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Die Besiedlung der Vereinigten Staaten von Amerika im 19. Jahrhundert, das Vordringen der Zivilisation in zum größten Teil unberührte Naturräume, ist oft mit einem gnadenlosen Kampf zwischen den Menschen und der feindlichen Natur verglichen worden. Große Weiten waren zu überwinden, harte Winter und heiße Sommer zu ertragen, gewaltige Bergketten und riesige Wüsten zu durchqueren, feindliche Ureinwohner zu bekämpfen und endlose Wälder zu roden. Heuschreckenschwärme, Dürre und andere Naturkatastrophen vernichteten die mühsam gepflanzte und gehegte Frucht in den Feldern. Das Erobern und Ausbeuten der unverbrauchten Natur an der "Frontier" genannten Zivilisationsgrenze ist ein Teil des US-amerikanischen Nationalcharakters geworden. |
Alaska muss geschützt werden
Langsam erst muss, sich auch das US-amerikanische Volk daran gewöhnen, dass auch in diesem scheinbar endlosen und überreichen Kontinent die Natur des Schutzes gegenüber der überwältigenden Technik des Menschen bedarf. Als im Jahre 1959 das über 1,5 Millionen km² große Alaskaterritorium im Nordwesten des nordamerikanischen Kontinents zum 49. Staat der USA erklärt wurde, begannen die ersten ernsthaften öffentlichen Beratungen, wie die zum größten Teil noch unberührte Natur im hohen Norden mit ihrer unbeschreiblichen Schönheit der Tier- und Pflanzenwelt, der Küsten, Fjorde, Berge, Gletscher und Tundren vor dem Angriff des ausbeutenden Menschen zu schützen sei.
1968 wurden größere Ölvorkommen im Küstenland um Prudhoe Bay am Arktischen Ozean entdeckt. Deren Abbau und Transport machte den Bau einer Pipeline von Prudhoe Bay durch das ökologisch äußerst anfällige Land des Dauerfrostbodens, der Karibuherden, Eisbären und Tundraflechten bis nach Valdez im Süden am Golf von Alaska notwendig. Es war der Bau dieser 1977 fertiggestellten Alaska-Pipeline, der durch die angefachte Debatte vielen Menschen in den USA zum ersten Mal zum Bewußtsein brachte, daß Fortschritt und Profit eine so zerbrechliche Naturökologie für immer zerstören könnten, wenn nicht ganz außergewöhnliche Schutzvorkehrungen getroffen würden. |  |
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Doch dies wurde versäumt. Als am 24. März 1989 der Supertanker Exxon Valdez mit über 176.000 Tonnen Erdöl durch menschliches Versagen im Prince William Sund auf ein Riff auflief und sich über 42.000 Tonnen Rohöl ins Meer ergossen, waren vielmehr die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden. Bis zu zwanzig Jahre wird es dauern, bis sich die Fisch-, Vögel- und Säugetierwelt von dieser - in ihren kurz- und langzeitlichen Auswirkungen nur mit den Reaktorunfällen von Three Mile Island (USA) und Tschernobyl (Ukraine) vergleichbaren - Katastrophe erholt haben wird. |
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27% von Alaska, der größten Halbinsel der westlichen Hemisphäre, sind als Nationalpark oder Naturreservat schon heute jeder kommerziellen Erschließung und Ausbeutung entzogen. Ausnahmegenehmigungen, wie für die Prudhoe Bay und die Alaska-Pipeline, wurden nach dem verheerenden Tankerunglück nicht mehr so leicht vergeben. Die größten Naturschutzgebiete in Alaska sind: Arctic National Wildlife Refuge, Yukon Fiats National Wildlife Refuge, Gates of the Arctic National Park, Noatak National Preserve, Denali National Park, Lake Clark National Park, Yukon-Charley National Preserve, Wrangell-St. Elias National Park, Mt. McKinley National Park, Katmai National Park, Glacier Bay National Park und das gesamte pazifische Waldgebiet im Küsten- und Küsteninselgebiet des südlichen Alaska. Dieser Staat mit der über vierfachen Größe Deutschlands hat eine Gesamtbevölkerung von über 600.000 Menschen, von denen fast die Hälfte im Süden, vor allem um Anchorage und in der Hauptstadt Juneau, leben. Alaska ist die Heimat der zweitgrößten Eskimobevölkerung der Welt (etwa 42.000), nach Grönland (50.000) und vor Kanada (25.000). Andere Ureinwohner sind die Tlingitindianer im südlichen Küstengebiet und die Aleuten, die als Fischer und Otternjäger leben. |
Das Klima dieser vom Arktischen Ozean im Norden, dem Beringmeer im Westen und dem Golf von Alaska und Pazifischen Ozean im Süden umschlossenen Halbinsel mit einer Küstenlänge von 55.000 km ist in Küstennähe überwiegend gemäßigt mit durchschnittlichen Temperaturen um 10 °C während der Sommer- und um 0 °C während der Wintermonate. Selbst im arktischen hohen Norden sind die Winter wegen des temperierenden Einflusses des nahen Ozeans mit Temperaturen um -24 °C relativ gemäßigt und die Sommer wegen der langen Sonneneinstrahlung von bis zu 24 Stunden und Temperaturen bis 32 °C überraschend warm. Im Landesinneren herrschen extremere Verhältnisse mit durchschnittlich etwa 24 °C während der Sommer- und -34 °C während der Wintermonate und geringem Niederschlag, nämlich weniger als 255 mm pro Jahr.
Bergbau, Fischfang und Tourismus
Die Wirtschaft des Staates Alaska basiert auf dem Bergbau (Gold, Zinn und andere Erze) sowie auf der Förderung von Erdöl und Erdgas, Fischfang, Pelztierjagd und Tourismus. Erdöl ist der wichtigste Bodenschatz. Die Verarbeitung von Erdöl in zahlreichen Raffinerien ist der zweitwichtigste Industriezweig Alaskas nach der Nahrungsmittelindustrie. Hier dominiert die Verarbeitung von Fisch, vor allem Lachs, Krebse, Heilbutt, Hering und Krabben. Die Zukunft wird zeigen, ob dies auch weiterhin so bleibt. Denn Tankerunglücke und andere Umweltkatastrophen haben nicht nur fatale Auswirkungen auf Vegetation und Tierwelt, sondern auch auf die davon abhängigen Industriezweige und somit auf die Menschen.
Ein großer Abschnitt der Alaska-Pipeline wurde im Sommer 2006 wegen zahlreicher undichter Stellen für mindestens anderthalb Jahre stillgelegt.

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