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Stadtrundfahrt durch Berlin im Jahr 1999
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Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer
Stadtrundfahrt durch Berlin. Unsere Tour wird etwa dreieinhalb Stunden dauern und die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdecken. Wir beginnen die Stadtrundfahrt im Herzen der
früheren West-Berliner City am Kurfürstendamm etwa in der Höhe Meinecke Straße.
Unser östlichster Punkt wird der "Alexander Platz" im Bezirk Mitte und unser
westlichster das "Olympia-Stadion" im Bezirk Charlottenburg sein. Der
nördlichste Punkt wird die "Neue Synagoge" im Bezirk Mitte und der
südlichste der "Flughafen Tempelhof" im Bezirk Tempelhof
sein...
Berlin Stadtplan
Weitere Informationen zu Berlin erhalten Sie auf unserer Seite Berlin.
Mein Fotoalbum: Festival of Lights -- 28 Fotos vom Event im Oktober 2005 |
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Weiter geht die Fahrt über die "Straße des 17.Juni"
(Arbeiteraufstand 17.Juni 1953), die den Tiergarten zerschneidet. Der
Tiergarten ist mit 3 km² der größte innerstädtische
Landschaftspark. Einst Wildgehege. Im 2. Weltkrieg zerstört. Mit dem
Wiederaufbau wurde 1949 der erste Baum gepflanzt.
Dem Tiergarten ist
das Areal (zwischen Landwehrkanal und Europa Center) des Zoologischen
Gartens angeschlossen. Einst kleine Fasanerie unter Friedrich
Wilhelm IV. Dann 1844 als Deutschlands erster Zoo eröffnet. Heute der
artenreichste Tierpark der Welt mit seinem weltbekannten Aquarium (fast
16.000 Tiere).
Der Zooeingang neben dem Aquarium, das
Elefantentor, war früher das repräsentative Entrée des Tierparks.
Es wurde 1987 erneut eingeweiht, nachdem es 1943 völlig verbrannt war. |  |
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Hinter dem S-Bahnhof Tiergarten fahren wir am Berlin Pavillon
vorbei (erbaut anlässlich der Bauausstellung 1957). Hier finden
wechselnde Ausstellungen statt.
Das blaue Gebäude mit den roten
Rohren ist die Versuchsanstalt für Wasserlauf und
Rohrtechnik. Vor uns das Charlottenburger Tor. Links ist
Friedrich I. und rechts Sophie Charlotte mit dem Schloss Charlottenburg
abgebildet. Hinter diesem Tor fing die Stadt Charlottenburg, damals
zweitgrößte und reichste Stadt Preußens, an. Erst 1925 wurde
Charlottenburg ein Bezirk Berlins. Zu beiden Seiten die Gebäude der
Technischen Universität - 1946 gegründet. Die Tradition reicht
weit zurück. Unter anderem lehrte hier Carl Hertz. Mit 34.000 Studenten
ist die T.U. eines der bedeutendsten Bildungszentrem
Deutschlands.
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Wir fahren über den Ernst-Reuter-Platz, der vor 1945 als
Platz nicht existierte. Hier war lediglich eine einfache Kreuzung ohne
offiziellen Namen, die nur vom Volksmund Knie genannt wurde. Zwischen
Ernst-Reuter-Platz und Brandenburger Tor fand bis zum Jahr 2003 die größte
Techno-Party, die "Love Parade", statt, wo sich zuletzt 1,3 Millionen Menschen
versammelt hatten.
In die Bismarckstraße an der Deutschen Oper
vorbei (Architekt Fritz Bornemann). Ihre Geschichte beginnt im Jahre
1910. Die wohlhabenden Bürger Charlottenburgs bauten sich ihr eigenes
Opernhaus, das, im Gegensatz zur Königlichen Oper Unter den Linden, von
„vorneherein als ein bürgerliches Opernhaus konzipiert“ war. Es sollte als
„Volksoper“ in der Hauptsache dem Kunstgeschmack und Kunstverständnis des
gehobenen Bildungsbürgertums verpflichtet sein. Bereits vor seiner Erölffnung
1912 vernichtende Kritik („Unsagbar öde, trist und trivial“). Erst nach der
Eingemeindung Charlottenburgs 1925 wurde die Charlottenburger Oper im selben
Jahr von der Stadt Berlin übernommen und firmierte nun unter dem Namen
„Städtische Oper“. In dieser Zeit war man musikalischen Neuheiten wie Kurt
Weill und Jaques Offenbach gegenüber durchaus aufgeschlossen. Das änderte sich
mit den Nazis ab 1933 schlagartig. Von nun an wurde viel Wagner und andere
Werke des 19. Jahrhunderts gespielt. 1943 fast völlig zerstört. 1946 wurde die
erste Spielsaison der „Städtischen Oper“ im Theater des Westens eröffnet. Nach
Fertigstellung des Neubaus auf dem alten Grundstück zog sie als „Deutsche Oper
Berlin“ 1961 wieder an ihren alten Standort zurück. |
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Wir biegen in die Richard-Wagner-Straße und dann
links in die Otto-Suhr-Alle ein. Hinter der Kaiser-Friedrich-Straße auf
der rechten Seite das Schloss Charlottenburg, das anfangs im
damaligen Lietzen nur als eine Art Sommerresidenz (das Sommerschlösschen
Lietzenburg) für die Gattin des Kurfürsten Friedrich III. gedacht war
(1695-99 Johann E. Nehring). Der Kurfürst schaffte es, sich 1701 zum
König zu erheben und als Friedrich I. den Thron zu besteigen. Eosander
von Göthe erweiterte 1702 das Werk um den Hauptbau und Seitenflügel nach
dem Vorbild von Versailles. Bald nach Charlottes plötzlichem Tod (1705)
musste alles prunkvoller und nobler werden. Charlotte zu Ehren erhielt
das Schloss nun ihren Namen. Göthe fügte den markanten 48m hohen
Kuppelturm an (auf dem sich eine vergoldete Fortuna als Windfahne
dreht). Später (1715) wurde an den westlichen Flügel die Große Orangerie
angebaut, die heute Kunstausstellungen beherbergt. Ein weiterer Flügel
an der östlichen Seite wurde 1740 - 47 von Knobelsdorff errichtet. König
Friedrich Wilhelm II. gab bei Langhans das Kleine Schlosstheater in
Auftrag; von Langhans stammt auch das als Teehaus konzipierte
„Belvedere“ im Schlosspark. Dort ist heute eine bedeutende Sammlung
früher Berliner Porzellane zu besichtigen, vor allem Wegely. Durch die
vielen Erweiterungen ist das Schloss über einen halben Kilometer lang
(505,5 Meter). Das Schloss wurde durch den verheerenden Luftangriff vom
23. November 1943 nahezu vollständig zerstört. Nach jahrzehntelangen
Restaurationsarbeiten war es in den 70/80 Jahren wieder begehbar. Neben
den Wohnräumen Friedrich I. und Sophie Charlottes sind besonders
sehenswert die Eichengalerie sowie das kunsthistorisch bedeutsame
Porzellan-Kabinett, das anfangs des 18. Jahrhunderts
eingerichtet wurde (die klassischen Blau-Weiß-Porzellane aus dem China
des 17. Jahrhunderts: Vasen, Schalen, Flacons, Figuren). Besonders
sehenswert auch die Gemäldesammlung Friedrich II. (u.a. Watteau,
Chardin, Pesne). Im Neuen Flügel ist seit 1986 die Galerie der
Romantik mit einer großen Sammlung Caspar David Friedrichs
untergebracht, im Westflügel das Museum für Vor- und
Frühgeschichte. Auf der gegenüberliegenden Seite des Schlosses an
der Schlossstraße befinden sich die ehemaligen Kasernen der königlichen
Leibgarde, dem Gardes-du-Corps (1851-59 nach Plänen von Alexander
Stüler). In den würfelförmigen Gebäuden mit dem kleinen Rundtempel auf
dem Dach sind die Berggruen-Ausstellung (Picasso-Sammlung), in
der Schlossstraße 1 (Nr.1a das Bröhan-Museum) und der Nr.70 das
Ägyptische Museum (im sogenannten Stüler-Bau)
untergebracht (seit 1967).
Der Schlosspark, 1697 von Siméon
Godeau im französischen Stil angelegt und von Peter Joseph Lenné zum
großen Teil in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. Unter
anderem ist hier das Mausoleum (1810 Schinkel) mit den
Sarkophagen der Königin Luise (Christian Daniel Rauch), König Friedrich
Wilhelm III. (gest. 1840), Prinz Albrecht (gest. 1872), der zweiten
Gattin des Königs Fürstin Liegnitz (gest.1873) sowie Kaiser Wilhelm I.
(gest. 1888) und Kaiserin Augusta (gest. 1890). Zwischen seinen Eltern
wurde das in Stein eingeschlossene Herz von König Friedrich Wilhelm IV.,
der 1861 starb, beigesetzt. |
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Wir fahren über die Autobahnbrücke - Blick rechts nach
Siemensstadt - Siemens ist mit seinen 18.000 Mitarbeitern der größte
private Arbeitgeber Berlins.
Hinter der Stadt-Autobahnbrücke rechts das
ehemalige Universitäts-Klinikum Westend - heute DRK-Krankenhaus - lange
Tradition (1901-04) - modernste Technik - berühmt für seine
Herzoperationen/-transplantationen. Hinter dem Klinikum auf der linken
Seite befinden sich die beiden Wassertürme, bei den Berlinern „Dick und
Doof“ genannt. Zur rechten Schrebergärten - so nach dem Leipziger
Arzt Schreber benannt, der die Idee hatte, für Arbeiter innerstädtische
Kleingärten für die Erholung zur Verfügung zu erschaffen. Noch heute
existieren in der Stadt etwa 50.000 solcher Kleingärten, die in größere
zusammenhängende Kolonien zusammengefasst sind. |
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Wir biegen nach links in die Bolivarallee ein und
stoßen auf den Steubenplatz mit seinem Reiterdenkmal, dem nackten
„Olympischen Sieger“, der mit seinem Arm zum Olympiastadion weist
- 1934-36 anlässlich der XI. Olympischen Spiele von Werner und Walter
March erbaut - dabei wurde das von Otto March 1913 errichtete „Deutsche
Stadion“ ersetzt. Etwa 30.000 der rund 80.000 Zuschauerplätze sind
überdacht (neue Überdachung in Süd- und Nordkurve 1974). Auf dem
gesamten „Reichssportfeld“ befinden sich zusätzlich ein Hockey-,
Tennis-, Schwimm- und Reitstadion. Für die Fußball-WM 2006 wurde das Stadion, wo das Finale Italien - Frankreich ausgetragen wurde, noch einmal aufwändig restauriert.
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Über die Passenheimer Straße kommen wir zur
Waldbühne, der größten Freiluftbühne Deutschland - sie bietet
Platz für 34.000 Zuschauer (anlässlich der XI. Olympischen Spiele
errichtet). Noch vor der Einfahrt zur Waldbühne steht rechts der
Glockenturm mit der sechs Tonnen schweren Freiheitsglocke.
Sie trägt den Spruch „Ich rufe die Jugend der Welt“ auf ihrem Metall.
Allerdings handelt es sich hier um eine Kopie. Das Original befindet
sich am Südtor des Olympiastadions.
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Zurück über Jesse-Owens-Allee, rechts in die
Flatowallee (Hinweis auf die „bessere“ Wohngegend im Westen - bessere
Luft im Westen; Hinweis auf die zahlreichen Seen und Waldgebiete), dann
links in die Heerstraße. Wir stoßen auf den Theodor-Heuss-Platz,
dem „Platz der tausend Namen“ (Reichskanzler-, Adolf-Hitler-, nach 1945
wieder Reichskanzler-, dann Theodor-Heuss-). Die Vertriebenenverbände
hatten ein „Mahnmal für die Wiedervereinigung Deutschlands“ mit ewiger
Flamme gestiftet. Das Feuer sollte erst mit der erfolgten
Wiedervereinigung und der Herstellung des Rechtes auf Heimat erlöschen -
sie brennt noch heute, da für viele Menschen in der Welt dieses Recht
noch nicht erfüllt ist.
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Das aus dem Jahr 1931 nach Plänen von Hans Poelzig
stammende Haus des Rundfunks, nur wenige Meter weiter, ist das
älteste noch erhaltene Rundfunkgebäude der Welt. Ursprünglich ging der
Rundfunk 1924 im Vox-Haus am Potsdamer Platz auf Sendung und zählte da
bereits 100.000 Zuhörer. 1931 zog er dann bei 3,5 Millionen Zuhörern in
das neue Gebäude in der Masurenallee, dem damals größten und modernsten
Funkhaus Europas mit allen technischen Innovationen der Zeit. Am 2. Mai
1945 übernahm eine Abteilung der Roten Armee das unzerstörte Funkhaus.
Schon am 4.Mai wurde wieder gesendet. Bis 1952 stand das Programm total
unter der Kontrolle der Sowjetunion. Als Antwort darauf wurde 1946 von
den Amerikanern der Rundfunk im Amerikanischen Sektor (RIAS) gegründet.
1956 ging das leere und seiner technischen Anlagen entledigte Gebäude
(für Ost-Berlin Adlershof „Radio DDR“) in Bundeseigentum über. Nach
einer intensiven Renovierung zog im Dezember 1957 der drei Jahre zuvor
gegründete SfB ein.
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Das „Haus des Rundfunks“ ist nur ein Element eines
umfassenden Ensembles von Funkbauten. Bekanntestes Bauwerk ist der
Funkturm, Berliner Volksmund: „Langer Lulatsch“. Er nahm bereits
1924 bei der „1. Deutschen Funkausstellung“ als Sendemast seinen Betrieb
auf. 1926 wurde das 138 Meter hohe Bauwerk dann in seiner heutigen Form
mit Restaurant und Aussichtsplattform vollendet und im Rahmen der „3.
Radioschau“ eingeweiht. Zu seinen Füßen entstand gleichzeitig eine 130
Meter lange hölzerne Funkhalle, die 1935 durch ein Feuer vernichtet
wurde. Nach dem Brand wurde der Messeplatz Berlin weiter ausgebaut. Der Hauptbau
am Hammerskjöldplatz mit einer fast 32 Meter hohen Ehrenhalle und dem
„Palais am Funkturm“ an der Ostseite wurde 1937 fertig. Das Berliner
Messegelände ging kurz vor dem 1. Weltkrieg aus einer
Automobilausstellung hervor. Eine prächtige Ausstellungshalle entstand
am Nordrand der „AVUS“, eine zweite auf dem Gelände des heutigen
Busbahnhofs. Die „AVUS“, Abkürzung für „Automobil-Verkehrs- und
Übungsstraße“ war auf Anregung des „Kaiserlichen Automobil-Clubs“ gebaut
worden und diente dem „Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller“ als
Versuchs- und Rennstrecke (1911 erste Teststrecke; 1921 Bau beendet). Am
Messegelände beginnend, durchqueren zwei 8,3 Kilometer lange Geraden den
Grunewald diagonal von Nordosten nach Südwesten. Die jeweils acht Meter
breiten Fahrbahnen sind durch die Südkurve verbunden; die einst
gefürchtete steile Nordkurve gibt es nicht mehr, seit die AVUS Teil des
innerstädtischen Autobahnnetzes ist. Bernd Rosemeyer stellte 1937 den
Rundenrekord mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 276 km/h auf,
während Rudolf Caracciola auf der Geraden ein Spitzentempo von fast 400
km/h erreichte. Später fanden dort - bis zum letzten Rennen 1995 - vor allem Motorrad- und
Tourenwagen-Rennen statt.
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Das Messegelände wurde 1979 durch den gigantischen
Bau des ICC ergänzt - aufwendigster Bau in der Geschichte der
Nachkriegszeit - ca. 1 Mrd. Mark - mehr als 20.000 Plätze. Am
Haupteingang stand lange Zeit das Kunstwerk Ecbatane (Alexander der Große beim
Betreten der persischen Stadt gleichen Namens) von Jean Ipousteguy
(neuer Titel: „Der Mensch baut seine Stadt“).
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Über die Halenseestraße stoßen wir auf den
Rathenauplatz mit Kunst- bzw. Mahnwerk „Der 24stündige Tanz der
Autofahrer ums Goldene Kalb“. Von dort geht es direkt über den Ku’damm an der
Schaubühne, dem ehemaligen „Kino Universum“ (20er Jahre Architektur -
Erich Mendelssohn), vorbei zum Ausgangspunkt der Stadtrundfahrt
Ku’damm/Meinickestraße.
Ich hoffe, diese Stadtrundfahrt hat Ihnen gefallen. Auf
Wiedersehen...
Ihr Rainer Kurka
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