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Willkommen in Tunesien

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[Geschichte] [Der Staat] [Sousse, Sfax und Insel Djerba] [Die Menschen] [Literatur] [www-Links]


Offizieller Name: Tunesische Republik
Hauptstadt: Tunis
Fläche: 163.610 km²
Landesnatur: Im N Ausläufer des Atlas, südlich anschließend die Steppen und Ebenen Mitteltunesiens, Küstenregion des Sahel im O, im S Schott Djerid und Kalkplateau Dahar, nach W zum östlichen Großen Erg abfallend
Klima: Übergang von mediterranem Klima an der Küste zu trocken-saharischem Wüstenklima
Hauptflüsse: Majradah
Höchster Punkt: Jabal Shahambi 1544 m
Tiefster Punkt: Shatt al-Jarsah -23 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 18 Provinzen
Parlament: Nationalversammlung (Einkammerparlament) mit 182 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 20. März
Einwohner: 9.460.000 (1999); 10.074.951 (geschätzt für Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 58 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 63% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 30% (1999)
Analphabetenquote: 29% (1999)
Sprache: Arabisch, Berber-Sprachen, Französisch
Religion: Moslems 99%

Geschichte

Tunesiens antike Geschichte ist eng mit der des Römischen Reiches verknüpft. Davon zeugen noch heute die Ruinen großer römischer Bauwerke und ganzer Städte, von denen Karthago in der Nähe der Hauptstadt Tunis die bedeutendste ist.
Karthago war, wie andere Städte im westlichen Mittelmeerraum, eine Handelsniederlassung der Phönizier. Als Rom, das erst sechzig Jahre später gegründet wurde, noch eine unbedeutende Siedlung war, hatte sich Karthago schon zur wichtigsten Stadt der Phönizier im ansonsten von Berbern besiedelten Maghreb entwickelt. 146 v.Chr. wurde die Stadt aber von den Römern im Dritten Punischen Krieg besiegt und zerstört.
Nachdem, Ende des 2. Jahrhunderts v.Chr., auch der letzte Widerstand des Numider-Königs Jugurtha (nach 160 - 104 v.Chr.) von den Römern gebrochen worden war, kolonisierten diese das Land. Mit großen Bewässerungsanlagen ermöglichten sie die Entwicklung einer produktiven Landwitschaft, so dass hier eine der Kornkammern Roms entstand. Unter Gaius Julius Caesar (100 - 44 v.Chr.) wurde an der Stelle Karthagos eine neue Stadt gebaut, die dann das intellektuelle Zentrum Nordafrikas wurde. Der Einfluss der Römer war so groß, dass die Bewohner des Landes damals vollständig romanisiert wurden und später auch weitgehend den christlichen Glauben annahmen. Nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches gehörte die "Provinz Africa" bis zur Invasion der Araber noch zum Byzantinischen Reich.
Die relativ schnelle Übernahme des Islam gegen Ende des 7. Jahrhunderts zeigt, dass die einheimische Bevölkerung trotz der langen Herrschaft der Römer ihren eigenen Charakter bewahrt hatte. Unter den Arabern wurde "Africa" - heute Tunesien und der Osten Algeriens - dann zur Provinz "Ifriqiya". In den folgenden Jahrhunderten war das Land abwechselnd unter der Herrschaft einheimischer arabischer und berberischer Fürsten oder von Statthaltern der marokkanischen oder ägyptischen Herrscher.
Nachdem im 12. Jahrhundert unter den Almohaden der ganze Maghreb vereinigt worden war, begründete der Gouverneur von Tunis, Abu Hafs 'Umar (Regierungszeit 1284 - 1295), ein eigenes Reich und damit die Dynastie der Hafsiden, die Tunesien bis um die Mitte des 16. Jahrhunderts beherrschten.

Die Eroberung Tunesiens durch die Türken wurde durch Piraten vorbereitet.
Im Jahre 1574 setzten sie einen Pascha als Statthalter ein. Lange Zeit blieb der türkische Einfluss gering, aber 1705 begründete Hussain Ben Ali die Dynastie der Hussainiden, unter deren Herrschaft die türkische Kultur in der tunesischen Gesellschaft weiter verbreitet wurde.
In der folgenden Zeit war das Land relativ unabhängig von den osmanischen Herrschern in Istanbul und öffnete sich für den Handel mit den europäischen Ländern.
Als sich die Franzosen in Algerien festsetzten, war auch Tunesien wegen seiner strategisch interessanten Lage im Mittelmeerraum ein begehrtes Ziel der verschiedenen europäischen Mächte.
Um eine direkte Kolonisierung durch Europäer zu verhindern, versuchte der damals in Tunis herrschende Bey Ahmad Ibn Mustafa (1806 - 1855), nach dem Vorbild Ägyptens selbst das Land politisch, wirtschaftlich und kulturell zu modernisieren. Er führte die Gleichberechtigung der Juden ein, schaffte die Sklaverei ab, erlaubte christliche Schulen und organisierte das Militär nach dem Modell europäischer Armeen. Da die Reformen aber auch sehr kostspielig waren und nur durch hohe Kredite finanziert werden konnten, geriet Tunesien bald in finanzielle Abhängigkeit von Frankreich, Italien und Großbritannien.
Als ein in jeder Beziehung schwaches Land konnte Tunesien den Franzosen nicht widerstehen, als diese in Absprache mit den Briten im Jahre 1881 mit einer Armee von 30.000 Mann das Land besetzten. Es erhielt den Status eines französischen Protektorats. Doch die tunesischen Nationalisten organisierten sich schon bald nach der Jahrhundertwende in der Bewegung der "Jungen Tunesier" gegen die Fremdherrschaft. Diese nationalistische Bewegung wurde nach einem ersten Aufstand 1911 unterdrückt. Da sie für Tunesien eine eigene Verfassung forderte, organisierte sie sich ab 1920 neu in einer Partei mit dem Namen "Destour" (arabisches Wort für "Verfassung"). 1934 ging daraus die "Néo-Destour"-Partei hervor, die schon damals von Habib Bourguiba (1903 - 2000) geführt wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Tunesien 1942 von der deutschen Armee besetzt, aber schon nach einem halben Jahr von den Briten befreit, die am Ende des Krieges den Franzosen das Protektorat überließen. Die nationalistische Bewegung nahm den Kampf für die Unabhängigkeit des Landes wieder auf und erreichte schließlich ihr Ziel im Frühjahr 1956, wenige Wochen nachdem Frankreich schon das Protektorat über Marokko aufgegeben hatte.
Ein Jahr nach der Unabhängigkeit entmachtete der neue Regierungschef Bourguiba auch den letzten türkischen Bey, erklärte das Land zur Republik und ließ sich zum Staatspräsidenten wählen.
Die Politik Bourguibas war von Anfang an eher westlich orientiert. Er drängte durch die Abschaffung der Polygamie, die Einführung weltlicher Gerichte und andere Maßnahmen den Einfluss des Islams auf die Gesellschaft erheblich zurück. Wegen wirtschaftlicher und sozialer Probleme wurde Mitte der 1960er Jahre vorübergehend eine sozialistische Politik praktiziert, die jedoch nicht von der Bevölkerung angenommen wurde. 1975 ließ sich der immer autoritärer herrschende Staatschef zum Präsidenten auf Lebenszeit wählen, wurde aber zwölf Jahre später am 7. November 1987 entmachtet.
Im April 1989 fanden die ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit des Landes statt, bei denen sich linke und islamische Oppositionsparteien beteiligen konnten, aber nur wenige Sitze im Parlament bekamen. Gleichzeitig wurde der ehemalige Innenminister Zine el-Abidine Ben Ali (* 1936) mit großer Mehrheit zum Präsidenten gewählt, da er auch von der Opposition unterstützt wurde.

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Der Staat

Ursache der sozialen Konflikte war und ist in erster Linie die Tatsache, dass Tunesien zwar statistisch eines der reichsten Länder Afrikas ist, die breite Masse der Bevölkerung aber nicht davon profitiert. Für ausländische Investoren ist das Land vor allem wegen der niedrigen Löhne interessant. Das Gros der Arbeiter, das den gesetzlichen Mindestlohn verdient, kann damit gerade die Familie ernähren, aber die Tagelöhner stehen vor großen Versorgungsschwierigkeiten. Die Probleme des Arbeitsmarktes wären noch größer, wenn Tunesien nicht das Bevölkerungswachstum durch staatliche Programme der Familienplanung reduzieren würde. Aber auch die relativ niedrige Geburtenrate von 2,4% ist noch zu hoch.

Auch die Sterblichkeitrate konnte durch das ziemlich gut entwickelte Gesundheitswesen gesenkt werden. Außer für die Gesundheit wird auch viel für die Bildung ausgegeben. Von der erwachsenen Bevölkerung sind aber immer noch rund ein Drittel Analphabeten. Präsident Ben Ali, der zuletzt 1999 durch Wahlen im Amt bestätigt wurde, setzt vor allem auf marktwirtschaftliche Reformen. So avancierte die Tourismusbranche zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Zur Verbesserung seiner ökonomischen Lage sucht Tunesien auch eine engere Anbindung an die EU, mit der ein großer Teil des Außenhandels abgewickelt wird.
Tunesien kennt keine eigentliche Pressefreiheit. So erscheint auf allen sogenannten freien Presseausgaben das Foto des Präsidenten Ben Ali. Als einzige oppositionelle Zeitung hat sich die Online-Zeitung Kalima etabliert, zu der in Tunesien aber kaum jemand Zugang hat, da die Seite als "verboten" gilt. Der mittlerweile eingefahrene Personenkult um Ben Ali erinnert an monarchische Verhältnisse.

Obwohl Tunesien ein relativ kleines Land ist, spielt es in der internationalen Politik eine beachtliche Rolle. Es unterhält gute Beziehungen zu den meisten europäischen Staaten und zu den USA. Innerhalb der arabischen Welt versucht Tunesien oft zwischen anderen Staaten zu vermitteln. 1979 bis 1990, als Ägypten wegen seines Friedensvertrags mit Israel ausgeschlossen war, hatte auch die Arabische Liga ihren Sitz in Tunis. Und trotz seiner eher gemäßigten Position gegenüber Israel wurden 1982 auch die aus dem Libanon evakuierten Kämpfer der PLO und deren Führung aufgenommen.

In den letzten Jahren hat sich Tunesien zu einem allmächtigen Polizeistaat entwickelt, in dem es auf einer Stufe mit Nordkorea, Iran und China am wenigsten Freiheit gibt. Rechtstaatliche Prinzipien sind unbekannt. Drei Geheimdienste bespitzeln die Bevölkerung. Oppositionelle werden verfolgt, verhaftet, gefoltert, diskriminiert.

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Sousse, Sfax und Insel Djerba

Der tunesische Sahel, vor allem am Golf von Hammamat (Khalij al-Hammamat) und südlich von Sousse, ist eine sehr alte Kulturlandschaft, die seit vorgeschichtlicher Zeiten intensiv landwirtschaftlich genutzt wird. Auch die Stadt Sousse selbst, der Hauptort dieses Gebietes, war schon eine Stadt der Phönizier, hieß unter den Römern dann Hadrumetum und wurde im Mittelalter ein bedeutender Handelshafen. Auch wenn heute das Phosphat nicht mehr von hier aus exportiert wird, liefert die Umgebung noch zahlreiche Waren, die über den Hafen von Sousse ausgeführt werden: Salz aus Monastir (Al-Monastir), Alfagras und Olivenöl. Direkt an der Küste zieht sich eine Gartenbauzone hin, in der die Felder durch Brunnen bewässert werden. Das küstennahe Hinterland bis zu den Salzseen ist das traditionelle Gebiet der Ölbaumhaine. Weiter im Landesinneren bis zu den Bergen, die den Sahel begrenzen, wechseln sich Ackerbau und Obstbäume mit Weidenflächen ab. Der Sahel ist aber auch eine bedeutende Handwerksregion, die auf die Herstellung von Teppichen und auf Weberei spezialisiert ist. In neuerer Zeit kam für die wirtschaftliche Entwicklung des Sahel der Tourismus hinzu. An seiner Küste liegen einige der bekanntesten Badeorte: Nabeul (Nabul), Hammamet, Sousse und Monastir.
Die Stadt Sfax (Safaqia) im südlichen Sahel ist als zweitgrößte Stadt des Landes auch das zweite Industriezentrum Tunesiens. Auch hier basiert die Industriealisierung auf den Agrarprodukten aus dem Hinterland und auf den Bodenschätzen (Phosphat) aus dem Landesinneren. Der sogenannte neue Sahel um Sfax wird noch nicht so lange intensiv landwirtschaftlich genutzt wie der alte, weist jedoch gleichfalls eine hohe Produktivität auf. Eine weitere Industriestadt im Süden ist Gabès (Qabis) mit einem bedeutenden Chemiekomplex.
In der Nähe der Insel Djerba (Jazirat Jarbah), im Hinterland von Sfax und westlich davon in den Bergen wird Erdöl gefördert, das weit mehr als den Eigenbedarf deckt und deshalb neben Phosphat und Eisenerz zu den Bodenschätzen gehört, die exportiert werden.

Außer Badeurlaub nutzen viele Touristen die Besichtigung der berühmten antiken Stätten, wie die Ruinen von Karthago und das Amphitheater von El-Djem. 1999 kamen fast 5 Millionen Besucher aus dem Ausland, die dem Land über 1,6 Milliarden US-Dollar Deviseneinnahmen brachten.

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Die Menschen

Tunesien gilt als das arabischste der Maghreb-Länder, denn die Statistik weist 98% der Tunesier als Araber und arabisierte Berber aus. Da das Land aber in seiner Geschichte verschiedensten Einflüssen ausgesetzt war, zeigen die Städte und Dörfer auch hinsichtlich ihrer Bevölkerung ein vielgestaltiges Bild. Was sowohl in der Metropole Tunis als auch auf dem Land auffällt, ist der Gegensatz zwischen den traditionell orientalisch geprägten Menschen auf dem Land und den europäisch gekleideten Menschen in Tunis. Wegen der starken westlichen Orientierung der Führungsschicht ist die tunesische Gesellschaft wohl auch die europäischste des Maghreb.
Wie in den anderen Maghreb-Ländern wurde auch in Tunesien die ursprünglich berberische Bevölkerung nach und nach arabisiert. Im Gegensatz zu Marokko und Algerien ging dieser Prozess hier aber so weit, dass es heute nur noch 1,2% Berber gibt. Da alle Teile des Landes von den Küstenstädten nicht weit entfernt und leicht errechbar sind, konnte die arabische Kultur leichter bis in die letzten Dörfer vordringen.
Die letzten Gebiete, wo noch Berberdialekte gesprochen werden, sind die Insel Djerba und das Dahargebirge im Süden. Die Djerbi haben eine ähnliche Kultur wie die Mozabiten, die in der Gegend von Gardaia (Ghardayah) in der algerischen Sahara leben. Die Berber im Dahargebirge sind durch die Art ihrer Wohnungen bekannt und zu einer touristischen Attraktion geworden. Um Matmatah und Foum Tatahouine leben sie zum Teil heute noch in Höhlen, die sie in die weichen Kalkfelsen gegraben haben. Ihre Vorfahren hatten nämlich schon vor vielen hundert Jahren erkannt, dass diese Art der Behausung dem Klima am besten angepasst ist. Die Felsen isolieren - ebenso wie anderswo in Afrika die Lehmhäuser - gegen die Kälte der Nacht und gegen die Hitze des Tages. In einem Höhlenhotel kann man als Tourist dort selbst diese Erfahrung machen. Viele Bewohner der Höhlenwohnungen haben diese allerdings inzwischen verlassen und leben jetzt in den Betonwohnblocks der Städte. Die Berberdörfer, in die die Touristengruppen geführt werden, sind oft nur noch künstlich erhaltene Attraktionen.
Auch die Nomaden, die noch im letzten Jahrhundert durch den Süden und Westen Tunesiens gezogen sind, hat die Modernisierung des Landes einschneidende Veränderungen ihres Lebens gebracht. Nur wenige von ihnen bewohnen heute noch ihre schwarzen Zelte und wandern mit ihren Dromedar- und Ziegenherden weiter zu neuen Weideplätzen, wenn die Wüste auch für diese genügsamen Tiere nichts mehr hergibt. Innerhalb der letzten hundert Jahre wurden die meisten Nomaden nach und nach in den Steppengebieten im Landesinneren sesshaft gemacht, wo sie auch weiterhin Viehzucht betreiben, aber auch vom Ackerbau leben. Nur in Dürrejahren werden die Herden noch zu weiter entfernten Weidegebieten geführt.
Das Bild der Bevölkerung in den großen Städten, vor allem in Tunis, ist von einer großen Vielfalt geprägt. Durch die Einflüsse aus dem ganzen Mittelmeerraum und dem ständigen Zuzug von Arbeitssuchenden vom Land ist die städtische Bevölkerung eine bunte Mischung von Menschen mit mehr oder weniger heller Hautfarbe, von einfachen Tagelöhnern und wohlhabenden Geschäftsleuten, von verschleierten oder nach Pariser Mode gekleideten Frauen. Die fremden Einwanderer, Eroberer und Kolonisatoren haben nicht nur im Stadtbild ihre Spuren hinterlassen, auch im Erscheinungsbild der Bevölkerung ist ihr Einfluss zu sehen. Diese Auswirkungen sind hier mannigfaltiger als in Algerien und Marokko, da in Tunesien die Türken sich nicht nur als Piraten niedergelasen hatten, sondern während drei Jahrhunderten die Führungsschicht des Landes stellten.
Auch die europäische Kultur wurde und wird nicht allein durch die Franzosen verkörpert, die Tunesien formell beherrschten. Unter den Kolonisatoren befanden sich fast ebensoviele Italiener, und auch heute bilden sie die zweitstärkste europäische Minderheit. Aufgrund der geographischen Nähe bestehen enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Italien, und viele Tunesier, die im Ausland Arbeit suchen, gehen nach Italien. Trotz seiner Vergangenheit als Kolonialmacht ist aber Frankreich das europäische Land, an dem sich die Tunesier orientieren. Französisch ist nach wie vor die Bildungs- und Handelssprache sowie die Sprache der Beziehungen zum Ausland. Da Bourguiba einer der großen Vertreter der Idee der Frankophonie war, gab es in seiner Regierungszeit auch keine Arabisierungskampagnen, wie sie etwa Algerien durchgeführt hat, um sich von der französischen Kultur abzusetzen.
Für die tunesische Jugend ist fast ausnahmslos der europäische Fortschritt, der auch durch die Touristen verkörpert wird, das Ziel der Entwicklung ihres Landes. Europa steht für sie für Arbeit und Wohlstand, Kultur, Unterhaltung und ein freieres Leben - also für alles, was die tunesische Gesellschaft ihnen nicht genügend bietet. Seit den 1980er Jahren findet aber auch der konservative islamische Fundamentalismus eine gewisse Resonanz. Solange niemand weiß, wie die Zukunftsprobleme gelöst werden können, bietet für viele Tunesier nur die Rückkehr zur Tradition eine Perspektive.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Readerīs Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1430 f.



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Links

The Country and People (mit zahlreichen Links)
Oppositionelle Tageszeitung "Kalima"
Beziehungen zwischen Tunesien und Deutschland
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Welcome to Tunisia
TunesienCom
CIA -- The World Factbook -- Tunisia
Languages of Tunisia
Tunesien Reisebericht
Tunisie.com: source d'information sur la Tunisie
ArabNet -- Tunisia
Tourist guide for Tunisia
Island of Jerba
Hara Sghira Synagogue
The Griba ("wonderful") synagogue

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