Stadtrundfahrt durch Berlin im Jahr 1999




Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer Stadtrundfahrt durch Berlin. Unsere Tour wird etwa dreieinhalb Stunden dauern und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdecken. Wir beginnen die Stadtrundfahrt im Herzen der früheren West-Berliner City am Kurfürstendamm etwa in der Höhe Meinecke Straße. Unser östlichster Punkt wird der "Alexander Platz" im Bezirk Mitte und unser westlichster das "Olympia-Stadion" im Bezirk Charlottenburg sein. Der nördlichste Punkt wird die "Neue Synagoge" im Bezirk Mitte und der südlichste der "Flughafen Tempelhof" im Bezirk Tempelhof sein...

Berlin Stadtplan



Weitere Informationen zu Berlin erhalten Sie auf unserer Seite Berlin.

Mein Fotoalbum: Festival of Lights -- 28 Fotos vom Event im Oktober 2005

 Seite 5 


  • Wir biegen links in die Spandauer Straße ein. Rechts das Rote Rathaus (erbaut zwischen 1860-70), heutiger Sitz des Regierenden Bürgermeisters. Hier residierte bis 1990 der Ostberliner SED-Oberbürgermeister mit seinem „roten“ Magistrat. Aber der Name stammt tatsächlich vom Baumaterial, dem auffallend roten Klinker aus der Mark Brandenburg. Der Fries enthält Bilder der Berliner Geschichte.

    Wir wenden und biegen nach links in die Gruner Straße ab.
Rotes Rathaus
  • Rechts die Ruine der Franziskanerkirche (13. Jahrhundert). Der Kurfürst Johann Georg richtete 1574 im verwaisten Franziskanerkloster das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster ein - eine Eliteschule, in der später so berühmte Männer wie Schadow, Schinkel, Schleiermacher und Bismarck die Grundlagen humanistischer Bildung erwerben.
Franziskaner Kloster
  • Wir kommen zum Alexanderplatz (Alex). Er erhielt seinen Namen nach Zar Alexander I. (1805). Im Krieg wurde die Gegend total zerstört. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre erhielt der Platz die heutige Gestalt.
    Auf dem Platzgelände steht der Fernsehturm (368m) mit dem Drehrestaurant (eine Umdrehung in dreißig Minuten) und die zweitälteste (bereits vor 1300 urkundlich erwähnt) Kirche der Stadt: die Marienkirche. Ihre heutige Form als dreischiffige gotische Hallenkirche erhielt sie gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Der Turmhelm in seiner gotisch-klassizistischen Form wurde 1790 von Carl-Gotthard Langhans geschaffen. Predigtkirche des evangelischen Bischofs von Berlin-Brandenburg. Das Innere birgt ein Kleinod im Großformat: den Totentanz - ein Fresko, das zwei Meter hoch und über zwanzig Meter lang ist und offenbar nach der verheerenden Pestepidemie von 1448 als Gelübdegabe entstand und die Gleichheit aller Stände und Ränge vor dem Tode symbolisiert ; es wurde 1860 erst wieder freigelegt.
Marien Kirche
  • Wir nähern uns dem ehemaligen „Scheunenviertel“ durch die Weinmeisterstraße - die Spandauer Vorstadt. In diesem Viertel lebten vor dem 2. Weltkrieg zahlreiche jüdische Bürger (insgesamt lebten in Berlin etwa 180.000). Nach der Wiedervereinigung 1990 zogen wieder einige jüdische Familien hierher. Es gibt wieder jüdische Restaurants und Geschäfte.
    Über die Rosenthalerstraße kommen wir zu den Hackeschen Höfen. Nach Plänen der Architekten Reicher/Hönicher ließ der Graf von Hacke dieses Gewerbegebiet mit neun Höfen erbauen. Heute beliebtes Touristenziel - mit Theater, Restaurants und Kneipen.
Hackesche Höfe
  • Wir fahren durch die Sophienstraße und biegen links in die Große Hamburger Straße ein. Wir halten am jüdischen Mahnmal. Hier befand sich der älteste jüdische Friedhof, sowie das erste Altersheim für jüdische Bürger. Die Nazis machten aus diesem Gebäude ein Sammellager von wo aus etwa 55.000 Juden in die Konzentrationslager Theresienstadt und Auschwitz gebracht wurden.
    Wir fahren die Oranienburger Straße geradeaus am Jüdischen Kulturzentrum und der "Neuen Synagoge" vorbei. An der Tucholskystraße biegen wir links ab. Hinter der Spreebrücke biegen wir links ab. Wir fahren am Bode-Museum, dem Pergamon-Museum, dem Neuen-Museum und der alten Nationalgalerie vorbei
Neue Synagoge
  • Links von uns nun - der Berliner Dom. Der Dom war die Grab- und Hofkirche des Hauses Hohenzollern. Den ursprünglichen Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts von Johann Boumann (nach Plänen von Georg Wenzeslaus, Knobelsdorff und Friedrich II.) gestaltete Friedrich Schinkel in einem umstrittenen Entwurf zu einem klassizistischen Sakralbau um (1820/22). Kaiser Wilhelm II. liebte jedoch ornamental Imperiales und mochte Schinkel nicht. Der Dom wurde vollständig abgerissen wurde und von 1894-1905 nach den Plänen von Julius Carl Raschdorff an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Als Gegenpol zur katholischen Peterskirche in Rom sollte in Berlin das Welt-Zentrum des Protestantismus liegen (Fassade im Stile römischer Renaissance). Im Kirchenschiff, das 75 Meter hoch ist, finden mehr als 2000 Menschen Platz. Trotz der verheerenden Kriegsschäden wurde die Ruine nicht niedergewalzt. 1973 begannen die Wiederaufbauarbeiten in Anlehnung an die Vorkriegsentwürfe. Seit Sommer 1993 wieder Gotteshaus. Die Domgemeinde ist die einzige, deren Mitglieder sich aus allen Bezirken zusammensetzt. Im Kellergewölbe befinden sich die Sarkophage bedeutender Hohenzollern aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.
Berliner Dom
  • Dem Dom gegenüber liegt der kürzlich restaurierte Lustgarten - 1824-30 - Das Alte Museum auf der Museumsinsel (Schinkel 1825-30) bildete den Auftakt zu insgesamt fünf bedeutenden Museumsbauten auf der berühmten Berliner Museumsinsel (Neues Museum, Pergamonmuseum, Bodemuseum und Alte Nationalgalerie). Die von achtzehn ionischen Säulen getragene Vorhalle wird von zwei Bronzeskulpturen flankiert, darunter der „Löwenkämpfer“ von Albert Wolff (1858).
Altes Museum und Lustgarten

Nationalgalerie
  • Wir biegen nach rechts ab und fahren über die Schlossbrücke - Friedrich Schinkel verpasste der alten „Hundebrücke“ eine noble Architektur - 1822-23 wurde sie zur Schlossbrücke. Auf den Sockeln stehen seit 1984 wieder acht Carara-Marmorgruppen (Göttinnen tragen gefallene junge Krieger zum Olymp). Die Skulpturen wurden zur Erinnerung an die Freiheitskriege gegen Napoleon geschaffen.
    Wir befinden uns nun auf der Straße Unter den Linden. Rechts das Zeughaus (auf dem Foto linkes Eckgebäude - dahinter der Fernsehturm) - erster Prachtbau an der Straße Unter den Linden -1695-1706 (De Beau) - einst Depot für Kriegstrophäen und Waffenlager, dann Waffen-/ Kriegsmuseum, in Zukunft Deutsches Historisches Museum.
    Dem Zeughaus gegenüber befindet sich das Kronprinzenpalais - im August 1990 wurde hier der Einigungsvertrag unterzeichnet. Gleich daneben das Prinzessinnenpalais mit dem Operncafé.
Zeughaus
  • Rechts die Neue Wache (1816-18) - eines der bedeutendsten Gebäude des Klassizismus (Schinkel) - 1931 Denkmal für die Gefallenen des 1.Weltkriegs - ab 1960 bis zum Ende der DDR Mahnmahl für die Opfer des Faschismus und Militarismus. Seit 1993 zentrales Mahnmal des wiedervereinigten Deutschlands.
Neue Wache


  weiter zu Seite 6