Willkommen in Malawi

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Offizieller Name: Republik Malawi
Hauptstadt: Lilongwe
Fläche: 118.484 km²
Landesnatur: Im NO Malawisee mit Ufergebiet, nach S anschließend Shiregraben, dann Shirehochland, im W langgestreckter Hochlandstreifen
Klima: Tropisch-wechselfeucht, in den tieferen Landesteilen sehr heiß
Hauptflüsse: Shire, Bua
Höchster Punkt: Mount Mlanje 3 ooo m
Tiefster Punkt: Malawisee
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 3 Regionen
Parlament: Nationalversammlung (Einkammerparlament) mit 192 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 6. Juli
Einwohner: 10.640.000 (1999); 13.013.926 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 90 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 15% (1999)
Analphabetenquote: 44% (1999)
Sprache: Nyanja (Chewa), Englisch (Amtssprachen), Tumbuka, Lomwe, Yao u.a.
Religion: Protestanten 55%, Katholiken 20%, Moslems 20%
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Dieselkraftstoff, Benzin, Garne, Textilwaren, Eisen, Stahl, Papier
Exportgüter: Tabak (70%), Tee, Zucker, Kaffee, Erdnüsse, Reis


Die Oberflächenform des kleinen Binnenstaates Malawi wird von dem Ostafrikanischen Grabenbruchsystem bestimmt. Mit steiler, zum Teil stark zerschnittener Bruchstufe erheben sich seitlich des Grabens weite Hochebenen in 1000 bis 1500 m Höhe. Die einförmige, von Trockenwald bestandene Rumpffläche wird von zahlreichen Inselbergen und Massiven überragt. Das Land erstreckt sich von der Südgrenze Tansanias bis zur Sambesi-Niederung, wo der den Malawisee (Nyasasee) entwässernde Shire in diesen Strom mündet. Die Ost-West-Ausdehnung des Landes beträgt maximal 350 km, die Nord-Süd-Ausdehnung über 850 km. Entsprechend unterschiedlich ist das wechselfeuchte tropische Klima: die Dauer der Regenzeit nimmt von Süden nach Norden von 5 auf 8 Monate zu.

Bevölkerung und Geschichte
Die ursprüngliche Bevölkerung, wahrscheinlich den San verwandte Gruppen, wurde von den Marawi - eingewanderten Bantustämmen wie Tumbuku, Chewa und Tonga - abgedrängt, aufgesogen oder vernichtet. Im 16./ 17. Jahrhundert gründeten sie ein gut organisiertes Staatswesen, das Königreich "Marawi", das der heutigen Republik den Namen gab. Später drangen die kriegerischen Viehhalterstämme der Ngoni aus dem südlichen Afrika und die moslemischen Yao ins Land. Der Sklavenhandel, den die mit Arabern verbundenen Yao betrieben, führte zu hohen Menschenverlusten in dieser Region.

Angetrieben durch die Reiseberichte des Afrikaforschers David Livingstone, der die indirekte Schuld seiner europäischen Zeitgenossen am Sklavenhandel anklagte, ließen sich ab 1875 schottische Missionare im Seegebiet nieder. Ihnen folgten Händler und Kaufleute, und 1891 wurde das Land zum Britischen Protektorat erklärt. Die heutigen Grenzen zwischen Sambia und Malawi, damals Njassaland (Nyasaland) genannt, wurden ohne Berücksichtigung der Stammesgrenzen von Großbritannien und der "British South Africa Company" festgelegt. Die Kolonialpolitik sorgte für die Errichtung von Tabak-, Tee- und Kaffeeplantagen.
Im Rahmen der das südliche Afrika von Simbabwe bis zur Republik Südafrika umspannenden Wirtschaftspolitik der Briten wurde in dem bevölkerungsreichen Landstreifen bereits um 1900 durch die Erhebung einer Kopfsteuer ein System errichtet, das die billigen Arbeitskräfte zu Wanderarbeitern machte. Zeitweilig arbeiteten über 100.000 Bürger Malawis (um 1970) in südafrikanischen Bergwerken; im Jahre 1987 waren es noch ca. 15.000, und viele andere müssen auch heute noch ihren Lebensunterhalt in Sambia oder Simbabwe bestreiten.

1953 wurde Njassaland mit Süd- und Nordrhodesien zur Zentralafrikanischen Föderation zusammengeschlossen. Noch im gleichen Jahr erhob die schwarzafrikanische Befreiungsorganisation, der 1944 gegründete "Nyasaland African Congress" (NAC), die Auflösung der Föderation zum nationalen Ziel. Als unumstrittener Führer der Nachfolgeorganisation, der "Malawi Congress Party" (MCP), die den Kampf gegen die weiße Vorherrschaft aufgenommen hatte, konnte Dr. Hastings Kamuzu Banda (1906-1997) 1964 die Unabhängigkeit verkünden. Der streng konservativ ausgerichtete Staat wurde von Banda, der sich als "Ngwazi", d. h. "Held und Eroberer", bezeichnen ließ, mittels rigoroser Pressezensur, straff geführtem Einparteiensystem und schlagkräftigem Geheimdienst vor jeglicher Kritik "geschützt".

Eines der ärmsten Länder der Welt
Die Wirtschaftslage des Staates, der zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, ist heute von Zahlungsschwierigkeiten und Zukunftsängsten geprägt. Volkswirtschaft und Außenhandel des an Bodenschätzen sehr armen Landes sind von der Landwirtschaft bestimmt. Über 90% der Exporte entfallen auf den Agrarsektor. Trotz Bemühungen zur Schaffung einer vielseitigeren Exportstruktur hat die Konzentration innerhalb der landwirtschaftlichen Produkte eher noch zugenommen: Tabak, Tee und Zucker machen zusammen annähernd 90% der gesamten Exporterlöse aus. In der Landwirtschaft sind über 80% der Erwerbstätigen beschäftigt, die überwiegend als Selbstversorger vom Anbau ihrer Produkte, wie Mais, Maniok, Hülsenfrüchten und Reis, leben. Die Plantagen sind im Besitz ausländischer Privatpersonen und Konzerne sowie der politischen Führung des Landes. Banda gehörte zu den größten Plantagenbesitzern und kontrollierte erhebliche Teile des Wirtschaftslebens, obwohl ihm durch Auflagen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds, die dem Land Kredite einräumten, der persönliche Zugriff auf die das Wirtschaftsleben bestimmende "Press-Holding" entzogen wurde. Zur Verbesserung der Zahlungsbilanz wurden halbstaatliche Betriebe verkauft und eine Liberalisierung der Importbestimmungen eingleitet.

Die Ära Banda endete erst 1994. Auf Druck der Opposition mußte der Diktator freie Wahlen auf Basis einer pluralistischen Verfassung zulassen. Der Oppositionspolitiker Bakili Muluzi (* 1943), ein moslemischer Yao, wurde zum neuen Staatschef gewählt und 1999 im Amt bestätigt.

Entwicklungen
Nach einem 1,1-Miliarden US$-Kredit von IWF und Weltbank versprach der Finanzminister des Landes seinen Gläubigern unter anderem, in Zukunft korrupte Beamte zu entlassen. Es bleibt die Frage, ob von allem auch die Menschen in Malawi profitieren werden, von denen die meisten mit 1 US$ pro Tag auskommen müssen. 90% der Bevölkerung sind abhängig vom Tabakanbau. Das Hauptexportprodukt leidet unter sinkender Nachfrage und labilem Preisniveau. Im April 2000 fiel der Kilopreis an der Börse von Lilongwe innerhalb einer halben Stunde von rund 2 US$ auf 10 Cents und erholte sich erst nach langwierigen Verhandlungen.


Die seit 2004 amtierende neue Regierung unter Dr. Bingu wa Mutharika hat sich bis 2009 viel zur Verbesserung der Situation im Lande vorgenommen. Zu lesen ist das Regierungsprogramm Hier.

Februar 2006. Ein Konsortium um die Deutsche Telekom hat in Malawi 80 Prozent der staatlichen Telefongesellschaft Malawi Telecommunications gekauft. Dies teilte die Privatisierungsbehörde des Landes mit.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.888 f.



www-Links

Beziehungen zwischen Malawi und Deutschland
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - Malawi
CIA - The World Factbook -- Malawi
Malawi - Reisebericht - Fotos - Informationen
Die GTZ in Malawi
Verein "Hilfe für Malawi" e.V., Riedstadt-Erfelden
Malawi Government - Official Website
The Malawi Nation - The Nation newspaper
Malawi - latest News
Languages of Malawi
Travel Guide: Malawi
World Bank Group: Malawi
General Resources on Malawi
UNICEF : Malawi: Hilfe für AIDS-Waisen
The Cichlid Fishes of Lake Malawi
Welcome to Friends of Malawi
Amnesty International - Berichte
An MBendi Country Profile for Malawi
www.islamicrelief.de
Im Schatten der Tabakpflanze

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