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Offizieller Name: Kooperative Republik Guyana
Hauptstadt: Georgetown
Fläche: 214.969 km²
Landesnatur: Küstentiefland, nach S anschließend Hügelland, im W Bergland von Guyana
Klima: Feuchttropisches Klima
Hauptflüsse: Demerara, Essequibo, Mazaruni
Höchster Punkt: Roraima 2810 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 9 Bezirke
Parlament: Nationalversammlung mit 65 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 23. Februar
Einwohner: 855.000 (1999); 765.283 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 4 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 36% (1999)
Analphabetenquote: 3% (1999)
Sprache: Englisch
Religion: Hindus 33%, Protestanten 34%, Katholiken 20%, Moslems 8%
Importgüter: Brennstoffe, Schmieröle, Maschinen, Fahrzeuge
Exportgüter: Zucker, Reis, Rum, Bauxit, Aluminiumoxid, Diamanten
Handelspartner: USA, Großbritannien, Trinidad und Tobago, Kanada, Jamaika


Geschichte

Im Jahr 1978, als knapp tausend Mitglieder einer fanatischen nordamerikanischen Sekte in Jonestown gemeinsam Selbstmord begingen, geriet die Republik Guyana in die internationalen Schlagzeilen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren über die landeseigenen Probleme, die latenten ethnischen Konflikte etwa, nur wenig Informationen an die Weltöffentlichkeit gedrungen.
Das Land im Nordwesten des südamerikanischen Kontinents stößt im Norden an den Atlantischen Ozean. Im Osten bildet der Fluss Corantijn die Grenze zu Suriname. Im Süden grenzt es an den Nachbarn Brasilien und im Westen an Venezuela. Wie die benachbarten Guyana-Länder unterscheidet sich Guyana von den übrigen Staaten Lateinamerikas. Es ist historisch, wirtschaftlich und kulturell eng mit der karibischen Inselwelt verbunden.
Die Spanier landeten um 1500 als erste an der Küste Guyanas, zeigten aber nur wenig Interesse an diesem Gebiet. Dafür wurde das Land lange Zeit Streitobjekt zwischen Briten, Franzosen und Niederländern. Sie führten im 17. Jahrhundert die Plantagenwirtschaft ein. Damit begann die traurige Zeit des Sklavenhandels, denn die Plantagenbesitzer beschafften sich die Arbeitssklaven aus Afrika. 1814 wurde Guyana unter den drei Kolonialmächten aufgeteilt. Die Briten erhielten den Westteil und ernannten es 1831 zur Kronkolonie Britisch-Guyana. Als 1834 die Sklaverei verboten wurde, verließen die Schwarzen die Plantagen und zogen in die Städte. Um den Mangel an Arbeitskräften auszugleichen, wurden Kontraktarbeiter aus Asien angeworben.
1928 erhielt Britisch-Guyana von Großbritannien eine neue Kolonialverfassung. Die politische Macht aber blieb beim Mutterland. Die Ausweitung der politischen Rechte für die Kolonialbevölkerung führte zur Gründung der noch heute einflussreichen Parteien.

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Politik und Wirtschaft

Der Inder Cheddi Berrett Jagan (1918-1997) gründete 1950 die "People's Progressive Party" (PPP). Fünf Jahre später kam es jedoch zur Spaltung der Partei, woraufhin Forbes Burnham (1923-1985) seine eigene Partei, die "People's National Congress" (PNC) bildete. Während die sozialistische PNC vor allem von der schwarzen Bevölkerung Zulauf erfuhr, unterstützten die Inder die marxistische PPP. Die für 1962 geplante Unabhängigkeit Britisch-Guyanas verzögerte sich bis 1966, da sich der Machtkampf zwischen den großen Parteien zu einem blutigen ethnischen Konflikt ausweitete.
Durch ein neues Wahlgesetz wurde trotz Stimmenmehrheit der PPP Burnham zum Regierungschef ernannt. Er regierte von 1964 bis 1985 mit autoritärer Gewalt, die er auch zum Machterhalt einsetzte.
Unter der Führung von Burnham stiegen die aktiven schwarzen Mitglieder der PNC zur unangefochtenen Führungsschicht Guyanas auf. Sie bekleiden die höheren Ämter in Verwaltung und Militär. Die Inder dagegen dominieren Handel und Landwirtschaft. Das Burnham-Regime versuchte, ihre Macht durch drastische Steuern zu brechen. Gleichzeitig nahm die Regierung auch Teilverstaatlichungen in den Sektoren Bergbau, Banken und Handel vor.
Der Bergbau ist für die Wirtschaft des Landes von großer Bedeutung. Bergbauprodukte, wie Bauxit und Diamanten, machen etwa ein Drittel des gesamten Exports aus. Von vorranginger Bedeutung ist jedoch die Landwirtschaft, wenngleich nur rund 2,5% der Landesfläche kultiviert sind. Wichtigstes Agrarprodukt ist Zuckerrohr, das Hauptausfuhrprodukt Zucker.
1970 erklärte sich die parlamentarische Monarchie Guyana zur "Kooperativen Republik", blieb aber weiterhin Mitglied des Commonwealth. Der Zusatz "Kooperative" sollte die Absicht ausdrücken, die wirtschaftlichen Aktivitäten auf genossenschaftlicher Basis zu fördern. In der 1980 neu verabschiedeten Verfassung wurde die Entwicklung zu einem sozialistischen Einheitsstaat verankert. daran änderte auch Hugh Desmond Hoyte (* 1929), nach dem Tod Burnhams verfassungsmäßiger Nachfolger und in umstrittenen Parlamentswahlen 1985 als Staatspräsident bestätigt, nichts. Er bemühte sich jedoch um bessere Beziehungen zu den westlichen Industriestaaten, da Guyana aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation dringend ausländische Hilfe benötigte. Die autokratischen Strukturen lockerten sich allmählich.
International überwachte Parlamentswahlen gewann 1992 die PPP. Das Präsidentenamt übernahm Jagan, der seine marxistische Grundhaltung inzwischen revidiert hatte. Nach seinem Tod 1997 wurde Samuel Hinds neuer Staatschef. Im August 1999 übernahm Bharrat Jagdeo das Präsidentenamt.

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"Land der vielen Wasser" - Vielvölkerstaat Guyana

"Land der vielen Wasser"
Guyana wurde von der indianischen Urbevölkerung "Land der vielen Wasser" genannt. Nicht zu Unrecht, denn viele wasserreiche Flüsse, die im Roraima-Bergland und in den Pakaraima-Bergen entspringen, durchziehen das Land. Der Essequibo fließt direkt in den Atlantischen Ozean und ist auch von Hochseeschiffen befahrbar. Einige Flüsse stürzen von den Klippen des Hochplateaus in grandiosen Wasserfällen ins Tiefland hinab. Ein Naturschauspiel besonderer Art bietet der Kaieteurfall (Foto), wo der breite Potaro über die Ränder der Sandsteintafel fast 250 m in die Tiefe stürzt.
Besonders während der Regenzeit ist das Bergland von Guyana ein unerschöpfliches Wasserreservoir. Trotz zahlreicher Stromschnellen und Wasserfälle wurde das Innere Guyanas über die Wasserwege erschlossen.
Noch heute sind sie wichtige Transport- und Verkehrswege, da das Straßennetz nur im Küstenbereich gut ausgebaut ist. Vor allem für den Bauxitabbau sind die Flüsse von größter Bedeutung, denn die Erze der wichtigen Bergbaustadt Linden werden über den Demerarafluss an den Atlantik verschifft.

Kaieteurfall

Vielvölkerstaat Guyana
An der Mündung des Demerara liegt Georgetown, die Hauptstadt und Handelsmetropole mit der einzigen Universität des Landes. Viele Teile des alten, aus Holz gebauten Georgetown sind von kolonialer Architektur geprägt. Auch die ethnisch überaus bunte Bevölkerung zeugt noch von der kolonialen Vergangenheit. Rund die Hälfte der Gesamtbevölkerung ist indischer Abstammung. Mit einem Anteil von etwa 30% bilden die Schwarzen die zweitgrößte ethnische Gruppe. Es folgen Mulatten und Mestizen mit rund 10% und kleinere Gruppen von Indianern, Europäern und Chinesen.

Die Mehrheit der städtischen Bevölkerung bilden Schwarze und Mulatten. Sie sind aber auch in den Bergbauzentren des Landes stark vertreten. Die Weißen, hauptsächlich Portugiesen, leben ebenfalls in den Städten. Sie nehmen eine zentrale Rolle in Wirtschaft, Verwaltung und Handel ein. In den Plantagengebieten der Küstenregion dominieren die Inder, die ihrer Kultur und Religion verhaftet geblieben sind.
Von den indianischen Ureinwohnern leben heute nur noch wenige Nachkommen in Restgruppen vor allem in weit verstreuten kleinen Siedlungen an den Flüssen im Landesinneren, wo sie als Sammler, Jäger und Bauern immer noch ein weitgehend unabhängiges Leben führen können. Die meisten fristen jedoch als Gelegenheitsarbeiter in den Bergbauzentren ein trauriges Dasein.

Der Völkervielfalt entsprechend ist auch die Religionszugehörigkeit sehr unterschiedlich. An vielen Stellen im Küstenraum trifft man auf kleinere Hindutempel, die auf die starke Verbreitung des von den Indern eingeführten Hinduismus hinweisen. Über 50% der guyanischen Bevölkerung sind Christen. Die mehrheitlich schwarzen Anhänger bekennen sich wie ihre einstigen Kolonialherren zum protestantischen Glauben. Als ehemalige britische Kolonie ist die Republik Guyana heute das einzige Englisch sprechende Land auf dem lateinamerikanischen Kontinent.
"One People, one Nation, one Destiny" - "ein Volk, eine Nation, ein gemeinsames Schicksal" -, so steht es im Staatswappen des Vielvölkerstaats Guyana. Diesem hehren Anspruch konnte das bunte Tropenland freilich nur phasenweise gerecht werden. Denn immer wieder erschütterten anhaltende und blutige ethnische Konflikte den südamerikanischen Staat.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.542 f.



www-Links



Guyana News and Information
CIA - The World Factbook -- Guyana
Current local time in Georgetown
Lonely Planet World Guide | Destination Guyana |
GUYANA - A Country Study
Governments on the WWW: Guyana
Guyana Times - latest news stories and top headlines
Languages of Guyana
Political Resources on the Net - Guyana
Guyana Bilaterale Beziehungen
Land der vielen Wasser

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