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Offizieller Name: Königreich Spanien Hauptstadt: Madrid Fläche: 505.992 km² (einschließlich Balearen 5014 km², Kanarische Inseln 7242 km² sowie Ceuta und Melilla) Landesnatur: Inneres Hochland (Meseta) mit Randgebirgen, im NW und SO Randlandschaften, im NO Ebrobecken; im SW Andalusien; Balearen und Kanaren Klima: Im N ozeanisch, sonst mediterran Hauptflüsse: Tajo, Guadiana, Ebro, Duero, Guadalquivir Höchster Punkt: Pico de Teide 3.718 m (Teneriffa), Mulhacén 3.478 m Regierungsform: Parlamentarische Monarchie Staatsoberhaupt König Regierungschef: Ministerpräsident Verwaltung: 17 autonome Regionen, 52 Provinzen (darunter die Enklaven Ceuta und Melilla) Parlament: Abgeordnetenhaus mit 350 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten und Senat mit 255 (208 direkt gewählt, 47 Delegierte aus den autonomen regionen) für 4 Jahre gewählten Mitgliedern Nationalfeiertag: 12. Oktober Einwohner: 39.634.000 (1999); 40.341.462 (geschätzt Juli 2005); Am 1. Januar 2007 hatte Spanien 45,12 Millionen Einwohner, davon waren 4,48 Millionen Ausländer Bevölkerungsdichte: 78 Ew./km² (1999) Stadtbevölkerung: 78% (1999) Bevölkerung unter 15 Jahren: 15% (1999) Analphabetenquote: 2% (1999) Sprache: Spanisch, Katalanisch, Galicisch, Baskisch Religion: Katholiken 96% |
Die Mauren in Spanien |
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Von 1492 bis in die 1970er Jahre |
Gesellschaft im WandelRichard Ford, ein berühmter Spanienliebhaber im 19. Jahrhundert, sprach von dem Land als "unverändert und unveränderbar". Seit damals haben Reisende gern die Rückständigkeit dieses Landes hervorgehoben, und sogar heute noch gibt es einige, die es im Geist zum Mittelalter zählen. Sie scheinen die Tatsache zu übersehen, dass Spanien sich seit dem Tod von Francisco Franco Bahamonde (1892 - 1975) grundlegender geändert hat als irgendein anderes westliches Land. Der vollständige Name von König Juan Carlos I. lautet Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias.
Ein demokratischer Monarch |
Spaniens neue Herrscher mussten sich mit zwei Problemfeldern auseinandersetzen, die schon immer Ursache für die lang zurückreichende Geschichte sozialer Unruhen gewesen sind: Landbesitz und regionale Selbstverwaltung. Seit römischen Zeiten sind große Teile spanischer Landstriche in riesige Landsitze aufgeteilt worden, die abwesenden Grundeigentümern gehörten und von schlecht bezahlten Saisonarbeitern bestellt wurden. Spaniens jetzige Regierung hat viele dieser Landsitze übernommen und den Arbeitern größere Sicherheit gegeben, indem sie sie auch während der Monate bezahlt, in denen sie nicht beschäftigt sind. Die Regierung hat zudem Francos Politik der Machtkonzentrierung in der Hauptstadt Madrid sowie das Verbot von Regionalsprachen, wie jene in Katalonien und im Baskenland, aufgehoben. Heute wird Katalanisch und Baskisch in den Schulen unterrichtet; die größeren Regionen haben ihre eigenen Fernsehkanäle, und alle spanischen Regionen haben ihre eigenen Regionalregierungen. |
Eine neue Gesellschaft Die MenschenSpaniens Bevölkerung hat sich seit 1900 mehr als verdoppelt. Sie konzentriert sich vor allem auf die Großstädte und zunehmend auch auf die freundlicheren Küstenregionen. Allein im Großraum Madrid mit fast fünf Millionen Menschen und im Agglomerationsbereich von Barcelona mit rund 1,5 Millionen lebt etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Wer dagegen das spanische Binnenland durchfährt, hat oft das Gefühl, ein leeres Land zu durchqueren: Auf langen Strecken gibt es nur weit auseinanderliegende, winzige Dörfer und ab und zu ein kleines Städtchen. Nur 78 Einwohner kommen in Spanien auf den Quadratkilometer, in den ausgedehnten Hochflächen des Landeszentrums sind es - die Region Madrid ausgenommen - weniger als 30. | Internationale Wirtschafts- und Finanzkrise Spanien hat innerhalb eines Jahres die Hälfte der Arbeitslosen Europa's geschaffen. Zwischen Februar 2008 und Februar 2009 hat die Europäische Union 3 Millionen Arbeitslose geschaffen, die Hälfte davon in Spanien. Zwischen März 2008 und März 2009 verloren 1,9 Millionen Menschen in Spanien ihre Arbeit. Spanien ist mit seinen 4 Millionen Arbeitslosen (17,3%) Spitzenreiter in der Europäischen Union. Daniel Gros, Direktor des Centre for European Policy Studies (CEPS), führt das starke Anwachsen der Arbeitslosigkeit auf den Zusammenbruch der spanischen Bauindustrie und mit ihr verbundene Wirtschaftsbereiche zurück.Aus: España genera en sólo un año la mitad de los parados de Europa, El País, 26.04.2009 Siehe auch: eSpanien. Politik - Kultur - Sprache Im November 2009 lag die Arbeitslosenquote in Spanien bei 19,4%. Überboten wurde diese Arbeitslosenquote in der EU nur noch von Lettland mit 22,3%. Siehe: de.statista.com, Saisonbereinigte Arbeitslosenquoten in den Staaten der Europäischen Union im November 2009 Kreditwürdigkeit herabgestuft Ende Mai 2010 wurde die Kreditwürdigkeit für Spanien von der Ratingagentur Fitch herabgestuft (von AAA auf AA plus). Droht Spanien ein ähnliches Schicksal wie ► Griechenland ? 2009 stieg die Neuverschuldung auf 11,2 Prozent. Die Gesamtverschuldung lag mit 53,2 Prozent aber weit unter dem EU-Durchschnitt. Sollte die Durchsetzung angemahnter Reformen scheitern, drohe Spanien ein ähnliches Schicksal wie Griechenland. »[...] Die Auswirkungen für die Euro-Zone wären aber ungleich größer. Zwar wird sich die Staatsverschuldung nach Berechnung von Fitch Ende 2011 erst bei 70 Prozent befinden, "auf dem gleichen Niveau wie der Durchschnitt der AAA-Länder". Doch schon Ende 2013 könne die Schuldenquote bei über 80 Prozent des BIP stehen, begründete die Ratingagentur ihre Herabstufung. [...]« Aus: handelsblatt.com, 31.05.2010 Bilderberger Im Mai 2009 fand das Bilderberger-Treffen in Griechenland statt. Bald darauf eskalierte die Krise in Griechenland. Tagungsort für das Bilderberger-Treffen 2010 ist Spanien (Sitges) (3. bis 9. Juni). Siehe hierzu: alles-schallundrauch.blogspot.com, Bericht über den Tagungsort der Bilderberger, 26. Mai 2010. Themen sind: Griechenland, die EURO-Krise, die Rolle des IWF bei der Krisenregulierung europäischer Staaten sowie das weitere Vorgehen gegen Iran. Siehe auch: americanfreepress.net, James P. Tucker. Die offizielle Teinehmerliste des Bilderberger-Treffens 2010 Siehe auch: ► muz-online.de, Neue Weltordnung, Illuminati Spanien benötigt Hilfe aus dem EU-Rettungsfonds Am 11. Juni 2010 lesen wir dann in den Medien, dass Spanien voraussichtlich Hilfe aus dem erst im Mai beschlossenen 750 Mrd. schweren "EU-Rettungsfonds" (an dem sich Großbritannien natürlich nicht beteiligt) beanspruchen wird - nur wenige Tage nach dem Bilderberg-Treffen in Sitges. www.tt.com, Pleitegeier kreist über Spanien: Euro-Zone stellt sich auf Zahlungen ein, 11. Juni Siehe aber auch die Kommentare von Eric Laubach ("German Angst") aus der Financial Times vom 11. Juni, wonach mit einer Staatspleite Spaniens NICHT zu rechnen sei: www.ftd.de, Kommentare Kontrolle der Medien Tatsächlich berichteten nur ganz wenige Mainstreammedien über das Bilderberg-Treffen Anfang Juni 2010 in Sitges (Spanien), dies auch nur dahingehend, dass dieses Treffen stattfindet. Inhaltlich wurde jedoch nichts berichtet. Von den großen Nachrichtensendern war außer Charley Skelton ("Guardian") und jemand von "Russia Today" niemand anwesend. Warum wohl ? Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Wie die Medien Bilderberg verschweigen |
Vor allem in den 1960er Jahren, als Spanien einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, setzte eine große innere Wanderungsbewegung aus den verarmten ländlichen Gebieten in die Industriezentren ein: Architektonisch abstoßende Neubauviertel zeugen in fast allen Großstädten von den oft allzu eilfertig unternommenen Maßnahmen zur Beschaffung von Wohnraum. An vielen Orten wurde durch die damit einhergehende Bauspekulation viel von der alten Substanz der Städte zerstört. Umso mehr Menschen versuchen sich heute im Gefolge der ökonomischen Aufwärtsentwicklung ein Eigenheim in den Außenbezirken der Städte zu sichern. Mit der Verstädterung - in nur 7% der rund 8000 selbständigen Gemeinden leben über drei Viertel der Bevölkerung - ging auch viel vom Eigencharakter der einzelnen Landesteile verloren. |
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Die regionalen Volksgruppen |
Die neuen Regierungen seit 1975 mussten nach dem rigorosen Zentralismus der Franco-Zeit den Eigenarten der "Völker" an der Peripherie des Landes mit der Gründung von autonom verwalteten Regionen Rechnung tragen. Vor allem die Gebietsteile mit ursprünglich eigenen Sprachen hatten eine solche Autonomie verlangt - oder gar ihre Unabhängigkeit. Und allein durch den Terror der baskischen Separatisten der ETA - die Abkürzung steht für "Baskenland und Freiheit"- kamen bisher rund 850 Menschen ums Leben. Nicht konfliktfrei, aber doch zunehmend erfolgreich, ist heute die Wiedereinführung der Regionalsprachen, deren Gebrauch während des Franco-Regimes verboten war.Vor allem das schon immer weitverbreitete Katalanische hat sich wieder durchgesetzt. Doch auch das schwierige Baskisch findet zunehmend Anhänger, während das dem Portugiesischen verwandte Galicische, das in vergangenen Jahrhunderten die Sprache der Poeten war, trotz aller Sprachpflege eher nur als Volksdialekt weiterexistiert. |
Kommt auch das Arabische wieder auf, das während der Maurenherrschaft zum Kastilischen einen guten Teil seiner Vokabeln beitrug? Heute leben wieder Zehntausende von Arabern - vor allem aus Marokko - in Spanien, wenn auch meist als illegale Einwanderer. Immerhin stellen sie einen beachtlichen Anteil unter den Hunderttausenden von Fremden, die mit oder ohne gültige Erlaubnis im Land weilen und unter denen besonders die Souvenirhändler aus Schwarzafrika auffallen. Genaue Zahlen gibt es nicht. 1999 hatten sich rund 460.000 Ausländer mit offizieller Aufenthaltsgenehmigung niedergelassen. Im Jahr 2003 waren es bereits 1.646.011 (siehe: Steiler Anstieg der Zuwanderung in Spanien), deren Zahl sich bis 2007 noch einmal verdreifacht hat (siehe: Jeder Neunte in Spanien ist Ausländer). Wichtig sind dabei für Spanien die Tausende von Technikern und Managern, die für Firmen aus der EU oder auch aus Japan und den USA arbeiten. Auch einige tausend amerikanische Soldaten sind im Land stationiert. Hinzu kommt eine wachsende Zahl von mehr oder weniger wohlhabenden Rentnern und "Aussteigern", die in den Feriensiedlungen für den größeren Teil des Jahres einen Platz an der Sonne sucht. ![]() |
Der Stierkampf | »Warum nur sind Menschen bereit, Tiere sinnlos zu quälen? Es sind aber nicht nur Stiere, die in Spanien unvorstellbare Qualen erleiden müssen. So sagt z.B. eine Statistik aus, dass alle 18 Minuten ein Greyhound getötet wird. Die typischen spanischen Windhunde, wie z.B. der Galgo Espanol oder Podenco, die jedes Jahr zu Tausenden für die Hasenjagd produziert werden, werden in der Regel nach 3-4 Jahren ausrangiert. Und das bedeutet, dass die Tiere getötet werden. Eine sehr alte Tradition ist das Aufhängen der Hunde. Die Hinterläufe berühren dabei den Boden, so dauert der Todeskampf manchmal mehrere Tage. Übersetzt ins Deutsche heißt die Tradition "Klavierspielen". [...]« Aus: derwesten.de, Leben und Sterben der Windhunde, 16.10.2008 Siehe auch: sos-galgos.net, Die dunkle Seite Spaniens, 22.4.2009 |
El Camino del Rey - Der Königsweg Dieser Weg - einer der gefährlichsten der Welt - befindet sich im bekannten Bergsteigergebiet von El Chorro, in Andalusien. Der von Arbeitern gebaute Weg verbindet den Chorro mit den Gaitanejo Fällen und diente als Transportweg. |
Pilgerreise in die Vergangenheit |