Willkommen in Lesotho

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Offizieller Name: Königreich Lesotho
Hauptstadt: Maseru
Fläche: 30.355 km²
Landesnatur: Tief eingeschnittenes Hochplateau, im O Drakensberge
Klima: Warm-gemäßigtes bis kühles Klima
Hauptfluss: Orange
Höchster Punkt: Thabana Ntlenyana 3482 m
Tiefster Punkt: nicht unter 1000 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 10 Distrikte
Parlament: Nationalversammlung mit 80 Mitgliedern, Senat aus Häuptlingen mit 8 nominierten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 4. Oktober
Einwohner:: 2.108.000 (1999); 2.022.331 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 69 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 23% (1999)
Analphabetenquote: 20% (1999)
Sprache: Sesotho, Englisch
Religion: Katholiken 44%, Protestanten 30%
Importgüter: Nahrungsmittel
Exportgüter: Wolle, Mohair, Viehzuchtprodukte, Diamanten, Fertigwaren (Textilien, Schuhe), chemische Produkte


Lesotho trägt den Beinamen "Königreich der Berge" zu Recht. Der überwiegende Teil des Landes liegt über 2000 m hoch; viele Gipfel der Drakensberge, die den Nordosten des Landes einnehmen, erreichen mehr als 3000 m Höhe. Im Westen erstreckt sich ein 30-40 km breiter Streifen auf etwa 1000 m Höhe. Dies ist das Hauptwirtschaftsgebiet des Landes. Das Klima ist gemäßigt warm und weist infolge der Höhenlage große tägliche und jährliche Temperaturschwankungen auf. Die Niederschläge fallen überwiegend im Sommer.

Wirtschaft
Die Wirtschaft Lesothos ist einseitig von der Landwirtschaft geprägt. Die überwiegend gebirgige Landesnatur lässt Ackerbau nur in geringem Maße zu, ist aber für die Viehzucht gut geeignet. Jedoch hat die seit Generationen betriebene Überweidung die Bodenqualität verschlechtert. Es werden überwiegend Schafe und Ziegen gezüchtet, wobei die Haltung von Angoraziegen eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung aufweist: Lesotho ist einer der wichtigsten Mohairexporteure. Trotz einer relativ geringen Bevölkerungsdichte kann sich das Land nicht selbst ernähren und muss fast die Hälfte aller Grundnahrungsmittel einführen. Die wenigen Industriebetriebe befinden sich fast ausnahmslos im Westen des Landes, unmittelbar an der Grenze zur Republik Südafrika.
Die hier gelegene Hauptstadt Maseru bildet das wirtschaftliche Zentrum. Die ungünstige Verkehrslage erschwert die wirtschaftliche Situation des Landes. Alle wichtigen Wege von und nach Lesotho führen durch die Republik Südafrika, von der das Königreich wirtschaftlich abhängig ist. Weit über 100.000 Staatsbürger Lesothos, d. h. rund 5% der Bevölkerung, arbeiten in Südafrika, die meisten als Wanderarbeiter in den Bergwerken. Für die Wirtschaft des Landes ist diese Arbeit lebenswichtig, da sie direkt und indirekt auch dem Staat Einnahmen verschafft. Etwa 90% des Außenhandels werden mit der Republik Südafrika abgewickelt.
Reich ist das sonst so arme Land an einem "Bodenschatz", der im Nachbarland Südafrika knapp zu werden droht - Wasser. Die ergiebigen Regenfälle Lesothos könnten Wasser in Zukunft zum wichtigsten Exportgut werden lassen.

Mit Unterstützung von UNO, Europäischer Union und Weltbank sollen in den nächsten Jahrzehnten in einem großangelegten Projekt zahlreiche Flüsse angezapft werden, um die Wasserversorgung für die südafrikanische Industrie am Witwatersrand sicherzustellen. In Lesotho erhofft man sich durch das Projekt nicht nur eine langfristig sichere Einnahmequelle, sondern durch Anlage von Wasserkraftwerken, wie am neuen Katse-Staudamm, auch eine Verbesserung der Energieversorgung und wesentliche Impulse zur Erschließung des Gebirgslandes.

Geschichte und Gegenwart
Ursprünglich lebten die Sotho weiter westlich im Kernland des heutigen Freistaates, einer Provinz der Republik Südafrika. Als aber in den 1920er Jahren der Zuluhäuptling Tschaka (1787-1828) seine Herrschaft brutal ausweitete und damit eine Verschiebung ganzer Stammesgebiete im östlichen Südafrika verursachte, wurden die Sotho nach Osten verdrängt. Der Stamm von Häuptling Moshoeshoe (1786-1870) zog sich in die Bergfestung Thaba Bosigo ("Berg der Nacht") zurück und sammelte die Flüchtlinge anderer Stämme sowie die dort ansässigen Nguni um sich.

Im Kampf gegen die Zulus und die Buren formierte sich ein Sothovolk. 1867 begaben sich die Sotho aus Furcht vor weiteren Vorstößen der Buren unter britischen Schutz. Mit der Gründung des Protektorats Basutoland erkannten die Briten die Eigenständigkeit dieser Volksgruppe an. Während des britischen Protektorats blieb die innere Selbstverwaltung teilweise erhalten. 1966 erhielt Basutoland, unter dem Namen Lesotho, die volle Souveränität. Als König Moshoeshoe II. (1944-1996) nach der Unabhängigkeit seinen politischen Einfluss, gemäß dem traditionellen Recht, geltend machen wollte, wurde er von Premierminister Leabua Jonathan (1914-1987) vorübergehend ins Exil geschickt und nach seiner Rückkehr zu politischer Abstinenz verpflichtet. Da sich bei den Wahlen 1970 ein Sieg der Opposition abzeichnete, annullierte Jonathan das Wahlergebnis, erklärte den Ausnahmezustand und ließ die Oppositionsführer verhaften.

In den folgenden Jahren pflegte er innenpolitisch einen autokratischen Regierungsstil. Außenpolitisch löste er Lesotho aus der südafrikanischen Abhängigkeit und führte eine Schaukelpolitik zwischen West und Ost.
1986 putschten die Militärs, übertrugen König Moshoeshoe II. zwar alle Exekutiv- und Legislativfunktionen, übten aber über einen Militärrat unter Generalmajor Justin Lekhanya (* 1938) selbst die Macht aus. Die ersten außenpolitischen Aktivitäten des Militärrats waren auf eine Verbesserung der Beziehungen zur Republik Südafrika ausgerichtet. 1991 wurde Lekhanya entmachtet und 1993 endete die Militärherrschaft endgültig. König ist heute Letsi III. (* 1963), ein Sohn Moshoeshoes.

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Literatur:

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.854 f.



www-Links

CIA - The World Factbook -- Lesotho
Lesotho Government Portal
Beziehungen zwischen Lesotho und Deutschland
Botschaft des Landes Lesotho in Deutschland
Languages of Lesotho
IRIN News: Lesotho

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