|
Seite 3
-
Wir biegen in die Großbeerenstraße ein - der Bezirk
Kreuzberg mit seiner natürlichen 66 Meter hohen Erhebung.
„Kreuzberg“ ist der kleinste und gleichzeitig mit 160.000 Einwohnern am
dichtesten bewohnte Bezirk Berlins. Ehemals Arbeiterbezirk. Dann
zunehmend von Künstlern, Studenten, Alternativen bewohnt. Wir erreichen
die Kreuzbergstraße. Vor uns der 1894 angelegte Viktoriapark (nach
Plänen von Mechting; erster öffentlicher Park im Arbeiterbezirk).
Auf dem "Gipfel" des Kreuzberg das 1821 errichtete Nationaldenkmal
(Sieg gegen Napoleon) mit Eisenkreuz (entworfen von Karl Friedrich
Schinkel), das dem Berg seinen Namen gab.
- Über
Kreuzbergstraße rechts in den Mehringdamm zum Luftbrückendenkmal und
Flughafen Tempelhof - Der Flughafen Tempelhof erhielt
während der Berlin-Blockade zwischen Juni 1948 und Mai 1949 seine
bis heute herausragende Bedeutung. Aufgrund der Währungsreform in der
neugegründeten BRD sperrten die Sowjets alle Zufahrtmöglichkeiten im Westteil der Stadt, und sie drehten der Stadt allmählich den Strom ab.
Das giagantische Unternehmen „Luftbrücke“, organisiert vom
Stadtkommandanten Clay und dem Berliner Bürgermeister Ernst
Reuter („Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt“), beförderte
mit ihren „Rosinenbombern“ (Süßigkeiten für die Kinder) 2,3 Millionen
Tonnen Güter, u.a. auch ein komplett zerlegtes Kraftwerk.
Die drei Haken
des Luftbrückendenkmals weisen auf die drei Luftkorridore von Berlin in
den Westen Deutschlands - Hamburg, Stuttgart, Frankfurt - hin. Eine
Erinnerungstafel erinnert an die 78 Opfer der Luftbrücke.
Der
Flughafen Tempelhof, gleich hinter dem Luftbrückendenkmal, blickt
auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Der „Soldatenkönig“ Friedrich
Wilhelm I. nutzte das Feld am Südrand des heutigen Kreuzberges und
damaligen Tempelhofer Berges erstmals als Parade- und Exerzierplatz. Ab
Mitte des 19. Jahrhunderts fanden hier riesige Paraden im Frühjahr und
Herbst statt. In der Zeit vor 1900 auch öffentliches Sportgelände. 1908
testeten auf diesem Gelände die Brüder Wright ihr erstes Motorflugzeug.
1924 eröffnete auf dem östlichen Teil des Tempelhofer Feldes der
Zentralflughafen. 1926 wurde die Lufthansa gegründet. 1937 wurde
der Flughafen nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel
(Reichsluftfahrtministerium) zum größten Flughafen des Kontinents und
zweitgrößten Gebäudekomplex der Welt (nach dem Pentagon DC) ausgebaut.
Riesige Räume befinden sich unter der Erde. Über dem Haupteingang
thronte ein überdimensionierter Nazi-Adler mit der Weltkugel in seinen
Krallen. Die amerikanischen Besatzer schafften diese Trophäe 1961 in ein
Armeemuseum in die USA. Mitte der achtziger Jahre tauchte dann ein Teil
dieses Symbols nationalsozialistischen Größenwahns wieder auf. Der Kopf
des Adlers wurde zum Symbol amerikanisch-deutscher Freundschaft. Der
Flughafen wurde erst kurz nach dem Krieg vollständig fertiggestellt. Er
diente der US-Army als unverzichtbare Nachschubbasis. Seit einigen
Jahren verkehren hier wieder kleinere Propellerflugzeuge für die
kürzeren und schwächer frequentierten Flugstrecken. Im Oktober 2008 wurde der gesamte Flughafenbetrieb für immer eingestellt.
Ab dem Jahr 2013 beginnt die Umwandlung des riesigen Flugfeldes in eine attraktive Parklandschaft, die verschiedensten Nutzerbedürfnissen von Sport (u.a. ein 60 m hoher Kletterfelsen) und Unterhaltung bis Entspannung gerecht werden will. Im Jahr 2017 soll dann hier die Internationale Gartenausstellung (IGA) stattfinden.
 - Vom
Columbiadamm biegen wir links in die Friesenstraße ein. Auf der rechten
Seiten fällt uns sofort der große rote Backsteingebäudekomplex auf.
Hierbei handelt es sich um einen typischen Kasernenbau des späten 19.
Jahrhunderts. Das Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiment No. 4 und
das Garde-Kürassier-Regiment waren hier stationiert. Heute hat sich
dort die Polizeidirektion 5 etabliert. Auch das zentrale
Kraftverkehsamt, wo jeder Berliner sein Auto anmelden muss,
befindet sich auf diesem Gelände.
- Im Gebiet der Friesenstraße
fanden in den 70er und 80er Jahren die Hausbesetzungen statt. Zum Teil
mit Erfolg wurden die stuckverzierten Häuser der Jahrhundertwende unter
Denkmalschutz gestellt. Die Gegend diente als Kulisse berühmter Filme
wie „Cabaret“ mit Liza Minelli, „Das Schlangenei“ und Fassbinders
„Berlin Alexanderplatz“.
An der Bergmannstraße stoßen wir auf die
Marheineke-Halle. Von den alten Markthallen gibt es nur noch
drei. Nur noch der Eingangsbereich zur Zossenerstraße hin ist in der
ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben. Die 1891-92 gebaute Halle
wurde 1945 zerstört und 1952-53 neu aufgebaut. An ihren Außenwänden sind
altbekannte Berliner Originale zu sehen: Der Leierkastenmann - ein
ständiger Gast in den Höfen der Mietskasernen (vor hundert Jahren
mussten Steuern nur für die Vorderhäuser gezahlt werden. So kam es, dass
soweit wie möglich nach hinten gebaut wurde - oft mit bis zu zehn
Hinterhöfen; in den Seiten- und Quergebäuden wohnten die Leute meist nur
in Küche und Stube. Es gab kein Bad, und die Gemeinschafts-Toilette
befand sich im Treppenhaus. 1871 wohnten etwa 160.000 Menschen mit fünf
bis sechs und mehr Personen pro Zimmer - Küchen eingerechnet -, 1910
immer noch etwa 140.000 = 7% der Berliner Bevölkerung; die Wohnung
diente vielen auch noch als Arbeitsplatz; oft wurden auch noch junge
„Schlafburschen“ gegen Bezahlung aufgenommen; der enge Kontakt der
vielen Menschen zueinander ließen die „Schwindsucht“, TBC, zur
Massenkrankheit der armen Schichten Berlins werden. Eine solche
Zusammenballung von Häusern und Menschen verhalf vielen Spekulanten zu
einem Millionenvermögen. Der Schöpfer dieses Bebauungsplanes war
James Hobrecht - „soziale Durchmischung verschiedener
Gesellschaftsschichten“); die Harfenjule - die Sängerin mit der Harfe in
Straßen und Kneipen des südlichen Berlin; der Wurstmaxe; der eiserne
Gustav - der bekannteste Kutscher der Stadt und Kämpfer gegen die
Motorisierung der Droschken; der Scherenschleifer und der Kohlenträger,
der auch heute noch mit seinen Brikettkästen die Mieter in den Altbauten
beliefert. Heute ist die Markthalle ein lebendiger Ort. Es geht laut,
offen, direkt, herzlich zu. Hier kreuzbergern sie auf türkisch,
arabisch, deutsch und griechisch, handeln und feilschen miteinander.
-
Etwa einen Kilometer entfernt liegen die Friedhöfe vor
dem Halleschen Tor - Am Mehringdamm, gegenüber der ehemaligen
Dragonerkaserne, liegt der Eingang zum Jerusalemer Kirchhof. An ihn
schließen sich die Friedhöfe der Neuen und der Dreifaltigkeitsgemeinde
an. Die Baruther, Zossener und Blücherstraße begrenzen die im 18. Jahrhundert
vor dem Stadttor angelegten Begräbnisplätze der Kirchengemeinden der
Friedrichstadt. Auf diesen Friedhöfen finden wir Berühmtheiten wie Ernst
Schering, Wilhelm A. Lette, Adolf Glaßbrenner, E.T.A. Hoffmann, Felix
Mendelssohn-Bartholdy, Langhans (Brandenburger Tor), Henriette Hertz,
die Brüder Humboldt, Mirabeau, Fichte, Schleiermacher, Jean Paul und viele
andere.
-
Hinter der Blücherstraße steht die Heilig Kreuz
Kirche - sie wurde innen vollständig zum Veranstaltungsraum
umgebaut. Hier finden Ausstellungen aber auch weltliche musikalische
Darbietungen u.a. statt. Messen gibt es hier nur selten. Da die Zahl der
Protestanten in Kreuzberg von einst 98.000 auf 5000 zurückgegangen ist,
war das Kirchenhaus nicht mehr mit Messen allein zu
füllen.
In der Kirche laufen die Fäden der Berliner Obdachlosenarbeit zusammen. Stadtbekannt ist die Suppenküche. Hier bekommen Obdachlose und andere Bedürftige regelmäßig ihr Gratis-Gericht, 300 Arme aus der ganzen Stadt. Hier können sie essen, reden, sich medizinisch versorgen lassen, sich neu einkleiden. Selbst einen neuen Haarschnitt gibt es hier, auch kostenlos. Jedes Jahr kommen kurz vor dem Weihnachtsfest zwischen 600 und 800 Arme in die Kirche. Jeder bekommt ein halbes Hähnchen und ein kleines Geschenk, und es gibt eine richtige Feier. Männer und Frauen, die auf der Straße leben, sind dabei mit ihren Plastikbeuteln und ihren Hunden. Da wird die Kirche zur großen Festhalle.
- Hallesches Tor - Der Name weist auf eines der Tore der
historischen Stadtmauer hin. Auf der Fahrt mit der U-Bahn-Linie 1
begegnen uns noch die Tore Kottbusser und Schlesisches Tor. Östlich vom
Halleschen Tor verläuft die Hochbahn fast exakt auf der Trasse, die bis
zu ihrem Abbruch 1867-68 von der letzten Berliner Stadtmauer eingenommen
wurde. Fundamentreste sind in der Stresemannstraße, nicht weit vom
Mehringdamm entfernt, auf dem Mittelstreifen zu sehen. Sie wurden bei
Arbeiten für eine Stadtmauerimitation 1987 entdeckt. Die sogenannte Neue
Stadtmauer wurde 1732 vom „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I angelegt.
Angrenzend legte er die neue Friedrichstadt an. Sie verlief
strahlenförmig vom Halleschen Tor nach Norden hin.
-
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die
südliche Friedrichstadt zu einem Zentrum von Behörden und großen
Verwaltungen. Das größte Bürogebäude der Reichshauptstadt war 1905 das
neu bezogene "Kaiserliche Patentamt" Gitschiner, Ecke Alte
Jakobstraße. Zehntausende von Patenten registrierte das Amt jährlich,
bis 1945 waren es 2,4 Millionen. Das Patentamt zog nach Gründung der BRD
als „Bundespatentamt“ nach München. Im Gebäude ist heute nun der
Schriftenvertrieb untergebracht. Über sieben Millionen Patentdokumente
werden jährlich in alle Welt verschickt. Auch das „Europäische
Patentamt“ hat hier eine Dienststelle. Hier befindet sich auch das
Bundeszentralregister, das die „Polizeilichen Führungszeugnisse“
ausstellt, und eine Finanzbehörde.
-
Wir kommen in die Lindenstraße, vorbei am Haus
des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (nach Plänen von Erich
Mendelssohn 1929-30). Drei Jahre am 2. Mai 1933 wurde der verband
aufgelöst. Die „Deutsche Arbeitsfront“ zog ein. Nach dem Kriege nahm die
Industriegewerkschaft Metall, Verwaltungstelle Berlin, hier ihren Sitz.
Gleich hinter diesem Gebäude in der Lindenstraße 2/3 stand früher das
Gebäude der Parteizentrale der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands. Hier wurde das Zentralorgan „Vorwärts“ gedruckt. Die
Nr.3 beherbergte Büros und die Parteischule der SPD. Neben Franz Mehring
war vor dem Ersten Weltkrieg u.a. auch Rosa Luxemburg Lehrerin an dieser
Schule. Der Krieg zerstörte die Gebäude vollständig.
-
In der Lindenstraße steht mit dem Haus Nr.14 das
älteste Gebäude der südlichen Friedrichstadt im 18.Jahrhundert: das
ehemalige Kollogienhaus. 1735 wurde es als Sitz des
Kammergerichts und anderer königlicher Verwaltungen von Johann
Phillip Gerlach errichtet (preußischer Barock). Das Kammergericht
war das oberste Gericht Preußens. Der prominenteste Richter, der in
diesem Haus gearbeitet hat, war E.T.A. Hoffmann. Das
Kammergericht zog 1913 in den Neubau am Kleistpark um. Nach starken
Kriegszerstörungen war es erst 1969 wieder zugänglich. Das neugegründete
Berlin-Museum fand hier einen Platz für seine Bestände
(Geschichte Berlins und Mark Brandenburg). Das Gebäude ist das einzige
in West-Berlin noch vorhandene Stadthaus.
-
Gleich daneben befindet sich das neue Jüdische
Museum. Seit 1975 hat sich die GESELLSCHAFT FÜR EIN JÜDISCHES MUSEUM
dafür eingesetzt, dass in Berlin wieder ein Jüdisches Museum entstehen
kann. Sie steht damit in der Tradition des 1929 von Max Liebermann
gegründeten Berliner Jüdischen Museumsvereins. 1998 wurde schließlich
die die rechtliche Grundlage für ein autonomes Jüdisches Museum
geschaffen. Das nach Plänen des Architekten Daniel Liebeskind
geschaffene Gebäude wurde Ende 1999 der Öffentlichkeit übergeben.
Der Direktor ist der ehemalige U.S. Finanzminister Michael
Blumenthal, der aus Oranienburg stammt, mit seinen Eltern während
der Nazi-Zeit nach Shanghai und schließlich in die USA
immigrierte.
Die südliche Friedrichstadt wurde in einer
Bombennacht völlig zerstört. Etwa pro m² fiel eine Bombe. Die Umgebung
des Berlin-Museums war 1984/87 größtes Wettbewerbsgebiet der
Internationalen Bauausstellung im Neubaubereich. Was dabei
herauskam ist eher traurig und trägt deutlich den Stempel der Interessen
stadtbekannter Abschreibungsspekulanten - wie der Architekt
Klingbeil, der auch für den „Sozialpalast“ (ehemals
„Sportpalast“) verantwortlich ist.
-
Wir biegen nach links in die Kochstraße ein. Rechts das
Bürohaus des Axel Springer Verlages (seit Januar 2004 besteht die Axel Springer Passage). Bereits 1925 konzentrierten sich
um die Kochstraße herum 64 der 120 Berliner Großdruckereien mit zwei Drittel
aller Beschäftigten des Gewerbes.
Seit der Reichsgründung wuchsen an der
Jerusalemer, Zimmer- und Kochstraße Ullstein, Scherl und Mosse
zu den drei Giganten des deutschen Pressewesens heran. Mosses „Berliner
Tageblatt“ (1909 eine Auflage von 150.000. zweimal täglich, mehrere Beiblätter
in der Woche). Mosse gilt als „Vater der Sensationspresse“. Er baute als
erster ein Netz von Sonderkorrespondenten in aller Welt auf. 1932 machte das
Verlagshaus Mosse Konkurs. Es konnte sich gegen die aggressive Konkurrenz -
besonders von Scherl - nicht mehr behaupten. Scherl gab ab 1883 den „Berliner
Lokalanzeiger“ heraus (200.000 Exemplare). Ein weiteres Erfolgsblatt war die
Fotoillustrierte „Die Woche“; sie konnte mit aktuellen Schnappschüssen
aufwarten; stets waren auch Abbildungen des Kaisers zu sehen. 1916 verkaufte
Scherl sein Imperium an eine Gruppe Schwerindustrieller aus dem Ruhrgebiet,
die Alfred Hugenberg als Chef des Hauses einsetzten. Er machte aus den
monarchischen Blättern Sprachrohre rechtsradikaler Strömungen. Der
Soldatenbund „Stahlhelm“ und Adolf Hitler wurden protegiert. Dritter Herrscher
des Zeitungsviertels war Leopold Ullstein, Jude, Mitglied der
Fortschrittspartei. Seine „Berliner Zeitung“ wurde in der Zeit des
Sozialistengesetzes (1878-90) mehrmals Opfer der Pressenzensur. Doch die
Auflage stieg. Besonderen Erfolg hatte Ullstein mit der 1898 gegründeten
„Berliner Morgenpost“. Um 1930 war die „Berliner Morgenpost“ mit einer Auflage
von 623.000 Exemplaren die größte deutsche Tageszeitung. Auch die Neugründung
„BZ am Mittag“, nach der Einstellung der „Berliner Zeitung“, war ein voller
Erfolg. Schon 1934 hatten die Nationalsozialisten mit Hilfe von Strohmännern
die gesamte Konkursmasse des Mosse-Verlages unter ihre Kontrolle gebracht.
Auch die Blätter des Scherl-Hauses waren bereits mühelos "gleichgeschaltet" (ein typisches Wort der Nazizeit)
worden. Übrig blieb Ullstein. Der Verlag wurde so stark in Schwierigkeiten
gebracht, dass die Ullsteins ihn am 10. Juni 1934 einer Tarnfirma der NSDAP
verkaufen mussten. Die Ullsteins emigrierten. 1949 kam der letzte der fünf
Brüder, Rudolf Ullstein, von London nach Berlin zurück und gründete die
„Morgenpost“ und die „BZ“ neu. 1959 kaufte ihm dann der neue Imperator des
fast völlig zerstörten Viertels den Verlag ab: Axel Caesar Springer. Er
beherrschte von der Kochstraße aus über 80% des Berliner Zeitungsmarktes. Auf
dem traditionsreichen Boden des Scherl-Verlagshauses errichtete er ein
19stöckiges Büro- und Redaktionshaus und ein Druckereigebäude von 142 Metern
Frontlänge, in dem täglich 95 Tonnen Papier bedruckt wurden. Schon 1968
richtete sich massiver Protest gegen den Springer-Konzern. Der Attentäter, der
Rudi Dutschke niederschoss, gab an, er sei durch die Lektüre der
„Bild-Zeitung“ zur Tat angestachelt worden. Eine „Enteignet Springer“-Kampagne
wurde gestartet. Bei einer Demonstration setzten Demonstranten mehrere
verlagseigene Lieferwagen auf dem Springergelände in Brand. Seit 1989
existiert die linke tageszeitung (taz) in der Kochstraße 18 nahe
Friedrichstraße. Im April 2008 wurde der Abschnitt der Kochstraße zwischen Friedrichstraße und Lindenstraße in Rudi-Dutschke-Straße umbenannt. Das Axel-Springer-Haus hat nun die Anschrift Rudi-Dutschke-Straße 4-8.
|