Willkommen in Vatikanstadt

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Offizieller Name: Staat Vatikanstadt
Fläche: 0,44 km²
Landesnatur: Niedriger Hügel (Vatikanhügel "Colle del Vaticano") am rechten Tiberufer
Hauptflüsse: Tiber
Regierungsform: Souveränes Bistum
Staatsoberhaupt: Papst
Regierungschef: Kardinalstaatssekretär
Parlament: Römische Kurie; Kardinalskollegium (Konsistorium) als höchstes Gremium
Nationalfeiertag: 22. Oktober
Einwohner: 836 (geschätzt Juli 2012)
Bevölkerungsdichte: 1900 Ew./km²
Sprache: Italienisch, Latein
Religion: Katholiken 100%

Die Vatikanstadt ist das staatliche Territorium des Heiligen Stuhls, der einerseits das Amt des Papstes als des Bischofs von Rom bildet und andererseits die Zentralregierung der katholischen Kirche darstellt. Der Name stammt von dem am rechten Tiberufer gelegenen Hügel "Vaticano". Nach der Überlieferung wurde hier der Apostel Petrus als erster Bischof von Rom nach seinem Märtyrertod beerdigt. Unter Kaiser Konstantin (um 280-337) wurden auf dem Vatikan-Hügel zu Ehren des Petrus eine erste Kirche und für die Päpste eine erste Residenz erbaut.

Der Chor "Cappella Giulia" singt im Petersdom an allen Sonn- und Festtagen, zur Heiligen Messe, den Vespern und den Laudes. Der Name geht auf Papst Julius II zurück.

Durch eine gefälschte Urkunde ("Konstantinische Schenkung") kam der Papst zusätzlich in den Besitz von Ländereien, die er aber im Kampf gegen die Langobarden wieder verlor.
Unter der Schutzherrschaft des Frankenkönigs Pippin (um 715-768) wurde die weltliche Macht des Papstes erneuert. Die größte Ausdehnung erfuhr der Kirchenstaat zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Während der italienischen Einigungsbestrebungen zwischen 1860 und 1870 wurde der Kirchenstaat in das geeinte Königreich integriert. Das weitgehend von den vatikanischen Mauern abgegrenzte, kaum einen halben Quadratkilometer große Staatsgebiet liegt heute inmitten der Stadt Rom. Erst durch die Lateranverträge von 1929 wurden die Grenzen und die staatliche Souveränität des Papstes von Italien anerkannt. Dadurch ist der Papst als Bischof von Rom und Oberhaupt der katholischen Kirche nicht Untertan eines anderen Staates, sondern besitzt vielmehr alle gesetzgebende, vollziehende und richterliche Gewalt in seinem Staat.

Das Territorium des kleinsten Staates der Welt umfasst unter anderem den Petersplatz und den Petersdom, den Palast des Papstes mit Amtsräumen für die Verwaltung der katholischen Kirche, die Kurie, sowie die Vatikanischen Museen und die Vatikanischen Gärten. Als exterritoriale Gebiete des Vatikans auf italienischem Territorium gelten einige Kirchen, Paläste und Besitzungen in Rom, wie die Basiliken Santa Maria Maggiore, San Paolo und der Lateran sowie die päpstliche Sommerresidenz von Castel Gandolfo am Albaner See.

Petersplatz

Zu den rund 500 Staatsbürgern des Vatikans kommen weitere 300 Bewohner ohne Bürgerrechte und rund 3000 Angestellte hinzu (von denen nur wenige in Vatikanstadt leben), durch die der Betrieb des Kleinstaates mit eigenem Bahnhof, Post, Bank und Gesundheitswesen sowie die Verwaltung der Weltkirche gesichert werden. Der Stadtstaat ist auf Spenden, den Erlös aus der Münzprägerei und aus dem Briefmarkendruck sowie auf die Einnahmen aus Handels- und Gewerbemonopolen angewiesen. Zusammen mit den Erträgen aus Wirtschaftsbeteiligungen und Aktienbesitz werden so unter anderem der eigene Rundfunksender, die vatikanische Tageszeitung "Osservatore Romano" und der Unterhalt der Gebäude finanziert.

Die Verwaltung
Die Verwaltung des Vatikanstaates wird im wesentlichen vom Gouvernorat ausgeübt. Auffälligstes Corps innerhalb der Mauern sind die Schweizer Gardisten, katholische Bürger der Schweiz, die in ihren traditionellen Uniformen den Wachdienst versehen.
Für die Regierung der römisch-katholischen Kirche sind die Organe der Römischen Kurie bestimmt, Kongregationen (Ministerien), Tribunale, Räte, Büros, Kommissionen und Komitees, die von Kardinälen oder Erzbischöfen geleitet werden.
Erster und wichtigster Vertreter des Papstes ist der Kardinalstaatssekretär, der an der Spitze des Staatssekretariats, des wichtigsten Amtes der Kurie, steht und zugleich Mitglied des Kardinalskollegiums, des bedeutendsten Gremiums der römisch-katholischen Kirche, ist.

Der Heilige Stuhl unterhält Beziehungen zu rund 120 Staaten der Welt sowie allen wichtigen internationalen Organisationen.
Der Vatikan übt auf Besucher aus aller Welt stets eine ungewöhnliche Faszination aus, auf den frommen Pilger ebenso wie auf den interessierten Touristen. Der Petersplatz mit den Kollonaden Berninis gehört zu den schönsten Platzanlagen der Welt. Die Petersbasilika, die größte und berühmteste Kirche der Christenheit, ist die prächtigste äußerliche Kristallisation des christlichen Glaubens und zugleich eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der Menschheit. Die vatikanischen Paläste des Papstes bilden die umfangreichste Palastanlage der Welt. Sie dienen nicht nur dem Papst als Residenz und der Kurie als Verwaltungsstätte, sondern beherbergen auch die Vatikanische Bibliothek und die Vatikanischen Museen. Zu den unermesslichen Kunstschätzen gehören die Gemälde Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle und die Raffaels in den "Stanzen".

Staatsoberhaupt war von 1978 bis 2005 der 264. Bischof von Rom, Papst Johannes Paul II. (geb. 18.5.1920, gest. 2.4.2005 mehr über sein Leben). Am 19. April 2005 wurde der aus Deutschland stammende Kardinal Joseph Ratzinger, nach inoffizieller Zählung, als Benedikt XVI. zum 265. Papst gewählt.

Am 12. Februar 2013 hat Benedikt XVI. seinen Rücktritt von seinem Amt zum 28. Februar 2013 erklärt. Wie aus seiner Rede hervorgeht, könne er dieses Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht länger gut ausüben. Einen letzten Ausschlag für den seit längerem geplanten Rückzug vom Amt gab sicherlich auch das 300-Seiten umfassende "VatiLeaks"-Material ("gestohlene Dokumente", "Sex" und "Korruption" im Vatikan), welches Benedikt am 17. Dezember 2012 vorgelegt wurde ("VatiLeaks"-Affäre).
Zuletzt hat 1294 ein Papst (Coelestin V.) freiwillig und aufgrund einer persönlichen Entscheidung sein Amt aufgegeben.

13. März 2013: Der neue Papst heißt Franziskus

Am 13. März wählte das seit dem 12. März einberufene Konklave der 115 Kardinäle im fünften Wahlgang den 76-jährigen Kardinal Jorge Mario Bergoglio (* 1936) aus Argentinien zum Nachfolger von Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger). Als 266. Papst nimmt Bergoglio den Amts-Namen "Franziskus" an (in Anlehnung an den Heiligen Franziskus von Assisi, 1181-1226). Nicht nur diese Namensgebung ist einmalig in der Kirchengeschichte, mit Jorge Mario Bergoglio ist erstmals ein Erzbischof aus Lateinamerika und ein Vertreter des Jesuiten-Ordens (Provinzial des Jesuiten-Ordens von 1973 bis 1979) Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1490 f.



www-Links



Italien
 Interreligiöser Dialog bei Franz von Assisi
 "Mission heute" am Beispiel des Franziskus von Assisi (1182-1226)
 Kein Frieden ohne Frieden der Religionen
 Hexen und Hexenverfolgung
 Humanismus - Reformation - Protestantismus
 Uni-Arbeiten zu den Komplexen "Evangelische Theologie" und "Religionsgeschichte"

Der Heilige Stuhl - The Holy See
Der Heilige Stuhl - Staat der Vatikanstadt
Radio Vatikana
Liste der Päpste
Der Mythos um "Päpstin Johanna"
Agenzia Fides - Agenzia della Congregazione per l'Evangelizzazione dei Popoli
MISNA - Missionary Service News Agency
Der Heilige Stuhl - Informationsangebote - Zeitung - L'Osservatore Romano
The Holy See - News Services - Press
CIA - The World Factbook -- Holy See (Vatican City)
Resources on Vatican City
BUBL LINK / 5:15 Internet Resources: Vatican city
Vatican City - Travel Photos by Galen R Frysinger
Background Notes: The Holy See
Political Resources on the Net - Vatican
Papst Johannes Paul II
Papst Benedict
Visit Museum at Vatican
Schweizergarde - Wikipedia
Opus Dei - Wikipedia
Istituto per le Opere di Religione - Wikipedia
Weltjugendtag - Der Vatikan gibt keinen Cent - Handelsblatt
Vatikanbank
Geheimgesellschaften

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