Stadtrundfahrt durch Berlin im Jahr 1999




Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer Stadtrundfahrt durch Berlin. Unsere Tour wird etwa dreieinhalb Stunden dauern und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdecken. Wir beginnen die Stadtrundfahrt im Herzen der früheren West-Berliner City am Kurfürstendamm etwa in der Höhe Meinecke Straße. Unser östlichster Punkt wird der "Alexander Platz" im Bezirk Mitte und unser westlichster das "Olympia-Stadion" im Bezirk Charlottenburg sein. Der nördlichste Punkt wird die "Neue Synagoge" im Bezirk Mitte und der südlichste der "Flughafen Tempelhof" im Bezirk Tempelhof sein...

Berlin Stadtplan



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Mein Fotoalbum: Festival of Lights -- 28 Fotos vom Event im Oktober 2005

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  • Botschaften Tiergartenstrasse Tiergarten Straße - einst Sitz der wichtigsten Botschaften, erhält ihren alten Rang zurück. Japaner und Italiener ziehen in ihre alten Häuser der Vorkriegszeit ein. Neu gebaut wurde die Botschaft für Indien (letztes Gebäude), hinzu kommen die Botschaften der Emirate und Ägyptens. Natürlich werden auch alle 16 Bundesländer in Berlin vertreten sein. Die Geschäftsstelle von Baden-Württemberg (weißes Gebäude) ist bereits bezogen. Das eingerüstete Gebäude ist die noch im Bau befindliche Botschaft Österreichs.


  • Wir biegen rechts in die Stauffenbergstraße (früher Bendlerstraße) ein. Auf der rechten Seite (Nr. 11-13) der Bendlerblock - die Gedenkstätte Deutscher Widerstand; Im 1911-14 gebauten Vordergebäude residierten ursprünglich die obersten Marinebehörden des Deutschen Reiches sowie das Reichsmarineamt, danach das Reichswehrministerium; zu NS-Zeiten ab 1938 Sitz der militärischen Spitzen (Oberkommando der Wehrmacht - OKW). Im Vorderhaus Reichpietschufer befanden sich die Räume des „Amtes Abwehr“ unter dem Kommando von Admiral Canaris, der die Widerstandsgruppe Rote Kapelle organisiert hat. PhilharmonieNach 1943 bildete sich um Stauffenberg eine weitverzweigte Widerstandsgruppe im OKW. Am 20. Juli 1944 kam es zum Attentat auf Hitler in dessen Hauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen. Unter anderem wurde das gescheiterte Attentat von Stauffenberg organisiert, der mit seinen Gehilfen den Offizieren von Quirnheim, von Haeften und Olbricht sofort festgenommen wurde und am folgenden Tag im Hof des Bendlerblockes erschossen wurden. Anschließend erfolgte ein Rachefeldzug, wobei etwa 7000 Menschen, die irgendwie als Widerstandskämpfer verdächtig waren, verhaftet wurden; vermutlich 160 wurden getötet, 89 davon in Plötzensee hingerichtet. Im Hof steht die Gedenkskulptur „Der Widerstandskämpfer“ des bereits zu Nazi-Zeiten berühmten Bildhauers Richard Scheibe.
    Ein Teil des Gebäudekomplexes dient heute als Dependance des Bundesverteidigungsministeriums.


  • Philharmonie und KammermusiksaalDas Kulturforum - An der Ecke des Geländes, das „Kulturforum“ genannt wird, steht eine Plastik von Serra („Berlin junction“), die an die 200.000 Euthanasie-Opfer erinnern soll (Aktion „T4“): eine in das Pflaster eingelassene neun Quadratmeter große Kupferplatte. Im Bereich der Philharmonie, in der ehemaligen Tiergarten Straße 4, befand sich die Organisationszentrale der nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen.
    Auf einer Fläche von etwa 750 Metern Länge und 500 Metern Breite sind eine Staatsbibliothek, eine Philharmonie, ein Kammermusiksaal, ein Musikinstrumentenmuseum, ein Kunstgewerbemuseum, eine Nationalgalerie, ein Wissenschaftszentrum nebeneinander gestellt. Und natürlich musste eine zweite "Museumsinsel" her, da der im Krieg nach Westen ausgelagerte Teil der ehemaligen Königlich-Preußischen Kunstsammlungen nicht an den Ostteil zurückgegeben wurde. 1984 wurde das Musikinstrumentenmuseum, 1987 das Kunstgewerbemuseum eingeweiht.
    Neue NationalgalerieDer große Komplex von Kunstbibliothek, Kupferstichkabinett, Skulpturensammlung und Gemäldegalerie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde in den späten neunziger Jahren übergeben.

    Entworfen wurde das Kultur-Forum von einem Planungskollektiv unter Hans Scharoun, das ganz Berlin nach 1945 in Zonen einteilen wollte: Zonen der Arbeit, der Verwaltung, des StaatsbibliothekWohnens, der Kultur, der Erholung. Wie Bänder sollten sie sich durch das Stadtgebiet ziehen, von Ost nach West, dem Verlauf des Urstromtales, der Spree folgend. Das Kulturband hätte an der Museumsinsel beginnen sollen, an der Staatsoper, der Humbold-Universität und der Staatsbibliothek vorbeigeführt, durch das Brandenburger Tor und den Tiergarten hindurch bis zur Technischen Universität am Ernst-Reuter-Platz gereicht. Dieser Plan scheiterte allein schon an den politischen Realitäten.

    Nach der Zerstörung der alten Philharmonie in der Bernburger Straße in der Nähe des Potsdamer Platzes gab es keinen großen Konzertsaal mehr, also wurde erst einmal die Philharmonie gebaut, 1961 wurde mit dem Bau begonnen, im selben Jahr also als die Mauer hochgezogen wurde. Matthäus-KircheVon Scharoun als Himmelszelt gedacht, besticht der Bau durch seine schwingende Dachsilhouette, die die Schwünge der Saaldecke nachzeichnet. Der Konzertsaal hat keine Ränge, die Sitzreihen sind symmetrisch um das Podium des Orchesters angeordnet. Die Musik, und nicht soziale Rangunterschiede und Eitelkeiten stehen im Mittelpunkt.

    Der Kammermusiksaal, vom Architekten Wisniewski nach einer Idee Scharouns ausgeführt, nimmt sowohl die Elemente der Dachgestaltung als auch die Idee der „Musik in der Mitte“ auf. Die Gestaltung des Saales soll zeitgenössische Komponisten anregen, Stücke auf diesen Raum abgestimmt zu schaffen.


  • Mit der Spaltung der Stadt brauchte der Westen eine eigene Nationalgalerie, 1968 eröffnet. Von Mies van der Rohe entworfen. Scheint eine frei schwebende Decke zu besitzen. Stahlträgerkonstruktion.


  • Eine eigene Staatsbibliothek, 1978 fertiggestellt, lichtdurchflutete Hallen, vielfach unterbrochen und voneinander abgesetzt.


  • Potsdamer PlatzDie Matthäi-Kirche (1846) - auch „Polkakirche“ genannt aufgrund des einstigen beschwingten Lebens in der Gegend, jetzt auf verlorenem Posten zwischen den Kulturbauten, war Mitte des 19. Jahrhunderts Mittelpunkt des Tiergartenviertels, einer Villengegend. In diesem damals vornehmsten Berliner Wohngebiet lebten wohlhabende Bürger, Adelige, Schriftsteller, Künstler, hohe Beamte. Zur Jahrhundertwende wurden einige Villen in Botschaften umgewandelt. Das Viertel bekam den Beinamen „Diplomatenvierten“.

    An das Gelände des Kulturforumsgrenzt der Tiergarten sowie der Potsdamer Platz und ein riesiges Freigelände, wo einst vornehme Villen standen; auf der vierten Seite fließt der Landwehrkanal (hinter der Neuen Nationalgalerie).


  • Potsdamer Platz - heute: Die „Daimler City“; Firma Debis, ABB und Sony errichteten auf knapp 100.000 m² ein modernes Geschäfts- und Unterhaltungszentrum mit Wohnungen, Restaurants, Einkaufspassagen, Kulturstätten. Infobox und AmpelDie Eröffnung des Debis-Centers war im Oktober 1998 mit Spielbank, Hyatt-Hotel, Kino etc. Das Sony-Center wurde Ende 1999 eröffnet. Der Platz wurde im Krieg zu 80% zerstört. Hier befand sich das ehemals berühmteste Etablissement „Haus Vaterland“ (Stresemann/Köthener). Einst verkehrsreichster Platz Europas. Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens (20.000 Autos pro Stunde) wurde 1924 nach amerikanischem Vorbild ein Verkehrsturm errichtet. Er war ein schlankes fünfeckiges Bauwerk mit einer Normaluhr, fünf Ampelbatterien und einem Ausguck für den Verkehrspolizisten (die erste Verkehrsampel in Berlin). Eine Erinnerungstafel und Ampelnachbau einnert daran. Bis Ende 2000 erhielt jeder in der „roten Infobox“ genaueste Informationen über das Technik-Museumgigantische Bauvorhaben am Potsdamer Platz. Auf dem Höhepunkt der Bautätigkeit waren gleichzeitig 60 Baukräne und 4000 Bauarbeiter im Einsatz. Federführend: der italienische Architekt Renzo Piano (Debis-Center / rechts) sowie Helmut Jahn (Sony-Center / links).


  • Wir biegen von der Potsdamer Straße nach links in die Straße Am Tempelhofer Ufer ab - Der Kanal zu unserer linken (nicht sichtbar) ist der Landwehrkanal. Er wurde 1850 nach Plänen von P.J. Lenné gebaut. Er ist 10 Kilometer lang und verbindet die Oberspree mit der Unterspree (Hinweis auf Berlins Wasserstraßen und mehr als 50 Seen). Auf der rechten Seite erblicken wir ein an Seilen aufgehängtes Flugzeug, ein „Rosinenbomber“, Relikt aus der Zeit der „Luftbrücke“ (1948/49) - Technikmuseum.




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