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Stadtrundfahrt durch Berlin im Jahr 1999
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Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer
Stadtrundfahrt durch Berlin. Unsere Tour wird etwa dreieinhalb Stunden dauern und die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdecken. Wir beginnen die Stadtrundfahrt im Herzen der
früheren West-Berliner City am Kurfürstendamm etwa in der Höhe Meinecke Straße.
Unser östlichster Punkt wird der "Alexander Platz" im Bezirk Mitte und unser
westlichster das "Olympia-Stadion" im Bezirk Charlottenburg sein. Der
nördlichste Punkt wird die "Neue Synagoge" im Bezirk Mitte und der
südlichste der "Flughafen Tempelhof" im Bezirk Tempelhof
sein...
Berlin Stadtplan
Weitere Informationen zu Berlin erhalten Sie auf unserer Seite Berlin.
Mein Fotoalbum: Festival of Lights -- 28 Fotos vom Event im Oktober 2005 |
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Die zentrale Achse der Friedrichstadt war seit dem
18. Jahrhundert die Friedrichstraße. Erst Ende des 19.
Jahrhunderts wurde sie, nun mit fünfgeschossigen Häusern, die wichtigste
Geschäftsstraße der Stadt. Gleich an der Ecke Koch/Friedrichstraße hat
sich das private Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie etabliert. Der
Checkpoint Charlie selbst war während der Trennungszeit der
bekannteste Übergang. Er war einer von insgesamt acht Grenzübergängen
nach Ost-Berlin und ausschließlich für Ausländer, Diplomaten und
alliiertes Militärpersonal geöffnet. Spektakuläre Grenzdurchbrüche und
Fluchtversuche, aber auch die direkte Konfrontation sowjetischer und
US-amerikanischer Panzer am 27. Oktober 1961 haben ihn weltweit bekannt
gemacht. Heute zeugen nur noch die Kopie der Sektorentafel und des
ersten Kontrollhäuschens von dem Übergang.
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Wir biegen nach links in die Zimmerstraße ein. Wir
befahren den ehemaligen „Todesstreifen“. Auf der Seite Wilhelmstraße
erblicken wir das 1936 nach Plänen von Sagebiel gebaute Gebäude,
wo das Reichsluftfahrtministerium untergebracht war. Es war der
erste nationalsozialistische Ministeriums-Neubau. Nach dem Krieg war es
Sitz der Deutschen Wirtschaftskommission. Dann Haus der
Ministerien. Von hier wurde später der DDR-Staat proklamiert.
Zahlreiche DDR-Ministerien waren hier untergebracht. Nach dem Mauerfall
Sitz der „Treuhandgesellschaft“. Damaliger Leiter dieser Behörde war
Detlef Rohwedder. Nach dem tödlichen Anschlag auf ihn trägt das
Haus seinen Namen. Einst stand hier das Preußische
Kriegsministerium. Heute ist hier das Finanzministerium
untergebracht.
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Wir überqueren die Wilhelmstraße - hier Reste der
Mauer in der Niederkirchnerstraße, ehemals Prinz-Albrecht-Straße. Am
13.8.1961 wurde die Berliner Mauer gebaut. Sie maß innerstädtisch
46,1 Kilometer und bestand fast ausschließlich aus Betonfertigteilen.
Die 119,6 Kilometer langen Grenzanlagen zwischen West-Berlin und dem
Umland wurden größtenteils durch Metallgitterzäune und breite gerodete
Schneisen gebildet. An einem Tag wurde die Grenze mit Stacheldraht
markiert. Häuser, die sich auf der östlichen Trennungslinie befanden,
wurden geräumt, die Fenster, die zum Westen zeigten, wurden vermauert.
Mit der Öffnung der Grenze am 9.November 1989 begann auch der Abbruch
der Mauer, zuerst illegal, dann nach dem 3. Oktober legal. Der Abriss
der Mauer war im wesentlichen Ende 1991 abgeschlossen.
Rechts von der
Mauer das Gelände der ehemaligen Kunstgewerbeschule (1905);
während der NS-Zeit Haus der "Geheimen Staatspolizei"; auf dem 1949
gesprengten Gelände wurde im Rahmen der 750-Jahr-Feier die Ausstellung
„Topographie des Terrors“ eingerichtet. Ehemals „Prinz-Albrecht-Palais“.
(Davor befand sich das Gebäude der „Reichsführer SS“.)
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Auf der rechten Seite sehen wir das Gebäude des
ehemaligen Preußischen Landtags (1893-98); bei den Nazis „Haus der
Flieger“, zeitweise auch „Volksgerichtshof“ - heute Berliner
Abgeordnetenhaus
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Auf der linken Seite das ehemalige
Kunstgewerbemuseum - 1881 nach Plänen von Martin Gropius und
Heino Schmieden erbaut; heute als Martin Gropius Bau
bekannt - seit 1980 wechselnde Kunst- und
Geschichtsausstellungen.
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Wir fahren bis zum Potsdamer Platz und biegen rechts in
die Leipziger Straße ein. Rechts das ehemalige Preußische Herrenhaus -
die Angrenzung zum Abgeordnetenhaus. Heute vorgesehen für den Bundesrat. Die
Leipziger Straße war vor dem Krieg mit dem Kaufhaus Wertheim die
bekannteste Einkaufsstraße der Stadt.
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Wir biegen nach links in die Markgrafenstraße ein
und stoßen auf den Gendarmenmarkt, den viele für den schönsten
Platz Berlins halten. In der Mitte steht das prächtige
Schauspielhaus (Konzerthaus), das wohl schönste Gebäude von
Carl-Friedrich Schinkel. Vor dem Gebäude finden in der Sommersaison
Open-Air-Konzerte statt. Links davon steht der Deutsche Dom
(1701-08 Martin Grünberg); hier ist heute die Ausstellung „Fragen zur
Deutschen Geschichte“ untergebracht. Rechts der Französische Dom,
der zwischen 1701-05 nach Plänen von Louis Cayard und Abraham Quesnay
für die immigrierten Hugenotten erbaut wurde. Im 70 m hohen Turm das
Glockenspiel mit 60 Glocken, das Dienstags (14 Uhr) und Sonnabends (15
Uhr) erklingt.
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Wir biegen nach rechts in die Französische Straße
ein. Rechts der Neubau des
Bundesaußenministeriums.
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Spreeinsel - rechts das ehemalige
„Staatsratsgebäude“ der DDR. 25 Jahre lang war es den 22 Mitgliedern des Staatsrates und seinen jeweiligen Vorsitzenden - Walter Ulbricht, Willi Stoph, Erich Honecker, Egon Krenz und zuletzt Manfred Gerlach - zugedacht. Der damals junge, ostdeutsche Architekt Roland Korn, SED, verfügte über ein speerhaftes Imponier-Raumgefühl, das von seinen innenarchitektonischen Kollegen mit teuerstem Material auf Weltniveau ausgestattet wurde. Die genauen Baukosten, wahrscheinlich 45 Millionen Mark, blieben Staatsgeheimnis. Das
Portal stammt vom ehemaligen Stadtschloss. Vom oberen Balkon hat am
9.November 1918 der Sozialistenführer Karl Liebknecht die Sozialistische
Republik ausgerufen. Vorübergehend Bundeskanzleramt. Ende April 2001 zog das Kanzleramt in den Neubau, das sich zwischen Reichstagsgebäude, neuem Hauptbahnhof und Tiergarten befindet, um. Zurück bleibt ein Bauwerk der Macht, außen wohl proportioniert, innen ein ästhetisches, teures Kuriosum, zum denkmalgeschützten Leerstand bestimmt.
Das Stadtschloss befand sich früher auf dem
gegenüberliegenden Schlossplatz (zu DDR-Zeiten „Marx-Engels-Platz“), an
dessen Stelle der sogenannte „Palast der Republik“ stand. Ende 2008 wurde der Abriss des 1976 feierlich eröffneten Gebäudes abgeschlossen (siehe de.wikipedia.org). An dieser Stelle, wo zur Zeit eine grüne Wiese zum Relaxen einlädt, soll ab 2012 mit Bau des "Stadtschlosses" begonnen werden, dessen Fassade dem alten Stadtschloss nachempfunden werden soll ("Humboldt-Forum"). |
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Wir biegen in die Breite, dann links in den
Mühlendamm ein. Auf der linken Seite das Nikolaiviertel -
Rekonstruktion einer der frühesten Häusergruppen Berlins anlässlich der
750-Jahr-Feier 1987. Mehrere 100 Wohnungen sowie Geschäfte für Mode,
Kunstwerk und Souvenirs befinden sich in den Neubauten, welche an das
historische Stadtbild angepasst wurden. Als Wahrzeichen steht die
Nikolaikirche in der Mitte des Viertels. Sie ist das älteste
Gotteshaus der Stadt (vor 1244 als dreischiffige Feldsteinbasilika
gebaut / 1230 erstmal urkundlich erwähnt). Noch im 13. Jahrhundert zur
gotischen Hallenkirche umgebaut. 1817 von Schinkel umgestaltet und
1877/78 nach Plänen Friedrich August Stülers mit neugotischen
Zwillingstürmen versehen. Im 2.Weltkrieg völlig zerstört. 1980-82 wieder
aufgebaut. Sie dient als Außenstelle des Märkischen Museums und war Ort
der feierlichen konstituierenden Sitzung des ersten frei gewählten
Berliner Parlaments nach der Wende vom November 1989. Nahe dabei der
Molkenmarkt, früher „Alter Markt“; hier entstanden die ersten
Ansiedlungen Berlins; von hier führte der Mühlendamm über die Spree in
die Schwesternstadt Cölln.
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- Zur Geschichte Berlins: Die
Slawen gründeten ab dem 6. Jahrhundert drei befestigte
Stadtsiedlungen: Spandau, Köpenick und Brennabor (Brandenburg). Nach dem
10. Jahrhundert wird unter dem Askanierfürst Albrecht dem Bären das Land
zwischen Spree und Havel zum Kerngebiet der Mark Brandenburg. Am
schmalen, für den Handel besonders günstig gelegenen Spreeübergang
zwischen Spandau und Köpenick entstehen beiderseits des Flusses die
Marktflecken Cölln und Berlin (Jahr der Stadtwerdung allgemein 1237).
Während sich die Cöllner Altstadt um die Petrikirche entwickelt, wächst
auf der Berliner Seite das Handelszentrum am Alten Markt (später
Molkenmarkt). Wann aus den beiden Ansiedlungen die Doppelstadt
Berlin-Cölln wird, ist bis heute nicht genau bekannt. Erste Allianz 1307
- das erste gemeinsame Rathaus auf der Neuen Brücke (zusammen 3000
Einwohner).
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