Willkommen in Venezuelaworld.muz-online.de -- Länderauswahl Südamerika -- spirit.muz-online.de |
Geschichte |
![]() |
![]() | Im Norden Venezuelas trafen die Spanier auf zwei große Indianergruppen, die Kariben und die Arawaks. Die Kariben waren ein sehr kriegerisches Volk von Jägern und Fischern und galten bei den Arawaks, einfachen Ackerbauern, die bereits eine höhere Kulturstufe erreicht hatten, als Kannibalen. |
Auch die Spanier konnten zunächst nur die Küstenregion erschließen: 1520 wurde Cumaná, die erste spanische Siedlung in Südamerika, gegründet und 1567 Caracas. Das weite Hinterland, die Llanos, blieb lange unerschlossen, da die Provinz Venezuela für die spanischen Eroberer nicht von großem Interesse war. 1717 kam es mit Kolumbien, Ecuador und Panama zum neu gebildeten Vizekönigreich "Neugranada". 1786 erhielt Venezuela eine eigene Verwaltung mit Sitz in Caracas. | ![]() |
Politik |
Allerdings war der Petro-Reichtum bislang recht unterschiedlich verteilt. Während US-amerikanische Straßenkreuzer die Autobahnen von Caracas verstopfen und sich die Käufer in den Einkaufszentren drängen, vegetieren Hunderttausende in bitterer Armut in den "barrios", den kilometerlangen Elendsvierteln an den Berghängen am Stadtrand von Caracas.
|
Die Erdölindustrie, die traditionell vom Staat kontrolliert wird, teilten sich bislang die staatliche Firma Pdvsa und private, multinationale Konzerne. Doch die Verträge mit den ausländischen Unternehmen, die in Venezuela tätig sind, sollen 2006 durch Mischformen, die Joint Ventures ähneln, ersetzt werden, an denen Pdvsa mindestens 60% hält. Auch die Konzessionen für die internationalen Bergbaukonzerne sollen "überprüft" werden. |
|
Obwohl Chávez vorgeworfen wurde, die Korruption im Landes nicht erfolgreich bekämpfen zu können, wurde er im Dezember 2006 mit weitem Abstand zu seinem Mitbewerber erneut zum Präsidenten des Landes gewählt. Am 10.1.2007 trat er offiziell seine dritte, bis 2013 reichende Amtszeit an. Weitere Entwicklungen Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 10%, wobei sich von den Beschäftigten jedoch nur rund 55% in regulären Arbeitsverhältnissen befinden. Aus Erlösen der Erdölwirtschaft werden eine Reihe von Sozialprojekten finanziert. Zu nennen sind hier insbesondere die Projekte zur Alphabetisierung (Misión Robinson), der Gesundheitsfürsorge in Armenvierteln (Barrio Adentro)und der Arbeitsförderung (Vuelvan Caras). Um die Situation der indigenen Bevölkerung zu verbessern, hat Präsident Chavez eine Reihe an Maßnahmen ergriffen. »[...] Sondervollmachten für Chávez: Das von Chávez-Anhängern dominierte Parlament - die Opposition hatte 2005 die Parlamentswahlen boykottiert - billigte im Januar 2007 einstimmig ein Gesetz ("Ley Habilitante"), das dem Präsidenten nahezu umfassende Sondervollmachten gewährt und ihm erlaubt, 18 Monate lang per Dekret Gesetze zu ändern oder neu zu erlassen. Verstaatlichungen: Am 28.2.2007 verfügte Chávez per Dekret, dass der Staat bis zum 1.5. des Jahres auch in den letzten noch privatwirtschaftlich ausgebeuteten Erdölfeldern im Orinoco-Gürtel, die Kontrolle übernehmen werde. Chevron, Statoil, Total und BP beugten sich dem Druck und überließen dem staatlichen Erdölkonzern PdVSA in ihren Förderbetrieben die Kapitalmehrheit (mindestens 60%) und die operative Leitung, Exxon Mobil und Conoco Phillips dagegen zogen sich aus dieser Region zurück. In allen anderen Förderregionen hatte PdVSA schon im vergangenen Jahr die Kontrolle übernommen. Im Februar 2007 brachte die Regierung mit Hilfe von Anteilskäufen auch den bisher US-geführten Stromkonzern Electricidad de Caracas, den größten Stromanbieter des Landes, sowie den Telekommunikationskonzern CANTV unter staatliche Kontrolle. [...] Bank des Südens: Auch gegenüber multinationalen Kreditgebern strebt Chávez nach mehr Unabhängigkeit und einer gemeinsamen südamerikanischen Politik: Am 30.4.2007 kündigte Venezuela seinen Rückzug aus der Weltbank und dem IWF an. Bereits einen Monat zuvor hatte Caracas seine vergleichsweise geringen Schulden bei IWF und Weltbank vollständig zurückgezahlt. Um den Einfluss von IWF, Weltbank und Interamerikanischer Entwicklungsbank (IDB) in der Region zurückzudrängen, hatte die venezolanische Regierung Mitte März 2007 die Gründung einer gemeinsamen Bank des Südens (Banco del Sur) vorgeschlagen. Auf einem Treffen von Vertretern der sechs an der Banco del Sur teilnehmenden Länder (Argentinien, Brasilien, Bolivien, Ecuador, Paraguay, Venezuela), das am 11./12.6. in Buenos Aires stattfand, wurde die Satzung der Bank mit Hauptsitz in Caracas beschlossen. [...]« Offiziell wurde die Banco del Sur am 9. Dezember 2007 in Buenos Aires gegründet. Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.497 ff. Präsident Chávez hat dem regierungskritischen Sender RCTV - allen Protesten zum Trotz - die Lizenz entzogen, worauf es Ende Mai 2007 in Caracas und in der Universitätsstadt Valencia zu Protestaktionen und Demonstrationen kam, denen die Polizei mit Tränengas, Gummigeschossen und Wasserwerfern entgegentrat. Chavez droht nun der gesellschaftlichen Oberschicht mit deren totalen Entmachtung. Er hat auch dem letzten Oppositionssender Globovision angekündigt, dass er jederzeit dessen Lizenz, die offiziell zwar erst in 15 Jahren ausläuft, aufkündigen könne. Wegen anhaltender Unruhen in Venezuela hat das deutsche Auswärtige Amt Reisewarnungen ausgegeben.
|
![]() |
Von 13 US-amerikanischen Militärbasen umzingelt, Eine von Washington geführte Medienkampagne hat von diesem Zeitpunkt (Neuorganisation der Militärbasen nach dem 11. September 2001, Anm. muz-online.de) an die falschen Informationen verbreitet, dass sich in Venezuela Organisationseinheiten der Hamas, der Hisbollah und sogar von Al-Quaida aufhalten und Trainingscamps auf der Isla Margarita unterhalten. Unter dem Vorwand, diese Bewegungen zu überwachen und die venezolanische Regierung, die im Mai 2004 einem halben Jahrhundert nordamerikanischer Militärpräsenz ein Ende bereitet hat, in die Enge zu treiben, haben die Vereinigten Staaten 2005 einen Vertrag mit den Niederlanden erneuert. Das Abkommen zielt darauf ab, dass die USA die Nutzung ihrer Militärbasen auf den Inseln Aruba und Curaçao direkt vor der venezolanischen Küste ausweiten können. Jüngst sind dort verstärkt nordamerikanische Kriegsschiffe aufgetaucht. Präsident Chávez hat kürzlich erklärt: "Europa soll wissen, dass das nordamerikanische Imperium sich bis an die Zähne bewaffnet und die Inseln Aruba und Curacao mit Kriegsschiffen und Kriegsflugzeugen füllt. Das Königreich der Niederlande trägt hierfür die Verantwortung (…). Ich klage das Königreich der Niederlande, Mitglied der Europäischen Union, an, zusammen mit dem Yankee-Imperium eine Aggression gegen Venezuela vorzubereiten." [...] Massive Zuspitzung seit 2008 Von diesem Punkt an überstürzen sich die Ereignisse. [...] Im August [2009, Anm.) verkündet Washington, dass sie über sieben neue Militärbasen in Kolumbien verfügen. Und im Oktober gibt der konservative Präsident Panamas, Ricardo Martinelli, zu, dass sein Land den Vereinigten Staaten den Zugang zu vier neuen Militärbasen gestattet habe. [...] Schließlich verkündet Kolumbien am 20. Dezember (2009, Anm.) die Einrichtung von sieben neuen Brigaden in den Grenzgebieten zu Venezuela – sechs Flugzeugbataillone und eine Spezialeinheit mit insgesamt 1000 Soldaten. Gleichzeitig wollen sie eine neue Militärbasis auf der Halbinsel Guajira an der Grenze zu Venezuela einrichten. Venezuela und die Bolivarische Revolution sind somit von nicht weniger als 13 nordamerikanischen Basen in Kolumbien, Panama, Aruba und Curacao umzingelt sowie von Flugzeugträgern und Kriegsschiffen der IV. Flotte. Präsident Obama scheint dem Pentagon freie Hand zu lassen. Alles deutet auf einen Angriff hin. [...]« |
Die verschiedenen Siedlungsgebiete |
|
Um das Jahr 1800 sollen die Indios noch 18% der Landesbevölkerung ausgemacht haben. Die venezolanischen "indigénas" (Eingeborenen) führen überwiegend noch ihr ursprüngliches Leben als Jäger, Fischer oder einfache Bauern. Sie haben nur geringen Kontakt mit dem modernen Staat und seinen Organen. 1947 schuf man die Comisión Indigenista Nacional, eine Art Indianer-Schutzbehörde, um sie zu betreuen. Intensiver kümmern sich katholische Ordensgeistliche um die Eingeborenen. Kapuziner, Salesianer und auch protestantische Missionare aus den USA haben in den südlichen Dschungelgebieten Missionsstationen eingerichtet. 93% aller Venezolaner sind Katholiken, doch spielt die katholische Religion in Venezuela keine so große Rolle wie in den ärmeren Andenstaaten. |
![]() | Maria Lionza |
Spirituelle Meister nehmen geistigen Kontakt zu den unterschiedlichen Geisterlinien auf, die für unterschiedliche Aufgaben stehen. Diese Geisterlinien unterstehen den Tres Potencias, den drei spirituellen Mächten Venezuelas. Um Maria Lionza und dem zelebrierten Kult ranken sich zahlreiche Legenden. |
![]() |