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Heute stammen rund sieben Millionen US-Amerikaner von den Ureinwohnern des Landes, den Indianern, ab. 1,4 Millionen von ihnen bezeichnen sich als Vollblutindianer, von denen 400.000 noch in Reservationen leben. Als die Europäer Anfang des 17. Jahrhunderts in Nordamerika Fuß faßten, gab es insgesamt nur etwa 1,5 Millionen Ureinwohner auf dem Gebiet der heutigen USA. Sie lebten als Jagdnomaden in den Prärien und Wäldern im Osten und Mittleren Westen, als Fischer an den Flüssen und den Küsten von Oregon und Washington im Nordwesten oder als Ackerbauern und Viehzüchter wie die Navaho und Hopi im Südwesten und die heute nicht mehr als Stammesverband existierenden Irokesen und Mohikaner im Osten. |
Die ersten Begegnungen mit den Europäern verliefen friedlich. Die Indianer beschenkten die Neuankömmlinge mit Mais und Tabak, zwei Produkte, die in der US-amerikanischen Wirtschaft später eine große Rolle spielen sollten, sowie mit Truthähnen und anderen Erträgen ihrer Felder und Wälder. In Erinnerung daran feiern heute noch alle US-Amerikaner jedes Jahr Ende November den "Thanksgiving Day", ein Erntedankfest, bei dem Truthahn, Süßkartoffeln, Maisbrot und Sumpfpreiselbeeren, alles Produkte der indianischen Landwirtschaft jener Zeit, zubereitet werden.
Auf die Dauer war jedoch ein friedliches Zusammenleben der weißen Siedler mit der einheimischen Indianerbevölkerung unmöglich. Die unerbittlich fortschreitende Landnahme der Weißen fand ihre Rechtfertigung in dem religiös untermauerten Rassen- und Kulturdünkel der englisch-puritanischen Tradition. "Der Wilde" war demzufolge die Ausgeburt an Unkultur, den es zu vernichten galt: "Der beste Indianer ist ein toter Indianer". Der zum Teil heldenmütige Widerstand der Indianer mißlang. Sie waren allein schon zahlenmäßig unterlegen, untereinander zerstritten und den Weißen vor allem militärisch-technisch nicht gewachsen, auch nachdem sie in den Besitz von Feuerwaffen gelangt waren. Sie wurden durch eingeschleppte Krankheiten, vor allem Pocken, Grippe und Syphilis, gegen die sie nicht resistent waren, dezimiert und durch den Mißbrauch von Alkohol, den sie Feuerwasser nannten, demoralisiert. Das Vorgehen der Weißen in ihrer Landnahme und Verdrängung der Indianer war einfach: Die örtlich besiegten Indianer zogen sich in Gebiete zurück, die noch frei von weißen Siedlern waren, die Siedler stießen nach. Die Bundesregierung wies den Indianern Schutzgebiete zu, war aber den Siedlern gegenüber nachsichtig, die sich das Land der Indianerterritorien abermals aneigneten, welche auf diese Weise immer tiefer in das Landesinnere verdrängt wurden, bis in die unwirtlichen Trockengebiete des Westens. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde gezielter Völkermord betrieben, ausgeführt durch Einheiten der Bundestruppen in geplanten Massakern von ganzen Dörfern und
Stämmen. Gleichzeitig wurden die Büffel, Lebensgrundlage der Indianer im Westen, zu Millionen abgeschlachtet und so gut wie ausgerottet. |
Indianerreservationen
Die letzten Indianer wurden in Reservationen oder "Indianerterritorien" angesiedelt, die bis zur heutigen Zeit eine Gesamtfläche von 200.000 km² einnehmen, aber meist in naturräumlichen Ungunstgebieten liegen.
Innerhalb der Reservationen herrscht indianische Selbstverwaltung. Sie erhalten vom Innenministerium Unterstützungsgelder und Nahrungsmittellieferungen zugeteilt. Doch die Indianerpolitik der Regierung ist in den letzten vierzig Jahren sehr wechselhaft gewesen. Sie schwankte zwischen dem Ziel, die Reservationen allmählich aufzulösen und die Einwohner als Völlbürger zu integrieren, was die Indianer jedoch allgemein ablehnten, und der Politik, die staatliche Unterstützung und Erhaltung der Reservationen fortzuführen. Dies lehnt wiederum die Mehrzahl der US-amerikanischen Steuerzahler ab. Vetternwirtschaft, Korruption und Mißwirtschaft kennzeichnen die Selbstverwaltung der Indianerreservationen. Eine Senatskommission untersuchte 1989 in den Reservationen Bestechungsfälle bei der internen Verwaltung von Regierungsgeldern für Wohnungsbau und Nahrungsversorgung, Fälle von Veruntreuung von Schulfinanzen sowie den verbreiteten öffentlich geduldeten Drogenhandel und die Prostitution. Die Armut der Mehrzahl der Bewohner von Reservationen wird wesentlich durch diese interne Mißwirtschaft der Machteliten der Stämme gefördert. |  |
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Sehr viele US-amerikanische Bürger vertreten daher die Ansicht, daß die Bundesregierung das Recht haben müsse, in die inneren Angelegenheiten der Reservationen einzugreifen, zumal jährlich Steuergelder in Milliardenhöhe für die insgesamt 400.000 Bewohner der Indianerreservationen ausgegeben werden. Ein solches Ansinnen lehnen jedoch die Reservationsindianer ab.
Indianer heute

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