Willkommen auf den Salomonen

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Offizieller Name: Solomon Islands
Hauptstadt: Honiara
Fläche: 28.896 km²
Landesnatur: Gebirgige Inseln vulkanischen Ursprungs
Höchster Punkt: Mount Makarakomburu 2447 m
Klima: Feuchttropisches Klima
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König/in von Großbritannien (UK), vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 8 Provinzen und Hauptstadt
Parlament: Nationalparlament mit 50 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 7. Juli (1978; Unabhängigkeit von Großbritannien)
Einwohner: 430.000 (1999); 552.438 (geschätzt Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 15 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 23% (1999)
Analphabetenquote: 38% (1999)
Sprache: Englisch (Amtssprache), Pidgin-Englisch, Kwara'ae, 80 andere melanesische (93%), polynesische (4%) und mikronesische (1,5%) Sprachen
Religion: Anglikaner 34%, Katholiken 19%, Protestanten 42% (Baptisten 17%)
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Brennstoffe, Nahrungsmittel
Exportgüter: Fische, Palmöl, Kopra, Holz, Kakao, Muscheln


Das Gebiet des im Jahre 1978 unabhängig gewordenen Staates Salomonen ist weitgehend identisch mit der gleichnamigen Inselgruppe. Allerdings gehören die nördlichsten Inseln der Salomonen bereits zum Nachbarstaat Papua-Neuguinea, und im Süden reicht das Staatsgebiet über die Inselgruppe hinaus und schließt auch die weitab gelegenen Santa-Cruz-Inseln sowie Rennell ein. Die zahlreichen Inseln sind fast alle bewohnt.
Die eigentlichen Salomonen bilden zwei parallel verlaufende Ketten, die sich über rund 1000 km von Nordwesten nach Südosten erstrecken. Sie sind weitgehend durch schroffe Gebirge mit zerklüfteten Hängen gekennzeichnet. Der höchste Gipfel, der auf Guadalcanal gelegene Mount Makarakomburu, erreicht 2447 m Höhe. Die Gebirge im Inneren der meisten Inseln machen die verkehrsmäßige Erschließung äußerst schwierig. Der bis heute bestehende wirtschaftliche und kulturelle Gegensatz zwischen den Küstenregionen und dem Inselinneren ist hierauf weitgehend zurückzuführen.
Die Salomonen sind zwar vulkanischen Ursprungs, doch sind die mächtigen Lavadecken, die den Sockel der Inseln bilden, bereits zu Beginn des Tertiärs, vor rund 60 Millionen Jahren entstanden.

Im weiteren Verlauf der geologischen Entwicklung der Erde versanken diese alten Basaltmassive, so dass sich Meeressedimente und Kalk von Korallenriffen über den Lavadecken ablagerten. Durch erneute Hebung und Wiederaufleben des Vulkanismus wurde das heutige Relief geprägt.
Wie überall am Rande des Pazifik machen sich auch auf den Salomonen die Bewegungen der Erdkruste in Form von Erdbeben und aktivem Vulkanismus bis in die Gegenwart hinein bemerkbar. Am 2.April 2007 haben zwei Seebeben vor der Küste der Salomonen einen Tsunami ausgelöst, dessen bis zu 10 m hohe Wellen die Inselgruppe überrollt hat.
Der gebirgige Charakter der Inseln prägt auch das Klima: feuchtwarme Luftmassen, zum Aufsteigen gezwungen, regnen sich in gewaltigen Niederschlägen ab. Die durchschnittliche Menge liegt bei 3000 mm pro Jahr, kann aber mancherorts 8000 mm pro Jahr erreichen. Die Regenzeit mit gelegentlichen Wirbelstürmen liegt zwischen Dezember und März. Zusammen mit den gleichmäßig hohen Temperaturen sind damit die Voraussetzungen für eine äußerst üppige Vegetation geschaffen. Auch heute noch sind die Inseln weitgehend von dichtem tropischen Regenwald bedeckt.

Abgesehen von einigen Europäern, Japanern und Chinesen leben auf den Inseln überwiegend Melanesier. Nahezu jeder Stamm hat eine eigene Sprache oder zumindest einen eigenen Dialekt, insgesamt werden über 80 Dialekte unterschieden. Zur Verständigung hat sich daher - besonders in den Küstenorten - das sogenannte Pidgin-Englisch durchgesetzt.
Die Zeit der häufigen Stammesfehden ist heutzutage vorbei. Die meisten Menschen gehören einer der christlichen Kirchen an. Allerdings haben sich auch traditionelle Glaubensvorstellungen erhalten, die - etwa in Form von Ahnenkulten - noch gepflegt werden.
Wichtige Erwerbszweige sind die Land- und Forstwirtschaft. Hauptanbauprodukte der Selbstversorgungswirtschaft sind Knollenfrüchte, vor allem Süßkartoffeln, Taro und Yams, sowie verschiedene Sorten Gemüse und Obst. Weit verbreitet ist die äußerst vielseitig nutzbare Kokospalme. Das aus ihren Nüssen gewonnene Kopra war lange Zeit das einzige Exportprodukt. Heute steht Bau- und Nutzholz an erster Stelle unter den Exportgütern, gefolgt von Fisch und Palmöl.

Entdeckt wurden die Salomonen bereits 1568 von dem Spanier Alvaro de Mendaņia de Neyra (1541-1595). Im Glauben, das sagenhafte Goldland des Königs Salomon entdeckt zu haben, gab er den Inseln ihren Namen. Doch da die Inseln kaum wirtschaftlichen Nutzen versprachen, gerieten sie für lange Zeit nahezu in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert interessierten sich zuerst einige Walfänger und Händler, später auch Missionare für die Inseln. 1885 nahm das Deutsche Reich die nördlichen Salomonen in Besitz, während die südlichen Inseln 1893 unter britische Schutzherrschaft gestellt wurden.

Größte militärische Bedeutung erhielten die Salomonen im Zweiten Weltkrieg, als sie 1942 von Japanern besetzt und dann in erbitterten Kämpfen von US-amerikanischen Truppen erobert wurden. Großbritannien gewährte den Inseln nach einer Phase der inneren Selbstverwaltung im Jahr 1978 die völlige Autonomie. Die Salomonen sind Mitglied des Commonwealth, Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II., vertreten durch einen einheimischen Generalgouverneur.

Entwicklungen
Zwischen 1998 und 2000 wurde die Hauptinsel Guadalcanal von Konflikten zwischen Malaitern und Isatabu heimgesucht. Die Isatabu warfen den 20.000 zugewanderten Malaitern vor, ihnen die Arbeit und Land wegzunehmen. Sie gelten als geschäftstüchtiger und haben die besseren Jobs. Folge der Unruhen: 1999 wurden dann mehrere Tausend Malaiter von der Insel vertrieben. Unternehmen und Entwicklungshelfer verließen die Inseln, die Produktion von Palmöl, Gold und Kokos ging zurück. Im Juni 2000 stürzten die Milizen der Insel Malaita den Premier Ulufa'alu und setzten Oppositionsführer Sogavare als Regierungschef ein. Mit dem "Peace Plan 2000" wollte Sogavare die Gruppen miteinander versöhnen. Als Erstes gewährte er den Gegnern 2 Millionen US$ Kriegsentschädigung aus dem Staatshaushalt. Da sich die Situation auch nach dem Friedensabkommen nicht wesentlich entschärft hat, wurde ab 2003 auf Bitten der salomonischen Regierung eine multinationale Militär- und Polizeitruppe (Regional Assistance Mission to the Solomon Islands, RAMSI) unter Leitung Australiens eingesetzt. Bis 2004 entspannte sich die Lage, woraufhin ein Teil der RAMSI-Verbände abgezogen werden konnte. Allerdings kam es nach den Wahlen von 2006 erneut zu heftigen Ausschreitungen. Der zunächst zum Premier gewählte Snyder Rini trat von seinem Amt zurück. Im Mai 2006 wurde Sogavare erneut zum Premierminister gewählt.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1224 f.



www-Links



Bilaterale Beziehungen zwischen den Salomonen und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Solomon Islands
Jane's Solomon Islands Home Page
Languages of Solomon Islands
Salomonen nach dem Putsch (Friedensratschlag)

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