ein anderes. Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts drangen die Tutsi, von Norden kommend, in das Gebiet der heutigen Staaten Burundi und Ruanda ein. Die äthiopiden Viehzüchter, imponierende Zwei-Meter-Männer, deren gewaltig gehörnte Watussi-Rinderherden die Ansässigen in Schrecken versetzten, unterwarfen das negride Bauernvolk der Hutu. In den folgenden Jahren wehrten die Tutsi-Krieger die Einfälle marodierender Nachbarstämme und die von Sklavenhändlern ab. Sie setzten ihren Herrschaftsanspruch gegenüber den Hutu gewaltsam durch und errichteten im 17. Jahrhundert ein sakrales Königreich. Der Herrscher, der Mwami, wurde mit seiner Einsetzung zur heiligen Person, die das Wohl des Staates bestimmte.

Das sakrale Königtum hat den Tutsi eine eigene kulturelle Identität vermittelt, die weder von den Kolonialmächten noch von der katholischen Mission gebrochen werden konnte. Das Nationalmuseum in der historischen Residenzstadt Kitega bewahrt dieses kulturelle Erbe. Als erste Europäer betraten die britischen Forscher Burton und Speke das Gebiet von Burundi. 1884 wurde das Land zusammen mit Rwanda Teil des "Schutzgebiets" Deutsch-Ostafrika. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es unter belgische Protektoratsverwaltung, die erst mit der Unabhängigkeit im Jahr 1962 endete. Der Sturz der Monarchie 1966 und der Übergang in eine Präsidial- und Einparteien-Diktatur, seit 1976 in eine Militärherrschaft, brachte für die Hutu keine Veränderung. Immer noch waren sie wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Diskriminierung ausgesetzt und lebten in der Furcht vor einer Wiederholung der Massaker von 1972, denen fast 100.000 Hutu zum Opfer fielen. 1990 wurde eine Charta der nationalen Einheit verabschiedet, auf deren Grundlage das politische System demokratisiert werden sollte. In einem Referendum stimmte die Bevölkerung 1992 einer neuen Verfassung zu. Nach der Ermordung des Präsidenten Ndadaye 1993 brachen erneut blutige Kämpfe zwischen den verfeindeten Volksgruppen aus. Nach dem Putsch von 1996 war Pierre Buyoya (* 1949) Präsident, der das Amt bereits 1987 bis 1993 ausübte.

Entwicklungen
Erst 2005 gab es nach 15 Jahren wieder freie Wahlen. Präsident wurde der Vorsitzende des CNDD/FDD, Pierre Nkurunziza, ein Hutu (siehe: Auswärtiges Amt: Innenpolitik Burundi).
Bedauerlicherweise hat sich die Ernährungssituation für die Bewohner Burundis auch nach den Wahlen nicht verbessert. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln sowie der hohe Grad an Unterernährung der Bevölkerung Burundis sind mehr als besorgniserregend. Laut Welthunger-Index von 2006 ist Burundi das Schlusslicht aller Länder (gefolgt von Eritrea, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien und Sierra Leone).

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Literatur:

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.232 f.



www-Links



Die Trommler von Burundi
Batimbo-Königstrommler aus Burundi
Die Trommler von Burundi - Drehbericht von Vincent Munié
Batimbo.de - Magic Drums
Beziehungen zwischen Burundi und Deutschland
Die GTZ in Burundi
Geschichte und Politik
CIA - The World Factbook -- Burundi
Human Rights Watch: Africa: Burundi
Burundi Embassy in Berlin
Massaker in Burundi (2004)
Languages of Burundi
IRIN News - Burundi
Amnesty International: Berichte Burundi

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