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Tiergarten Straße - einst Sitz der
wichtigsten Botschaften, erhält ihren alten Rang zurück. Japaner und
Italiener ziehen in ihre alten Häuser der Vorkriegszeit ein. Neu gebaut
wurde die Botschaft für Indien (letztes Gebäude), hinzu kommen die
Botschaften der Emirate und Ägyptens. Natürlich werden auch alle 16
Bundesländer in Berlin vertreten sein. Die Geschäftsstelle von
Baden-Württemberg (weißes Gebäude) ist bereits bezogen. Das eingerüstete Gebäude ist die noch im Bau befindliche
Botschaft Österreichs.
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Wir biegen rechts in die Stauffenbergstraße (früher
Bendlerstraße) ein. Auf der rechten Seite (Nr. 11-13) der Bendlerblock -
die Gedenkstätte Deutscher Widerstand; Im 1911-14 gebauten
Vordergebäude residierten ursprünglich die obersten Marinebehörden des
Deutschen Reiches sowie das Reichsmarineamt, danach das
Reichswehrministerium; zu NS-Zeiten ab 1938 Sitz der militärischen
Spitzen (Oberkommando der Wehrmacht - OKW). Im Vorderhaus
Reichpietschufer befanden sich die Räume des „Amtes Abwehr“ unter dem
Kommando von Admiral Canaris, der die Widerstandsgruppe Rote
Kapelle organisiert hat.
Nach 1943 bildete sich um
Stauffenberg eine weitverzweigte Widerstandsgruppe im OKW. Am 20.
Juli 1944 kam es zum Attentat auf Hitler in dessen Hauptquartier
Wolfsschanze in Ostpreußen. Unter anderem wurde das gescheiterte
Attentat von Stauffenberg organisiert, der mit seinen Gehilfen
den Offizieren von Quirnheim, von Haeften und Olbricht
sofort festgenommen wurde und am folgenden Tag im Hof des Bendlerblockes
erschossen wurden. Anschließend erfolgte ein Rachefeldzug, wobei etwa
7000 Menschen, die irgendwie als Widerstandskämpfer verdächtig waren,
verhaftet wurden; vermutlich 160 wurden getötet, 89 davon in Plötzensee
hingerichtet. Im Hof steht die Gedenkskulptur „Der Widerstandskämpfer“
des bereits zu Nazi-Zeiten berühmten Bildhauers Richard Scheibe. Ein Teil des
Gebäudekomplexes dient heute als Dependance des
Bundesverteidigungsministeriums.
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Das Kulturforum - An der Ecke des Geländes, das
„Kulturforum“ genannt wird, steht eine Plastik von Serra („Berlin
junction“), die an die 200.000 Euthanasie-Opfer erinnern soll (Aktion
„T4“): eine in das Pflaster eingelassene neun Quadratmeter große
Kupferplatte. Im Bereich der Philharmonie, in der ehemaligen Tiergarten
Straße 4, befand sich die Organisationszentrale der
nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen. Auf einer Fläche von
etwa 750 Metern Länge und 500 Metern Breite sind eine Staatsbibliothek,
eine Philharmonie, ein Kammermusiksaal, ein Musikinstrumentenmuseum, ein
Kunstgewerbemuseum, eine Nationalgalerie, ein Wissenschaftszentrum
nebeneinander gestellt. Und natürlich musste eine zweite "Museumsinsel"
her, da der im Krieg nach Westen ausgelagerte Teil der ehemaligen
Königlich-Preußischen Kunstsammlungen nicht an den Ostteil zurückgegeben
wurde. 1984 wurde das Musikinstrumentenmuseum, 1987 das
Kunstgewerbemuseum eingeweiht.
Der große Komplex von
Kunstbibliothek, Kupferstichkabinett, Skulpturensammlung und
Gemäldegalerie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde in den späten
neunziger Jahren übergeben.
Entworfen wurde das Kultur-Forum von
einem Planungskollektiv unter Hans Scharoun, das ganz Berlin nach
1945 in Zonen einteilen wollte: Zonen der Arbeit, der Verwaltung, des
Wohnens, der Kultur, der Erholung. Wie Bänder sollten sie sich durch das
Stadtgebiet ziehen, von Ost nach West, dem Verlauf des Urstromtales, der
Spree folgend. Das Kulturband hätte an der Museumsinsel beginnen sollen,
an der Staatsoper, der Humbold-Universität und der Staatsbibliothek
vorbeigeführt, durch das Brandenburger Tor und den Tiergarten hindurch
bis zur Technischen Universität am Ernst-Reuter-Platz gereicht. Dieser
Plan scheiterte allein schon an den politischen Realitäten.
Nach
der Zerstörung der alten Philharmonie in der Bernburger Straße in der
Nähe des Potsdamer Platzes gab es keinen großen Konzertsaal mehr, also
wurde erst einmal die Philharmonie gebaut, 1961 wurde mit dem Bau
begonnen, im selben Jahr also als die Mauer hochgezogen wurde. Von
Scharoun als Himmelszelt gedacht, besticht der Bau durch seine
schwingende Dachsilhouette, die die Schwünge der Saaldecke nachzeichnet.
Der Konzertsaal hat keine Ränge, die Sitzreihen sind symmetrisch um das
Podium des Orchesters angeordnet. Die Musik, und nicht soziale
Rangunterschiede und Eitelkeiten stehen im Mittelpunkt.
Der
Kammermusiksaal, vom Architekten Wisniewski nach einer
Idee Scharouns ausgeführt, nimmt sowohl die Elemente der Dachgestaltung
als auch die Idee der „Musik in der Mitte“ auf. Die Gestaltung des
Saales soll zeitgenössische Komponisten anregen, Stücke auf diesen Raum
abgestimmt zu schaffen.
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Mit der Spaltung der Stadt brauchte der Westen eine
eigene Nationalgalerie, 1968 eröffnet. Von Mies van der Rohe
entworfen. Scheint eine frei schwebende Decke zu besitzen.
Stahlträgerkonstruktion.
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Eine eigene Staatsbibliothek, 1978
fertiggestellt, lichtdurchflutete Hallen, vielfach unterbrochen und
voneinander abgesetzt.
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Die Matthäi-Kirche (1846) - auch
„Polkakirche“ genannt aufgrund des einstigen beschwingten Lebens in der
Gegend, jetzt auf verlorenem Posten zwischen den Kulturbauten, war Mitte
des 19. Jahrhunderts Mittelpunkt des Tiergartenviertels, einer
Villengegend. In diesem damals vornehmsten Berliner Wohngebiet lebten
wohlhabende Bürger, Adelige, Schriftsteller, Künstler, hohe Beamte. Zur
Jahrhundertwende wurden einige Villen in Botschaften umgewandelt. Das
Viertel bekam den Beinamen „Diplomatenvierten“.
An das Gelände
des Kulturforumsgrenzt der Tiergarten sowie der Potsdamer Platz
und ein riesiges Freigelände, wo einst vornehme Villen standen; auf der
vierten Seite fließt der Landwehrkanal (hinter der Neuen
Nationalgalerie).
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Potsdamer Platz - heute: Die „Daimler City“;
Firma Debis, ABB und Sony errichteten auf knapp 100.000 m² ein modernes
Geschäfts- und Unterhaltungszentrum mit Wohnungen, Restaurants,
Einkaufspassagen, Kulturstätten.
Die Eröffnung des Debis-Centers war im Oktober 1998
mit Spielbank, Hyatt-Hotel, Kino etc. Das Sony-Center wurde Ende 1999
eröffnet. Der Platz wurde im Krieg zu 80% zerstört. Hier befand sich das
ehemals berühmteste Etablissement „Haus Vaterland“
(Stresemann/Köthener). Einst verkehrsreichster Platz Europas. Aufgrund
des starken Verkehrsaufkommens (20.000 Autos pro Stunde) wurde 1924 nach
amerikanischem Vorbild ein Verkehrsturm errichtet. Er war ein schlankes
fünfeckiges Bauwerk mit einer Normaluhr, fünf Ampelbatterien und einem
Ausguck für den Verkehrspolizisten (die erste Verkehrsampel in Berlin).
Eine Erinnerungstafel und Ampelnachbau einnert daran. Bis Ende 2000
erhielt jeder in der „roten Infobox“ genaueste Informationen über das
gigantische Bauvorhaben am Potsdamer Platz. Auf dem Höhepunkt der
Bautätigkeit waren gleichzeitig 60 Baukräne und 4000 Bauarbeiter im
Einsatz. Federführend: der italienische Architekt Renzo Piano
(Debis-Center / rechts) sowie Helmut Jahn (Sony-Center / links).
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Wir biegen von der Potsdamer Straße nach links in
die Straße Am Tempelhofer Ufer ab - Der Kanal zu unserer linken (nicht sichtbar) ist der
Landwehrkanal. Er wurde 1850 nach Plänen von P.J. Lenné gebaut.
Er ist 10 Kilometer lang und verbindet die Oberspree mit der Unterspree
(Hinweis auf Berlins Wasserstraßen und mehr als 50 Seen). Auf der rechten
Seite erblicken wir ein an Seilen aufgehängtes Flugzeug, ein
„Rosinenbomber“, Relikt aus der Zeit der „Luftbrücke“ (1948/49) -
Technikmuseum.
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