Willkommen in Costa Rica

world.muz-online.de -- Länderauswahl Mittelamerika -- spirit.muz-online.de
[Einführung] [Costa Rica: das Land] [Literatur und www-Links]



Offizieller Name: Republik Costa Rica
Hauptstadt: San José
Fläche: 51.100 km²
Landesnatur: Im W die pazifische Küstenlandschaft, im Zentrum die zentralamerikanischen Kordilleren mit dem Hochbecken "Meseta Central", im O die Karibische Tiefebene
Klima: Tropisches Klima mit geringen Temperaturschwankungen, im O dauerfeucht, im SW wechselfeucht
Hauptflüsse: Carlos, Tempisque, Río Grande de Térraba
Höchster Punkt: Cherippó Grande 3820 m
Regierungsform: Demokratische präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 7 Provinzen
Parlament: Gesetzgebende Versammlung mit 57 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 15. September
Einwohner: 3.933.000 (1999); 4.016.173 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 77 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 52% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 32% (1999)
Analphabetenquote: 4% (1999)
Sprache: Spanisch
Religion: Katholiken 89%
Importgüter: Erdöl und Erdölprodukte, Maschinen, Fahrzeuge, Eisen, Stahl
Exportgüter: Kaffee, Bananen, Fleisch, chemische Produkte, Maschinen, Textilien, Leder


Costa Rica unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinen Nachbarn auf der "Wespentaille Amerikas": Die Gesichter von nur wenigen seiner Bewohner lassen noch erkennen, dass auch hier vor der Ankunft von Christoph Kolumbus (1451-1506) im Jahre 1502 indianische Völker gelebt haben; vorherrschend ist das weiße Bevölkerungselement. Hier sind die großen sozialen Gegensätze zwischen wenigen Reichen und vielen Armen, zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern weniger ausgeprägt.
Auch deshalb wurden Militärputsche und Militärdiktaturen nicht zur Regel, sondern blieben Ausnahmen. Die Armee kann hier keinen "Staat im Staate" bilden, weil sie 1949 durch eine kleine Polizeitruppe ersetzt wurde.
Costa Rica wurde zwar in den Regionalkonflikt in Zentralamerika hineingezogen, blieb aber selbst von einem Bürgerkrieg verschont. Der damalige Präsident Oscar Arias Sánchez (* 1941) erhielt 1987 den Friedensnobelpreis für eine hoffnungsvolle Friedensinitiative für diese Region.
Ist also Costa Rica die friedliche, demokratische und wohlhabende "Schweiz Mittelamerikas" Zu den Schönfärbereien, die dieses Bild zeichneten, gehörte schon die Namensgebung. Kolumbus glaubte, eine reiche Küste gefunden zu haben und nannte sie deshalb "Costa Rica".

Die nachfolgenden spanischen Eroberer fanden an und hinter der "reichen Küste" jedoch nicht die Edelmetalle, die sie erhofft hatten und an deren Besitz in jener Zeit Reichtum gemessen wurde.
San Jose Costa Rica bewahrte den sozialen Frieden, weil die Regierungen schon früh mit einer fortschrittlichen Arbeits- und Sozialgesetzgebung sozialen Konfliktstoff entschärften und mehr für das Bildungs- und Gesundheitswesen taten als die Nachbarstaaten. Diese sozialen Bedingungen förderten die politische Stabilität. Nach Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1821 und dem Ausscheiden aus dem Staatenbund der "Vereinigten Provinzen von Zentralamerika" 1838 spielten sich auch hier die in Zentralamerika üblichen Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Familiencliquen und "Caudillos" ab. Doch bereits 1871 trat eine Verfassung in Kraft, in der festgelegt ist: Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der für vier Jahre gewählte Präsident. Er ernennt und entlässt die elf Minister, die die Regierungsgeschäfte ausüben. Im Parlament sind 57 Mitglieder vertreten, die ebenfalls für vier Jahre gewählt werden. Diese Verfassungsordnung wurde nur 1917/1918 durch eine kurzlebige Diktatur und durch den Bürgerkrieg von 1948 durchbrochen. Die politische Bilanz ist außergewöhnlich: Seit der Unabhängigkeit gingen nur neun der 44 Präsidenten aus Staatsstreichen hervor. Seit 1949 gibt es einen geregelten Wechsel zwischen der sozialdemokratischen Partido Liberación Nacional (PEN) und konservativen Parteikoalitionen. Und es gibt eine sehr starke Stellung der Justiz, die die Rechte der Bürger schützt.
Diese Entwicklung hebt Costa Rica als Sonderfall aus der Krisenregion heraus. Aber das rosige Bild der "Schweiz Mittelamerikas" erhielt zu Beginn der 1980er Jahre durch eine schwere Wirtschaftskrise tiefe Kratzer. Das Land hat seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine außenwirtschaftlich sehr verwundbare Plantagenwirtschaft. Vier Agrargüter - Kaffee, Bananen, Rindfleisch und Zucker -, die starken Nachfrage- und Preisschwankungen unterliegen, machen etwa zwei Drittel der Exporte aus. Obwohl der auf dem Hochland angebaute Kaffee die meisten Devisen bringt, ist Costa Rica heute der weltgrößte Exporteur von Bananen. Wie in Honduras liegt auch hier der Anbau und die Vermarktung der Bananen in den Händen von US-Konzernen.

Zu Beginn der 1980er Jahre mussten Bauern und Regierung ohnmächtig einem dramatischen Zerfall der Preise für die Exportgüter zusehen. Das Land geriet an den Rand des Bankrotts und musste 1981 seine Goldreserven verkaufen. Die Auslandsverschuldung ist auf rund 4 Milliarden US-Dollar angewachsen. Doch die Hauptlasten eines vom Internationalen Währungsfonds verhängten Sanierungsprogramms zum Abbau der Verschuldung werden den Armutsgruppen im Lande aufgebürdet. Dies gefährdete aber die politische Stabilität mehr als der revolutionäre Nachbar Nicaragua im Norden.

up

COSTA RICA: DAS LAND

Vor der Ankunft von Christoph Kolumbus im Jahre 1502 an der "reichen Küste" stießen auf dem Gebiet von Costa Rica indianische Kulturen aus Südamerika und Mittelamerika aufeinander. Von ihnen sind bis heute nur noch Restgruppen übriggeblieben, die sich in entlegene Waldsiedlungen in der Cordillera de Talamanca zurückgezogen haben und verschiedene Chibcha-Sprachen sprechen. Costa Rica unterscheidet sich von seinen Nachbarn, Nicaragua im Norden und Panama im Süden, weil hier die Weißen die Mestizen überwiegen. Sie sind größtenteils Nachkommen von Bauernfamilien, die erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus Europa einwanderten und sich nicht mit den Ureinwohnern vermischten. Sie bilden den Grundstock einer breiten bäuerlichen Mittelschicht, die nicht - wie die Kleinbauern in den Nachbarstaaten - in ausbeuterischen Pachtverhältnissen leben musste. Einige zehntausend Schwarze und Mulatten leben mehrheitlich an der Karibik-Küste. Der "Schmelztiegel" verschmolz Europäer, aber nicht die verschiedenen Ethnien miteinander, die ziemlich friedlich nebeneinander leben.

Landschaft und Klima
Costa Rica ist nur wenig größer als Niedersachsen. Sein Staatsgebiet ist in sehr unterschiedliche Naturräume gegliedert. Das Rückgrat bilden die Gebirgsketten der Zentralamerikanischen Kordilleren, die das Land von Nordwesten nach Südosten durchziehen und die durch tiefe Senken voneinander getrennt sind. Die Vulkane der nordwestlichen Gebirgskette (Cordillera de Guanacaste) sind erloschen. Aus den Vulkanmassiven der Cordillera Central erheben sich dagegen noch sieben aktive Vulkankegel, unter ihnen der Irazú (3432 m) und Turrialba (3328 m). Der höchste Berg des Landes, der Chirripó Grande (3820 m), überragt die südöstliche Gebirgskette (Cordillera de Talamanca).

An der Nahtstelle zwischen den drei Gebirgszügen geht die Cordillera Central in ein 50 km langes und 25 km breites Hochbecken (Meseta Central) über. Hier schlägt das wirtschaftliche und politische Herz des Landes, hier liegt die Hauptstadt San José und hier leben auf 5 % der gesamten Landesfläche zwei Drittel der Bevölkerung. Früher wurden die Menschen von dem fruchtbaren vulkanischen Boden und vom milden Klima, heute werden sie von den Verheißungen der über 300.000 Menschen zählenden Hauptstadt angezogen.
Das Hochland fällt im Osten in eine rund 150 km breite Tiefebene vor der karibisch-atlantischen Küste ab. Das feucht-heiße Tiefland ist noch größtenteils von tropischem Regenwald, der an der Küste in Mangrovensümpfe ausläuft, mit wertvollen Edelhölzern bedeckt, doch werden die Narben des Raubbaus an den Laubwäldern immer hässlicher. Die pazifische Küstenlandschaft im Westen dagegen ist für den Fremdenverkehr wichtig. Hier wurden zahlreiche Buchten zu Ferienlandschaften umgestaltet. Im Süden dieser Küstenebene und auf der Halbinsel Osa haben US-amerikanische Bananenkonzerne große Schneisen in den Regenwald geschlagen. Auf der Halbinsel Nicoya und im nordwestlichen Grenzgebiet zu Nicaragua ließ die mehrmonatige jährliche Trockenzeit Trockenwälder und Kakteenlandschaften entstehen. Dieser Naturraum ist aber durch die Viehwirtschaft gefährdet.
Die Höhenunterschiede prägen Klima und Vegetation. Sie bilden verschiedene Klimastufen, die mit "je höher, desto kühler" beschrieben werden können. In der subtropischen Höhenstufe der Meseta Central liegt die durchschnittliche jährliche Temperatur bei 20° C. Die Kordilleren sind Klimascheide zwischen dem feucht-heißen Tiefland am Atlantik und der wechselfeuchten Küstenebene am Pazifik.
Etwa die Hälfte des Landes ist noch mit Wald und Busch bedeckt. Das Vorrücken der Siedlungsgrenzen in die Tiefebenen und auf die Berghänge sowie Brandrodung, Köhlerei und Raubbau zehren jedoch an den Waldbeständen. Die Ausweitung der "Kulturlandschaft" hat der Natur schon schwer zugesetzt. Die Regierungen versuchten, durch die Anlage von Nationalparks Schonräume für die Natur, aber auch touristische Attraktionen zu schaffen.

up

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.296 f.



Links



CIA - The World Factbook -- Costa Rica
Costa Rica travel | Lonely Planet World Guide
Costa Rica - Home Page
Costa Rica by Info Costa Rica
The Archaeology of Costa Rica
Languages of Costa Rica
Costa Rica and the IMF
Political Resources on the Net - Costa Rica
Tageszeitung "La Nación"
Tageszeitung "La Prensa Libre"
Tageszeitung "Tico Times" (English)
Costa-Rica.de
Bilaterale Beziehungen zwischen Deutschland und Costa Rica
SOS Kinderdörfer - Costa Rica
Costa Rica im Netz der Reisespinne

up