Der Westen der USA

Fast die Hälfte des zusammenhängenden Staatsgebietes der USA liegt im trockenen Klimagebiet westlich des 100. Längengrades. Dieses Gebiet der USA läßt sich in drei Regionen - die Südwest-, Rocky Mountain- und Pazifikküstenstaaten - aufteilen. Die ersten beiden umfassen die Staaten Arizona, New Mexico, Oklahoma und Texas bzw. Colorado, Idaho, Montana, Nevada, Utah und Wyoming.

Westlich des 100. Längengrades weichen die feuchteren, fruchtbaren Ackerebenen der Prärien den trockenen Grassteppen, Halbwüsten und Wüsten der Großen Ebenen (Great Plains). Diese Übergangszone zieht sich durch North und South Dakota, Nebraska, Kansas, Oklahoma und Texas. Die Großen Ebenen mit ihren Tafelbergen, den sogenannten Mesas, reichen bis an den Fuß der Rocky Mountains. Von hier bis zum Kaskadengebirge (Cascade Range) und der Sierra Nevada im Westen dehnen sich drei gewaltige Hochebenen aus. Das Columbia Plateau bestimmt das flache, weite Landschaftsbild im östlichen Oregon, in Washington und Idaho. Das riesige Große Becken mit nord-südlich angelegten niedrigen Bergrücken, den sogenannten Ranges, und weiten trockenen Flachtälern und Ebenen ist zumeist im Staatsgebiet von Utah und Nevada gelegen und wird im Osten von der Wasatch Range und im Westen von der Sierra Nevada abgeschlossen. Es mißt von Nord nach Süd und von Ost nach West jeweils fast 1000 km. Sowohl hier als auch im dritten von Bergen eingeschlossenen Hochland, dem Colorado Plateau von Arizona und New Mexico, ist das Klima wüstenhaft, als Beispiele hierfür seien die Gila-Wüste und die Llanos Estacados genannt. Der über 2334 km lange Colorado ist an mehreren Stellen aufgestaut, so am Powell-Stausee und am Lake Mead mit dem berühmten Boulder- oder Hooverdamm. Sein Mittellauf zerschneidet in tiefen Canyons die bunten horizontalen Schichten des Colorado Plateaus. Im Bereich des Grand Canyon hat sich der Colorado bis zu 1800 m tief eingeschnitten. Die Landwirtschaft ist weitgehend nur mit künstlicher Bewässerung möglich. Auch die Siedlungen, sofern sie nicht wie Phoenix, Las Vegas oder Reno Oasenstädte sind, erhalten ihr Wasser aus weit entfernten Gebieten.



Mormonen und Indianer
Am bekanntesten ist das durch Bewässerung erschlossene Land der Mormonensekte in Utah um Salt Lake City, Ogden, Brigham City, Tooele und Provo. Als Kulturregion gehört das Land der Mormonen mehr zum Mittelwesten und unterscheidet sich wesentlich von dem weiter südlich im Gebiet des oberen Rio Grande gelegenen Südwesten der USA, wo der hispanisch-mexikanische und der indianische Einfluß in Kulturlandschaft und Lebensstil vorherrscht. Spanisch-mexikanische Architektur in Stadt und Land, kulinarische Spezialitäten wie Tacos - das sind in Öl gebratene, gerollte Tortillas - oder der scharfe Tequilaschnaps und Folklore (Musik, Tänze, Kostüme) und vor allem der sich immer weiter ausbreitende Gebrauch der spanischen Sprache zeigen auch dem Touristen, daß hier ein hispanisches USA zu finden ist. FelsenpalastAuch die Indianer sind hier besonders zahlreich vertreten. In meist wirtschaftlich wertlosen und kaum nutzbaren Gebieten finden sich die größten Indianerreservationen der USA. Der volkreichste Stamm mit etwa 150.000 Angehörigen sind die Navajo, die auf 64.000 km² in New Mexico, Arizona und Utah leben. Die Hopi, ein Stamm der Pueblo-Indianer mit etwa 10.000 Menschen, leben in einer Reservation im nordöstlichen Arizona und betreiben Bewässerungsanbau und Schafzucht. Andere Pueblostämme leben in New Mexico entlang des Rio Grande und im westlichen Teil des Staates. Die Sioux-Indianer, die sich selbst Dakotas nennen, leben vorwiegend in North und South Dakota, Montana und Nebraska. Die Apachen wurden in Arizona (Fort Apache und San Carlos Reservation) und in New Mexico (Mescalero und Jicarilla Reservation) angesiedelt, nachdem sie, wie auch die Sioux, Ende des 19. Jahrhunderts in blutigen Kämpfen besiegt worden waren. Der Mythos des "Wilden Westens", der Cowboys und Indianer, ist durch die US-amerikanische Filmindustrie in alle Welt getragen worden. Viele Touristen zieht es daher immer wieder in diese weiten Gebiete der Wüsten und Kakteen, Steppen und Rinderherden, Tafelberge und Canyons. Wenn auch die Schönheit der Natur nicht enttäuscht, so dämpft doch die Armut und Degeneration in den Reservationen die Freude des Besuchers.
In den Städten ist, wie andernorts in den USA, die moderne nachindustrielle Wirtschaft tonangebend mit Verwaltungs-, Finanz- und Versicherungswesen, Konferenz- und Hotelanlagen und Firmen, die die moderne Computertechnologie produzieren.
Siedlungen für Rentner, wie z. B. Sun City in Arizona, und Vergnügungsstädte wie Las Vegas in Nevada bringen Menschen und Geld von überallher in diese von der Sonne verwöhnte Region. Große Gebiete stehen unter Naturschutz: Grand Canyon, Death Valley, Yellowstone und Rocky Mountain National Park sind die größten dieser die Naturwunder der Wüsten und Berge im amerikanischen Westen schützenden Nationalparks.



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