Willkommen in Barbados


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Offizieller Name: Barbados
Hauptstadt: Bridgetown
Fläche: 430 km²
Landesnatur: Im NO Hügelland, sonst flaches Plateau aus verkarstetem Korallenkalk
Klima: Tropischmaritimes Klima
Höchster Punkt: Mount Hillaby 340 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König/in des UK (Großbritannien), vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 11 zentralverwaltete Gemeinden
Parlament: Zweikammerparlament mit Abgeordnetenhaus (28 gewählte Mitglieder) und Senat (21 ernannte Mitglieder)
Nationalfeiertag: 30. November
Einwohner: 269.000 (1999); 279.912 (geschätzt Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 626 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 47%
Analphabetenquote: 3%
Sprache: Englisch
Religion: Anglikaner 40 %, Pfingstler, Methodisten, Katholiken
Importgüter: Nahrungsmittel, Vieh, Maschinen, Erdöl
Exportgüter: Elektronikbauteile, elektronische Geräte, Erdölprodukte, Zucker, Melasse, Bekleidung


Das Land

Von den Inseln der Karibik ist Barbados politisch, wirtschaftlich oder touristisch betrachtet die brave Musterschülerin des ehemaligen britischen Mutterlandes. In allen Fächern hat sie die besten Noten, und dies erst recht in Betragen, denn Sitte und Ordnung britischer Erziehung haben Barbados nie verlassen. Und weil die Insel so mustergültig erscheint, ist sie vielleicht auch bei den Touristen zum beliebtesten Reiseziel unter den karibischen Schönheiten geworden.
Dabei ist ihre Schönheit weniger spektakulär als die mancher Inselschwestern. Mehr als drei Viertel der Inseloberfläche werden von einem flachen Plateau aus verkarsteten Korallenkalken eingenommen. Lediglich bei Turner's Hall und Cherry Tree Hill finden sich noch letzte Regenwaldreste und sogar wildlebende Affen, ansonsten erstrecken sich auf der Insel endlose Zuckerrohrfelder.
Palmengesäumte Alleen eines vorbildlichen Straßennetzes verbinden blitzsaubere kleine Dörfer, die wie aus einem viktorianischen Spielzeugkasten aufgebaut wirken. Die sanften karibischen Küstenstrände sind fest in der Hand eines blühenden Tourismus, während die Buchten und Klippen der atlantischen Inselseite, deren rollende Brandung weniger zum Baden als zum Träumen einlädt, einsam sind.

Man braucht nicht lange, um die kleine Insel auf einer Rundfahrt kennenzulernen. Immer wieder tauchen in den Zuckerrohrplantagen attraktive georgianische Herrenhäuser auf, deren großzügige Geometrie vom Reichtum der englischen Pflanzer zeugt, während die alten Kirchen auch heute noch die puritanische Redlichkeit atmen, die der Insel englisches Gepräge, Stabilität und Disziplin gab und gibt.

Von der Kolonie zur Unabhängigkeit
Die frühe Geschichte der Insel ist kaum bekannt. Ihre Urbevölkerung, die Arawak-Indianer, wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts von den Spaniern als Sklaven verschleppt. 1625 fand eine britische Expedition die Insel unbewohnt.

Ihre leichte Zugänglichkeit, die ausreichenden Niederschläge und das tropisch-ozeanische Klima erlaubten die schnelle Kultivierung. Während sich die europäischen Kolonialmächte um die meisten karibischen Inseln zähe Gefechte lieferten, blieb Barbados von allen Angriffen verschont und unangefochten britisch. Schon 1652 erhielt die Kronkolonie das Recht auf Selbstverwaltung. So konnte die englische Tradition, Demokratie und Rechtsprechung auf der Insel eine bis heute ungebrochene und ununterbrochene politische Kultur bilden. Daher war Barbados 1966 besser als manche andere Insel darauf vorbereitet, in die Unabhängigkeit entlassen zu werden. Seitdem garantieren die Devisen der Touristen, eine für ausländische Geldgeber günstige Steuerpolitik, die Arbeitsdisziplin der Barbadier und die Segnungen des Commonwealth der Insel das höchste Bruttosozialprodukt in der Karibik und eine soziale Infrastruktur, die Modellcharakter für Mittelamerika hat: Erziehung und Krankenfürsorge sind frei, das Versicherungsnetz wird ständig dichter.

Englisches Gepräge unter karibischer Sonne
Barbados gehört zwar zu den dichtestbesiedelten Inseln der Karibik, dennoch ist es bestens organisiert: blinkende Sauberkeit in den Straßen, pünktliche Busse, keine Slums, keine nennenswerte Kriminalität. 92 % der Einwohner sind Farbige, doch allen scheint jene freundliche Gelassenheit eigen, die Bridgetown eher als englische Mittelstadt denn als karibische Metropole wirken lässt.
Georgianischer Stil und Neugotik prägen die historischen Gebäude in der Altstadt und am Trafalgar Square, dessen Nelson-Säule älter ist als ihre britischen Pendants. Karibisches Temperament bestimmt nur das Treiben am Hafen, an dessen Kais antiquierte Inselfrachter anlegen und schillernder Tropenfisch aus bunten Booten lautstark gehandelt wird.

Während der internationale Standard der Hotellerie dem Urlauber Strand- und Badevergnügen am, auf und unter Wasser garantiert, amüsieren sich die Barbadier auf englische Art: Kricket ist Volkssport, Mitgliedschaft im Club obligatorisch. "Barbadier sind intelligent und fröhlich, fügen sich den Gesetzen und sind arbeitsam", schreibt das Ministerium für Tourismus in einem Prospekt. Kein Wunder, dass sich die Gäste aus Übersee in dieser Gesellschaft besonders gut zu Hause fühlen und Barbados trotz fehlender Naturschönheiten zu einem europäischen Kurbad unter karibischer Sonne werden ließen.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.170 f.



www-Links



CIA - The World Factbook -- Barbados


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