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Offizieller Name: Antigua und Barbuda
Hauptstadt: Saint John's
Fläche: 442 km²
Landesnatur: flache und buchtenreiche Küsten, im SW vulkanisches Bergland, sonst flache Kalktafelländer
Klima: Tropisches Klima
Höchster Punkt: Beggy Peak 402 m (Antigua)
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II., vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 6 Bezirke, 2 Dependencies (Barbuda, Redonda)
Parlament: Zweikammerparlament mit Senat (17 ernannte Mitglieder) und Repräsentantenhaus (17 gewählte Mitglieder)
Nationalfeiertag: 1. November
Einwohner: 67.000 (1999); 68.722 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 152 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 31%
Analphabetenquote: 4%
Sprache: Englisch
Religion: Anglikaner
Importgüter: Fast alle Konsumgüter
Exportgüter: Textilien, Elektronik, Baumwolle, Obst
Jüngere Geschichte
Am 1. November 1981 begann für die Bewohner von Antigua und Barbuda eine neue Zeit. In Anwesenheit der britischen Prinzessin Margaret wurde in der Hauptstadt Saint John's die britische Flagge eingeholt und die Insel in die Unabhängigkeit entlassen. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der britischen Kolonie Antigua eine stark eingeschränkte Selbstverwaltung zugebilligt worden, seit 1967 besaß sie innere Autonomie. Von diesem Zeitpunkt an stand es Antigua und den anderen "Assoziierten Staaten Westindiens" frei, durch Mehrheitsbeschluss des Gesetzgebenden Rates als Konstitutionelle Monarchie im Commonwealth die völlige Unabhängigkeit zu erlangen. Die Nationalflagge zeigt ein "V" für "Victory" (Sieg) und eine aufgehende Sonne. Ein rotes Feld symbolisiert die Dynamik der Bewohner, ein schwarzes ihre afrikanische Herkunft. Blau und Weiß stehen für touristische Attraktionen.
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Natur und Wirtschaft
Antigua und Barbuda gehören zu jenen karibischen Inselstaaten, über die man bestenfalls im Reiseteil der Zeitungen etwas erfährt, und die Touristenprospekte sparen nicht mit blumigen Worten, wenn sie für das "Herz der Karibik" werben. Geologisch gehören die Inseln zum Übergangsgebiet zwischen Kalk- und Vulkaninseln. Antigua besitzt eine buchtenreiche, von Korallenriffen umsäumte Küstenlinie. Über dem flachen Kalkplateau erhebt sich im Südwesten der Insel das tief zerschnittene vulkanische Bergland, das im Boggy Peak 402 m Höhe erreicht. Ihr warmes, semiarides Klima - die Temperaturen werden durch den Seewind gemildert - zieht immer mehr Touristen an. Diese kommen entweder mit Kreuzfahrtschiffen und Großraumjets aus Nordamerika und Europa nach Saint John's oder laufen den malerischen Jachthafen, den ehemaligen "English Harbour", an.
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Vornehmlich wohlhabende Reisende sonnen sich an den hellsandigen Badestränden exklusiver Hotels. Bis in die 1970er Jahre lebte Antigua hauptsächlich vom Zuckerrohranbau. Als immer mehr Touristen die Insel besuchten, unterstützte die Regierung die Umstellung auf Obst- und Gemüseanbau sowie auf Viehwirtschaft. Damit versuchte sie von den kostspieligen Lebensmittelimporten unabhängig zu werden. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze hat der Fremdenverkehr der Inselwirtschaft neue Impulse gegeben. Die Gewinne fließen aber ins Ausland, da sich die Hotels größtenteils im Besitz internationaler Hotelketten befinden. Nach wie vor müssen Antigua und Barbuda den fortgeschrittenen Entwicklungsländern der "Dritten Welt" zugerechnet werden.
Alianza Bolivariana para los pueblos de Nuestra América (ALBA)
Als Antwort auf die von den USA dominierten geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA, haben Venezuela und Kuba Anfang 2005 eine von US-Interessen unabhängige lateinamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft - ALBA ( Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) - gegründet. Der ALBA traten im April 2006 Bolivien, im März 2007 Nicaragua, im Januar 2008 Dominica, im August 2008 Honduras bei.
Der Putschpräsident von Honduras, Roberto Micheletti, erklärte am 15.12.2009 den Austritt aus der ALBA, der am 12. Januar 2010 ratifiziert wurde.
"Sucre" - gemeinsame Währung für die ALBA
Aus: de.wikipedia.org, ALBA:
»[...] Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab 2007 beschlossen die Mitgliedstaaten des Bündnisses am 26. November 2008 auf ihrem dritten Gipfeltreffen, eine eigene Währungszone mit einer gemeinsamen Währung zu etablieren, um eine größere Unabhängigkeit von den internationalen Finanzmärkten zu erreichen und sich vor Krisen und ihren Folgen zu schützen. In diesem Rahmen soll auch ein gemeinsamer Fonds für die Stabilisierung der Geldreserven und eine langfristig kontinuierliche Investitionspolitik eingerichtet werden. Der Name der gemeinsamen Währung soll "Sucre" lauten. Tags darauf bot der russische Präsident Dmitri Medwedew der ALBA an, dass die Russische Föderation sich dem Staatenbündnis "als assoziiertes Mitglied oder in anderer Weise" anschließen möge. Russische Nachrichtenagenturen meldeten auch, dass Russland Vollmitglied werden könne. [...] Auf dem VI. Gipfeltreffen im Juni 2009 in Maracay wurden die Staaten Ecuador, Antigua und Barbuda und St. Vincent und die Grenadinen als neue Mitglieder aufgenommen. Es wurde beschlossen, das Wort Alternativa im Namen der Organisation durch das Wort Alianza zu ersetzen. [...]
Unmittelbar vor dem Amerika-Gipfel im April 2009 in dem Karibikstaat Trinidad und Tobago kamen die Mitgliedstaaten der ALBA in Cumaná zu einem Sondergipfel zusammen. Dabei wurden die gemeinsamen Positionen beraten, darunter vor allem die Einladung Kubas zu künftigen Gipfeltreffen und die Wiederaufnahme dieses Landes in die Organisation Amerikanischer Staaten. [...]«
Aus: spiegel.de, Neue Einheitswährung. Lateinamerika probt Aufstand gegen den Dollar, 3.11.2009
Im April 2009 wurde die Gründung der Regionalwährung Sucre offiziell beschlossen.
»[...] Bereits 2010 soll die virtuelle Währung zur Abwicklung des Handels zwischen den neun Mitgliedsstaaten der "Bolivarischen Allianz für unser Amerika" (ALBA) den Dollar ablösen. [...] Nach europäischem Muster könnte der Sucre als Vorläufer für eine tatsächliche Einheitswährung dienen und erst einmal als virtuelles Geld fungieren. [...]«

Die Menschen
Die Inseln wurden seit 1632 von englischen Zuckerrohrpflanzungen aus der Mutterkolonie Saint Kitts (Christopher) besiedelt. Zuvor war die indianische Urbevölkerung von den Spaniern in die Bergwerke Hispaniolas verschleppt oder bis auf kleine Gruppen ausgerottet worden. Für die Arbeit auf den Plantagen wurden schwarze Sklaven aus Afrika eingeführt. Abgesehen von einem kurzen französischen Zwischenspiel 1666 blieb Antigua bis zur Unabhängigkeit in britischem Besitz.
Der Großteil der heutigen Bevölkerung sind Schwarze, die Nachkommen der ehemaligen Sklaven. Mischlinge und Weiße bilden nur eine kleinere Minderheit.
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Naturparadies Barbuda
Naturfreunde zieht es mehr nach Barbuda, der niedrigen Koralleninsel etwa 40 km nördlich von Antigua. Die 161 km² große, von nur 1500 Menschen bewohnte Insel ist zum größten Teil ein Naturschutzgebiet. Während die Tierwelt auf den anderen Inseln durch Eingriffe in die Natur stark dezimiert worden ist, leben auf Barbuda noch zahlreiche Echsen-, Schildkröte- und Vogelarten. Pracht-Fregattvögel, eine seltene Spezies aus der Familie tropischer Seevögel, haben hier eine große Kolonie. In Waldgebieten hinter weiten, unbebauten Stränden leben ausgesetzte Hirsche und Wildschweine. Auf rosaroten Strandabschnitten hinterlassen Meeresschildkröten ihre Eier. Besonders artenreich ist die Fischpopulation. In den durch Korallenriffe geschützten flachen Langunen finden Schnorchler und Taucher einige der herrlichsten Unterwassergärten der Karibik.
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