Willkommen in Swasiland

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Offizieller Name: Königreich Swasiland
Hauptstadt: Mbabane
Fläche: 17.364 km²
Landesnatur: Im W Bergland des Highveld, im Zentrum das Hügelland des Middleveld, im O das flachwellige Lowveld, im NO Lebomboberge
Klima: Subtropisches Klima, in höheren Lagen gemäßigt mit hohen Niederschlägen
Hauptflüsse: Komati, Schwarzer Umbeluzi, Mkondo
Höchster Punkt: Emlembe 1.862 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 4 Distrikte
Parlament: Zweikammerparlament, bestehend aus der Nationalversammlung mit 55 direkt gewählten und 10 ernannten Abgeordneten und dem Senat mit 20 vom König ernannten und 10 durch Nationalversammlung (Häuptlinge) gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 6. September
Einwohner: 980.000 (1999); 1.136.334 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 56 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 31% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 46%
Analphabetenquote: 23% (1999)
Sprache: SiSwati, Englisch
Religion: Christen 77%, Bantureligionen
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Fertigwaren
Exportgüter: Rohzucker, Fleischprodukte, Baumwolle, Tabak, Holz, Zitrusfrüchte, Asbest, Eisenerz, Steinkohle, Diamanten


Das Königreich Swasiland ist nach Gambia der kleinste selbständige Staat des afrikanischen Festlandes. Es hat keinen Zugang zum Meer und ist, bis auf die östliche Grenze zu Mosambik von der Republik Südafrika umgeben.
Das an der östlichen Abdachung des südafrikanischen Binnenhochlandes gelegene Swasiland lässt sich von Westen nach Osten in vier nord-südlich verlaufende Landschaftszonen gliedern: Das regenreiche Hochland (Highveld) besteht aus 1000-1300 m hohen Plateaus und Bergländern. Ausgedehnte Landstriche dienen der Viehwirtschaft (Schafe) als Winterweide. Großflächige Aufforstungen von Kiefern, Pinien, Eukalyptus und Pappeln bilden die Grundlage einer leistungsfähigen Holzindustrie, die mit dem Export von Holz und Holzprodukten zu den wichtigsten Einnahmequellen des Landes zählt.
Das Middleveld in 700-800 m Höhe ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes und daher dicht besiedelt. Das annähernd subtropische Klima mit durchschnittlichen Jahresniederschlägen von 750 mm und mittleren Temperaturen von 19 °C bietet die besten Bedingungen für Ackerbau und Viehzucht. Hauptanbauprodukte sind Mais, Baumwolle, Tabak und Ananas.

Das Tiefland (Lowveld) ist 200 bis 300 m hoch und tropisch heiß und trocken. Die geringen Niederschläge von 500 mm erlauben nur extensive Viehzucht und einen dürftigen Maisanbau. Die vierte Landschaftszone wird durch die etwa 800 m hohen Lebomboberge (Lubombo-Plateau) an der Grenze zu Mosambik gebildet. Dieses Hügelland ist im Klima dem Middleveld verwandt. Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche dient als Weideland für Rinder.

Wirtschaftliche Abhängigkeit
Wie viele Länder im südlichen Afrika ist Swasiland in starkem Maße wirtschaftlich von der Republik Südafrika abhängig. Die Wirtschaft wird zwar immer noch durch die Exporte von Zucker, Holz, Zellstoff sowie von Asbest, Steinkohle und Eisenerz entscheidend bestimmt, doch in den letzten Jahren nahm die Bedeutung der verarbeitenden Industrie stark zu. Hierfür ist in erster Linie die Ansiedlung von exportorientierten Großbetrieben verantwortlich. Der zunehmende Protest gegen die Südafrika-Politik internationaler Konzerne hat einige von ihnen veranlasst, ihre Betriebe in Südafrika zu schließen und nach Swasiland umzusiedeln. Dennoch bietet die Wirtschaft zu wenig Arbeitsplätze, so dass viele Menschen legal oder illegal Arbeit in Südafrika suchen. Den umgekehrten Weg nehmen südafrikanische Urlauber, die den Tourismus zu einer wichtigen Einnahmequelle Swasilands machen.

Bevölkerung
Die Swasi bilden mit einem Anteil von 97% die Bevölkerungsmehrheit Swasilands. Sie stellen eine für Afrika bemerkenswert einheitliche Nation und verfügen über eine gemeinsame Sprache, Kultur und Geschichte. Die Swasi gehören der Nguni-Sprachengruppe der Südost-Bantu an. Im Gefolge der Zulu-Raubzüge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen die Swasi-Völker in ihr heutiges Territorium und unterwarfen die dort lebenden Sothos. Ihren Namen verdanken sie König Mswati: in der Zulusprache wird das "t" zum "z" und so nannten die Zulus sie "Swazi". Die Gesellschaftsstruktur ist auf dem Lande, wo rund zwei Drittel der Bevölkerung leben, traditionell geprägt. Grund und Boden gehören dem König, der das Land den Häuptlingen der Stämme zur Verfügung stellt, die es wiederum den einzelnen Familien zur Nutzung zuteilen. Die meist sehr kleinen Flächen dienen fast ausschließlich der Selbstversorgung. 45% des Bodens sind in der Hand von ausländischen, teilweise eingebürgerten weißen Großgrundbesitzern. Die Weißen, zahlenmäßig eine unbedeutende Minderheit, verfügen aber über einen bedeutenden Wirtschaftseinfluss.

König und Stammeshäuptlinge
Swasiland wurde nach dem Burenkrieg 1906 britisches Protektorat, jedoch blieben König und Stammeshäuptlinge in inneren Angelegenheiten die entscheidenden Autoritäten. 1973 wurde die Verfassung Swasilands, das 1968 seine volle Souveränität erlangt hatte, außer Kraft gesetzt, und der König übernahm die Alleinherrschaft. Die neue Verfassung von 1978 ersetzte das parlamentarische Regierungssystem durch die traditionelle Form der Stammesausschüsse.

Damit ist der entscheidende Einfluss des Monarchen konstitutionell abgesichert worden. Nach dem Tod von Sobhuza II. (1899-1982), der 61 Jahre lang regiert hatte, wurde das Land von 1982 bis 1986 durch heftige Machtkämpfe, in denen verschiedene Fraktionen innerhalb des Königshauses um die Macht rangen, zerrüttet. Mit der Inthronisierung des auf Ausgleich bedachten Königs Mswati III. (* 1968) begann eine Phase der Machtkonsolidierung und Demokratisierung.

Entwicklungen

König Mswati III., der im September 2005 seine 13. Frau ehelichte, hat im August 2005 das ganz spezielle Anti-Aids-Programm seines Königreichs für beendet erklärt: Aus Anlass des alljährlich stattfindenden Schilfrohrtanzes wurde das Sexverbot für Jungfrauen aufgehoben. Unverheiratete Frauen wurden angeblich von dem seit 2001 geltenden Keuschheitsgelöbnis entbunden und brauchten die "Nicht-berühren"-Schleife nicht mehr zu tragen.
Um die Ausbreitung von AIDS (HIV) einzudämmen, hatte der König das Gelöbnis und den Keuschheitsgürtel zuvor eingeführt. Das Gelöbnis vor der Heirat zu brechen, war strafbar. Das zwischen Südafrika und Mosambik gelegene Swasiland ist der Staat mit der höchsten HIV-Infizierten-Rate der Welt. Fast 40 Prozent der Erwachsenen haben die Krankheit. Das kleine Königreich gerät wegen seiner hohen Infektionsrate in Panik: Bis 2010 könnte die durchschnittliche Lebenserwartung der Swasi auf 30 Jahre sinken (siehe auch: SWASILAND ai Jahresbericht 2006 ).

König Mswati III. von Swasiland, der letzte absolutistische Monarch in Afrika, hat mit seinen 13 Frauen 28 Kinder (Stand 2005). Nach Angaben der südafrikanischen Zeitung "Sunday Times" (Sept. 2006) hat Mswati III. Ehefrau Nummer 14 im Visier. Es solle sich dabei um die 18-jährige Abiturientin Nolwazi Maseko handeln.
Sein Vater, König Sobhuza II. heiratete 120 Frauen und zeugte rund 600 Kinder.

Für jede seiner Frauen soll der König angeblich Paläste im Wert von 8,2 Millionen Euro bauen lassen.
Die Mehrheit der Bevölkerung dagegen verdient weniger als einen Dollar pro Tag. Neben AIDS leidet das Land ebenso unter Nahrungsmittelknappheit.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1366 f.



www-Links



Beziehungen zwischen Swasiland und Deutschland
Königreich Swasiland: Honorarkonsulat in Berlin
CIA - The World Factbook -- Swaziland
Languages of Swaziland
IRIN News - Swaziland SWASILAND ai Jahresbericht 2006
King Mswati III. (English)
König Mswati III. (Deutsch)

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