Willkommen in Papua-Neuguinea

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Offizieller Name: Unabhängiger Staat Papua-Neuguinea
Hauptstadt: Port Moresby
Fläche: 462.840 km²
Hauptflüsse: Fly, Sepik, Purai
Höchster Punkt: Mount Wilhelm 4694 m
Klima: Feuchtheißes tropisches Klima
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II., vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Ministerpräsident
Einwohner: 4.702.000 (1999); 5.545.268 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 10 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 17% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 39% (1999)
Analphabetenquote: 24% (1999)
Sprache: Englisch, melanesisches Pidgin, Papua-Sprachen
Religion: Protestanten 58%, Katholiken 33%
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Erdöl und -produkte, Nahrungsmittel
Exportgüter: Gold, Palmöl, Kopra, Kaffee, Kakao, Tee, Gummi, Kupfer, Holz und Holzprodukte


"Ich komme aus der Steinzeit" - Mit diesen Worten beschrieb der österreichische Anthropologe Heinrich Harrer (*1912) vor bald vierzig Jahren einen längeren Aufenthalt in Neuguinea. Rund ein Viertel des Inselgebietes, insbesondere das Landesinnere, galt zu dieser Zeit noch als Sperrgebiet. Wer in solche Gebiete vordringen wollte, tat dies auf eigene Verantwortung und musste stets damit rechnen, unterwegs von einem Schwarm giftiger Pfeile überrascht zu werden.
Denn Neuguineas Urwald- und Bergstämme misstrauten jedem Fremden. Sie wehrten sich auch gegen das Vordringen des weißen Mannes, insbesondere gegen dessen "stählerne Vögel", die Flugzeuge, die bei den Eingeborenen als Vorboten künftigen Unglücks angesehen wurden.
Vieles hat sich seit Harrers Tagen gewandelt, doch einiges erscheint dem heutigen Besucher immer noch als urtümlich. Abgesehen von einzelnen Orten im Westen der Insel oder im zentralen Hochland gibt es praktisch keine Sperrgebiete mehr. Der gewaltsame Widerstand der Einheimischen ist gebrochen. Ökonomische Interessen haben das rohstoffreiche Land geöffnet, so dass zumindest Teilgebiete des neuen Staates von Verwaltung und Wirtschaft erschlossen wurden. Doch auch heute gibt es auf Papua-Neuguinea noch zahlreiche Gebiete, in denen man sich in die Steinzeit zurückversetzt fühlen kann. Es lassen sich Stämme finden, deren Angehörige, bloß mit Lenden- oder Penisschurz bekleidet, fast ausschließlich von der Jagd und Sammeltätigkeit leben, und deren Jagdwerkzeuge Pfeil und Bogen sind. Und noch immer zirkulieren Gerüchte, wonach selbst heute, im dunklen Herzen der Insel Kannibalen anzutreffen seien.
Papua-Neuguinea wirkt auf fremde Besucher seit eh und je wie ein Mythos. Seit den Tagen, da die Europäer vor mehr als 470 Jahren diese Insel erstmals betraten, begegnen Ausländer den häufig fremd uund gefährlich wirkenden Eingeborenen mit einer eigenartigen Mischung aus Neugier und Respekt. Die exotisch klingende Bezeichnung Papua ist nicht etwa dem lokalen Sprachschatz entnommen, sondern geht auf Inigo Ortiz de Retez zurück, der 1545, rund zwanzig Jahre nachdem der erste Weiße die Insel betreten hatte, in Neuguinea gelandet war und das Land als "Ilha dos Papuas", wörtlich als die "Insel der Kraushaarigen" beschrieb. Diese Bezeichnung hat sich im offiziellen Landesnamen gehalten.

Auch wenn Neuguinea erst im 16. Jahrhundert vom weißen Mann entdeckt wurde, ist die Insel, wie archäologische Funde zeigen, schon seit über 50.000 Jahren bevölkert. In mehreren Schüben kamen Einwanderer aus Südostasien auf die Insel. Die Vielzahl von Stämmen auf Neuguinea - heutzutage werden noch rund 800 unterschiedliche Sprachen gesprochen - rührt daher.

Die Vermischung zwischen den Stämmen ist gering, denn dichter tropischer Regenwald und eine bis über 4000 m hohe Bergkette mit schneebedeckten Gipfeln wirken als natürliche Barrieren.
Dieser wilden Natur ist es auch zuzuschreiben, dass Neuguinea von den europäischen Kolonialmächten, nachdem diese bereits auf fast allen umliegenden Gebieten Fuß gefasst hatten, lange Zeit vernachlässigt wurde. Und als die Niederländer, Briten und Deutschen sich schließlich ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Neuguinea niederließen, beschränkten sie ihre Präsenz nur auf die Küstengebiete: Der Nordosten kam als Kaiser-Wilhelm-Land 1884 in deutsche Hand.

Engelhardt

Im Süden schufen die Briten im selben Jahr das Protektorat Britisch-Neuguinea und auf dem westlichen Teil der Insel hatten schon zu Beginn des Jahrhunderts die Niederländer Niederländisch-Neuguinea etabliert, welches sich die Indonesier 1962 mit militärischer Gewalt und politischem Geschick aneigneten und im folgenden Jahr als Provinz Irian Jaya ihrem Land eingliederten. Im Ersten Weltkrieg mussten die Deutschen ihre Besitzungen an die Australier abtreten, die nach dem Zweiten Weltkrieg sogar den ganzen Ostteil der Insel als UN-Treuhandgebiet verwalteten.
Im Dezember 1973 erhielt das heutige Papua-Neuguinea zunächst innenpolitisch die Eigenverantwortung übertragen und zwei Jahre später wurde in der Hauptstadt Port Moresby die unabhängige Republik ausgerufen. Papua-Neuguinea ist seither eine konstitutionelle Monarchie.
Staatsoberhaupt ist die britische Königin, die durch einen Generalgouverneur vertreten wird. Das Volk wählt die Vertreter des Einkammerparlaments, dem die Regierung verantwortlich ist.

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Wirtschaft und Bevölkerung

Wirtschaft
Der Wildheit der Natur ist es auch zuzuschreiben, dass die infrastrukturelle und wirtschaftliche Erschließung des Landes nur langsam vorankommt. Zwar existiert hier seit vielen Jahren ein blühender Bergbau, dem auch in Zukunft ein weiteres kräftiges Wachstum zugetraut werden kann, doch betreibt ein Großteil der einheimischen Bevölkerung nach wie vor Selbstversorgungswirtschaft.

Daneben gibt es aber auch Plantagen sowie landwirtschaftliche Kleinbetriebe, die markt- und exportorientiert sind. Die wichtigsten Güter sind Kakao, Tee, Kaffee, Kokosnüsse und Kokospalmöl. Obschon Papua-Neuguinea einer der wichtigsten Goldproduzenten der Welt ist und auch Kupfer sowie Silber fördert, mangelt es der jungen Vielvölker-Nation an Straßen und billigen Transportmitteln, die eine vermehrte binnenwirtschaftliche Aktivität, vor allem den Ausbau des verarbeitenden Gewerbes, ermöglichten. In den 1980er Jahren verfügte Papua-Neuguinea gerade erst über 640 km geteerte Überlandstraßen. Wie wenig das ist, wird klar, wenn man berücksichtigt, dass das Straßennetz im modernen Zwergstaat Singapur zur gleichen Zeit bereits mehr als 2600 km umfasste.

Außerdem befinden sich die wichtigsten Kupfer- und Goldminen auf der Insel Bougainville und nicht auf Neuguinea selber, wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt. Zudem unterliegen sowohl Kupfer als auch Gold den starken Preisschwankungen des Weltmarktes.

Bevölkerung
Die Eingeborenen - vor allem Papua, daneben aber auch Papua-Melanesier, Negritos, Mikronesier und Polynesier - gliedern sich in über 700 Stämme. Die im Distrikt Mandang lebenden Stämme der Negritos befinden sich noch auf der Kulturstufe der Steinzeit und ernähren sich hauptsächlich von Produkten des primitiven Landbaus, weniger von der Jagd, da ihnen Pfeil, Bogen und Lanze unbekannt sind. Auch viele Papua-Stämme leben noch auf einer steinzeitlichen Kulturstufe.
Weiße haben sich vorwiegend an der Küste niedergelassen, entweder in Städten oder auf den Plantagen. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden Indonesier und Chinesen als Aufseher für die Plantagen angeworben. Ihre Nachkommen bilden heute nennenswerte Minderheiten.
Seit vielen Jahrzehnten sind auf Neuguinea christliche Missionen tätig, die die animistischen Glaubensvorstellungen der Eingeborenen mit Elementen des christlichen Glaubens beeinflusst, jedoch nicht verdrängt haben.

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Entwicklungen

» [...] Im Januar 2007 reichten 13.000 Landbesitzer eine Sammelklage über 4 Mrd. US-$ gegen ein australisches Bergbauunternehmen ein, das sie für Umweltschäden durch Gold- und Kupferabbau in Ok Tedi im Westen des Landes verantwortlich machen.
Bei Umweltschützern und Anwohnern umstritten ist das Vorhaben eines kanadisch-australischen Konsortiums, ab Ende 2009 im Gebiet Solwara-1 im Tiefseebergbau Gold und Kupfer abzubauen.«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.379.

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1124 f.



www-Links



aktuelle Reisemedizin : Papua-Neuguinea
Beziehungen zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland
www.traditionsverband.de, Deutsch-Neuguinea war kein Schlaraffenland
EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE VON PAPUA-NEUGUINEA
Liebenzeller Mission
Papua New Guinea Virtual Library
Reiseland Papua-Neuguinea
JANE'S PAPUA NEW GUINEA HOME PAGE
CIA - The World Factbook -- Papua New Guinea
Post-Courier Online: Online news from New Guinea's national newspaper
An Introduction to Papua New Guinea
Gateway to the Government of the Independent State of Papua New Guinea
Music Instruments of Papua New Guinea
The Catholic Church of Papua New Guinea and Solomon Islands
Languages of Papua New Guinea
Recipes from Papua New Guinea
Internet Public Library: Papua New Guinea
USGS: New Guinea Tsunami

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