USA: Hispanics

Nach 1492, in den Jahren nach der großen Fahrt des Christoph Kolumbus, brachten die spanischen Eroberer, Priester und Siedler die spanische Kultur in ein Gebiet, das vom Süden der heutigen USA bis zur Südspitze Südamerikas reicht. Spanien verkaufte 1821 Florida und nach dem verlorenen Krieg gegen die USA (1846-1848) mußte Mexiko ein Gebiet abtreten, das die heutigen Staaten California, Nevada, Utah, den größten Teil Arizonas und New Mexicos sowie Teile von Colorado und Wyoming umfaßt. Die Mexikaner in den eingegliederten Gebieten wurden zu Hispano-Amerikanern, kurz Hispanics genannt.

Ende des 20. Jahrhunderts lebten in den USA rund 30 Millionen Hispanics, die auch als Latinos bezeichnet werden. Einige sind rein spanischer Herkunft, andere sind Mestizen oder Mulatten. Aufgrund ihrer eigenständigen Kultur werden sie vom US Census Bureau, der für die Durchführung regelmäßiger Volkszählungen zuständigen Bundesbehörde, als Minoritätengruppe klassifiziert. Nach den Schwarzen sind sie die zweitgrößte Minderheit in den USA.

Herkunft
Die meisten Hispano-Amerikaner sind Einwanderer oder Nachkommen von Einwanderern aus Lateinamerika. Etwa drei von fünf sind mexikanischer Abstammung und leben im Westen und Südwesten, insbesondere in California und Texas. Die mexikanische Einwanderung größeren Ausmaßes begann im frühen 20. Jahrhundert. Angeworben von amerikanischen Eisenbahn- und Bergbaugesellschaften oder Farmbesitzern kamen viele auf legalem Wege in die USA. Eine große Zahl mexikanischer und anderer lateinamerikanischer Einwanderer kam jedoch, in der Hoffnung auf einen Lebensstandard, den sie in ihrer Heimat nie erreichen würden, illegal in die USA.
Andere Hispano-Amerikaner sind aus Puerto Rico eingewandert, einem mit den USA assoziierten freien Staat, dessen Bewohner US-amerikanische Staatsbürger sind. Die seit 1945 in großer Zahl in die Vereinigten Staaten kommenden Puertoricaner lassen sich überwiegend in New York nieder.
Kuba war das Ursprungsland der dritten Einwanderungswelle spanisch sprechender Menschen, die in den 1960er Jahren, nach der Bildung einer sozialistischen Regierung durch Fidel Castro, die Insel verließen. Viele machten Florida zu ihrer neuen Heimat.

Hispanische Kultur
Da die Vereinigten Staaten viele Millionen Menschen aus aller Welt aufgenommen haben, die mit der Annahme der englischen Sprache und der anglo-amerikanischen Kultur von ihrer Wahlheimat assimiliert worden sind, werden sie häufig als "Schmelztiegel" der Nationen bezeichnet. Heute sind jedoch viele Amerikaner stolz auf die Bewahrung kultureller Charakteristika ihrer Herkunftsländer. So spricht die Hälfte der Hispano-Amerikaner zu Hause nur Spanisch, obwohl die meisten auch die englische Sprache beherrschen. In Städten wie Houston, Los Angeles oder Miami gibt es spanischsprachige Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen. Viele Amerikaner haben durch das Vorhandensein einer eigenständigen hispanischen Kultur erkannt, daß ihre Gesellschaft eher der Ausdruck eines kulturellen Pluralismus ist als ein Schmelztiegel.
Die US-Bürger spanischer und lateinamerikanischer Abstammung unterscheiden sich auch auf andere Weise von der übrigen amerikanischen Bevölkerung. Die Hispano-Amerikaner sind mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren jünger als die Gesamtbevölkerung, deren Durchschnittsalter bei 31 Jahren liegt. Ihre Zahl nimmt sowohl aufgrund der anhaltenden Einwanderung als auch wegen der hohen Geburtenrate schneller zu. Das US Census Bureau hat bekanntgegeben, daß sich die hispanische Bevölkerung zwischen 1980 und 1996 nahezu verdoppelt hat und momentan eine Gesamtzahl von 30 Millionen erreicht hat; davon sind über die Hälfte mexikanischer Abstammung.
Die Hispano-Amerikaner haben sehr enge Bindungen an ihre Gruppe. Sie bilden starke Gemeinschaften und ziehen es vor, in eigenen, deutlich abgegrenzten Vierteln zu wohnen und zu arbeiten. In diesen Gegenden besteht die Forderung, das Spanische und nicht das Englische als erste Schulsprache zu verwenden. Mancher Amerikaner ist durch derartige Tendenzen beunruhigt und sieht sie als Zeichen einer zunehmenden Abgrenzung.
Der Durchschnittsverdienst der meisten hispanischen Familien liegt niedriger als der Landesdurchschnitt. Etwa 85% der Hispano-Amerikaner leben in städtischen Gebieten, zumeist in ärmeren Vierteln, in denen unter anderem sanitäre Verhältnisse und medizinische Versorgung im Vergleich zu wohlhabenden Wohngegenden einiges zu wünschen übrig lassen. Bildungsniveau, Wohnsituation und Arbeitsmöglichkeiten weisen sie als Benachteiligte aus.



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