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Offizieller Name: Republik Ecuador
Hauptstadt: Quito
Fläche: 272.045 km² (inklusive Galápagos-Inseln, 7.844 km²)
Landesnatur: Im W pazifisches Küstentiefland, nach O anschließend das Andenhochland, im O zum Amazonasbecken gehörendes Tiefland
Klima: Tropisches Klima
Hauptflüsse: Río Esmeraldas, Río Daule, Río Napo, Río Curaray
Höchster Punkt: Chimborazo 6.267 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 22 Provinzen, 115 Kantone, 715 Gemeinden
Parlament: Einkammerparlament mit 100 (seit 2003; zuvor 123) für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Einwohner: 12.411.000 (1999; ohne indianische Urwaldbevölkerung); 13.547.510 (geschätzt Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 44 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 62% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 34% (1999)
Analphabetenquote: 8% (1999)
Sprache: Spanisch, Quechua, Chibcha und andere indianische Sprachen
Religion: Katholiken 95%
Importgüter: Maschinen, Apparate, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Metallwaren
Exportgüter: Erdöl (60 %), Kaffee, Bananen, Kakao, Zucker, Fischprodukte, Balsaholz, Reis


Es ist kurz nach 6 Uhr auf der Plaza Santo Domingo in Ecuadors Hauptstadt Quito. Die große, alte Stadt erwacht langsam aus der Kältestarre der Nacht. Auch im Sommer, wenn das Thermometer tags auf 28 °C klettert, ist es nachts empfindlich kalt, obwohl der Äquator, der dem Land seinen Namen gab, nur knappe 30 km nördlich der Hauptstadt verläuft. Quito liegt fast 2900 m hoch in den Anden.
An der Plaza Santo Domingo halten viele der klapprigen Autobusse, und schon in der Morgendämmerung drängen sich die Menschen. Am Rande des Platzes kochen Indiofrauen auf Eimeröfen Kaffee, verkaufen kleine Brote, Süßigkeiten, gekochte Eier. Sie tragen bunte Ponchos über weiten Röcken und auf den schwarzen Haaren halbrunde Filzhüte.
Mitten auf dem Platz steht ein Denkmal für General Antonio Jose de Sucre (1795-1830), dessen ausgestreckter Arm auf den Vulkan Pichincha weist. An seinen Abhängen schlugen Sucres Soldaten am 25. Mai 1822 die entscheidende Schlacht gegen die Spanier, die Ecuador nach über 270-jähriger spanischer Herrschaft die Unabhängigkeit brachte.
Quito, 1534 von den Spaniern auf den erkalteten, hügeligen Lavaströmen des Pichincha gegründet, wurde bald die größte Stadt Südamerikas und bis ins 19. Jahrhundert eines seiner kulturellen Zentren. Zahlreiche Bau- und Kunstdenkmäler sind noch erhalten und machen die Altstadt zu einer der sehenswertesten Metropolen Lateinamerikas: koloniale Adelspaläste und aufwendige Bürgerhäuser, mit Gold und Silber ausgestattete barocke Kirchen, dazwischen in den schmalen Straßen buntes Leben und farbenfrohe Indiomärkte. Nördlich der Altstadt erstreckt sich die gepflegte Neustadt mit ihren modernen Gebäuden aus Glas und Beton und den Villenvierteln.

Ein Land der Kontraste
Ecuador bietet viele landschaftliche und folkloristische Attraktionen: dichten amazonischen Regenwald, palmenbestandene Strande, einsame Berglandschaften mit erhabenen, schneebedeckten Gipfeln, Gletscher und Vulkane sowie barocke Städte und versteckte Indiodörfer.

Von Macara an der peruanischen bis Tulcán an der kolumbianischen Grenze durchzieht die Panamericana, die "Traumstraße der Welt", das Hochtal zwischen den beiden Andenketten der Sierra. Abseits der "Traumstraße" liegen inmitten der eindrucksvollen Bergwelt die einsamen Indiodörfer der Otavalo-Indianer.
Es sind Menschen, die seit Jahrhunderten ihre Felder auf fruchtbarer Lavaasche bestellen und von alters her Wolle spinnen und bunte Stoffe weben. Jenseits der östlichen Andenkette liegt das Tiefland des "Oriente". Eine Reise auf dem Rio Napo, dem bedeutendsten ecuadorianischen Zufluss des Amazonas, ist unvergleichlich schön. An den Anlegestellen stößt man auf vom Ölboom entwurzelte Waldindianer, die Schrumpfkopf-Imitationen zum Kauf feilbieten. Ein rundes Dutzend Indianervölker lebt im "Oriente", bedroht von der immer weiter und schneller vorrückenden Zivilisation.

Aus der Hochlandebene von Quito gelangt man nach einer abenteuerlichen zwölfstündigen Fahrt mit der Schmalspurbahn über Riobamba durch die Westkordillere hinunter nach Guayaquil. 3000 m Höhenunterschied werden mit kühner Streckenführung überwunden. Guayaquil ist das Wirtschafts- und Finanzzentrum Ecuadors, seine bedeutendste Hafenstadt und mit gut 2 Millionen Einwohnern auch größte Stadt des Landes. Wenig ist aus der Zeit der spanischen Gründung von 1535 erhalten.
Eine Reise durch Ecuador ist immer auch eine Reise durch die Geschichte dieses alten Kulturlandes. 10.000 Jahre zurück lassen sich Funde datieren, die auf präkeramische Kulturen im Bereich der Anden hindeuten. In der Küstenebene wurden die ältesten Keramikfiguren Amerikas aus der sogenannten Valdiviakultur (3200 bis 500 v. Chr.) gefunden.
Als Ecuador in den Jahren 1533/34 durch Francisco Pizarros General Benalcázar (1490-1551) für die Spanier erobert wurde, war das Land seit Jahrzehnten Teil des Inkareiches. 1563 kam es zum Vizekönigreich Peru und 1739 zum Vizekönigreich Neugranada.
1809 begann mit einer von der kreolischen Oberschicht eingeleiteten Revolution der Unabhängigkeitskampf, der 1822 mit dem Sieg Sucres über die Spanier endete. Ecuador wurde noch im gleichen Jahr Teil des auf Initiative des südamerikanischen Freiheitshelden Simón Bolívar (1783-1830) entstandenen Großverbandes Großkolumbien. Dieser zerfiel schon 1830, als Venezuela und der Verwaltungsbereich Quito ihre Unabhängigkeit erklärten.

Die ersten Jahrzehnte des ecuadorianischen Staates waren durch wirtschaftliche Machtkämpfe der rivalisierenden Kreolenelite bestimmt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kontrollierten die "konservativen" Großgrundbesitzer des Hochlandes die staatliche Politik. Die zunehmende Bedeutung der Agrar- und Handelselite der Küste, die im rapiden Anstieg der Kakaoexporte deutlich wurde, führte 1895 zur Machtübernahme der "liberalen" Costa-Oligarchie unter dem Caudillo Eloy Alfaro (1842-1912). Machtkämpfe rivalisierender Caudillos innerhalb der "Liberalen", eine verheerende Pflanzenseuche, die den Großteil der Kakaopflanzen vernichtete, und der Preisverfall auf dem Weltmarkt leiteten das Ende ihrer Herrschaft ein.

Nach einer Periode wirtschaftlicher und politischer Instabilität, die durch 23 Präsidentenwechsel zwischen 1925 und 1948 anschaulich wird, bildete der Ende der 1940er Jahre einsetzende Bananenexport die Grundlage für eine Phase der wirtschaftlichen Prosperität und der politischen Kontinuität.

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Der Staat

Ecuador ist flächenmäßig einer der kleinsten Staaten Südamerikas. Über 60 % der heutigen Bevölkerung leben in Städten, vor allem in den Ballungszentren der Hauptstadt Quito und der Hafenstadt Guayaquil. Nach der seit 1979 in Kraft befindlichen Verfassung ist Ecuador eine Präsidialrepublik. Der Präsident, zugleich Regierungschef, wird durch Direktwahl vom Volk gewählt.
Der Ölpreisverfall und das katastrophale Erdbeben von 1987 bremsten den steilen Aufstieg der ecuadorianischen Wirtschaft. Der konservative Präsident León Febres Corderos (* 1931) tat damals wenig, um Staatshaushalt und Wirtschaft zu sanieren und sich mit den Gläubigern bezüglich der 12 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden zu arrangieren. Korruptionsskandale, Militärrevolten und das mehrheitlich oppositionelle Parlament schadeten seinem Ansehen und verhinderten eine Wiederwahl.
Im August 1988 wurde der Sozialdemokrat Rodrigo Borja Cevallos (* 1935) zum Präsidenten gewählt. Die im gleichen Jahr stattfindende Parlamentswahl machte seine Partei, die "Izquierda Democrática", zur stärksten politischen Kraft, die in Zusammenarbeit mit den links orientierten Christdemokraten über eine breite Parlamentsmehrheit verfügte. Damit waren die politischen Ausgangsbedingungen Borjas weitaus besser als die seiner beiden demokratisch gewählten Vorgänger, die gegen eine Parlamentsmehrheit regieren mussten. Borja verkündete ein Programm zur wirtschaftlichen Erholung und betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Position des Staates im ökonomischen Sektor, um soziale Reformen für die Unterprivilegierten durchsetzen zu können. Seine Regierung verfügte jedoch nur über einen geringen Spielraum zur Verwirklichung tiefgehender Reformen. Ecuador befand sich in einer Wirtschaftskrise und war bei der Rückzahlung seiner Auslandsschulden vom Wohlwollen der ausländischen Gläubiger abhängig. Zum anderen sperrte sich die Oberschicht, die reichen Großgrundbesitzer und die konservative Wirtschaftselite gegen alle Veränderungen. Darüber hinaus bremste eine stark aufgeblähte, ineffiziente Bürokratie die Durchsetzung jeglicher Reformen.
1992 wurde der Konservative Sixto Durán Ballén zum Präsidenten gewählt. Er versuchte vor allem, die öffentlichen Haushalte durch Sparmaßnahmen zu sanieren. In seiner Amtszeit kam es aufgrund eines schon seit 50 Jahren schwelenden Grenzkonflikts zu einer militärischen Auseinandersetzung mit Peru. Im Februar 1997 enthob das Parlament den 1996 gewählten Präsidenten Abdala Bucaram (* 1952) wegen geistiger Unfähigkeit seines Amtes. Nachfolger wurde Fabian Alarcón Rivera (* 1947), der im Juli 1998 von Jamil Mahuad Witt von der "Democracia Popular" abgelöst wurde. Nachdem im September 1999 Ecuador für zahlungsunfähig erklärt wurde, Mahuad die Flucht ergriff und das Militär im Januar 2000 gegen die amtierende Regierung putschte, wurde unmittelbar Gustave Noboa Bejerano, bis dahin Vizepräsident und Parteifreund Mahuads, neuer Staatspräsident. Bejerano hielt sich jedoch nicht lange.

Die Notwendigkeit sozialer Reformen wird dadurch deutlich, dass etwa ein Viertel der Ecuadorianer unter der Armutsgrenze lebt. Selbst fünf- und sechsjährige Kinder müssen schon mitarbeiten, um den Lebensunterhalt ihrer Familien zu gewährleisten. Große Bevölkerungsteile können ihren Kalorienbedarf nicht regelmäßig decken und leiden besonders unter Eiweißmangel. Die Wohnverhältnisse, vor allem in den "Barriadas", den Elendsvierteln der großen Städte, sind katastrophal.

Gesundheitsfürsorge und Alphabetisierung
Auch die medizinische Versorgung muss verbessert werden. Das ungünstige Klima im Küstengebiet und im "Oriente" fördert Krankheiten wie Malaria, Paratyphus und Tuberkulose, während sich in den jodarmen Gebieten des Hochlandes viele Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen finden. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird mit 70 Jahren angegeben, wobei die der Indios weitaus geringer ist. Zu dem sozialpolitischen Dringlichkeitskatalog gehört auch die Stärkung des nationalen Wohnungsbaus, um menschenwürdige Unterkünfte zu errichten.

Besondere Aufmerksamkeit fordert auch die dringende Durchführung eines Alphabetisierungsprogramms. Der Anteil der Analphabeten muss erheblich gesenkt werden. Über das Erlernen von Lesen und Schreiben kann man den Menschen auch sozialpolitische und demokratische Ideen vermitteln - als Hilfe zur Selbsthilfe. Denn nur mit einer gut ausgebildeten Bevölkerung wird sich das Land im rauhen Wind der Globalisierung behaupten können.

Entwicklungen
Die innenpolitische Situation war auch 2006 instabil. Ecuador wurde bis zu den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Oktober von einer Übergangsregierung unter Palacio regiert. Bei den Wahlen im Oktober 2006 konnte zunächst keiner der Präsidentschaftskandidaten die erforderliche Mehrheit erlangen. Bei der Stichwahl am 26.11. setzte sich schließlich der linksgerichtete ehemalige Finanzminister Rafael Correa Delgado (Alianza País) gegen den schwerreichen Unternehmer Álvaro Fernando Noboa Pontón durch, dessen Partei PRIAN mit 28 Sitzen allerdings stärkste Fraktion wurde. Die Alianza País war aus Protest gegen das traditionelle Parteiensystem nicht zu den Wahlen angetreten.
Correa versprach mit seiner Amtseinführung am 15.1.2007 eine "Bürgerrevolution" und forderte zur "Neubegründung der Republik" eine Verfassungsreform.

In Folge der Reformanstrengungen Correas kam es zu heftigen Konflikten zwischen Präsidenten- und Parlamentslager, die bis heute nicht beigelegt sind.
Correa schwebt ein "Sozialismus des 21.Jahrhunderts" vor. Zahlreiche Reformen in der Sozial- und Wirtschaftspolitik sind geplant. Correa will auf ein Freihandelsabkommen mit den USA verzichten. Statt dessen kündigte er an, das Land in die OPEC zurückzuführen, aus der es 1992 ausgetreten war. Die Einnahmen aus der Erdölförderung (Ecuador ist das fünftgrößte Förderland Südamerikas) sollen unter anderem für Hunderttausende von Kleinkrediten genutzt werden. 60% der Bevölkerung leben noch immer unterhalb der Armutsgrenze. Hier ist der ökonomische Aufschwung der vergangenen Jahre nicht angekommen.

» [...] Entsprechend seiner ideologischen Orientierung und dem Vorbild Venezuelas und Boliviens strebte Correa eine Kehrtwende in der Außenpolitik an, vor allem in den Beziehungen zu den USA: So weigerte sich der neue Präsident, den Vertrag über die Nutzung des US-Luftwaffenstützpunkts Manta an der ecuadorianischen Pazifikküste über 2009 hinaus zu verlängern. [...]«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.171.

Wirtschaft

Erdöl und Bananen - Die Hauptexportgüter
Die traditionell agrarisch geprägte Wirtschaft Ecuadors befindet sich seit Anfang der 1970er Jahre im Wandel. Reiche Erdölvorkommen im Oriente haben eine beschleunigte wirtschaftliche Entwicklung ausgelöst. Das Erdöl stellt heute die Haupteinnahmequelle der ecuadorianischen Außenwirtschaft dar. Demgegenüber haben die traditionellen Güter des Agrarexports an Bedeutung verloren, sie prägen aber immer noch die Landwirtschaft der Küstenregion. In der Costa mit 60% der landwirtschaftlichen Anbaufläche gedeihen Bananen (Ecuador ist der größte Bananenexporteur der Erde), Kaffee, Kakao, Weizen, Sojabohnen, Reis, Ölpalmen und Orangen. In der Sierra, die rund 30% des kultivierten Landes umfasst, werden vor allem für den Eigenbedarf Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Obst angebaut. Die Viehwirtschaft ist in den vergangenen Jahren auf Kosten des Ge­treideanbaus vergrößert worden. An Bedeutung zugenommen hat die Fischereiwirtschaft, die zu den wachstumsstärksten Bereichen der Volkswirtschaft gehört. Ecuador verfügt über ergiebige Fischgründe und ist inzwischen zum weltgrößten Exporteur von Zuchtgarnelen geworden.
Probleme für die zukünftige Entwicklung der Volkswirtschaft könnten sich aus zwei Ursachen ergeben: aus der Abhängigkeit der angeführten Exportgüter von der Preisentwicklung auf dem Weltmarkt und aus der ungleichen Verteilung des Bodens. Immer noch gibt es die "Latifundios", die großen Landgüter. Sie verfügen über die größten Flächen fruchtbaren Landes, das oft nur unzureichend genutzt wird. Das feudale Pachtsystem - Landarbeiter erhalten gegen Arbeitsleistung kleine Parzellen auf minderwertigem Boden - wird noch immer praktiziert. Zur Ankurbelung der Wirstchaft wurde im Oktober 2000 der US-Dollar als Landeswährung eingeführt.

Ab Anfang 2000 ist das BIP durchschnittlich um 4% jährlich gewachsen.
» [...] Motor der wirtschaftlichen Erholung ist der rasante Anstieg der Erdölpreise: 60% der Exporterlöse des Landes stammen aus dem Erdölgeschäft, das insgesamt 30% zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. [...]«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.170.

Alianza Bolivariana para los pueblos de Nuestra América (ALBA)

Als Antwort auf die von den USA dominierten geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA, haben Venezuela und Kuba Anfang 2005 eine von US-Interessen unabhängige lateinamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft - ALBA ( Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) - gegründet. Der ALBA traten im April 2006 Bolivien, im März 2007 Nicaragua, im Januar 2008 Dominica, im August 2008 Honduras bei.
Der Putschpräsident von  Honduras, Roberto Micheletti, erklärte am 15.12.2009 den Austritt aus der ALBA, der am 12. Januar 2010 ratifiziert wurde.

"Sucre" - gemeinsame Währung für die ALBA
Aus: de.wikipedia.org, ALBA:
»[...] Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab 2007 beschlossen die Mitgliedstaaten des Bündnisses am 26. November 2008 auf ihrem dritten Gipfeltreffen, eine eigene Währungszone mit einer gemeinsamen Währung zu etablieren, um eine größere Unabhängigkeit von den internationalen Finanzmärkten zu erreichen und sich vor Krisen und ihren Folgen zu schützen. In diesem Rahmen soll auch ein gemeinsamer Fonds für die Stabilisierung der Geldreserven und eine langfristig kontinuierliche Investitionspolitik eingerichtet werden. Der Name der gemeinsamen Währung soll "Sucre" lauten. Tags darauf bot der russische Präsident Dmitri Medwedew der ALBA an, dass die Russische Föderation sich dem Staatenbündnis "als assoziiertes Mitglied oder in anderer Weise" anschließen möge. Russische Nachrichtenagenturen meldeten auch, dass Russland Vollmitglied werden könne. [...] Auf dem VI. Gipfeltreffen im Juni 2009 in Maracay wurden die Staaten Ecuador, Antigua und Barbuda und St. Vincent und die Grenadinen als neue Mitglieder aufgenommen. Es wurde beschlossen, das Wort Alternativa im Namen der Organisation durch das Wort Alianza zu ersetzen. [...]«

Aus: spiegel.de, Neue Einheitswährung. Lateinamerika probt Aufstand gegen den Dollar, 3.11.2009
Im April 2009 wurde die Gründung der Regionalwährung Sucre offiziell beschlossen.
»[...] Bereits 2010 soll die virtuelle Währung zur Abwicklung des Handels zwischen den neun Mitgliedsstaaten der "Bolivarischen Allianz für unser Amerika" (ALBA) den Dollar ablösen. [...] Nach europäischem Muster könnte der Sucre als Vorläufer für eine tatsächliche Einheitswährung dienen und erst einmal als virtuelles Geld fungieren. [...]«

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Das Land

La Costa
Das im Durchschnitt 100 km breite westliche Küstentiefland nimmt ein viertel der Landfläche ein und wird von einer durschnittlich 300-600 m hohen Küstenkordillere durchzogen, die die Ebene in 2 Bereiche teilt: den maritimen bereich westlich der Bergkette mit flachen Küsten und ausgedehnten Stränden und das zentrale Tiefland zwischen dem Mittelgebirge und der westlichen Andenkordillere, das durch 3 große Flußsysteme, den Rio Esmeraldas, den Rio Santiago und den Rio Guayas in Nord-Süd-Richtung entwässert wird und dadurch das Küstentiefland in verschieden große Beckenlandschaften gliedert.Der wichtigste Fluß ist der Rio Guayas, größter Fluß im westlichen Südamerika. Angebaut werden hier vor allem Bananen, Baumwolle, Kaffe, Zuckerrohr und Reis.

El Oriente
Östlich der ecuadorianischen Andenkette breitet sich das Gebiet des "Oriente" (span.= Osten) aus. Der offizielle Name des Oriente lautet "Región Amazónica" (Amazonien). Auf die größte Region Ecuadors entfällt beinahe die Hälfte der Landesfläche, die sich räumlich in einen nördlichen und einen südlichen Teil gliedern lässt, wobei die natürliche Trennungslinie durch den "Río Pastaza" gebildet wird. Geographisch teilt sich Amazonien in den Hohen Oriente (das Gebiet am Ostabfall der Anden) und den Tiefen Oriente (das eigentliche Tiefland am Fuß der Andenkette). Dabei umfasst der Hohe Oriente die subandinen Bergketten (cadenas), namentlich Napo, Galeras, Cutucú und Condór einschließlich der Täler und Hügelländer (piedemontes), im einzelnen Napo, Pataza, Upano und Zamora, der Tiefe Oriente die daran anschließende, im Durchschnitt 300 m hohe Ebene des westlichen Amazonasbeckens. Die Ebene bestht zu weiten Teilen aus aus der verwirrenden Vegetation des Tropischen Regenwaldes, zwischen der sich mäandrierende, große Flusssysteme ihren Weg gesucht haben und in den Amazonas abfließen.

La Sierra
Die Andenregion oder Sierra unterteilt sich in eine West- und Ostkordillere (Cordilliera Occidental bzw. Oriental). Dazwischen verläuft eine Grabensenke, die max. 100 km breit ist und 2500- 3200 m hoch liegt. Sie ist durch Quergebirge (nudos) in rund 15 meist dicht besiedelte Hochtäler (hoyos) gegliedert. Flüsse und Bäche haben mitunter tiefe Schluchten (quebradas) in die weiche Vulkanerde geschnitten. Von den 30 Vulkanen, die sich in der Ostkordillere konzentrieren, sind noch 9 aktiv, darunter Cotopaxi, Reventador, Tungurahua und vor allem Sangay. Der Cotopaxi (5897 m) ist der höchste aktive Vulkan der Erde. Wie viele andere, zeigt er ständig eine Schneekappe. Bei sehr klarem Wetter bietet die "Allee der Vulkane", wie Alexander von Humboldt die beiden ecuadorianischen Vulkanreihen nannte, einen grandiosen Anblick. Das Mosaik der Indio-Felder mit allen Grün- und Gelbschattierungen bedeckt die Flanken der Berge bis zu einer Höhe von 3500 m. Vulkanische Ascheschichten sorgen für die große Fertilität der Böden, die aber durch unsachgemäße Behandlung stark von Erosion bedroht sind. Zu den fruchtbarsten Gebieten gehören die Täler von Quito und Cuenca. Bis zur Schneegrenze in ca.4600 m Höhe erstreckt sich der páramo, dessen nasskaltes Klima mit fast ständigem Nebel und häufigen Hagelschauern meist nur Büschel- und Hartgräser (pajonales) gedeihen lässt.

Die Galápagos-Inseln
Der 1000 km westlich von Ecuador gelegene Archipel umfasst sechs große und zwölf kleinere Inseln, daneben eine Unzahl kleinster Felseneilande. Auf die Insel Isabela entfällt die Hälfte der ca. 800 qkm großen Landmasse. Die West-Ost-Ausdehnung des Archipels beträgt rund 200 km. Die Galápagos-Inseln bestehen aus Lavagestein. Durch ihre Abgeschiedenheit hat sich eine artenreiche, beeindruckende Tierwelt erhalten, die die Hauptattraktion des Archipels bildet.
Die gut 6000 Einwohner siedeln hauptsächlich auf Santa Cruz und San Cristóbal, außerdem im Süden von Isabela und auf Floreana. Sie leben von Landwirtschaft und Fischerei sowie zunehmend vom Tourismus. Die meisten Besucher kommen über den Flughafen Baltra nach Santa Cruz. Aber auch San Cristóbal verzeichnet durch den neuen Flughafen eine zunehmende Zahl von Gästen.

» Am 11.4.2007 erließ die ecuadorianische Regierung ein Dekret, mit dem die Galápagos-Inseln zu einem ökologischen Risikogebiet erklärt wurden. Damit wird durch eine Beschränkung des Tourismus, der Luftfahrt und der Ansiedlungsmöglichkeit der Zugang zu dem Archipel erschwert. Die UNESCO hatte damit gedroht, den 1000 km vor der Küste des Landes liegenden Inseln mit ihrem einzigartigen Ökosystem den Status als Welterbe der Natur abzuerkennen, falls die Regierung in Quito nicht bessere Schutzmaßnahmen ergreifen würde. Am 25.6.2007 setzte die UNESCO die Galápagos-Inseln auf die Liste des bedrohten Weltnaturerbes. «
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.171 ff.

Bevölkerung

Indios, Weiße, Schwarze und Mischlinge
In Ecuador leben heute über 13 Millionen Menschen. Die Hälfte der Ecuadorianer siedelt an der Küste, 47% leben in den Gebirgsregionen. Der Oriente ist nur sehr dünn besiedelt.
Der Anteil der Urbevölkerung, der Indios, und die Zahl der Mestizen soll 25% bzw. 65% betragen, der Anteil der Weißen wird mit 7% angegeben. Mit insgesamt 3% sind die Schwarzen und die Mischlinge zwischen Schwarzen und Weißen sowie Schwarzen und Indios - Mulatten bzw. Zambos - beteiligt. Die Oberschicht des Landes bilden die Kreolen, Abkömmlinge der altspanischen Einwanderer. Seit der Kolonialzeit sind sie im Besitz der wirtschaftlichen und politischen Macht. Ihnen gegenüber steht die große Zahl der in bedrängten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen lebenden Indios und Mestizen.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.370 f.



www-Links



New Ecuador
Languages of Ecuador
Ecuador News
Ecuador.com
All about Ecuador in Exploring Ecuador
Ecuador - LANIC - Academic Research Resources
Ecuador
Simon Bolivar Spanish School, Quito
American Spanish School - Learning Spanish in Ecuador
Learn Spanish in Ecuador
Ecuador bei Yahoo - internat. Version
Ecuador bei Yahoo - deutsche Version
CIA - The World Factbook -- Ecuador
Country Study Ecuador - US Library of Congress
Latinworld
Mundolatino - La comunidad virtual para hispanohablante
El Universo
El Comercio
Pueblo Indio
Abya Yala Net - Indigenous Peoples
Menschenrechte in Ecuador
FEDEFAM - Federación Latinoamericana de Asociaciones de Familiares de Detenidos - Desaparecidos
Comisión Ecuménica de Derechos Humanos
Fundación Regional de Asesoría en Derechos Humanos
Musik der Anden - und viele interessante Links und Klangbeispiele zur Kultur der Anden
Indigenas in Lateinamerika - Linksammlung zu ethnologischen Dokumenten
Internet Para Todos
Ministerio de Relaciones exteriores del Ecuador
Mande - El Buscador de Ecuador

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