Willkommen in Peru

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Offizieller Name: Republik Peru
Hauptstadt: Lima
Fläche: 1.285.216 km²
Landesnatur: Im W Küstenebene, anschließend nach O Gebirgsland der Anden; im O Bergland ("Montaña"), das das östliche Andenvorland und obere Amazonasbecken umfasst
Klima: Tropisch, an der Küste Wüstenklima
Hauptflüsse: Amazonas, Marañon, Ucayali
Höchster Punkt: Huascarán 6768 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 25 Departamentos
Parlament: Kongress mit 120 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 28. Juli
Einwohner: 25.230.000 (1999); 29.546.963 (geschätzt Juli 2009; davon ca. 45% Indianer, 37% Mestizen, 15% Weiße; Minderheiten von Schwarzen, Mulatten, Japanern, Chinesen)
Bevölkerungsdichte: 20 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 73% (1999)
Analphabetenquote: 10% (1999)
Sprache: Spanisch, Ketschua 40%, Aymará 3-5%
Religion: Katholiken 90%, Protestanten, indigene Religionen
Importgüter: Maschinen, Kohle, Erdölprodukte, Düngemittel, Nahrungsmittel
Exportgüter: Bearbeitete Nichteisenmetalle, metallurgische Erze (u.a. Silber, Eisenerz, Zink), Erdöl und Erdölerzeugnisse, Fischmehl, Fisch, Pflanzenprodukte (Baumwolle, Zucker, Kakao, Kaffee)


Geschichte

Auf der Suche nach den legendären Schätzen des Goldlandes Pirú war im Jahre 1531 der fürchterlichste aller Konquistadoren, Francisco Pizarro (um 1478-1541), ein ehemaliger Schweinehirt aus dem spanischen Estremadura, mit einer kleinen Streitmacht von zweihundert Mann gegen das Inka-Reich vorgerückt.
Das politische System im Inka-Reich entsprach einem autoritären Staatssozialismus. Ein umfangreiches Straßennetz, Brücken, Bewässerungsanlagen und ein ausgeklügeltes Nachrichtensystem hielten die Inka-Hauptstadt Cuzco in ständiger Verbindung mit den entferntesten Orten des Reiches. Stafettenläufer überbrachten in kürzester Zeit Informationen und Befehle. Der allgegenwärtige Verwaltungsapparat hatte die Menschen jedoch zu gehorsamen, blind ergebenen Untertanen erzogen, und das sollte diesem Volk zum Verhängnis werden. Ohne Führer erwies es sich nämlich als hilf- und wehrlos.

Niedergang des Inka-Reichs
An das niederträchtige Vorgehen der Spanier erinnert in Cajamarca die Cuarto de Rescate, die Lösegeldkammer. Dort, im Norden Perus, war Pizarros überlegene Streitmacht mit dem etwa 20.000 Soldaten starken Heer des Inka-Häuptlings Atahualpa zusammengetroffen. Zunächst tauschte man Geschenke aus. Weil der "Sohn der Sonne" nichts mit der Bibel anzufangen wusste und sie zu Boden warf, nahmen ihn die Spanier gefangen. Unter den führerlosen Inka-Truppen machten sich Schrecken und Entsetzen vor dem unbekannten Donner der Kanonen und den nie gesehenen Pferden der aus dem Hinterhalt angreifenden Fremden breit. Die Eingeborenen waren außerdem in dem Glauben befangen, weiße Götter, die Peru übers Meer nach Westen verlassen hatten, würden eines Tages zurückkehren.
Pizarro versprach Atahualpa die Freiheit, falls der Inka den Raum seines Gefängnisses vollständig mit Gold füllen ließe. Doch nachdem die Kammer mit Schätzen gefüllt war, ließ Pizarro den letzten Inka-Herrscher erwürgen. Dann zog er mit seinen Mannen nach Cuzco und zerstörte diese Stadt.
Auf den Trümmern der Tempel und Paläste bauten die Spanier ihre Kirchen. Die Nachkommen der alten Inka-Kultur versanken in Elend, Apathie und Abhängigkeit. Ein Enkel Atahualpas zog sich mit einigen hundert Stammesangehörigen auf einen Bergsattel bei Cuzco zurück.
Das 2400 m hoch gelegene Machu Picchu blieb den spanischen Eroberern verborgen und wurde erst 1911 von dem Amerikaner Hiram Bingham entdeckt.

Die Dynastie der Inka entstammte der Völker- und Sprachgruppe der Ketschua. Die Hochkultur der Inka-Völker, ihre erstaunliche Baukunst, Keramik, Bildhauerei, Weberei, Metallverarbeitung und Medizin, ist aus früheren Kulturen hervorgegangen.
Am Anfang stand wahrscheinlich die Kultur von Chavín in einem jetzt weltverlorenen Bergwinkel Nordperus. In 3700 m Höhe war hier etwa 900 v. Chr. ein religiöses Zentrum entstanden. Manche Kunst- und Architekturformen aus Chavín weisen auf Verbindungen zu Tiahuanaco hin, dem geheimnisvollen Kultzentrum am Titicacasee. Die bis ins erste Jahrtausend nach Christus reichende Tiahuanaco-Kultur mit ihren großen Monolithbauten wird der klassischen Zeit zugerechnet, ihr berühmtestes Relikt ist das Sonnentor von Tiahuanaco.

Nazca- und Moche-Kultur
In jener Zeit konnten sich an der Küste zwei Oasenkulturen entwickeln: im Süden die Nazca-Kultur und im Norden die Moche-Kultur.
Inmitten einer wüstenhaften, lebensfeindlichen Umwelt gelang es den Bewohnern, das Wasser der von den Anden kommenden Flüsse in Kanäle umzuleiten und weitflächige Felder anzulegen.

nazca

Wie überall in der Welt entwickelten sich hier Kulturen auf der Grundlage einer blühenden Landwirtschaft. Den hohen künstlerischen Standard der Paracas- und Nazca-Kultur bezeugen kostbare Grabbeigaben, vor allem Stickereien auf äußerst fein gewebten Totentüchern. Rätsel geben die sogenannten Scharrbilder von Nazca auf: geometrische Figuren auf grau-braunen Geröllschichten, tier- und menschenähnliche Gebilde, die vielfach nur aus der Vogelperspektive erkennbar sind und größtenteils erst im Flugzeitalter entdeckt wurden. Diese Scharrbilder wurden vermutlich zunächst in kleinerem Maßstab in den Boden geritzt und dann bis über viele Kilometer Länge vergrößert. Vereinzelt gibt man den Zeichnungen rituelle Bedeutungen und benennt sie als "8. Weltwunder". Der Zweck dieser Linien ist bis heute jedoch nicht eindeutig geklärt.

In der Nähe der nördlichen Hafenstadt Trujillo sind zwei weltberühmte archäologische Stätten zu besichtigen: die dem Mond und der Sonne geweihten, aus Millionen von Lehmziegeln erbauten Pyramiden der Moche-Kultur und das weite Ruinenfeld von Chanchán, der Hauptstadt des im Jahre 1471 von den Inka unterworfenen Chimú-Reiches.
Die spanischen Konquistadoren kamen mit Schwert und Kreuz nach Peru, getrieben von Habgier und missionarischem Eifer. Einerseits waren sie und ihre Nachfolger auf schnellen Reichtum bedacht, andererseits hatten sie den Ehrgeiz, den indianischen Kulturen etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. In Cuzco, Lima, Cajamarca, Trujillo, Ayacucho, Puno und Arequipa hinterließen sie höchst eindrucksvolle Kolonialbauwerke. Sie verbanden europäische Bauformen mit indianischen Stilelementen zu einem prunkvollen Kolonialbarock.
Das von den Konquistadoren gegründete spanische Vizekönigreich Peru umfasste außer dem Gebiet des heutigen Staates Peru fast ganz Südamerika ohne das portugiesische Brasilien. Vom Silberreichtum seiner Kolonien profitierten vor allem Städte und Klöster im spanischen Mutterland.

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Der Staat

Ein Blick in die jüngere Geschichte Perus macht die derzeitige politische Situation verständlicher: Unter dem Einfluss der französischen Revolution hatte 1810 in Südamerika der Unabhängigkeitskampf begonnen, im Norden unter der Führung von Simón Bolívar (1783-1830). Peru blieb noch eine Zeitlang die Hauptbastion der Spanier. Erst der Sieg über die Royalisten in der Schlacht von Ayacucho (1824) beendete die Kolonialzeit in Peru.

Augustin RivasDon Agustin Rivas Vasquez 1933 geboren in Tamshiyacu (Rio Amazonas), bekleidet den höchsten Rang der peruanischen Heiler- und Schamanentradition. Der Weitergabe seiner reichen Lebenserfahrungen widmet er den grössten Teil seiner Zeit. Gleichzeitig ist er Künstler und Projektleiter eines Heilungszentrums, das er mitten im Urwald aufgebaut hat.
Buchtipp: Die Magie des Amazonas

Ein anderer in Peru sehr bekannter Schamane ist Don Questembetsa Arevalo Valera - Mehr Infos.

Unverändert blieb bis ins 20. Jahrhundert die Feudalstruktur aus der Kolonialzeit. Auf der untersten Stufe des sozialen Lebens in Peru stehen die Indios. In Lateinamerika nennt man sie Indígenas. Fast die Hälfte der Peruaner sind Nachkommen der Ketschua, Aymará und anderer Indiogruppen. Sie leben großenteils als Kleinbauern auf dem Altiplano, den Hochebenen der Anden.
Rund 37% der Peruaner gelten als Mestizen, Nachfahren aus der früheren Kolonialzeit, als sich die Europäer mit Eingeborenenfrauen verbanden. Vielfach rückten Mischlinge in gehobene Positionen auf, doch ein großer Teil bildet ein landflüchtiges Stadtproletariat.
Nur rund 15% der Bevölkerung sind Weiße. Aus ihnen bildet sich vornehmlich die Oberschicht der Fabrikanten und Großgrundbesitzer, der Armeeoffiziere, Verwaltungsdirektoren, Hochschullehrer, Rechtsanwälte und des oberen Klerus.

Politik 1980 bis 2006
Im politischen Leben agierten bis 1990 verschiedenste Parteien: die sozialdemokratisch geprägte APRA ("Alianza Popular Revolutionaria Americana"), die christlichsoziale PPC ("Partido Popular Cristiano"), die rechtsliberale AP ("Acción Popular") und die kommunistisch-maoistische IU ("Union de Izquierda Revolucionaria").
Im Untergrund operierte die Terrorbewegung "Sendero Luminoso" ("Leuchtender Pfad"). Den blutigen Gewaltaktionen der linksextremen Guerilla fielen Menschen aller Schichten zum Opfer. Wiederholt wurde der Ausnahmezustand über verschiedene Regionen verhängt. Der Terror forderte das Militär zu unnachsichtiger Gegengewalt heraus.

Die Regierungen der 1980er Jahre vermochten nicht der bedrückenden Probleme des Landes Herr zu werden: gescheiterte Landreformen, Bevölkerungsexplosion, Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Rauschgifthandel, hohe Auslandsverschuldung, galoppierende Inflation, Streikwellen ohne Ende.
Der ehemalige Staatspräsident Alán García Pérez (* 1949), der 1985 als erster Angehöriger der APRA dieses Amt antrat, glaubte durch Einstellung der Zinszahlungen an internationale Gläubiger einen Teil der Probleme lösen zu können. Seine Politik wurde anfangs von vielen Peruanern begrüßt, doch sie erwies sich als verfehlt und beschleunigte den wirtschaftlichen Niedergang, weil Kreditgeber und Investoren ausblieben. Die Inflation schnellte auf 7000% hoch. Mario Vargas Llosa (* 1936), Perus erfolgreichster Schriftsteller, umriss die soziale Problematik mit den Worten: "200.000 Peruaner, die besser leben als Nordamerikaner, und achtzehn Millionen auf afrikanischem Niveau". Die Unzufriedenheit breiter Schichten mit dieser Situation begünstigte 1990 den Wahlsieg Alberto Fujimoris (* 1938), der als Kandidat der neugegründeten Bewegung Cambio 90 gegen Vargas Llosa angetreten war. Fujimori löste 1992 das Parlament auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Das Militär stellte sich hinter diesen institutionellen Staatsstreich. Im Jahr 1993 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum einer neuen Verfassung zu. Im Jahr 1995 kam es zu einem militärischen Grenzkonflikt mit Ecuador. Bei Wahlen im selben Jahr wurde Fujimori, der auch entscheidende Erfolge im Kampf gegen den Sendero Luminoso vorweisen konnte, im Präsidentenamt bestätigt. Fujimori, der mit seiner neoliberalen Politik Peru zwar auf einen positiven wirtschaftlichen Kurs brachte, vernachlässigte die Bevölkerungsmehrheit. Im November 2000 erklärte Fujimori seinen Rücktritt. Sieger der Präsidentenwahl Anfang Juni 2001 wurde Alejandro Toledo, Wirtschaftsprofessor und Held der Indios und der verarmten Mittelschicht. Doch gegen Ende seiner Amtszeit waren mehr als 80% der Peruaner nicht mehr mit seiner Arbeit zufrieden und nannten Toledo einen "Lügner". Trotz boomender Wirtschaft und niedriger Inflation (ca. 2%) verschärfte sich die soziale Situation im Lande. Der Wirtschaftsboom geht am Grossteil der Bevölkerung vorbei. Gewachsen sind in erster Linie Wirtschaftszweige, in denen nur wenig neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Die Gehälter und Löhne befinden sich generell auf einem extrem niedrigen Niveau obwohl die Preise in den peruanischen Mittelstandsvierteln annähernd westeuropäisches Niveau erreichen. Angefangen mit dem Streik der Lehrer und Lehrerinnen (monatliches Gehalt rund 600 peruanische Soles, ca. 100 EUR), die mindestens 30% Gehaltserhöhung forderteten, entwickelte sich eine Streikwelle, der sich die Landwirte, Ärzte, Krankenpfleger und Justizangestellte angeschlossen haben. Toledo rief 2003 den Ausnahmezustand aus und setzte zur Beendigung der Streiks das Militär ein.
Anfang Juni 2006 wurde Toledo schließlich vom früheren Präsidenten Alán García Pérez abgelöst. Garcia versprach, aus seinen Fehlern seiner Präsidentschaft (1985 bis 1990) gelernt zu haben. Dessen Versuch, dem heraufziehenden Neoliberalismus mit einem teilweisen Schuldenmoratorium und der Verstaatlichung der Banken zu trotzen, endete in einem Scherbenhaufen. Ähnlich wie in manchem Nachbarland kam es zu Kapitalflucht und Hyperinflation. Vor allem jüngere Menschen, die die Zeit seiner Präsidentschaft nicht miterlebt haben, gaben ihre Stimme García, der sich gegen den Ultralinken Ollanta Humala durchsetzen konnte. Humala setzt sich für eine Politik gegen den globalisierten Neoliberalismus ein und will das 2005 mit den USA beschlossene Freihandelsabkommen beseitigen.

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Das Land

Peru gilt als ein potentiell reiches und entwicklungsfähiges Land. Es ist nicht nur reich an Silbervorkommen, sondern besitzt auch Kupfer und andere Bodenschätze, für die sich schon früh die aufstrebenden Industriestaaten Europas und Nordamerikas interessiert hatten.
Zu den Erzlagern von Cerro de Pasco bauten britische Ingenieure die höchstgelegene Eisenbahn der Welt. Die 346 km lange Strecke beginnt auf Meereshöhe und gelangt nach 175 km auf eine Höhe von fast 4800 m. Die Erdölausbeute im Amazonasbecken wurde von den Nordamerikanern durch den Bau einer Ölpipeline über die Kordillere vorangetrieben.
Der Besucher der peruanischen Hauptstadt Lima bewegt sich zwischen Extremen: Einerseits ist er geblendet von den großartigen Relikten der Vergangenheit - der Kathedrale mit dem Sarg Pizarros, dem stucküberladenen Präsidentenpalais, den Stätten der Inquisition in stilvollem Kolonialbarock, den alten Stadtpalästen mit Bauteilen aus Ebenholz, den Schätzen der Museen und den Wohnvierteln der Reichen. Andererseits ist er schockiert, wenn er sich in den Armenvierteln aus Lehmziegeln, Blechkanistern, Papp- und Holzresten umsieht.
Ciudad de los Reyes, "Stadt der Könige", nennt sich Perus Hauptstadt. Zur Zeit der spanischen Vizekönige war Lima die reichste, größte und kultivierteste Stadt in Südamerika. Wie alle peruanischen Küstenstädte ist die Oasenstadt am Rimac-Fluss von einer Sand- und Staubwüste umgeben. Es regnet selten in dieser Gegend; vormittags liegt die Stadt im Nebeldunst, im Winter kommt wochenlang die Sonne nicht hervor. Die auf weite Strecken öde Pazifikküste und die ungestüme, vom Humboldtstrom stark unterkühlte Brandung reizen nur an wenigen Stellen zum Wassersport.
Doch die Hauptstadt gibt nur ein unzulängliches Bild von Land und Leuten. Wer nur Lima kennt, weiß nichts von der vielfältigen Landesnatur Perus - von dem trostlosen Einerlei rotbrauner Sanddünen im Norden, von der grünen Üppigkeit des Urwalds an den Nebenströmen des Amazonas, von der Majestät eisbedeckter Berge in der Cordillera Blanca und von der melancholischen Verlorenheit der endlos weiten Hochplateaus.

Die Landschaften
Peru, drittgrößtes Land Südamerikas, teilt sich in mehrere Großlandschaften auf: in die Costa, die über 2000 km lange, schmale Küstenregion, in die Sierra, die steil aufragenden Anden mit dem 6768 m hohen Huascarán, in die Montaña, das östliche Andenvorland und in die Selva, die unendlich erscheinende, flache Urwaldregion mit rund achttausend Baumarten. Fast die Häfte der Bevölkerung lebt in der Küstenregion, dem wirtschaftlichen Zentrum. Die kalte Meeresströmung und die Wüste bestimmen hier das Klima. In einigen Küstenzonen sorgen Wolken zeitweilig für Feuchtigkeit, erlaubt der "Garúa", der nässende Küstennebel, eine Oasenwirtschaft. Im Sommer verursacht "El Niño", ein im Abstand mehrerer Jahre auftretender Warmwasserstrom vom Äquator, mitunter sintflutartige Niederschläge.
In den Tälern und auf den Hochplateaus der Sierra, in einer Durchschnittshöhe von 3000 m, leben die Kleinbauern hauptsächlich von der Subsistenzwirtschaft. Zehn Berge in den peruanischen Anden sind über 6000 m hoch. Nebenströme des Amazonas, die hier entspringen, haben tiefe Canyons gebildet.

Perus junger Superstar Damaris Mallma, geboren 1986 in dem Anden-Ort Huancayo (3.259 m), singt auf Quetschua, der Sprache der Inkas.

2008 gewann Damaris auf dem "Festival Internacional de la Canción de Viña del Mar" mit ihrem Song "Tusuy Kusun" ("Let's dance") den 1. Preis in der "Folklore"-Kategorie. "Tusuy Kusun" vermischt peruanischen Afro-Sound mit Anden-Musik (aus Ayacucho).



Der Bahnhof von Galera liegt auf 4.781 m Höhe. Er ist der dritthöchst gelegene Bahnhof des amerikanischen Kontinents und galt lange Zeit als höchstgelegene Bahnstation der Welt. Mit der Eröffnung der Lhasa-Bahn in Tibet im Jahr 2006, ist Tanggula (5.068 m) der höchstgelegene Bahnhof der Welt. Der erste Bahnhof hinter Galera in Richtung Lima ist Huancayo (3.259 m), Geburtsort der Sängerin Damaris.

 La Oroya, Peru  gilt als einer der schmutzigsten Orte der Welt.

Unmittelbar jenseits der Schnee- und Gletscherberge beginnt im Osten die dünnbesiedelte Dschungelregion, Perus "Grüne Hölle". Das ganze Jahr über herrscht dort feucht-schwüle Tropenhitze mit 26° C Durchschnittstemperatur, und es regnet viel. Nur etwa 10% der Gesamtbevölkerung lebt hier, in Flusssiedlungen und einigen Indianerreservaten. Flussboote und Flugzeuge sind das Hauptverkehrsmittel. In der Selva wird Erdöl gefördert, daneben gibt es Kautschuk-, Jute-, Zitrus- und Kaffeeplantagen. Sämtliche Ein- und Ausfuhren werden größtenteils über den Amazonas abgewickelt. Die wenigen Straßen sind in der Regenzeit meist unpassierbar.

Arme und Reiche
In den Dörfern auf dem Altiplano ist die Zeit stehengeblieben, dort leben die Campesinos wie ihre Vorfahren von der Selbstversorgung. Sie tragen bunte Klappmützen, Ponchos und gewickelte Kniebundhosen, die Frauen weiße Zylinder oder Melonenhüte, selbstgewebte Tragetücher und mehrere, übereinandergestülpte Röcke. Hinter den Lehmhütten weiden Schafe, Ziegen, Lamas und Alpakas, die Milch, Fleisch und Wolle liefern.
Die Hochlandbewohner wurden zum Christentum bekehrt, doch in ihren Riten leben noch die alten Gottheiten. Begleitet von Flöten- und Trommelspiel treten sie bei ihren alkoholseligen Fiestas in farbigen Vermummungen auf. Im übrigen verharren sie schicksalsergeben in ihrer Bedürfnislosigkeit.
Der englische Kulturhistoriker Arnold Toynbee (1889-1975) schrieb über sie: "Wenn es die moderne zivilisierte Welt jemals fertigbringen sollte, sich selbst durch eine perverse Kombination von technischem Können, Wahnsinn und Sünde zu vernichten, dann wären diese erdverbundenen Bauern immer noch da, um sich zu vermehren und die Erde wieder mit Menschen zu füllen."
Derweil nimmt die Verstädterung Perus rapide zu, die Slums der Hauptstadt Lima weiten sich immer mehr ins Uferlose aus. Sie werden hier offiziell als "pueblos jóvenes" (junge Ortschaften) bezeichnet. Mehr als die Hälfte der 6,3 Millionen zählenden Einwohner Limas hat sich in diesen staubgrauen, stinkenden, vielfach wasser- und stromlosen Vororten angesiedelt. Dennoch sieht man auf zahlreichen Hütten Fernsehantennen, obwohl die meisten Bewohner unter dem Existenzminimum vegetieren.

Eine allgegenwärtige Konsumreklame nährt den Traum von einem besseren Leben. Die Straßen in der Innenstadt sind von knallbunten Werbeplakaten, schiefen Strommasten und halbverfallenen Häusern gesäumt. Dagegen scheint es der kleinen Oberschicht an nichts zu fehlen. Limas Villenviertel atmen den Hauch von Hollywood. Die luxuriösen Boutiquen, Restaurants und Diskotheken, die bewachten, von gepflegtem Rasen und Swimmingpools umgebenen Villen hinter hohen Mauern erfüllen anspruchsvollste Bedürfnisse.

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Entwicklungen ab 2008

»[...] Proteste: Nachdem es bereits im Juni und Juli 2008 wegen der Unzufriedenheit weiter Bevölkerungskreise mit der Wirtschaftspolitik der Regierung, vor allem wegen der hohen Lebenshaltungskosten, zu landesweiten Demonstrationen gekommen war, folgten im Oktober 2008 weitere Protestaktionen, so etwa im südlichen Departamento Moquegua, wo am 28.10.2008 bei Zusammenstößen zwischen Polizeikräften und protestierenden Bergbauarbeitern 40 Personen verletzt wurden. Die Proteste richteten sich gegen die ungerechte Verteilung der staatlichen Steuer- und Konzessionseinnahmen aus den Kupferminen der Region. Die Bevölkerung von Moquegua fühlte sich bei der Zuteilung dieser Gelder gegenüber dem Nachbardepartamento Tacna benachteiligt.
Regierungskrise: Am 10.10.2008 trat nach Bekanntwerden eines Bestechungsfalls - ranghohe Politiker und Beamte des staatlichen Erdölkonzerns Perupetro hatten für die Vergabe von Explorations- und Förderkonzessionen vom norwegischen Erdölkonzern Discover Petroleum Schmiergeldzahlungen erhalten - die gesamte Regierung von Ministerpräsident Jorge de Castillo zurück.
Einen Tag später ernannte Präsident Alán García Pérez den Vorsitzenden der Departamentsregierung von Lambayeque, Yehude Simon Munaro, zum Nachfolger von de Castillo und beauftragte ihn mit der Bildung einer neuen Regierung. Simon, ein gemäßigt linker Politiker, der 1992 wegen "Unterstützung des Terrorismus" zu 20 Jahren Haft verurteilt und nach Sturz Alberto Fujimoris 2000 begnadigt worden war, übernahm Wirtschafts- und Finanzminister Juan Valdivieso sowie Außenminister José García Belaúnde aus dem alten Kabinett. Die neue Regierung wurde am 14.10. vereidigt.
Finanzminister Valdivieso erklärte jedoch am 19.1.2009 seinen Rücktritt und wurde durch Luis Carranza Ugarte ersetzt. Am 19.2. stellte Innenminister Remigio Hernani Melone sein Amt zur Verfügung. Ihm folgte Mercedes Cabanillas Bustamente.
Neuer Ministerpräsident: Nach nur achtmonatiger Amtszeit trat Simon am 8.7.2009 von seinem Posten zurück. Als Verantwortlicher für die Polizeigewalt bei den schweren Indígena-Unruhen hatte er diesen Schritt bereits am 15.6. angekündigt. Präsident García Pérez ernannte daraufhin am 12.7. seinen engen Vertrauten Javier Velásquez Quesquén (ebenfalls Alianza Popular Revolucionaria Americana / APRA) zum neuen Ministerpräsidenten.
Prozess gegen Fujimori: Am 7.4.2009 verurteilte der Oberste Gerichtshof in Lima den früheren Präsidenten Alberto Fujimori wegen in seiner Regierungszeit 1990-2000 begangener Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft. Das Urteil bezog sich auf die Ermordung von 25 Menschen in den Massakern von Barrios Altos (1991) und La Cantuta (1992) und zwei Entführungsfälle aus dem Jahr 1992, welche von der sogenannten Grupo Colina, einer dem Nationalen Geheimdienst SIN unterstehenden Todesschwadron, begangen worden waren. Fujimori legte Ende April gegen das Urteil Berufung ein...

3.1.2010
»Urteil gegen Ex-Präsident Fujimori bestätigt
In einem Berufungsprozess erklärten die obersten Richter das Urteil gegen den ehmaligen Präsidenten Alberto Fujimori von April 2009 einstimmig für rechtmäßig, wie das Gericht am Sonntag (03.01.2010) in der peruanischen Hauptstadt Lima mitteilte. [...]«
Aus: dw-world.de

Leuchtender Pfad: Im August 2008 begann die Armee eine Offensive gegen die Rebellen des Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad), die seit einiger Zeit in den Drogenanbaugebieten in den Departamentos Ayacucho und Huancavelica aktiv war. Dabei wurden Mitte Oktober 2008 im Departamento Ayacucho mindestens 17 Soldaten und Zivilisten getötet, am 9.4.2009 starben 15 Soldaten, als sie in einen Hinterhalt gerieten. Nach Meinung von Experten hat sich die ehemals maoistische Rebellengruppe in eine Narcoguerilla ( lexikon-lateinamerika: Narcoguerrilla, Anm. muz-online.de) verwandelt.


...Indígenas wehren sich
Die seit April 2008 schwelende Auseinandersetzung zwischen der Bevölkerung in den nördlichen Departamentos Ucayali, Loreto, San Martín und Amazonas und der Regierung in Lima über die Erdölpolitik der Regierung verschärften sich Anfang 2009. Über 60 indigene Gemeinschaften wehrten sich gegen eine Reihe von Dekreten des Präsidenten, die mit lukrativen Explorations- und Förderkonzessionen ausländische Investoren ins Land locken sollen. Aus Protest gegen die Umweltzerstörung und die Einschränkung ihrer Landrechte blockierten Tausende von Ureinwohnern seit Frühjahr 2008 Autobahnbrücken und Erdölförderanlagen. Zwar kam es am 22.8.2008 zu einer vorläufigen Suspendierung zweier Präsidialdekrete durch das Parlament, grundsätzliche Verhandlungen zwischen Regierung und Indigenengruppen scheiterten jedoch. Im März 2009 wurden die Proteste unter Führung der Indigenenorganisation Pueblos Indigenas amazónicos del peru (AIDESEP), dem Dachverband indigener Gemeinschaften, fortgesetzt. Am 9.5.2009 verhängte die Regierung in der Region den Ausnahmenzustand. Beim Versuch von Polizeikräften, am 5. und 6.6. in der Nähe der nordperuanischen Stadt Bagua eine Straßensperre zu räumen und bei der gewaltsamen Befreiungsaktion von 38 in Geiselhaft genommenen Polizisten kamen 34 Menschen ums Leben, über 150 Personen wurden verletzt. Der von der Regierung mit Haftbefehl gesuchte AIDESEP-Präsident Alberto Pizango Chota flüchtete am 9.6. in die nicaraguanische Botschaft und erhielt politisches Asyl. Am 17.6.2009 setzte das Parlament die beiden umstrittenen Dekrete außer Kraft. [...]«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten , S. 406 ff.

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1134 f.



www-Links



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