Willkommen in der Republik Marshall-Inseln

[Geschichte und aktuelle Situation] [Literatur] [www-Links]


translate this page


Offizieller Name: Republik Marshall-Inseln
Hauptstadt: Dalap-Uliga-Darrit
Fläche: 181 km²
Landesnatur: 2 Archipele mit 34 niedrigen Atolle
Höchster Punkt: 10 m im Likiep-Atoll
Klima: Feuchtheißes tropisches Klima
Regierungsform: Konstitutionelle Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 24 Bezirke
Parlament: Parlament mit 33 Mitgliedern, Wahl alle 4 Jahre, und Rat der Stammesführer mit 12 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 1. Mai
Einwohner: 62.000 (1999); 59.071 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 343 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 71% (1999)
Analphabetenquote: 9% (1999)
Sprache: Englisch
Religion: Protestanten


Geschichte und aktuelle Situation

Im Nordosten Mikronesiens liegen die Marshall-Inseln - über tausend flache Eilande, darunter 34 Atolle und 870 Riffe. Sie verteilen sich über ein Seegebiet zwischen 5 Grad und 15 Grad nördlicher Breite und 162 Grad und 173 Grad östlicher Länge und sind in zwei von Nordwesten nach Südosten ziehende Ketten gegliedert: die Ratak- und die Ralikgruppe. Die Inseln haben viele gut geschützte Naturhäfen. Das Klima ist ozeanisch-kerntropisch mit ausgeglichenen, hohen Temperaturen und einem Jahresniederschlag von 4000 mm, der regelmäßig über das Jahr verteilt fällt. Gelegentlich können Wirbelstürme auftreten, die dann häufig zu Verwüstungen führen. Die natürliche Vegetation sind Kokospalmen.
Die einzelnen Inselgruppen wurden seit 1529 von Seefahrern verschiedener Nationen entdeckt. Benannt wurden sie nach dem britischen Kapitän John Marshall (1755-1835), der einige Inseln 1788 erforschte.
1886 erklärte das Deutsche Reich die Marshall-Inseln zu seinem Schutzgebiet. Das wirtschaftliche Interesse galt vorwiegend dem Kopra. Auf das Leben der Insulaner wurde nur wenig Einfluss genommen.
Die Japaner, die 1914 die Inseln besetzten und sie nach dem Ersten Weltkrieg als Völkerbundsmandat verwalteten, kolonisierten die Inseln und bauten sie zur Ausgangsbasis für die geplante Eroberung des Südpazifiks aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Marshall-Inseln von den USA erobert und 1947 Teil des von ihnen verwalteten UN-Treuhandgebiets.

Die Mandatsmacht erhielt den Auftrag, Mikronesien wirtschaftlich, sozial und kulturell zu entwickeln und das Gebiet zur Selbstregierung zu führen. Erst in den 1960er Jahren kamen die USA ihren Mandatsverpflichtungen nach und entsandten Lehrer, Ärzte und Landwirtschaftsberater nach Mikronesien. Die US-amerikanische Nachkriegspolitik war anfänglich darauf ausgerichtet, Mikronesien in ihren Verteidigungsgürtel zwischen Alaska und Australien einzubeziehen. Das Kwajalein-Atoll, mit einer Ausdehnung von fast 1700 km² eines der größten Atolle der Welt, wurde zu einer riesigen Raketenkontrollstation sowie einer Basis für See- und Luftstreitkräfte ausgebaut.

Die Atolle Bikini und Eniwetok (Enewetak) waren von 1946 bis 1958 Schauplätze von US-amerikanischen Atomwaffenversuchen. Die Bewohner mussten ihre Inseln verlassen und durften erst 1973 zurückkehren, nachdem Messungen die Unbedenklichkeit der radioaktiven Verseuchung bescheinigt hatten. Die Freigabe des Atolls zur Wiederansiedlung erfolgte jedoch zu früh, weil die radioaktive Verseuchung höher und damit die Gefährdung der Bevölkerung größer war als zunächst angenommen. Daher mussten die zurückgekehrten Bewohner Bikini zum Teil wieder verlassen, bis schließlich 1997 das Atoll, im Gegensatz zu einigen anderen Inseln des Eniwetok-Atolls, für bewohnbar erklärt wurde. Die von der Zwangsumsiedlung Betroffenen erstritten von der US-Regierung Entschädigungszahlungen, die zusammen mit weiteren Finanzhilfen einen Großteil der Einnahmen der Marshall-Inseln ausmachen.

Seit 1986 hatten die Marshall-Inseln den Status einer teilweise unabhängigen Republik, die in einem Assoziierungsvertrag den USA die Außen- und Verteidigungspolitik übertrug. Lange standen die Inselbewohner vor der Frage, ob sie völlige Selbständigkeit wählen sollen. Man suchte noch nach einer nationalen Identität, einem verbindenden Nationalgefühl, wollte aber auch nicht auf die finanzielle Unterstützung der USA verzichten. Der UNO-Sicherheitsrat erkannte dann 1990 die volle Unabhängigkeit des Inselstaates an. Schon seit 1979 haben die Marshall-Inseln ein modifiziertes parlamentarisches Regierungssystem mit einem, dem Parlament (Nitijela) verantwortlichen Präsidenten, der zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef ist. Dem gewählten Parlament zur Seite steht ein zwölfköpfiger Häuptlingsrat.

Wichtigster Erwerbszweig der Bevölkerung ist nach wie vor die Kopraproduktion. Die übrige Landwirtschaft dient vorwiegend der Selbstversorgung. Der natürliche Fischreichtum der Marshall-Inseln hat als Nahrungsquelle für die Insulaner eine überragende Bedeutung - und ermöglicht darüber hinaus den Aufbau einer Fischverarbeitungsindustrie, der wie auch die Intensivierung des Fischfangs durch die Schaffung einer eigenen Fangflotte mit Hilfe von Investitionen der Volksrepublik China in die Wege geleitet werden soll.
Wichtigster Erwerbszweig auf den Marshall-Inseln ist der Dienstleistungsbereich; der Tourismus spielt keine große Rolle. Hauptarbeitgeber sind die öffentliche Verwaltung und der US-Militärstützpunkt auf Kwajalein, den die USA bis 2016 gepachtet haben. Weil ein großer Teil des Atolls militärisches Sperrgebiet ist, wurde seit den 1960er Jahren ein Großteil der Bewohner von der Hauptinsel auf die unfruchtbare und viel kleinere Nachbarinsel Ebeye umgesiedelt.
Zwei Drittel der Einwohner der Marshall-Inseln leben auf den Atollen Kwajalein und Majuro, wo auch die Hauptstadt Dalap-Uliga-Darrit (Kurzform: DUD) liegt, die rund 20.000 Einwohner hat.

up

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.930 f.



www-Links



Republic of the Marshall Islands
CIA -- The World Factbook -- Marshall Islands
Resources on the Marshall Islands
Yokwe Online -- Dedicated to the People of the Marshall Islands!
Welcome to Bikini Atoll Environment, Safety, & Health - Health Programs
Living in Marshall Islands Islands
www.marshalislands.com
Marshall Inseln ehemalige deutsche Kolonie
Steueroase Marshall Inseln
Reiseführer Marshall Inseln

up