Willkommen in Nepal

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Offizieller Name: Nepal (Königreich bis 18. Mai 2006)
Hauptstadt: Kathmandu
Fläche: 147.181 km²
Landesnatur: Im N Hoch-Himalaya, nach S anschließend Vorderer Himalaya und Siwalikette, Tarai-Sumpfgebiet
Klima: Gemäßigtes, randtropisches Monsunklima
Hauptflüsse: Seti, Karnali, Bheri, Sun Kosi, Tamur, Arun
Höchster Punkt: Mount Everest 8.846 m
Tiefster Punkt: - 46 m
Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
Regierungsform: Parlamentarische Mehrparteien-Demokratie
Staatsoberhaupt: seit Januar 2007: Premierminister (bis dahin König)
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 5 Entwicklungsregionen, 75 Distrikte, 58 Städte, knapp 4.000 Landgemeinden, dezentralisierte Verwaltung: Dorf-, Stadt- und Distrikträte (siehe: Auswärtiges Amt)
Parlament: Repräsentantenhaus mit 205 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten und Nationalrat mit 60 alle 6 Jahre ernannten Mitgliedern; seit 15. Januar 2007: Interimsparlament
Einwohner: 23.385.000 (1999); 27.676.547 (Juli 2005 geschätzt)
Bevölkerungsdichte: 159 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 12% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 41% (1999)
Analphabetenquote: 73% (1999)
Sprache: Nepali
Religion: Hindus 89%, Buddhisten 5%, Moslems 3%


Der Blick in die wechselvolle Geschichte Nepals geht weit zurück in die von Legenden und Mythen, von Göttern und Naturgewalten bestimmte Vorzeit. Überlieferte Reiseberichte schildern, dass das Tal von Katmandu zwischen 1000 und 700 v. Chr. von mongolenstämmigen Newar besiedelt worden ist, gefolgt von einigen indischen Völkergruppen. Im Jahre 563 v. Chr. wurde Gautama Buddha, der spätere Gründer des Buddhismus, in Lumbini geboren. Der Buddhismus breitete sich in Nepal aus und wurde von seinen Anhängern bis Tibet und China getragen. Eine Pilgerfahrt des indischen Kaisers Aschoka (etwa 270-232 v. Chr.) an die Geburtsstätte Buddhas um das Jahr 250 v. Chr. leitete den sich durch die gesamte Geschichte des Landes ziehenden indischen Einfluss auf Nepal ein. Seit dem 4. Jahrhundert wurde Nepal hintereinander von verschiedenen indischen Dynastien beherrscht. Die Licchavi aus Bihar waren Anhänger des Hinduismus und gründeten einen Staat, der weit über das Katmandutal hinausging. Unter der Herrschaft der Thakur seit 750 n. Chr. folgten Zeiten ständiger Unruhen und des Verfalls, bis mit der aus Indien stammenden Mala-Dynastie zwischen 1200 und 1768 die Periode des Friedens und des Wohlstandes in Nepal begann. Aus der späteren Zeit jener Malafürsten, in der das Land zeitweise in mehrere Fürstentümer aufgeteilt war, stammen viele der bis heute erhaltenen Sehenswürdigkeiten in Bhatgaon, Patan und Katmandu. Zahlreiche berühmte Tempelanlagen, Palastbauten und einige Wohnhäuser, mit den aus allerfeinsten Schnitzereien bestehenden Holzgitterfenstern und Türen der Newar-Oberschicht, lassen bis heute die tiefe Religiosität und den Wohlstand der Menschen jener Zeit erahnen.
Die Geburtsstunde des heutigen Nepal wird in der Regel erst ins Jahr 1768 datiert, als es Prithivi Narajan Schah (1742-1775) aus der indischen Gurkha-Dynastie gelang, die kleinen Fürstentümer zum Königreich Nepal zu vereinigen. Hauptstadt wurde, dank seiner günstigen Verkehrslage an den Handelswegen nach Tibet und Indien, Katmandu. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten weitete die Schah-Dynastie das Reich bis nach Kaschmir, auf Sikkim und Darjeeling sowie bis in die Gangesebene und kurzzeitig sogar nach Tibet aus. Gestoppt wurde der Expansionsdrang der Gurkhas erst von den Briten, die, als Kolonialmacht auf dem Subkontinent, die Gurkhas im Krieg von 1814-1816 auf das Territorium des heutigen Nepal zurückdrängten. In einem Friedensvertrag wurden die Staatsgrenzen besiegelt. Gleichzeitig erkannte und sicherte Großbritannien Nepals Funktion als Pufferstaat zwischen China und dem britischen Kolonialreich in Form eines Schutzabkommens.
Währenddessen wuchsen die inneren Spannungen in Nepal und die Macht der Rana-Familie. Nach blutigen Machtkämpfen riss der General Jung Bahadur aus der Familie der Rana 1846 diktatorisch die Staatsführung an sich und dehnte seine Machtbefugnisse aus, während der König zu einer Marionette degradiert wurde. Die eigentliche Regierungsgewalt oblag für ein Jahrhundert dem von den Rana gestellten Premierminister, der sich selbst den Rang eines Maharadschas gab. Das autoritäre Regime, das sich sowohl gegen das nepalesische Volk als auch gegen das Königtum richtete, wurde 1951 mit Hilfe Indiens gestürzt. Damit war die Gewaltherrschaft des Adels beendet und die Macht des Königs wiederhergestellt. Nepal öffnete seine Grenzen. Der versprochene Demokratisierungsprozess blieb jedoch zunächst aus. Das erst 1959 gewählte Parlament wurde bereits 1960 wieder aufgelöst und die geltende Verfassung aufgehoben. Damit hatten sich die konservativen Hofkreise durchgesetzt. Die 1962 erlassene Verfassung sah keine Parteien mehr vor. Das Land blieb Monarchie mit dem König als höchster politischer und geistlicher Autorität 1972 wurde Birendra Bir Bikram Schah (1945-2001) neuer König, ohne dass die institutionellen Rahmenbedingungen geändert wurden. Ende der 1980er Jahre entwickelte sich vor allem in den Städten eine Demokratiebewegung, die inspiriert war von der Umgestaltung im Ostblock. Nach mehreren blutigen Unruhen stimmte der König schließlich 1990 einer neuen Verfassung zu. Nepal wurde parlamentarische Monarchie mit einem Mehrparteiensystem (... weitere Entwicklungen).

Die Menschen

Nepal ist ein Mosaik zahlreicher Volksgruppen mit großen Unterschieden in Sprache, Religion und Kultur. Dennoch überwiegt das harmonische Zusammenleben, und die Vielfalt eigenständiger Lebensformen wird in der Einheit des Königreichs verkörpert. Die Bevölkerung setzt sich aus zahlreichen Stämmen zusammen, die im Norden des Landes überwiegend tibeto-birmanischer, im Süden dagegen indo-arischer Abstammung sind. Zur letzteren Gruppe gehören die Nepalesen, die die gleichnamige Nationalsprache sprechen, und der fast zwei Drittel aller Einwohner Nepals angehören.
Die Nepalesen sind Nachkommen der im 12. Jahrhundert eingewanderten und vor den moslemischen Eroberern aus Indien geflohenen Brahmanen. Mit ihnen kam der Hinduismus nach Nepal. Er verdrängte den Buddhismus im Land und ist bis heute Staatsreligion, zu der sich rund 90% aller Einwohner Nepals bekennen. Gleichzeitig mit dem Hinduismus wurde auch das Kastenwesen in Nepal eingeführt, das jedoch in seiner gesellschaftlichen Bedeutung geringer ausgeprägt ist als in Indien. Zur tibeto-birmanischen Sprach- und Volksgruppe in Nepal gehören viele altnepalesische Stämme, wie etwa die Newar (z.B. in Bhaktapur). Einige erst später zugewanderte Stämme aus dem benachbarten Tibet, so auch die Sherpa, sind ebenfalls mongolischer Abstammung. Die meisten tibeto-birmanischen Stämme gehören dem Buddhismus an, wobei die im Norden des Landes lebenden Bhotiya Anhänger des Lamaismus sind. Jeder dieser Volksstämme spricht seine eigene Sprache, die noch vor der Nationalsprache Nepali rangiert.
Begünstigt wurden die Entwicklung und Erhaltung eigenständiger Kulturformen durch die Abgeschiedenheit der Lebensräume in den schwer zugänglichen Tälern und entlegenen Bergregionen. Zu den ältesten Siedlungsgebieten Nepals gehört das Tal von Kathmandu, wo sich in historischer Zeit die Einflüsse der indo-europäischen und tibeto-birmanischen Gruppen begegneten, ohne dass jedoch die charakteristischen Züge der einzelnen Stämme verlorengegangen wären. Die Hauptstadt Kathmandu ist bis heute lebendiges Zeichen für die Sprachen- und Völkervielfalt Nepals, sie ist der Schmelztiegel verschiedenster Kulturen und Schnittpunkt von Mittelalter und Neuzeit.
Die zahlreichen Sprachen und Dialekte stellen das Land auf dem Weg in die Moderne aber auch vor große Probleme. Die über weite Teile des Landes schroffe Gebirgsnatur, verbunden mit den häufig isolierten Lebensräumen und den tradierten Lebensgewohnheiten einzelner Stämme, erschwert die seit einigen Jahren angestrebte Alphabetisierung der Einwohner, von denen heute nur rund 27% lesen und schreiben können. Der unwegsame Naturraum des Hochgebirgslandes behindert ebenso den Aufbau eines wirksamen Gesundheitswesens. Zwar ist die Regierung bemüht, sich vorrangig um bessere hygienische Verhältnisse und um die Beseitigung der noch weit verbreiteten Mangel- und sogar Unterernährung zu kümmern, doch noch immer sterben viele Nepalesen, deren Lebenserwartung bei 58 Jahren liegt, an Malaria, Tuberkulose, Thyphus und Cholera. Da an den nur langsam erzielten sozialen und kulturellen Fortschritten großenteils auch die unzureichende Verkehrsstruktur Schuld trägt, hat die Regierung in letzter Zeit den Bau ausreichender Allwetterstraßen im ganzen Land forciert. Das Land hat auf Grund seiner geographischen Gegebenheiten jedoch eine verkehrsmäßig ungünstige Ausgangssituation, und Anfang der 1950er Jahre besaß es praktisch keine Straßen. Der ganze Lastenverkehr musste auf Kuli- und Tragtierpfaden erfolgen. Heute, fünfzig Jahre später, erstreckt sich die Gesamtlänge der befestigten Straßen auf einige tausend Kilometer. Zukunftsweisend sind ebenso die insgesamt 42 Flugplätze Nepals, darunter der internationale Flughafen von Kathmandu.
Früher als seine Nachbarländer hat Nepal aus politischen und wirtschaftlichen Gründen seine Jahrhunderte alten Schranken zur Außenwelt geöffnet. Damit war der Weg auch für die Touristen frei. Schnell entwickelten sich Kathmandu und die benachbarten alten, ebenso kulturträchtigen Städte Patan und Bhatgaon, seit alters her die kulturellen Zentren des Landes, zu den beliebtesten Anziehungspunkten der Besucher.
In der touristischen Attraktivität konkurrieren die kultur- und religionshistorischen Sehenswürdigkeiten der hinduistischen sowie buddhistischen Sakralwelt mit der einzigartigen Naturschönheit des Himalaya.

Entwicklungen

Die positive Entwicklung des Fremdenverkehrs birgt aber auch Gefahren für die Menschen und die Natur Nepals - negative ökologische Konsequenzen durch Trekking-Tourismus.
Immer stärker wird die Bevölkerung mit fremdartigen Sozial- und Kulturkreisen konfrontiert und eine allmählich fortschreitende "Verwestlichung" gefährdet inzwischen die kulturelle Identität der Nepalesen.












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Bhaktapur (Bhadgaon)
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Bhaktapur (Bhadgaon). 1994.


Durbar Square in Patan
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Durbar Square in Patan. 1994.


Bodhnath
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Pilgerort Bodhnath. 1994.



Chitwan Nationalpark
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Chitwan Nationalpark. 1994.


Durbar Square in Kathmandu
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Durbar Square in Kathmandu. 1994.


Buddha Jayanti in Swayambunath
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Buddha Jayanti in Swayambunath. 1994.


In Kathmandu
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In Kathmandu. 1994.


Kloster Kopan
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Tempel im Kloster Kopan. 1994.


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Während auf der einen Seite der Tourismus und die von ihm frequentierten Gebiete eine ökonomisch positive Entwicklung nahm, verschlechterte sich die Situation in den ländlichen Gebieten. Linke politische Gruppierungen sahen den Schuldigen in der Monarchie.
In der Folgezeit forderten militante Maoisten immer lauter die Abschaffung der Monarchie und mehr Entwicklungshilfe für ländliche Gebiete. Mit der Drohung, jeden zu erschießen, der zur Arbeit ginge oder sein Geschäft öffne, legten sie im April 2001 das öffentliche Leben in Kathmandu lahm; auch Behörden, Flug- und Busgesellschaften blieben geschlossen. Bei Schießereien zwischen Maoisten und Polizei starben in den letzten Jahren bis 2001 rund 1400 Menschen.

Am 1. Juni 2001 erschoss Nepals Kronprinz Dipendra König Birendra (Foto) und acht weitere Mitglieder der Königsfamilie. Neuer König wurde am 4. Juni Gyanendra Bir Bikram Shah Dev, der der einzige überlebende Bruder des ermordeten Birendra ist.

Kampf der Maoisten
Die sozialen Spannungen führten immer wieder zu heftigen Attacken gegen das Königshaus und die Regierung. Bei einem Angriff durch maoistische Rebellen auf eine Armee-Kaserne in der Provinz Achham im Februar 2002 wurden mehr als 130 Personen getötet (vorwiegend Angehörige des Sicherheitspersonals sowie Zivilisten).

Maoisten in Nepal sollen Waffen niederlegen

Rede von Thomas Mann, Vizepräsident der SAARC-Delegation des EP, im Namen der EVP-Fraktion am 13. Dezember 2001 vor dem Plenum des Europäischen Parlaments:

"Herr Präsident! Die maoistischen Rebellen in Nepal haben den Waffenstillstand einseitig aufgekündigt. Die Folgen sind 250 Todesopfer innerhalb weniger Tage. Damit wird ein bitteres Kapitel in der Geschichte dieser jungen Demokratie fortgeschrieben. Die Eskalation der Gewalt hat innerhalb von sechs Jahren über 2.500 Menschenleben gefordert. Wahllos wurden Polizisten getötet, Sprengstoffanschläge auch im Zentrum von Katmandu verübt, unschuldige Menschen mussten ihr Leben lassen.
Der Kampf der Maoisten beschwört die Gefahr eines Bürgerkrieges herauf, offenbar unterstützt von Kommunisten in China. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, allein bei der Haupteinnahmequelle Tourismus kamen im letzen Monat nur noch 24.000 Reisende nach Nepal. Das sind 40% weniger als vor einem Jahr. Die internationale Gemeinschaft schaute bisher untätig zu. Mit der Ausrufung des Ausnahmezustandes, mit dem erstmaligen Einsatz der Armee, hat sich das schlagartig geändert. Indien wird Nepal beistehen mit Helikoptern und Nachtsichtgeräten, und die Vereinigten Staaten erwägen, militärisch dabei zu sein.
Vorrang müssen jedoch politische Maßnahmen haben. Wir fordern die Rebellen auf, ihre Waffen niederzulegen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ein Ziel werden sie sowieso nicht erreichen, nämlich die konstitutionelle Monarchie abzuschaffen. Auf Grund meiner regelmäßigen Besuche seit 7 Jahren weiß ich sehr wohl, die überwältigende Mehrheit steht hinter dieser Staatsform, ganz gleich welcher Religion oder welcher Gruppe sie angehören. Der König Gyanendra verdient unsere volle Unterstützung. Er hat die nepalesische Verfassung anerkannt. Er setzt den Weg seines getöteten Bruders fort, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzutreten.
Wir fordern aber auch die Regierung und die Parteien auf, endlich ökonomische und strukturelle Reformen in Gang zu setzen und die Korruption konsequent zu bekämpfen. Die Bevölkerung hat konkrete Maßnahmen zur Armutsbekämpfung verdient. Herr Kommissar, die Europäische Union hat Nepal allein in den letzten zehn Jahren mit 120 Millionen Euro unterstützt. Viele dieser Projekte kenne ich aus eigener Anschauung. Sie sind exzellent. Wir sind einer der bedeutendsten Partner von Nepal, und können deshalb unser volles Gewicht als ein ehrlicher Makler mit einbringen."

Ende der Monarchie
Seit die Regierung im Mai 2002 den Ausnahmezustand ausgerufen und der König das Parlament aufgelöst hat, verschärfte sich die Situation in Nepal weiter. Im Jahr 2004 hatte der König bereits in weiten Teilen des Landes seine Autorität verloren. Die Maoisten beherrschten die meisten Regionen Nepals. Täglich kam es in dem Bürgerkrieg zu Todesfällen und Verschleppungen, die der staatlichen Armee angelastet wurden. Unregelmäßig wurden von den Maoisten Streiks ("Banda") ausgerufen, die die Wirtschaftskraft lähmten.
Es herrschten selbst in Kathmandu Angst und Verunsicherung, obwohl der Bürgerkrieg bis hierher nicht durchgedrungen war.

Nachdem der König im Februar 2005 die komplette Macht im Land an sich gerissen hat, gab er sie nach Massenprotesten im April 2006 wieder ab. Der Ausnahmezustand wurde beendet und das Parlaments wurde wieder eingesetzt. Die Friedensverhandlungen mit den Maoisten leiteten dann auch das Ende des seit 1994 wütenden Bürgerkrieges ein, der zwischen 9.000 und 13.000 Menschenleben forderte.
Im Januar 2007 wurden von Regierung/Sieben-Parteien-Allianz und Maoisten eine Interimsverfassung verabschiedet und ein Interimsparlament eingesetzt.
Seit April 2007 hat Nepal eine Interimsregierung mit Beteiligung der Maoisten [KPN (M)], die mittlerweile die wichtigste politische Kraft im Lande sind. Ihre Forderung, die Monarchie in Nepal abzuschaffen, wird von rund 99% der Nepalesen unterstützt.
Seit dem 18. Mai 2008 ist Nepal offiziell kein Königreich mehr. Um einer Zwangsaussiedlung zu entgehen, haben König Gyanendra Bir Bikram Shah Dev und seine Familie am 22. Mai ihren Palast in Kathmandu freiwillig verlassen und sich in ihre Sommerresidenz in der Nähe von Kathmandu zurückgezogen. Der Palast sollte nach endgültiger Abschaffung der Monarchie der Öffentlichkeit übergeben werden.

Am 28. Mai 2008 rief die Verfassungsversammlung die Republik aus. Damit endete die Monarchie in Nepal nach fast 240 Jahren.

Erster frei gewählter Präsident der jungen Demokratischen Bundesrepublik Nepal ist seit dem 21. Juli 2008 Ram Baran Yadav von der nepalesischen Kongresspartei (NC). Ram Baran Yadav wurde mit Unterstützung der Marxisten-Leninisten (UML) und dem Madhesi Janadhikar Forum (MJF) gewählt. Die Maoisten, mit rund 220 Mitgliedern zwar die größte Gruppe der Versammlung, kündigten nach der Niederlage ihres Kandidaten Ramraja Singh an, sich nun nicht an der Regierung beteiligen zu wollen. Man wolle "konstruktive Opposition" sein.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1002 f.



www-Links

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