Puerto Rico (USA)


Puerto Rico gehört geographisch zur westindischen Inselgruppe der Großen Antillen. Es ist zusammen mit seinen Nebeninseln Mona, Vieques, Culebra u. a. 8875 km² groß. Politisch gehört Puerto Rico seit 1898 zu den USA. Noch ein Jahr zuvor hatte Spanien dem Land die Autonomie versprochen - sie wurde jedoch nicht mehr wirksam.

Es kam zwar noch zur Bildung einer neuen Regierung, doch im Spanisch-amerikanischen Krieg von 1898 eroberten US-amerikanische Streitkräfte die Insel, nachdem sie San Juan bombardiert hatten. Spaniens letzte Bastion in der Karibik war gefallen. Im Frieden von Paris 1898 mußte Spanien Puerto Rico offiziell an die USA abtreten. Einer Militärregierung folgte im Jahr 1900 ein vom US-Präsidenten eingesetzter Zivilgouverneur. 1952 ging die Insel eine freiwillige Assoziation mit den USA ein und erhielt die volle innere Autonomie mit einer den US-amerikanischen Bundesstaaten entsprechenden Verfassung.

Puerto Rico hat in fast jeder Hinsicht die Rechte eines Bundesstaates der USA, jedoch entsendet es keinen Abgeordneten in den Kongreß und ist auch im Senat nicht vertreten. Dafür zahlen die in Puerto Rico ansässigen Einwohner keine Bundessteuern, genießen aber sonst fast alle anderen Rechte der US-Staatsbürgerschaft, einschließlich der Freizügigkeit der Ein- und Ausreise in die fünfzig Bundesstaaten.
Staatsoberhaupt und höchstes Exekutivorgan, außer für Verteidigung und Außenpolitik, ist der für vier Jahre direkt gewählte Gouverneur. Er ernennt die Minister und obersten Verwaltungsbeamten, die vom puertoricanischen Kongreß, bestehend aus Senat und Repräsentantenhaus, bestätigt werden müssen.

Seit 1952 haben vier weitere Volksabstimmungen über die politische Zugehörigkeit Puerto Ricos stattgefunden. Jedesmal erhielt der "Commonwealth-Status" die Mehrheit der Stimmen. Auch in der letzten Abstimmung 1993 entschied die Bevölkerung, daß Puerto Rico weiterhin mit den USA assoziiert bleiben soll und nicht als 51. Bundesstaat politisch voll in die Vereinigten Staaten integriert wird. Letztere Lösung wird zur Zeit von einer wachsenden Anzahl der Puertoricaner befürwortet.

Die heute über 3,8 Millionen zählende Bevölkerung von Puerto Rico ist weitgehend von gemischter, spanischer und afrikanischer Herkunft. Über eine Million Puertoricaner leben in Großstädten der USA, vor allem in New York. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Puerto Ricos lebt in den städtischen Regionen von Arecibo, Cagnas, Mayagüez, Ponce und der Hauptstadt San Juan, die mit über 400.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel ist.
Puerto Rico liegt im Bereich der Randtropen und hat ein wechselfeuchtes Klima. Die schmalen Küstenebenen der Ost- und Nordküste Puerto Ricos sind dank der vorwiegenden Ost-und Nordostwinde feucht und fruchtbar.

Das Landesinnere ist gebirgig und spärlich besiedelt. Das Zentralgebirge, die Cordillera Central, erhebt sich bis auf 1338 m und wirkt sich als Regenscheide aus. Die Südküste von Puerto Rico ist daher ziemlich trocken.

Die Landwirtschaft
In der Landwirtschaft dominiert immer noch der Großgrundbesitz, da die 1941 eingeleitete Bodenreform nur in Ansätzen verwirklicht worden ist. Dagegen ist es gelungen, die Landwirtschaft von der Zuckerrohr-Monokultur auf eine vielseitigere Basis umzustellen. Tabak, Kaffee und tropische Früchte wie Ananas sind zum Zuckerrohr als wichtige Exportkulturen dazugekommen. Die Erträge aus der Viehzucht, die sich vor allem auf Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung konzentriert, und aus der Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel wie Mais und Maniok decken den Eigenbedarf allerdings nicht.

Erfolgreiche Wirtschaftspolitik
Dank gezielter Investitionspolitik gelang es, die ursprünglich weitgehend unterentwickelte und überwiegend landwirtschaftlich orientierte Wirtschaft der Insel zu modernisieren und zu industrialisieren. Die noch während des Zweiten Weltkrieges von der Regierung gegründete Industrieentwicklungsgesellschaft, die 1950 als "Economic Development Association", populär "Fomento" genannt, direkt in den Verwaltungsaufbau der Regierung überging, hat wesentlich dazu beigetragen, daß Puerto Rico heute mehr Industrie- als landwirtschaftliche Produkte ausführt. Vor allem die Textilindustrie, die chemische Industrie, der Maschinenbau sowie die Erdölverarbeitung sind sehr erfolgreich und beschäftigen eine wachsende Zahl der vorher arbeitslosen ländlichen Bevölkerung. Der allgemeine Lebensstandard hat sich wesentlich verbessert, und seit etwa 1980 hat sich der Strom der "Auswanderer" nach den USA verringert. Seit 1985 kehren mehr Puertoricaner in ihr Land zurück als auswandern.
Eine zusätzliche und wichtige Erwerbsquelle ist der Tourismus. Dies gilt vor allem für die sonnigen, von Kokospalmen gesäumten Badestrände der Südküste von Puerto Rico. Doch auch die Mangrovesümpfe des Küstenbereichs oder die zerklüfteten Gebirge sowie die überaus vielfältige Flora ziehen die Besucher der verkehrsmäßig sehr gut erschlossenen Insel an.



nach oben