Willkommen in Aserbaidschan

world.muz-online.de -- Die Länder Asiens -- spirit.muz-online.de
[Einführung] [Der sowjetische Orient] [Bürgerkrieg] [Literatur] [www-Links]


translate this page


Offizieller Name: Republik Aserbaidschan
Hauptstadt: Baku
Fläche: 86.600 km²; davon Nagorny-Karabach (Berg-Karabach) 4400 km²
Gebiete: Naxçivan (Nachitschewan) 5500 km²
Verwaltung: 65 Distrikte und 11 bezirksfreie Städte; Autonomes Gebiet Berg-Karabach und Autonome Republik Nachitschewan
Staatsform: Präsidialrepublik seit 1995
Parlament: Nationalversammlung mit 125 Mitgliedern; Wahl alle 5 Jahre
Nationalfeiertag: 28.5. (Tag der Republik 1918)
Höchster Punkt: 4466 m, Bazardüzü
Tiefster Punkt: - 28 m Kaspisches Meer
Einwohner: 7.697.000 (1999); 8.388.000 (2005)
Bevölkerungsdichte: 89 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 57% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 29% (1999)
Analphabetenquote: 4%
Sprache: Aserbaidschanisch (Aseri), Russisch, Armenisch, Lesgisch u.a. Sprachen der Minderheiten
Religion: 90% Muslime: 65% Schiiten, 35% Sunniten; christliche Minderheiten


Aserbaidschan ist mit einer Fläche von 86.600 km² die größte der drei Kaukasusrepubliken und nimmt den südöstlichen Teil Kaukasiens ein. Zu Aserbaidschan gehören auch die im Armenischen Hochland gelegene Exklave Nachitschewan und das Autonome Gebiet Berg-Karabach, das jedoch von Armenien besetzt wurde.
Im Norden und Süden des Landes bestimmen die südöstlichen Ausläufer des Großen und Kleinen Kaukasus, die sich allmählich zum Kaspischen Meer absenken, die Landesnatur. Der mittlere Landesteil wird vom breiten Tal der Kura eingenommen, die bei Mingetschaur zu einem 620 km² großen Stausee aufgestaut ist. Ab Mingetschaur (Mingäçevir) ist die Kura (Kür) schiffbar. In ihrem Unterlauf durchfließt sie die weite, von Steppe und Halbwüste eingenommene und stellenweise versumpfte Kura-Araks-Niederung, bevor sie in das Kaspische Meer mündet. Der Südosten Aserbaidschans wird von dem relativ feuchten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Tiefland von Lenkoran (Länkäran) sowie den nördlichen Ausläufern des Talyschgebirges eingenommen. Nördlich der Kuramündung liegt die Halbinsel Apscheron mit der Hauptstadt Baku.
Von den 7,7 Millionen Bewohnern Aserbaidschans waren 1998 offiziell 85% Aseri (Aserbaidschaner), 2% Armenier und 4% Russen; die Armenier leben fast ausschließlich in Berg-Karabach. Die Aseri bekennen sich überwiegend zum Islam schiitischer Ausrichtung. Ihre Sprache ist eine Turksprache, die nach 1939 mit kyrillischen Buchstaben geschrieben wurde, nach der Unabhängigkeit jedoch in lateinischer Schrift geschrieben wird.

Die Wirtschaft Aserbaidschans beruht vor allem auf den umfangreichen Erdöl- und Erdgaslagern. Die Offshore-Lagerstätten im Kaspischen Meer werden mit ausländischer Hilfe erschlossen. Neue Pipelines führen nach Georgien und in die Türkei. Für den Ackerbau ist das Land in weiten Teilen zu trocken. Doch durch die Stauanlage von Mingetschaur und ein weitverzweigtes Bewässerungssystem ist der Anbau von Baumwolle, Getreide, Obst und Gemüse möglich. Wie das Blacksmith-Institut in New York ermittelte, befindet sich der schmutzigste Ort der Welt in Aserbaidschan (siehe: Blacksmith Institute New York: Die zehn dreckigsten Orte der Welt, 2007).

Baku

Entwicklungen

» Pipeline-Eröffnungen: Mit der feierlichen Inbetriebnahme der Baku-Tbilisi-Ceyhan-Erdölpipeline (BTC) am 13.7.2006 konnte das 1768 km lange und mit vier Milliarden US-$ Baukosten bis dato weltweit teuerste und umstrittenste Erdöltransportprojekt abgeschlossen werden. BTC pumpt Erdöl von den Fördergebieten im aserbaidschanischen Teil des Kaspischen Meers zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan. Damit existiert erstmals eine leistungsfähige Transportroute für kaspisches Erdöl unter Umgehung Russlands gen Westen. Umweltschützer und Anwohner der stark erdbebengefährdeten Trasse hatten jahrelang gegen den Bau gekämpft. Am 15.6.2006 begann die Erdgaslieferung durch die parallel zu BTC fertig gestellte BTE-Pipeline. Die neue Pipeline versorgt vorerst Georgien und die Türkei mit billigem aserbaidschanischem Erdgas, soll aber in Zukunft ausgebaut werden, um kaspisches Erdgas unter Umgehung Russlands bis nach Mitteleuropa zu liefern. [...]
Außenpolitik: Am 14.11.2006 unterzeichneten die EU und Aserbaidschan den Aktionsplan der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP). Das Abkommen regelt die zukünftige Zusammenarbeit mit der EU. Bereits am 7.11. hatten beide Seiten ein Memorandum über eine Energiepartnerschaft unterzeichnet.«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.62 f.

Der sowjetische Orient

Das heutige Aserbaidschan gehörte im Altertum zu den Reichen der Meder und Perser. Im 8. nachchristlichen Jahrhundert wurde es von den Arabern unterworfen und islamisiert. In den folgenden Jahrhunderten war das Land in zahlreiche Kleinstaaten unter mongolischer, persischer und osmanischer Oberherrschaft aufgesplittert.

Seit dem 18. Jahrhundert wurde auch Rusland in Aserbaidschan aktiv und unterwarf nach und nach die einzelnen Chanate.
1829 wurde nach einem russisch-persischen Krieg der nördliche Teil des Landes dem russischen Reich einverleibt. Der südliche Teil blieb persisch. Russland versuchte mehrfach, ihn gleichfalls in seinen Besitz zu bringen.
Nach der russischen Revolution wurde 1918 eine unabhängige Republik Aserbaidschan unter Führung der islamisch-nationalen Mussawat-Partei ausgerufen. 1920 putschten die Kommunisten in ihrer Hochburg Baku. Die Rote Armee marschierte ein, und kurz darauf wurde die Aserbaidschanische Sozialistische Sowjetrepublik proklamiert. 1922 wurde sie mit Armenien und Georgien zur Transkaukasischen Föderativen SSR vereinigt. Die Föderation wurde 1936 wieder aufgelöst, und die drei Gliedstaaten erhielten den Rang von Unionsrepubliken.

Bürgerkrieg

Im Zuge der Reformpolitik der 1980er Jahre brachen auch uralte Gegensätze zwischen den ethnisch, sprachlich, religiös und kulturell geschiedenen Aserbaidschanern und Armeniern auf. Der Konflikt entzündete sich an dem Autonomen Gebiet Berg-Karabach. Diese zu 80% von Armeniern bewohnte Region hatte die Sowjetmacht 1920 der Republik Aserbaidschan zugeschlagen. 1988 beschloss der Gebietssowjet von Berg-Karabach den Austritt aus der Aserbaidschanischen SSR und den Anschluss an die Armenische SSR. Daraufhin kam es zu blutigen Auseinandersetzungen. In den Städten Baku und Sumgait (Sumqayit) fanden Pogrome gegen dort ansässige Armenier statt. Berg-Karabach wurde der direkten Verwaltung Moskaus unterstellt. Das brachte keine Befriedigung.

Hunderttausende Armenier flohen aus Aserbaidschan nach Armenien, ebenso viele Aserbaidschaner aus Armenien nach Aserbaidschan. Nach dem Untergang der Sowjetunion kam es zu einem blutigen Krieg zwischen beiden Republiken. Russische Vermittlung führte 1994 zu einem Waffenstillstand, doch eine Lösung des Konflikts zeichnete sich auch Anfang des 21. Jahrhunderts nicht ab.

up

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.122 f.

Aserbaidschan: Literatur



Links



Deutsche in Aserbaidschan
Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland
UMCOR-NGO in Aserbaidschan
POLITISCHER TERROR UND SCHICKSALE DER ASERBAIDSCHANISCHEN DEUTSCHEN
Herzlich Willkommen bei der Deutschen Botschaft in Aserbaidschan
ASERBAIDSCHAN / AZÄRBAYCAN
www.asyl.net -- zur Situation ethnischer Minderheiten
CIA - The World Factbook -- Azerbaijan
Azerbaijan International Magazine
Azerbaijan Internet Links - Catalogue of Information Resources
Azerbaijan News
Azerbaijan Online
Today, there are approximately 400,000 Azerbaijani Americans living in the United States
Caucasus WWW Virtual Library
Lonely Planet World Guide | Destination Azerbaijan |
Azerbaijan Republic and the IMF
Languages of Azerbaijan
Islam

up