Willkommen in der Republik Côte D'Ivoire (Elfenbeinküste)

[Geschichte und Staat] [Entwicklungen] [Bevölkerung und Wirtschaft]
[Präsidentschaftswahlen 2010 - blutiger Machtkampf] [Ein neuer Präsident: Alassane Ouattara, der Mann vom IWF]
[Literatur] [www-Links]


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Offizieller Name: Republik Côte D'Ivoire
Hauptstadt: Yamoussoukro
Regierungssitz: Abidjan
Fläche: 322.463 km²
Landesnatur: Küstenebene, anschließend Hochebene mit Inselbergen, im W Nimbabergland
Klima: Tropisches Klima
Hauptflüsse: Komoé, Bandama, Sassandra
Höchster Punkt: Mount Nimaba 1752 m
Einwohner: 14.526.000 (1999); 18.373.060 (geschätzt Juli 2008); insgesamt über 60 Ethnien (überwiegend Gur- und Mande-Gruppen)
Bevölkerungsdichte: 45 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 46% (1999)
Analphabetenquote: 53% (1999)
Sprache: Französisch; Baulle, Bete, Diula und Senufo
Religion: Moslems 27%, Katholiken 21%, Anhänger von traditionellen Religionen
Exportgüter: Kakao und Kakaoprodukte, Erdölprodukte, Kaffee, Fisch, Holzprodukte, Baumwolle


Mit annähernd quadratischer Gestalt, liegt Côte D'Ivoire an der der Nordguineaküste in Westafrika. Der westliche Küstenabschnitt ist durch vorspringende felsige Halbinseln und sandige Buchten gegliedert und geht nach Osten allmählich in eine flache, fast geradlinig verlaufende Ausgleichsküste mit zahlreichen Nehrungen und mangrovenbestandenen Sümpfen über. Der hier einst vorherrschende Regenwald ist den großen Plantagen zum Opfer gefallen.
Von der Küstenebene steigt das feucht-tropische Land stufenartig zu den inneren, bis 500 m über dem Meeresspiegel liegenden Hochebenen an, auf denen die großen Flüsse, von zahlreichen Stromschnellen und Wasserfällen unterbrochen, nahezu parallel in Nord-Süd-Richtung zum Golf von Guinea fließen. Im Nordwesten hat Côte D'Ivoire Anteil am Hochland von Guinea und erreicht im westlichen Nimbagebirge an der liberianischen Grenze Höhen bis knapp 1800 m. An der Grenze zu Mali und Burkina faso geht die Feucht- allmählich in Trockensavanne über. Stärker noch als in der südlichen Waldzone haben sich hier ab den 1970er Jahren Brandrodungsfeldbau und Überweidung ertragsmindernd für den Anbau von Hirse, Sorghum, Süßkartoffeln und Reis zur Eigenversorgung ausgewirkt.

Geschichte und Staat

Der "Vater der Nation", Präsident Houphouėt-Boigny (1905-1993), hat es so verfügt: die "Elfenbeinküste", so benannt nach ihrem einst wichtigsten Exportprodukt, darf seit Ende der 1980er Jahre nur noch mit dem französischen Kolonialnamen "Côte D'Ivoire" geführt werden. Während einige Staaten sich unter anderem durch Namensänderung von ihrem kolonialen Erbe befreien und mit Bezeichnungen aus der eigenen Historie ihre Identität wiederfinden wollten, hielt Côte D'Ivoire auch nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1960 an den engen Verbindungen zum ehemaligen französischen Mutterland fest.

Geschichte und Ära Houphouėt-Boigny
Schon seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ließen sich französische Seefahrer und Missionare an der Küste des heutigen Côte D'Ivoire nieder. Nach der kolonialen Besitznahme durch Frankreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Entwicklung zu einer weltmarktorientierten tropischen Landwirtschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand das Land aus zwei politisch unterschiedlichen Teilen. Die aus dem benachbarten Ghana zugewanderten Baule schufen im 18. Jahrhundert kleinere Staatengebilde, während das von Samori Touré (um 1835-1900) gegründete Fulbe-Reich von Guinea aus auch Teile des heutigen Côte D'Ivoire kontrollierte. Touré leistete mit seinen Kriegern bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1898 den französischen Kolonialtruppen erbitterten Widerstand. Auch nachdem dieses Küstengebiet 1893 Teil des französischen Kolonialreiches wurde, dauerte es mehrere Jahrzehnte, bis der Widerstand endgültig gebrochen werden konnte.

Die bis in die 1940er Jahre von Frankreich angeordnete Zwangsarbeit auf privaten Plantagen oder zugunsten öffentlicher Baumaßnahmen führte zur Verarmung und massenhaften Abwanderung der Bevölkerung. Gegen diese Zwangsrekrutierung wandte sich seit den 1930er Jahren eine Gruppe relativ wohlhabender und westlich gebildeter Einheimischer. Das von dem Häuptlingssohn, Mediziner und Pflanzer Felix Houphouėt-Boigny 1944 mitbegründete "Syndicat Agricole Africain" war eine Schutzorganisation afrikanischer Pflanzer gegen die Diskriminierung durch europäische Pflanzer. Daraus entwickelte sich 1946 die "Parti Démocratique de Côte D'Ivoire" (PDCI), die nationale Sektion der überregionalen nationalistischen Bewegung "Rassemblement Démocratique Africain".

Elfenbeinküste

1951 wurde Houphouėt-Boigny zum Präsidenten der Territorialversammlung gewählt. Seither bestimmte er bis zu seinem Tod im Jahr 1993 die Politik des Landes. 1958 entschied sich die autonome Republik für einen Verbleib in der "Communauté Franēaise". Kurze Zeit später widersetzte sich Houphouėt-Boigny dem Plan einer Föderation der frankophilen westafrikanischen Staaten und führte das wirtschaftlich relativ gut entwickelte Land 1960 in die nationalstaatliche Unabhängigkeit, mit weiterhin starker politischer, wirtschaftlicher und militärischer Anbindung an Frankreich und die übrigen westlichen Staaten. Besonders enge Bindungen knüpfte er auch zu Israel, den USA sowie - in Herausforderung des übrigen Afrika - zur Republik Südafrika, mit deren Regierung er bereits früh einen erfolglosen "Dialog" zur Überwindung der Apartheid führte.

Mit dem "Dialog" als Instrument der politischen Auseinandersetzung versuchte Houphouėt-Boigny zeitlebens, auch die widerstreitenden Interessen der überaus zahlreichen ethnischen Gruppen im eigenen Land zu einen. Geschickt verstand er es, die Macht durch eine kunstvolle Kabinetts-Arithmetik auf eine breite Basis zu verteilen. Oppositionelle Kräfte band er in den ersten zwei Jahrzehnten, in denen sich das Land mit ausländischer Hilfe zum "Wirtschaftswunderland" entwickelte, durch Posten- und Kontraktvergabe in das System ein. Die demokratische Ordnung, die Zulassung von Oppositionsparteien und die Abschaffung der diktatorischen Einheitspartei PDCI scheiterten lange Zeit an seinem Widerstand. Doch monatelange Streiks und Protestaktionen im ganzen Land zwangen Houphouėt-Boigny 1990 schließlich, politische Reformen, so auch das Mehrheitsparteiensystem, einzuleiten. Nach seinem Tod 1993 wurde Henri Konan Bédié (* 1934) neuer Staatschef. Er wurde 1999 nach einem Putsch des Armeechefs General Robert Guéi (* 1941) abgelöst, der eine Übergangsregierung bildete. Im Oktober 2000 wurde Laurant Gbagbo zum Staatsoberhaupt gewählt.

Ungewisse Zukunft
Angesichts wachsender Jugendarbeitslosigkeit und bei gleichzeitig weitreichender Beherrschung der Wirtschaft durch Franzosen und Libanesen wuchs in dem Land die Sorge über die politische und wirtschaftliche Entwicklung nach dem Ableben des Patriarchen. Das politische Überleben des "Systems Houphouėt-Boigny", der in seinen letzten Lebensjahren noch eine friedensstiftende Rolle in Afrika spielte, ist seit dem Militärputsch Ende 1999 gefährdet.

Entwicklungen

Etwa 750 zumeist muslimische Armeeangehörige, die aus der Armee entlassen worden waren, hatten sich am 18. September 2002 zusammengetan und versucht, gegen die Regierung zu putschen. Bei den anfänglichen Kämpfen wurden mindestens 270 Menschen getötet und 300 verletzt. Unter den Toten war auch der ehemalige Junta-Chef, General Robert Guei, der zunächst für den Aufstand verantwortlich gemacht wurde. Zwar wurde der Putsch abgewendet, dennoch beherrschten die gut organisierten und ausgerüsteten Rebellen den größten Teil des ärmeren muslimischen Norden des Landes. Die Aufständischen fanden weitestgehend Unterstützung bei der Bevölkerung.

Wegen anhaltender Unruhen verhängte der UN-Sicherheitsrat November 2004 ein sofortiges Waffenembargo gegen das westafrikanische Land. Die Konfliktparteien wurden in der einstimmig beschlossenen Resolution ermahnt, binnen eines Monats den Friedensprozess wieder aufzunehmen. Andernfalls würden zusätzlich Reisebschränkungen erlassen und Konten eingefroren.

Die Vereinten Nationen haben in Côte d’Ivoir 6.300 Blauhelmsoldaten stationiert, darunter sind 4.500 Franzosen. Sie überwachen die Waffenstillstandslinien zwischen den Rebellen der Forces Nouvelles (FN) und den Truppen von Präsident Laurent Gbagbo. Seit Herbst 2002 ist das Land faktisch geteilt. Im Norden herrschen die Rebellen, im Süden versuchte die Regierung ihre Autorität aufrecht zu halten (siehe auch Republik Côte d’Ivoire - Chronik sowie die Reisewarnung des Auswärtigen Amts in Berlin).

»[...] Die Übergangsregierung unter Premierminister Charles Konan Banny schaffte es im zweiten Halbjahr 2006 nicht, die verhärteten Fronten zwischen den Rebellen der Forces Nouvelles (FN), die den muslimischen Norden kontrollieren, und Präsident Laurent Gbagbo und seinen Anhängern und Milizen im mehrheitlich christlichen Süden aufzuweichen. Durch den Ausstieg der FN aus den Gesprächen mit der Regierung im August 2006 kam der von der UN, der Afrikanischen Union (AU) und Südafrika vermittelte Friedensprozess wieder völlig zum Erliegen. [...] Daraufhin verlängerte der UN-Sicherheitsrat am 1.11. das Übergangsmandat unter Ghagbo und Banny um ein Jahr bis zum 1.11.2007. [...]
Aufgrund der anhaltenden Teilung des Landes verlängerte der UN-Sicherheitsrat am 15.12. das Mandat der UNOCI-Friedensmission, die gemeinsam mit französischen Soldaten die Pufferzone zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sicherte. Anfang Januar 2007 kam es zu gewalttätigen Übergriffen von Mitgliedern präsidentennahen Milizen auf französische und UN-Einrichtungen in Abidjan, nachdem Ghagbos Partei Front Populaire Ivoirien (FPI) Franzosen und UN vorgeworfen hatte, sich ohne Mandat in innenpolitische Belange einzumischen.
Unter Vermittlung des Staatspräsidenten Burkina Fasos, Blaire Compaoré, gelang nach wochenlangen zähen Verhandlungen am 4.3. mit der Unterzeichnung eines neuen Friedensvertrages durch Ghagbo und den Führer der Forces Nouvelles, Guillaume Kigbafori Soro, in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou doch noch ein Durchbruch beim stockenden Friedensprozess. Das Ouagadougou-Abkommen sah die Schaffung einer Übergangsregierung innerhalb von fünf Wochen, einen schrittweisen Abbau der Pufferzone einhergehend mit dem Abzug sämtlicher ausländischer Truppen, die Schaffung einer gemeinsamen Kommandostruktur für die Streitkräfte sowie die Integration der Rebellen in die ivorische Armee vor. Außerdem soll Personen mit muslimischem Namen oder burkinischer Herkunft durch Aufnahme ins Melderegister die Teilnahme an Wahlen ermöglicht werden, ein Streitpunkt, der Mitauslöser des Bürgerkriegs 2002 war. Am 26.3. ernannte Ghagbo Rebellenchef Soro zum neuen Premierminister einer Übergangsregierung. Bereits am 20.3. hatte der Präsident eine Reorganisation der Streitkräfte angeordnet, derzufolge Regierungssoldaten und Rebellen zu gleichen Teilen in der Armee vertreten sein sollen. In dem von Premierminister Soro am 14.4. vorgestellten 33-köpfigen Kabinett erhielt Ghagbos FPI insgesamt elf Ressorts, darunter Inneres und Vertreidigung, während die FN sieben Minister stellen, u.a. für Justiz. Die übrigen Ressorts gingen an die drei großen Oppositionsparteien. Am 16.4. begannen die 7000 Blauhelme und 3500 französische Soldaten mit ihrem Rückzug aus der Pufferzone. Die Entwaffnung der Milizen wurde mit der symbolischen Übergabe von rd. 1000 Waffen bei einer Zeremonie am 19.5. im Beisein Ghagbos eingeleitet. [...]«
Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.172 f.

»[...] Mitte August 2008 brachte die UN-Friedensmission UNOCI in Kooperation mit dem Nationalen Wiedereingliederungsprogramm (PNRRC) und dem UN-Entwicklungsprogramm ein mit rd. 5,6 Mio. US-$ ausgestattetes Reintegrationsprojekt auf den Weg. Es umfasst etwa 1000 handwerkliche und landwirtschaftliche Mikroprojekte im Norden, die den ehemaligen Rebellen die Rückkehr ins Zivilleben ermöglichen sollen.
Trotz dieser Maßnahmen kam es am 18.8. in Bouaké zu gewaltsamen Protesten von Ex-Rebellen, die höhere Demobilisierungsprämien forderten.
Anfang Februar 2009 begann die Stabsstelle für die Restrukturierung der Armee (CCI) in Yamoussoukro und Brobo mit der Integration von Ex-Milizen in die Armee. Die Aktion wurde bis April auf das ganze Land ausgeweitet. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat wegen der instabilen Sicherheitslage am 27.1. die Verlängerung des Mandats der UNOCI-Mission und der sie unterstützenden Truppen beschlossen. Die Resolution sah zugleich eine Reduzierung von 8115 auf 7450 Soldaten vor. [...]«
Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 195.

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Bevölkerung und Wirtschaft

Ein großer Teil der aus etwa 60 ethnischen Gruppen zusammengesetzten Bevölkerung lebt heute in dem rund 60 km breiten und durchschnittlich 200 m hoch liegenden Küstenstreifen. Hier befindet sich auch der hauptstädtische Großraum von Abidjan, in dem heute vermutlich etwa 3 Millionen Menschen leben. Das für seine beeindruckenden handwerklichen Fertigkeiten bekannte Volk der Baule, aus dessen Häuptlingsschicht auch der 1993 verstorbene Präsident Houphouėt-Boigny stammt, stellt rund 23% der Gesamtbevölkerung. Im Westen des Landes leben die Bete, die einen Anteil von etwa 18% stellen, und die Senufo, im Norden Malinke und Fulbe, die Agni im Osten sowie die Kru an der Küste.
Die bereits während der frühen Kolonialzeit einsetzende Anwerbung afrikanischer Gastarbeiter, vornehmlich aus dem Sahel, und die Einwanderung von Flüchtlingen aus Ghana und Guinea hat in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs weiter zugenommen. Sie sind überwiegend als Plantagen- und Hilfsarbeiter in Industrie, Bauwesen, Handel, Transport und Verwaltung tätig und - in Zeiten wirtschaftlicher Krisen - immer wieder Opfer von Ausweisungen. Die Zahl der in Regierung, Verwaltung, Industrie und Handel tätigen Franzosen hatte sich seit der Unabhängigkeit vervierfacht, die große Zahl der französischen Berater wird jedoch seit Ausbruch der Wirtschaftskrise zugunsten der Beschäftigung einheimischer Fachkräfte schubweise reduziert.
Ein größeres soziales Konfliktpotential bieten bei der heutigen angespannten Wirtschaftslage die vermutlich weit über 100.000 libanesischen Händler und Geschäftsleute. Denn das über zwei Jahrzehnte von jährlich hohen Zuwachsraten geprägte "Wirtschaftswunder" ist seit 1979 zusammengebrochen. Das "Wunder" basierte auf einer überaus liberalen Wirtschaftspolitik, die den Zufluss französischen Kapitals sicherte, sowie auf den Gewinnen aus dem Kakao - und Kaffeexport.

Côte D'Ivoire entwickelte sich zum größten Kakao- und Kaffeexporteur der Welt, muss aber heute, da der Selbstversorgungsanbau immer stärker durch Monokulturen zurückgedrängt wird, einen großen Teil der benötigten Grundnahrungsmittel, wie Weizen und Mais, importieren.
Um die hohe Abhängigkeit von den Hauptausfuhrprodukten zu verringern, wird von staatlicher Seite vor allem der Anbau von Baumwolle, Kautschuk und Palmöl gefördert und intensiviert. Die Ausfuhr tropischer Edelhölzer wird wegen allmählicher Erschöpfung der Vorräte in Zukunft weiter abnehmen.
Die Anfang 1980 unter Beteiligung von amerikanischen und französischen Firmen in Küstennähe begonnene Erdölförderung ist aufgrund der hohen Erschließungskosten zunächst nicht weiter ausgedehnt worden.

Stand 2009:
War der Kakao einst das wichtigste Exportprodukt, so hat es diesen Status mittlerweile an die Erdölprodukte verloren.
»[...] In der Elfenbeinküste sollen, nach offiziellen Angaben, zwischen 47.000 und 50.000 Barrel Erdöl pro Tag gefördert werden können, Weltbank und IWF schätzen die Produktion für 2009 auf zwischen 60.000 und 80.000 Barrel pro Tag, die gesamten Erdölreserven des Landes werden mit ca. 300 Mio. Barrel, deren Ausbeutung in den nächsten 15 bis 20 Jahren vorgesehen ist, angegeben. [...]«
Zitiert aus: hss.de, Hanns Seidel Stiftung, Quartalsbericht Januar bis März 2009, Westafrika: Ghana, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Togo (pdf)

Wirtschaftliche Entwicklungen

»[...] Nachdem die Regierung im Januar 2009 ein Wirtschaftsprogramm (v.a. für Schlüsselsektoren wie Kakao, Kaffee, Finanzen und Energie) vorgelegt hatte, gewährte der IWF am 27.3. ein auf drei Jahre angelegtes Kreditpaket in Höhe von rd. 566 Mio. US-$. Zudem erreichte das Land Ende März im Rahmen der erweiterten Entschuldungsinitiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC) den Entscheidungspunkt (decision point). Dank hoher Kakaopreise blieb die Wirtschaft im Berichtszeitraum relativ unberührt von der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise. [...]
Anhaltend negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung hatte die im Norden immer noch weit verbreitete Schattenwirtschaft. Schätzungen der Weltbank zufolge belasteten seit Ausbruch der Krise 2002 illegal erhobene Wegzölle und Überfälle auf Gütertransporte den Staatshaushalt jährlich mit umgerechnet rd. 650 Mio. US-$.«

Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 196.

"Schmutzige Schokolade"

Auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste, woher mehr als zwei Drittel des weltweit verkauften Kakaos stammt, arbeiten meist Kinder. Sie stammen u.a. aus Burkina Faso und Mali, wo sie in die Fänge organisierter Menschenhändler geraten waren. Auf den Plantagen arbeiten die Kinder ohne Bezahlung und bekommen gerade so viel zu essen, dass sie nicht verhungern. Nachts werden sie eingesperrt.
»[...] Kinder ernten die reifen Früchte des Kakaos mit der Machete, danach befreien sie die Samen von Hand aus der Schale. In manchen Gegenden werden die Kerne anschließend in Trockenöfen getrocknet, die bis zu 60 Grad aufgeheizt werden. Außerdem werden die Pflanzen mit Pestiziden gespritzt (z.B. Thiodan), meist ohne Schutzkleidung.
Wie viele andere Kinder, die in der Landwirtschaft arbeiten, schuften Kinder auf Kakaoplantagen meist über zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche - und das bei glühender Hitze. Sie bekommen oft Rückenschmerzen und andere Beschwerden vom Schleppen der schweren Kakaobohnensäcke und vom Umgang mit der Machete. Zusätzlich schwächen die gesundheitsschädlichen Pestizide ihre Körper, oft erbrechen sie oder bekommen Fieber.[...]«
Zitiert aus: direkteaktion.over-blog.de

Siehe auch: www.ardmediathek.de, Schmutzige Schokolade, Oktober 2010
»[...] Ein Kind kostet 230 Euro - ein Preis, der sich vielleicht noch herunterhandeln ließe. Dafür bezahlt man die Reise des Kindes zur Plantage und dafür kann man es unbegrenzt ausbeuten. Man hat das Kind gekauft. Und das Kind selbst bekommt natürlich nichts für seine Arbeit. [...]«
Zitiert aus: www.daserste.de, Schokolade ohne bitteren Beigeschmack? September 2010
Kinderarbeit trotz Fairtrade möglich?
»Laut der Zusammenfassung des Berichts auf  „Food Ingredients First“ stellen Ghana und die Elfenbeinküste zusammen 60% (!) des global produzierten Kakaos her, wovon über 10 Millionen Menschen ihr Einkommen sichern können.
Trotzdem allerdings, so der Bericht weiter, könne es mit unter dazu kommen, dass trotz eines Fairtrade-Siegels der betroffene Kakao zumindest teilweise in Kinderarbeit (nach den ILO-Richtlinien) produziert wird, da nicht alle der vielen Arbeitsschritte immer lückenlos kontrolliert werden können. Im Zuge dessen kommt der Nestle-Konzern zu Wort, welcher inzwischen auch KitKat aus fairem Handel vertreibt und verlauten lässt, dass die Sorgen über Kinderarbeit geteilt werden würden, und dass der Konzern sich aktiv im Rahmen verschiedener Initiativen und Zuschüsse für die sozialen Belange der Arbeiter in den Produktionsländern einsetze.
Der in den Fairtrade-Produkten von Nestle verwendete Kakao stamme aus zertifizierten und geprüften Betrieben, die verpflichtet seien, die von Nestle gezahlten Zuschüsse zur Verbesserung der sozialen und finanziellen Lebensumstände ihrer Bauern und Arbeiter zu verwenden.«
Zitiert aus: blog.aktiv-gegen-kinderarbeit.de, BBC-Reportage über Kakaoproduktion: Kinderarbeit trotz Fairtrade möglich? 26. März 2010
27. Januar 2010. Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Kakao handelt zu Jahresbeginn auf einem 30-Jahreshoch, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.
»[...] Die Unsicherheit über den Fortgang der laufenden Ernte in der Elfenbeinküste, die alleine 40% der Weltproduktion stelle, habe sich zwar etwas beruhigt. Seit Beginn der neuen Kakaosaison 2009/10 im Oktober lägen die Anlieferungen von Bohnen in die Häfen der Elfenbeinküste 15% höher als im Vorjahreszeitraum. Es bestehe aber nach wie vor Skepsis, ob sich die hohen Anlieferungen fortsetzen lassen würden. Man rechne damit, dass die Produktion in der Elfenbeinküste mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen werde, als 1,2 Mio. Tonnen produziert worden seien. Dies sollte zu einer Entspannung der Angebotssituation im Jahresverlauf führen, zumal auch der drittgrößte Produzent Indonesien gerade den Anstieg seiner Produktion auf 8% gegenüber dem Vorjahr geschätzt habe. [...]«
Zitiert aus: ad-hoc-news.de
Trotz UN-Embargo Abbau von Diamanten in Bobi
»[...] in Bobi, im Nordwesten der Elfenbeinküste, gibt es trotz UN-Embargo Diamantenbergbau. [...] In diesem großen Dorf im Herzen der mit Bäumen durchzogenen Savanne bildet der handwerkliche Abbau von Rohdiamanten die hauptsächliche wirtschaftliche Aktivität. Die unter offenem Himmel liegende Mine, die größte der Region, erstreckt sich über einen Kilometer. Hunderte von Leuten arbeiten dort. Obwohl es doch seit 2005 ein UN-Embargo dieser wertvollen Steine gibt, weil deren Erlöse die Ex-Rebellion der Forces Nouvelles (FN) alimentiere, die seit ihrem gescheiterten Staatsstreich 2002 gegen Präsident Laurent Gbagbo den Norden des Landes kontrollieren. [...]«
Vor dem Verbot wurden in 25 Dörfern des Departements Séguéla (420 km nordwestlich von Abidjan) Diamanten abgebaut, heute nur noch in 10. Dennoch ernährt der Diamantabbau immer noch etwa 5000 Einwohner der Region, gegenüber 20.000 vor 2005.
Das UN-Embargo zielt den Export und nicht auf den Abbbau der Diamanten, der nach wie vor legal ist. So kommt es, dass der legal abgebaute Diamant weiterhin illegal auf dem internationalen Schwarzmarkt verkauft wird und das in einer geschätzten Handelsgröße von jährlich 25 Millionen Dollar (etwa 17 Mio. Euro).
Die Produktion von Rohdiamanten in der Elfenbeinküste steige sogar an und damit auch der Schwarzhandel mit Edelsteinen, den sogenannte "Kriegsdiamanten" bzw. "Blutdiamanten", die die Durchführung von kriegsähnlichen Konflikten finanzieren.
Zitiert aus: afri-russ-archiv.blog.de, 28.12.2008, übersetzter Artikel von AFP.

Siehe auch:
»[...] Arm trotz Diamanten
Seit die UNO ein Embargo gegen den Handel mit Diamanten aus der Elfenbeinküste verhängt hat, sind die Preise in im Keller. Doch wer sonst keine Arbeit findet, schürft weiter mit primitivsten Mitteln. Davon profitiert die einstige Rebellenarmee, die immer noch Mittel und Wege findet, die kostbaren Steine ins Ausland zu verkaufen. [...]«
tagesschau.de, Edelsteinhandel in der Elfenbeinküste, 30.1.2010

Siehe auch: bonnsustainabilityportal.de, BICC: Neue Studie zu Konfliktrohstoffen in der Elfenbeinküste, 4.12.2009. »[...] Handel und Gewinnung von Rohstoffen wie Gold, Erdöl, Diamanten und Kakao haben zum Konflikt in der Elfenbeinküste beigetragen und blockieren bis heute den dortigen Friedensprozess. [...]«

Die positive wirtschaftliche Entwicklung führte nicht nur zum Ausbau von Staat und Verwaltung und zu staatlichen Leistungen in den Sektoren Gesundheit und Erziehung, sondern ermöglichte auch den Aufbau einer - zum Teil überdimensionierten - landesweiten Verkehrs- und Stadtinfrastruktur. Gleichzeitig entwickelte sich vor allem im Großraum von Abidjan eine in Westafrika einzigartige Weiterverarbeitungs- und Zulieferindustrie.
Nach dem 1979 einsetzenden - und bis in die 1990er Jahre anhaltenden - Niedergang der Weltmarktpreise für die wichtigsten Exportprodukte Kakao und Kaffee verschuldete sich das Land rasch. Das "Wirtschaftswunderland" wurde zahlungsunfähig, musste bei den staatlichen und privaten Gläubigern um alljährliche Umschuldung nachkommen und die Vorschriften des Weltwährungsfonds nach sparsamer Haushaltsführung befolgen.

Angesichts großer sozialer Kontraste wuchs indes bei schnell steigender Arbeitslosigkeit die soziale Unsicherheit. Soziale Krise und Verarmung machten sich Anfang der 1990er Jahre auch in einer wachsenden Kriminalität in den rasch gewachsenen Städten bemerkbar. So vor allem in der Metropole Abidjan, Sitz vieler internationaler Organisationen, die mit ihren Luxushotels auch ein Zentrum des internationalen Konferenz-Tourismus geworden ist.

Stand 2009: stärkste Wirtschaft der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion

»[...] Die Elfenbeinküste verfügt über die stärkste Wirtschaft der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, zu deren gesamten BIP sie 40 % beiträgt. [...] Das Pro-Kopf-BIP liegt ebenfalls über dem westafrikanischen Durchschnitt, jedoch unter dem gesamtafrikanischen. [...] Die Wirtschaft hat sich mithin von den Wirren des Bürgerkrieges, welcher 1,7 Millionen Menschen in die Flucht trieb, die offizielle Verwaltung zusammenbrechen ließ, die Produktion behinderte und die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen ließ, erholt. Das zeigen nicht zuletzt die Investitionen, die sich 2007 gegenüber 2006 vervierfachten und etwa 520 Millionen Euro betrugen. [...]«
Zitiert aus: de.wikipedia.org

Präsidentschaftswahlen 2010. Präsident Gbagbo erkennt Wahlergebnnis nicht an. Droht dem Land ein neuer Bürgerkrieg ?

»[...] Nach dem Sieg der Opposition bei den Wahlen spitzt sich die Lage in der Elfenbeinküste zu. Präsident Gbagbo erkennt die Niederlage nicht an. [...] Nach Angaben der Wahlkommission vom Donnerstag hatte Oppositionskandidat Alassane Ouattara am Sonntag (28.11.; Anm. muz-online.de) bei der Stichwahl mit 54 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Lauren Gbagbo gewonnen. Das Verfassungsgericht legte umgehend Widerspruch gegen die Veröffentlichung des Ergebnisses ein.
Auch Gbagbos Partei erkannte die Niederlage nicht an. Sprecher von Gbagbo hatten angekündigt, sie wollten vor Gericht eine Annullierung der Wahlergebnisse im Norden des Landes wegen angeblichen Wahlbetrugs beantragen. In den ehemaligen Rebellengebieten im Norden hat Ouattara besonders starken Rückhalt. [...] Gbagbo und der frühere Regierungschef Ouattara hatten sich bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Im ersten Wahlgang Ende Oktober war Gbagbo auf 38 Prozent gekommen, für Ouattara stimmten 31 Prozent der Wähler. Die Amtszeit Gbagbos war bereits 2005 abgelaufen. Der Wahltermin war in den vergangenen fünf Jahren mehrfach verschoben worden – teils wegen Verzögerungen bei der Wählerregistrierung, teils wegen innenpolitischer Spannungen. Die Wahl sollte das Land nach dem 2003 beendeten Bürgerkrieg einen und zur Normalität zurückführen. [...]«
Zitiert aus: www.welt.de, 3.12.2010

»[...] Die Unruhen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküste haben in den vergangenen Wochen Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Wie die UN am Samstag in Genf mitteilten, flohen seit Ende November rund 14.000 Ivorer ins Nachbarland Liberia. [...] Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) drohte dem bisherigen Präsidenten der Elfenbeinküste und Wahlverlierer Laurent Gbagbo mit einem Militärschlag. Sollte Gbagbo die Macht nicht abgeben, werde die ECOWAS "alle geeigneten Maßnahmen, darunter den Einsatz legitimer Gewalt" ergreifen, erklärte die Gemeinschaft nach einem Krisengipfel im nigerianischen Abuja.
Die Generalstabschefs der Mitgliedsländer würden sich treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Zunächst werde aber am Dienstag eine ECOWAS-Delegation nach Abidjan entsandt, um Gbagbo ultimativ zu einem friedlichen Rückzug zu bewegen.
Gbagbos Regierungssprecher bezeichnete die Drohung der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft als "inakzeptabel" und als "westliche Verschwörung, angeführt von Frankreich". Ein Angriff von außen werde einen Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste auslösen, warnte er. Zudem werde der Patriotismus des ivorischen Volkes angeheizt. Dabei könne es dazu kommen, dass zahlreiche Arbeitsmigranten aus den Nachbarländern gewaltsam vertrieben würden.
Der internationale Druck auf Gbagbo nimmt zu: Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die indirekte Anerkennung von Oppositionskandidat Alassane Ouattara als Präsidenten durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Auch der UN-Sicherheitsrat hatte bereits Ouattara als Wahlsieger anerkannt, ebenso die Afrikanische Union. Die setzte zudem die Mitgliedschaft der Elfenbeinküste aus. Zugunsten von Ouattara sperrte die westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion UEOMA Gbagbo am Donnerstag den Zugang zu den ivorischen Konten bei der Zentralbank BCEAO. [...]«
Zitiert aus: www.zeit.de, 26.12.2010
Siehe auch:
de.wikipedia.org, Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010

Alassane Ouattara und der Internationalen Währungsfonds (IWF)

Alassane Ouattara arbeitete »[...] zwischen 1968 und 1990 sowie von 1994 bis 1999 beim Internationalen Währungsfonds (IWF). In den 1980er Jahren leitete er dessen Afrika-Abteilung und war damit in exponierter Position an der Durchsetzung der damaligen Strukturanpassungsprogramme beteiligt.
Diese banden die Kreditvergabe an die Realisierung weitreichender Austeritätsprogramme und richteten im Ergebnis die soziale Infrastruktur der betroffe- nen Länder zugrunde. Zwischen 1994 und 1999 amtierte Ouattara beim IWF sogar als Vizedirektor.
Von 1990 bis 1993 war er in der Côte d’Ivoire letzter Premierminister des autoritären prowestlichen Staatspräsidenten Felix Houphouėt-Boigny. Auch in diesem Amt erwies er sich als kompromissloser Verfechter harter Kürzungspolitik. [...]«
Zitiert aus: www.meinpolitikblog.de, der Mann vom IWF, 11.01.2011

Siehe auch:
de.wikipedia.org, Alassane Ouattara: »[...] Nach einem Studium an der University of Pennsylvania in den USA machte er von 1968 bis 1990 Karriere beim Internationalen Währungsfonds. [...] Ouattara, der Muslim ist und aus dem Norden des Landes stammt, wurde 1995 und 2000 daran gehindert, bei den Präsidentschaftswahlen zu kandidieren. [...]«
www.imf.org, Alassane D. Ouattara: »Mr. Alassane D. Ouattara assumed office as Deputy Managing Director of the International Monetary Fund on July 1, 1994.
Mr. Ouattara obtained his B. Sc. (Business Administration) at Drexel Institute of Technology, Philadelphia (1965), and his M.A. (Economics) (1967) as well as his Ph. D. in economics (1972) at the University of Pennsylvania.
Following his appointment as Economist in the International Monetary Fund from 1968 to late 1973, he served as "Chargé de Mission" at the Central Bank of West African States (BCEAO) in Paris from late 1973 to early 1975, when he became Special Advisor to the Governor and Director of Research. He held this post until his appointment as Vice Governor of the BCEAO in 1983. In late 1984, he returned to the IMF as Director of the African Department, and simultaneously from 1987, as Counsellor to the Managing Director. In October 1988, Mr. Ouattara was named Governor of the BCEAO. While retaining the function of Central Bank Governor, he served in 1990 as Chairman of the Interministerial Committee for Coordination of the Stabilization and Economic Recovery Programme of Côte d'Ivoire, in Abidjan.
He was Prime Minister of the Republic of Côte d'Ivoire from November 1990 until December 1993.
Mr. Ouattara has received several honors, including: "Commander of the Ordre du Lion," Senegal; "Commander of the Ordre du Mono," Togo; "Commander of the National Order of Niger;" "Grand Officier of the National Order of Côte d'Ivoire;" and Honorary Governor, BCEAO.
He has published widely in the political, economic, and social fields. He was born in Dimbokro, Côte d'Ivoire, on January 1, 1942. An Ivoirien national.«

29.12.2010: Die Lage spitzt sich zu

»[...] Nach dem Treffen in Abidjan zwischen dem sich an die Macht klammernden Staatschef Laurent Gbagbo und den Vermittlern aus mehreren west-afrikanischen Staaten wurde kein Ergebnis bekannt gegeben. Es wird vermutet, dass Gbagbo bei den Verhandlungen Exil und Straffreiheit angeboten wurde, und dieser das Angebot ablehnte. Gbagbo hatte bereits vor dem Treffen signalisiert, er erkenne keinen auf dem Präsidentenstuhl an außer sich selbst.
Die Vermittler sprachen auch mit Gbagbos Herausforderer, dem international anerkannten Sieger der Wahlen, Alassane Outtara. In dem kurz vor einem Bürgerkrieg stehenden Land wurden mehrere UN-Blauhelm-Soldaten angegriffen. Ein UN-Fahrzeug ging in Flammen auf, ein Soldat wurde verletzt. Laurent Gbagbo drohte unterdessen, er werde die diplomatischen Beziehungen mit all jenen Staaten abbrechen, die von Outtara entsandte Botschafter akzeptierten. [...]«
Unterdessen haben der IWF, die Weltbank und die Westafrikanische Zentralbank Gbagbos Finanzen eingefroren. Ende Dezember werden rund 23 Mio. € Zinszahlungen für Anleihen der Elfenbeinküste fällig.
Zitiert aus: de.euronews.net, 29.12.2010

März/April 2011: Anhänger von Gbagbo und Ouattara liefern sich blutige Schlachten

»[...] Gbagbo weigert sich trotz der Wahlniederlage im November 2010, die Macht dem international anerkannten Wahlsieger Ouattara zu übergeben. Gbagbo geht dabei seit Monaten mit Waffengewalt gegen seine Widersacher vor und attackiert auch die UN-Friedenssoldaten im Land. [...] Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte angesichts der anhaltenden Kämpfe vor einer "humanitären Katastrophe" in Abidjan. Nach UN-Schätzungen haben die Kämpfe zwischen den Anhängern von Gbagbo und Ouattara bisher etwa 500 Todesopfer gefordert. Etwa eine Million Menschen seien auf der Flucht. [...]«
Am 3. April soll es in der Stadt Duékoué ein Massaker mit mindestens 1000 Toten gegeben haben. Das Blutbad soll sich in einem Stadtviertel ereignet haben, das zu diesem Zeitpunkt von Kämpfern Ouattaras kontrolliert wurde.
Am 6. April konnte den verbliebenen Gbagbo-Kämpfern von Gbagbo mit Hilfe der UN-Mission ONUCI und französischer Einheiten ein entscheidender Schlag versetzt werden. Gbagbos Soldaten haben sich ergeben. Die blutigen Kämpfe scheinen nun beendet zu sein. Mit Gbagbo wird nun über seinen Rückzug verhandelt und wie er und seine Familie das Land verlassen können. Doch Gbagbo, der sich in einem Bunker in Abidjan verschanzt hat, will weiterhin an seiner Macht festhalten - dies nicht ganz unbegründet.
Wie es heißt, stünden etwa 50% aller Ivorer, also rund 10 Millionen Menschen, zu Gbagbo und hätten Angst vor einer Machtübernahme durch Ouattara, weil dieser schon gezeigt habe, dass er noch deutlich brutaler und skrupelloser sein könne als sein Widersacher.
Zitat aus: newsticker.sueddeutsche.de, 01.04.2011
Siehe auch:
www.tagesschau.de, Gbagbo will verhandeln, aber nicht zurücktreten, 6. April 2011
www.tagesschau.de, Gbagbo verstaatlicht Kakao-Exporte, 8. März 2011

Gbagbo hat sich ergeben.

Am 10. April hat sich Laurent Gbagbo schließlich den Truppen von Ouattara ergeben. Seine Residenz in Abidjan war tagelang von französischen Soldaten und den Republikanischen Truppen Ouattaras umstellt. Am Abend rief Präsident Ouattara die Bevölkerung dazu auf, die Krise auf besonnene Weise zu beenden. An die Milizen appellierte er, die Waffen niederzulegen. Ermittlungsverfahren gegen Gbagbo und dessen Familie sollen eingeleitet werden. Außerdem soll eine Wahrheits- und Versöhnungskommission die in den vergangenen Wochen erfolgten Menschenrechtsverletzungen und Massaker untersuchen.

Mai 2011: Alassane Ouattara wurde Anfang Mai als Präsident vereidigt. Am 21. Mai hat er sein Amt offiziell angetreten.


Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader“s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.302 f.



www-Links



www.amnesty.de, Jahresbericht 2009: »[...] Nach wie vor wurden Frauen und Mädchen Opfer sexueller Gewaltdelikte, und zwar sowohl im von Regierungstruppen kontrollierten Teil des Landes als auch im Norden, der von den FN kontrolliert wird. [...]«
www.tonto.eia.doe.gov -- Côte D'Ivoire - Ivory Coast - Energy Profile
allafrica.com -- Aktuelle Nachrichten aus der Elfenbeinküstea>
CIA -- The World Factbook -- Cote d'Ivoire
Political Resources on the Net - Côte d'Ivoire
Languages of Côte d'Ivoire
Côte d'Ivoire and the IMF
An MBendi Profile: Côte d'Ivoire - Overview
INCORE guide to Internet sources on conflict in Côte d'Ivoire
Abidjan News - current events and news
African Studies -- Internet Resources
washingtonpost.com: Côte d'Ivoire
Afrika im Internet - Elfenbeinküste
 muz-online.de: Islam
 muz-online.de: Neue Weltordnung

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