Stadtrundfahrt durch Berlin im Jahr 1999




Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer Stadtrundfahrt durch Berlin. Unsere Tour wird etwa dreieinhalb Stunden dauern und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdecken. Wir beginnen die Stadtrundfahrt im Herzen der früheren West-Berliner City am Kurfürstendamm etwa in der Höhe Meinecke Straße. Unser östlichster Punkt wird der "Alexander Platz" im Bezirk Mitte und unser westlichster das "Olympia-Stadion" im Bezirk Charlottenburg sein. Der nördlichste Punkt wird die "Neue Synagoge" im Bezirk Mitte und der südlichste der "Flughafen Tempelhof" im Bezirk Tempelhof sein...

Berlin Stadtplan



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Mein Fotoalbum: Festival of Lights -- 28 Fotos vom Event im Oktober 2005

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  • Die nächste Gebäudegruppe trägt den Namen Forum Fredericianum - rechts die (1) Humbold-Universität - einst Friedrich Wilhelm Universität. Ursprünglich Prinzenpalais. 1810 als Universität zur Verfügung gestellt - Zentrum des deutschen Idealismus. Hier lehrten u.a. Einstein, Max Planck, Hegel, Schleiermacher. 1949 erhielt die Universität den Namen "Humbold Universität" - damit auch eine Marxistisch-Leninistische Ausrichtung. Die Antwort darauf war die Gründung der "Freien Universität" im freien Westteil der Stadt.
    Links Opernplatz („Bebel-Platz“) - hier fanden 1933 die Bücherverbrennungen statt (u.a. Brecht, Heine, Tucholsky). Ein Mahnmal in der Mitte des Platzes zeugt von diesem tragischen Ereignis. 2) Die Alte (Staats)bibliothek war Staatsbibliothek bis 1914 - „Kommode“ genannt wegen ihrer verschnörkelten Barockfassade (1775-80 von Georg Christian Unger und Georg Friedrich Boumann nach einem Entwurf des Wiener Architekten Fischer von Erlach errichtet); heute dient das Gebäude als Bibliotheks- und Seminargebäude für die Humboldt-Universität. 3) Die Staatsoper - erstes freistehendes Theatergebäude, das übrigens nur einen Sitzplatz hatte - den goldenen Thron für den König (1741-43 nach Plänen von Knobelsdorff). Im 2. Weltkrieg völlig zerstört. Zwischen 1952-55 unter Leitung von Richard Paulick in enger Anlehnung an das Original wieder errichtet. 4) Etwas versteckt vom Straßeneinblick die St.-Hedwigs-Kathedrale - nach der Schutzpatronin der Schlesier, der Heiligen Hedwig, benannt - wichtigste katholische Kirche (zugleich Bischofssitz). An das römische Pantheon denkend, schuf Knobelsdorff in Skizzen den Rundbau. 1943 ausgebrannt. Sein Inneres ist heute modern gestaltet.
Humbold Universität

St. Hedwigs Kathedrale
  • Wir fahren die Straße Unter den Linden weiter in Richtung Pariser Platz. Es geht vorbei an der Staatsbibliothek, den neuen Gebäuden für den Bundestag, der Amerikanischen Botschaft, der Russischen (Stalinistischer "Zuckerbäcker Stil" der fünfziger Jahre), wie der Polnischen Botschaft vorbei. Wir befinden uns nun auf dem Pariser Platz mit dem Hotel Adlon (Foto) und der neu gebauten Botschaft Großbritanniens zur linken, der Französischen Botschaft rechts, der neuen Akademie der Künste und dem Fank Gehry Bauwerk der DG Bank links (Foto).
  • Vor uns das Brandenburger Tor, dem letzten erhaltenen Stadttor und Grenze des Alten Berlin. 1788-91 von C.G.Langhans gebaut. Das Eingangstor hatte die Akropolis zum Vorbild. Die mittlere Durchfahrt war der königlichen Familie vorbehalten; alle anderen fuhren durch die Seitentore. Die Quadriga mit der Siegesgöttin Eirena stammt von J.G.Schadow. 1806 auf Befehl Napoleons nach Paris verfrachtet. Erst 1814 kam sie an ihren angestammten Platz zurück. Im Sowjetischen Sektor der Stadt gelegen, war es von 1945-1989 Mahnmal für die Trennung. Symbol der Stadt. Der US-Präsident R.Reagan forderte vom Westteil der Stadt aus den auf der anderen Seite stehenden Gorbatschow auf, die Mauer einzureißen. 22.Dezember 1989 Wiedereröffnung. Rechts vom Tor das von Joseph P. Kleihues entworfene neu gebaute "Max-Liebermann Haus. Das freie Grundstück zwischen dem Gehry Bau und dem links vom Tor befindlichen "Haus Sommer" gehört den USA und ist für deren neue Botschaft vorgesehen.
    1: Brandenburger Tor mit Mauer vor 1989
    2: Brandenburger Tor verpackt 2001

    Anmerkung: Die Durchfahrt durch das Brandenburger Tor ist nicht mehr gestattet
Brandenburger Tor vor 1989
Brandenburger Tor 2001
  • Wir fahren durch das Brandenburger Tor und biegen rechts ab. Vor uns das Reichstagsgebäude - Parlamentssitz des Deutschen Reiches 1884-94 nach den Plänen von Paul Wallot errichtet. Hier hat Scheidemann am 9. November 1918 die "Weimarer Republik" verkündete. 1933 stand der Reichstag in Flammen. 1945 hisste die sowjetische Armee die rote Fahne auf dem Trümmerbau. Nach der Wiedervereinigung konstituierte sich hier 1990 zum ersten Mal das gesamtdeutsche Parlament. Der Künstler Christo und seine Frau Jeanne-Claude verhüllten in einer gigantischen Aktion 1995 das Bauwerk. Den Umbau für den Deutschen Bundestag leitete Sir Norman Forster. Eröffnung im April 1999. Seit September 1999 ist dieses Gebäude der Sitz des Deutschen Bundestages.
    Rechts vom Reichstag im sogenannten „Spreebogen“ ist das neue Regierungsviertel mit dem etwa 1000 Büroräume umfassenden Alsenblock und dem neuen Bundeskanzleramt der Architekten Schultes und Franck entstanden. Ende April 2001 wurde es seinem Zweck übergeben.
Parlamentsgebäude/Deutscher Reichstag
Bundeskanzler Amt
  • Wir umfahren das Brandenburger Tor und fahren über die Behrenstraße in Richtung Ebertstraße. Auf der rechten Seiten der noch im Bau befindliche Neubau der US-amerikanischen Botschaft und links das Denkmahl für die ermordeten Juden in Europa.
    Es soll ein zentraler Ort der Erinnerung an die ermordeten Opfer und ein Ort der Mahnung sein. Als Ergänzung zu dem von Peter Eisenman entworfenen Stelenfeld entstand unter dem Denkmal ein Ort der Information über die zu ehrenden Opfer und die historischen Stätten des Gedenkens. Stelenfeld und Ort der Information wurden am 10. Mai 2005 feierlich eröffnet und waren ab dem Morgen des 12. Mai der Öffentlichkeit zugänglich.
    Nach dem Entwurf von P. Eisenman von 1999 (»Eisenman II«) wurden ca. 2.700 Betonpfeiler (Stelen) in den Erdboden gesetzt.
    Die Stelen stehen auf einem sanft, aber unregelmäßig abgesenkten Gelände von ca. 19.000 m². Man kann von allen vier Seiten in diese vollständig begehbare Struktur eintauchen, deren wellenförmige Gestalt von jedem Standort aus anders wahrgenommen wird.

    Weitere Informationen HIER
Denkmahl
  • Wir fahren in die John-Forster-Dulles-Allee und kommen zum Glockenturm aus schwarzem Granit, dem „Carillon“ - ein Geschenk von Mercedes-Benz anlässlich der 750-Jahr-Feier 1987, von den Berlinern „Big Benz“ genannt. Das Glockenspiel ist computergesteuert und erklingt zweimal täglich.
    Die Kongresshalle („Schwangere Auster“) - seit 1989 "Haus der Kulturen" - ein Geschenk der USA anlässlich der Bauausstellung 1957. Der amerikanische Architekt Hugh A. Stubbins führte ein ungewöhnlich schweres Dach aus Spannbeton aus, das keinen praktischen, sondern eine quasi „ideologische“ Bestimmung zu erfüllen hatte („Dieses Dach verspricht, dass hier der Freiheit der geistigen Arbeit keine Schranken gesetzt sind“). Bei dem Einsturz am 21. Mai 1980 wurde ein Journalist getötet. Tatsächlich war die Befestigung des Dachbodens zu schwach für die tatsächliche Beanspruchung, außerdem war bei der Bauausführung gepfuscht worden. Der Wiederaufbau kostete 50 Millionen wogegen der Bau seinerzeit für 17 Millionen errichtet worden war („ein Symbol deutsch-amerikanischer Freundschaft dürfe nicht zur Ruine verkommen“). Im großen Wasserbecken die Bronzeplastik „Big Butterfly“ von Henry Moore.
Carillon
Kongress Halle
  • Vor uns nun das Schloss Bellevue, das 1785 nach Plänen von Philipp Daniel Boumann im Stil des französischen Barock von Friedrich II. für dessen jüngeren Bruder Prinz August Ferdinand als Sommerresidenz errichtet worden war. Die Zerstörungen im Krieg waren so fatal, dass im Innern nur der Ovale Saal von Langhans weitgehend rekonstruiert werden konnte. 1959 wurde die Schlossanlage äußerlich originalgetreu restauriert. Heute ist das Prinzen-Refugium der offizielle Amtssitz des Bundespräsidenten, bei dessen Anwesenheit im Haus auf dem Dach der Bundesadler gehisst wird. Der Schlosspark galt als einer der schönsten Berlins.

    Wir biegen nach links in den Spreeweg ab. Hinter dem Schloss Bellevue der schwarze Granitneubau - neuer Sitz des Bundespräsidialamtes.
Schloss Bellevue
Siegessäule
  • Geradezu die Siegessäule (fast 70 Meter hoch) - sie steht erst seit 1939 auf dem Großen Stern. Ursprünglich als Obelisk gedacht (mit jedem Sieg der Preußen dem Himmel etwas näher). Erste Grundsteinlegung nach dem Sieg über Dänemark 1864; zweite Grundsteinlegung 1869 nach dem Sieg über Österreich 1866; dritte Grundsteinlegung nach dem Sieg über Frankreich 1871. Mit großem Brimborium wurde die Säule des Architekten Johann Heinrich Strack dann am 2. September 1873 eingeweiht. Unter 101 Salutschüssen fielen die Hüllen der vergoldeten Victoria-Borussia des Bildhauers Friedrich Drake. Drake hatte für die Erschaffung der Göttin seine keusche Tochter Margarete nackt posieren lassen, doch Kaiser Wilhelm II. sorgte für eine moralische Verhüllung. „Gold Else“, so tituliert der Berliner Volksmund die fast neun Meter hohe, 37 Tonnen schwere Siegesgöttin mit der Schuhgröße 92. Die vier Bronzereliefs am Fuße des Denkmals erinnern an die drei Schlachten, sowie an den Einzug der siegreichen Fürsten in die neue Reichshauptstadt Berlin. Das Mosaik des Säulenumganges über dem Sockel stammt von dem königlichen Hofmaler Anton von Werner.


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