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Offizieller Name: Republik Mauritius
Hauptstadt: Port Louis
Fläche: 2040 km²
Landesnatur: Vulkaninsel mit steiler Küste, im Inneren Hochplateau; zahlreiche Koralleninseln
Klima: Wechselfeuchtes, tropisches Klima
Hauptflüsse: Riviere Noire, Grande Riviere
Höchster Punkt: Piton de la Riviere Noire 826 m
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 9 Distrikte und 3 Dependenzen
Legislative: Nationalversammlung mit 62 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten und 8 zusätzlichen Mitgliedern als Vertretung der Minderheite
Nationalfeiertag: 12. März
Einwohner: 1.150.000 (1999); 1.240.827 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 564 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 44% (1999)
Analphabetenquote: 17% (1999)
Sprache: Englisch, kreolisches Französisch und indische Sprachen (Bhojipuri u.a.)
Religion: Hindus 52%, Christen 30%, Moslems 13%, Buddhisten 2%
Importgüter: Nahrungsmittel (Reis, Fleisch, Milchprodukte), Textilrohstoffe, chemische Erzeugnisse, Fahrzeuge, Erdölprodukte
Exportgüter: Bekleidung, Zucker, Tee, Melasse, Rum, Kaffee, Tabak, Spielwaren, Elektrogeräte, Edelsteine, Uhren, optische Geräte
Mauritius besteht aus der Insel Mauritius selbst sowie der Insel Rodrigues, den Apalega- und den Cargados-Inseln. Port Louis auf Mauritius ist die Hauptstadt des Landes.
Mauritius gilt neben den Seychellen als das Touristenparadies unter den afrikanischen Inseln, das alle Klischees von tropisch verklärten Bilderbuchstränden mit in sanft-warmer Brise wiegenden Palmen vor dem Azur des Indischen Ozeans bestätigt. Doch das Bild stimmt nur begrenzt: Die sogenannten "Mauritius-Orkane" können während der Regenzeit in der ersten Jahreshälfte recht ungemütlich werden und richten auf der Insel immer wieder erhebliche Zerstörungen an. Die Strande säumen oftmals nur Aufforstungen der wenig exotisch wirkenden Casuarina-Bäume, und die Monotonie endloser Zuckerrohrplantagen mit den ärmlichen Hütten der Mietarbeiter sowie die Provisorien langgestreckter Straßendörfer trüben den tropischen Traum. Zu Unrecht, denn die Insel hat viele verborgene Reize, und was den Touristen stören mag, sind die noch heute nicht geheilten Narben kolonialer Ausbeutung. |
Drei bizarre vulkanische Gebirgszacken, die über 800 m ansteigen, beherrschen das einsame Landesinnere. Atemberaubend ist der Blick vom erloschenen Vulkankrater Trou aux Cerfs über den ganzen Norden der Insel, über den Ozean bis hinüber nach Réunion, über den heiligen See Grand Bassin, Stätte der rituellen Waschungen der Hindus, bis an die Steilküsten und die weißsandigen Strande. Schöner noch als diese Badestrände scheinen die schwarzsandigen Lavastrandbuchten der zerklüfteten Ostküste mit den kleinen kreolischen und indischen Fischerdörfern zu sein. |
Geschichte
Die Geschichte Mauritius' wird gegenwärtig, wenn man einen pulsierenden Markt mit seinem Menschen-, Trachten- und Sprachengewirr erlebt, in dessen Umgebung man eine katholische und eine protestantische Kathedrale, eine Moschee sowie einen Hindutempel in friedlicher Nachbarschaft findet.
Im 15. Jahrhundert entdeckte der Portugiese Pedro de Mascarenhas die Insel, die zusammen mit Reunion zu der nach ihm benannten Gruppe der Maskarenen gehört. Die unbewohnte Insel wurde erst 1598 von der "Holländisch-Ostindischen-Kompanie" in Besitz genommen und nach ihrem damaligen Statthalter, Moritz von Nassau, Mauritius benannt. Das Eiland diente in erster Linie als Versorgungsstation zur Aufnahme von Trinkwasser für die Schiffe, die auf dem Weg nach Indien waren. Außerdem wurden die Edelholzwälder radikal abgeholzt. |  |
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Im Jahr 1715 übernahm die französische "Compagnie des Indes" die Insel und begann sieben Jahre später mit der systematischen Be-siedelung. Zum Aufbau einer Plantagenkultur -Kaffee, Baumwolle und Zuckerrohr - wurden Tausende von Sklaven aus Madagaskar und vom afrikanischen Festland auf die Insel verschleppt. Die Franzosen gründeten die Hauptstadt Port Louis, legten den weltberühmten botanischen Garten von Pamplemousses an und hinterließen mit einer kreolischen Mischbevölkerung ein immer noch spürbares französisches Element. 1810 kam Mauritius in den Besitz der Briten. Mit ihnen kam die Zuckerrohrmonokultur, kamen nach Ende der Sklaverei (1835) die billigen indischen Arbeitskolonnen, teilweise auch Chinesen, und es kam die stabilisierende Ordnung einer britischen Verwaltung, die sich mehr um den Ausbau einer Infrastruktur als um eine kulturelle Dominanz im insularen Rassengemisch bemühte. 1968 schließlich wurde Mauritius unabhängig. |
Bei Beau Bassin gibt es einen jüdischen Friedhof mit 127 Gräbern. Es sind Gräber aus der Zeit, als während des 2.Weltkrieges 1700 Juden auf ihrer Flucht aus Nazi-Deutschland nach Palästina von den Briten aufgebracht wurden und nach Mauritius verbracht wurden. Dort lebten sie den ganzen Krieg über in einem Lager. Die einzige Hilfe erhielten sie von der Jüdischen Gemeinde Südafrikas. Der Besuch auf dem Friedhof ist vor allem für deutsche Besucher ein Moment der Begegnung mit eigener Geschichte, und das 10.000 km von zu Hause weg nur.
Auf Mauritius gibt es seit bereits 36 Jahren die Amicale Maurice-Israel, deren unermüdlicher Vorsitzender S. Curpen und gleichzeitig Generalkonsul Israels auf Mauritius sich um den Friedhof kümmert. Der Friedhof St Martin Jewish Cemitery liegt nahe Beau Bassin und liegt neben dem allgemeinen Friedhof. |
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Wirtschaft
Die Insel hat in den letzten Jahren einen für Afrika einmaligen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Neben dem Tourismussektor hat dazu eine Politik der forcierten exportorientierten Industrialisierung beigetragen. Grundlage waren die gut ausgebaute Infrastruktur, ein hohes Bildungsniveau der Bevölkerung sowie billige Arbeitskräfte. Die Errichtung einer Freihandelszone, die eine Befreiung von Importzöllen auf Investitionsgüter, Rohstoffe und Halbwaren sowie weitreichende Steuervorteile garantiert, und der zoll- und kontingentfreie Zugang zum europäischen Markt - Mauritius ist assoziiertes EU-Mitglied (Der Staatshaushalt hat mit einem Defizit von nur 2,9% des BIP Maastricht-Qualität) - fördern die Ansiedlung von ausländischen Betrieben. |
Besonders attraktiv ist Mauritius für indische Investoren: Aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens zahlen Firmen mit Sitz in Mauritius keine Steuern in Indien.
Die neu entstandenen Arbeitsplätze übersteigen inzwischen das Angebot des lokalen Arbeitsmarktes, so daß die überwiegend Textilien produzierenden Unternehmen besonders arbeitsintensive Bereiche nach Madagaskar ausgelagert bzw. modernste Technologien eingeführt haben. Dieses Wirtschaftswachstum hat den Ausbau eines Sozialstaats ermöglicht.
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