Der Sieg der Nordstaaten im Sezessionskrieg brachte Freiheit für die Sklaven, doch selbst nach dem Verbot der Sklaverei im Jahre 1865 wurden Schwarze in den USA nicht gleichbehandelt. Gesetze der Einzelstaaten des Südens verwehrten den Schwarzen den Zugang zu Wahlurnen und Wahlämtern, die Mehrheit der weißen Bevölkerung dort versuchte, die Integration der Schwarzen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verhindern. Sie mußten noch über hundert Jahre warten, bis sie auch vor dem Gesetz als politisch und sozial gleichberechtigt anerkannt wurden. Bis dahin war es in den Südstaaten den schwarzen US-Amerikanern verboten, öffentlich zugängliche Betriebe, Unternehmen und Einrichtungen wie Restaurants oder Kinos an der Seite ihrer weißen Mitbürger in Anspruch zu nehmen. So mußten sie auf den hinteren Sitzen der Busse reisen, Schulen und Universitäten waren rassengetrennt, und sie durften nur in bestimmten Stadtvierteln wohnen. Es war vor allem der 1968 ermordete schwarze Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King, der sich in den 1950er und 1960er Jahren erfolgreich für die Schwarzen einsetzte. Die von ihm ins Leben gerufene gewaltlose Bürgerrechtsbewegung ("Civil Rights Movement") beseitigte die US-amerikanische "Apartheid", indem sie die US-amerikanische Regierung zur umfassendsten Gleichberechtigungsgesetzgebung ("Equal Rights Legislation") in der Geschichte der Vereinigten Staaten zwang. Damit wurden schwarze US-Amerikaner auch vor dem Gesetz gleich. Diskriminierung jeder Art wurde zum Vergehen deklariert, Chancengleichheit und bevorzugte Berücksichtigung der Schwarzen sowie der Indianer, Hispanics und Frauen bei Arbeitseinstellungen wurden gesetzlich verankert. Trotzdem sind die schwarzen US-Amerikaner auch heute noch nicht voll integriert. Immer noch leben die meisten von ihnen in getrennten Wohngettos. Immer noch sind die Schwarzen mit einem Anteil von knapp 13% an der US-amerikanischen Gesamtbevölkerung weit überdurchschnittlich in den Kategorien der "Armen Arbeiter" mit 25% und der "Unterklasse" mit 28% vertreten.
Der Mehrzahl der schwarzen US-Amerikaner geht es heute jedoch erheblich besser als vor zwanzig Jahren. 56% gehören den mittleren und oberen Einkommensschichten an. Sie sind erheblich besser gebildet als ihre Eltern. Zum großen Teil sind sie im Dienstleistungsbereich beschäftigt. Über 370.000 schwarze US-Amerikaner sind heutzutage selbständige Unternehmer, das sind doppelt so viele wie vor zwanzig Jahren. Damals gab es nicht einmal 1500 gewählte schwarze Politiker im Lande. Heute sind es mehr als 7000. Zahlreiche große Städte haben oder hatten schwarze Oberbürgermeister, wie z. B. New York, Los Angeles, Washington D. C., Detroit, Atlanta, New Orleans, Newark, Gary, Philadelphia und Chicago.
Slums und "goldene Gettos"
Dennoch ist das Rassenproblem der USA nicht gelöst. Auch die Angehörigen der schwarzen Mittelklasse leben wieder in getrennten Wohnvierteln unter sich, in sogenannten "goldenen Gettos". Besonders tragisch ist aber die Verrohung und soziale Isolation der schwarzen Unterklasse, die in den Slums der Städte lebt. In diesen Elendsquartieren lebt jede zweite Familie in Armut, ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos, ist fast jeder Siebzehnjährige ein Analphabet, und jeder 21. junge Mann muß damit rechnen, ermordet zu werden. Im Vergleich zu den Weißen ist bei den Schwarzen dieser Viertel die Lebenserwartung niedriger, die Kindersterblichkeit und die Scheidungsrate dagegen weitaus höher. Neben Arbeitslosigkeit und
Geldmangel ist es vor allem der Zerfall der Familien, der sich verheerend auswirkt. Viele schwarze Männer verlassen ihre Familien, weil sie diese Verantwortung nicht übernehmen wollen und weil vaterlose Familien vom Sozialsystem bevorzugt werden. So kommt es, daß jedes zweite Kind in den Slums ohne Vater aufwächst und daß die Zahl der unehelichen Teenager-Schwangerschaften sehr hoch ist. Zwar erhält jeder Haushalt in den USA, der unter einem bestimmten Einkommen, der staatlich festgesetzten Armutsgrenze, liegt, Fürsorgegeld und Lebensmittelgutscheine sowie Zuschüsse für Heizung und Miete, freie Krankenversicherung und kostenlose Schulspeisung für die Kinder, doch diese Hilfsmaßnahmen lösen nicht den Teufelskreis aus Armut, mangelnder Schulbildung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Gewalttätigkeit, in dem sich diese Menschen befinden. Vielleicht können Reformen der Steuer-und Fürsorgegesetze diesen Teufelskreis der Abhängigkeit sprengen helfen. Aber alle Gesetze, Reformen, Hilfeleistungen und gutgemeinten Pläne müssen Stückwerk bleiben, wenn es nicht gelingt, die rassistischen Vorurteile zu beseitigen, die nach wie vor im Lande anzutreffen sind. Die schwarzen US-Amerikaner, auch der mittleren und gehobenen Einkommensschichten, sind im Grunde auch heute noch alleingelassen, ungeliebt, unverstanden, isoliert.
Mit Barack Obama (*1961), dem Kandidaten der Demokratischen Partei für die Präsidentschaftswahl im November 2008 konnte das erste Mal in der Geschichte der USA ein Afroamerikaner Präsident werden (siehe: Wikipedia).
5. November 2008 - Ergebniss der Präsidentschaftswahl vom 4.11.
www.tagesschau.de:
»Obama triumphiert in historischer US-Wahl - "Der Wandel ist nach Amerika gekommen"
In einer historischen Wahl haben die US-Amerikaner erstmals einen Kandidaten mit dunkler Hautfarbe zu ihrem Präsidenten gekürt. Barack Obama wird 44. Präsident der Vereinigten Staaten.
Der Kandidat der Demokraten setzte sich deutlich gegen seinen Kontrahenten von den Republikanern, John McCain, durch. [...]
Vermutlich haben so viele Amerikaner an einer Präsidentschaftswahl teilgenommen wie seit 100 Jahren nicht mehr. Nach bisherigen Erhebungen lag die Wahlbeteilgung bei 66 Prozent. [...]«
Obama wurde am 15. Dezember vom Wahlmänner-Kollegium offiziell zum Präsidenten gewählt. Zusammen mit seinem designierten Vizepräsident Joe Biden wird er dann am 20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegen. Dann endet auch die achtjährige Regierungszeit des Republikaners George W. Bush.
Siehe auch: Barack Obama begins to form his team
Siehe auch: Joe Bidens Warnung vor der Zukunft. Der Illuminaten-Orden
In den ersten 100 Stunden seiner Amtszeit hat Obama u.a. (1) Foltermethoden bei Verhören untersagt, (2) die sofortige Schließung aller verbliebenen CIA-Geheimlager in Übersee sowie die Auflösung des Gefangenenlagers Guantanamo binnen eines Jahres angeordnet und (3) gegenüber UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon seinen Willen zu einer Zusammenarbeit gegen Klimawandel, Armut und Terrorismus zum Ausdruck gebracht.
Drei Jahre später muss gesagt werden, dass Guantanamo immer noch besteht und auch nach Obama weiter bestehen wird. Auch andere Vorhaben von Obama wurden bislang nur halbherzig durchgesetzt.
Sicher kann eins gesagt werden: »[...] Obama wird in seiner Amtszeit die Veschuldung Amerikas von 10,6 auf 16,4 Billionen Dollar erhöhen, wenn die erneute Erhöhung überhaupt noch bis Ende 2012 reicht. Das heisst in nur 4 Jahren um sagenhafte 5,8 Billionen Dollar. Zum Vergleich, sein Vorgänger George W. Bush machte in 8 Jahren 4,3 Billionen mehr Schulden. Obama verschuldet die USA mehr als doppelt so schnell wie Bush und ist damit der Schuldenkönig aller 44 Präsidenten! [...]«
Zitat: Alles Schall und Rauch: Obama benötigt weitere 1,2 Billionen Dollar, 13.01.2012

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