Willkommen in Libyen

[Geschichte und Staat] [Das Land] [Die Menschen] [Entwicklungen] [Proteste]
[UN-Militärintervention] [Ende der Ära "Gaddafi"] [Literatur] [www-Links]


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Offizieller Name: Libyen (seit dem 25. August 2011); unter Gaddafi: Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Jamahiriya
Staatsform: Republik
Hauptstadt: Tripolis
Fläche: 1.775.500 km²
Landesnatur: Küstenebene im NW, Cyrenaica im NO, überwiegend Wüste
Klima: Mittelmeerklima im N; im Landesinneren Wüstenklima
Höchster Punkt: Pic Bette 2285 m
Regierungsform: Unter Gaddafi war Libyen 42 Jahre lang eine autoritäre Republik; seit 25. August 2011 Nationaler Übergangsrat, der voraussichtlich im November eine Übergangsregierung ernennt. Rechtsgrundlage wird die Scharia sein.
Staatsoberhaupt: Gaddafi war mehr als 42 Jahre lang "Revolutionsführer" und faktisch Staatsoberhaupt; formell war der Generalsekretär des Allgemeinen Volkskongresses Staatsoberhaupt, zuletzt: Muhammad Abu l-Qasim az-Zuwai. Seit dem offiziellen Ende des Gaddafi-Systems und der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch den Übergangsrat am 25. August 2011 in Tripolis ist der Vorsitzende des Übergangsrates übergangsweise Staatsoberhaupt
Regierungschef: Bis zum 25. August 2011 war der Vorsitzende des Allgemeinen Volkskomitees Regierungschef; Mit dem Sturz der Gaddafi-Regierung ist übergangsweise der Premierminister des Übergangsrates Regierungschef
Verwaltung: 22 Bezirke (Shabiyat); bis zur letzten Gebietsreform 2007 waren es 32 Shabiyat. Die klassischen drei Regionen Libyens sind Tripolitanien, Fezzan und Cyrenaika; in dieser Form war Libyen zuletzt 1963 geteilt.
Parlament: Unter Gaddafi gab es kein Parlament; es gab einen allgemeiner Volkskongress mit rund 2700 Mitgliedern. Seit dem 25. August 2011 leitet der Nationale Übergangsrat übergangsweise die Regierungsgeschäfte. Dieser Rat besteht aus 33 Mitgliedern
Unabhängigkeit: 24. Dezember 1951 (von Italien)
Nationalfeiertag: 1. September (Tag der Revolution von 1969)
Einwohner: 5.471.000 (1999); 6.461.454 inkl. 166.510 non-nationals (geschätzt Juli 2011)
Bevölkerungsdichte: 3 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 88% (1999)
Bevölkerung unter 25 Jahren: 50%; unter 15 Jahren: ca. 30% (2011)
Analphabetenquote: 25% (1999)
Sprache: Arabisch; Englisch und Italienisch sind als Handelssprachen verbreitet; Berber- und nilosaharanische Sprachen
Religion: Moslems 97% (Sunniten, vorwiegend malekitische Richtung; einige Ibaditen); Katholiken, Kopten und andere Minderheiten
Importgüter: Maschinen und Transportmittel (49%), Nahrungsmittel (13%), chemische Erzeugnisse (7%); Länder 2006: 19% Italien, 8% Deutschland, 8% VR China, 6% Tunesien, 6% Frankreich, 5% Türkei, 5% USA, 5% Großbritannien, 4% Rep. Korea
Exportgüter: Erdöl u. Erdgas (96%), Eisenerz, Phosphate, Wein; Länder 2006: 37% Italien, 14% Deutschland, 9% Spanien, 6% USA, 6% Frankreich, 5% Türkei
Währung: Libyscher Dinar


Geschichte und Staat

Libyen verfügt über eine geographische Lage, die das Land nicht nur zu einem wichtigen Bindeglied zwischen den französisierten Maghrebstaaten (Marokko, Algerien und Tunesien) im Westen und dem arabischen Osten macht, sondern ihm auch eine wichtige Funktion im Kontakt zwischen dem berberisch-arabischen Mittelmeerraum und Schwarzafrika zuweist.

So war Tripolis (Tarabulus Al-Gharb), das "Tor der Sahara", über Jahrhunderte hinweg Ausgangs- und Endpunkt des Transsaharahandels und des Austausches mit dem Sahel- und Tschadseeraum.
Libyen selbst spiegelt intern diese Brückenfunktion wider, weil die Region Tripolitanien eher dem Maghreb zugewandt ist, während der Landesteil Cyrenaica sich (auch sprachlich) an Ägypten orientiert.
Diese divergierenden innenpolitischen Kräfte wurden nach dem Zweiten Weltkrieg bei dem von den Vereinten Nationen eingeleiteten Unabhängigkeitsprozess für die ehemals italienische Kolonie "Libia" (ab 1911) jedoch kaum zur Kenntnis genommen.
Am 24. Dezember 1951 kam es zur Proklamation des Vereinigten Königreich von Libyen, dessen politische Stütze überwiegend die ehemaligen Nomadenstämme der ostlibyschen Provinz Cyrenaica waren. König wurde ein direkter Nachkomme des Begründers der Senussi-Bruderschaft, eines politisch-religiösen Ordens, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts in der Cyrenaica ausgebreitet hatte.
Ohne bedeutende ökonomische Ressourcen, die ostlibyschen Städte größtenteils zerstört durch die militärischen Operationen des Zweiten Weltkriegs und ohne eigene Fachleute (1951 nur vierzehn libysche Hochschulabsolventen) war Libyen auf internationale Hilfe angewiesen.
Erst ab Ende der 1950er Jahre nach der Entdeckung reicher Erdölvorkommen wurde es innerhalb weniger Jahre zu einem Kapitalüberflussland, dessen politische, wirtschaftliche und soziale Strukturen allerdings überfordert waren, den damit einhergehenden Einbruch an Modernität zu bewältigen.

Die Machtübernahme durch Ghadafi
Der Sturz von König Mohammed Idris I. As Senussi (1890-1983) am 1. September 1969 durch junge Militärs unter Führung von Muammer AI Ghadafi (* 1942) war eine Reaktion auf die politischen und sozialen Missstände, die durch ehrgeizige Entwicklungsprogramme in den Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Bildungs- und Gesundheitswesen beseitigt werden sollten. Zugleich sollte die politische Mobilisierung der Bevölkerung in der nach ägyptischem Vorbild neu gegründeten Einheitspartei "Arabische Sozialistische Union" einen zeitgerechten institutionellen Rahmen finden. Während die Entwicklungsbemühungen, zwar eingeschränkt durch die klimatischen Gegebenheiten, aber ausgeglichen durch die günstigen finanziellen Bedingungen, durchaus als erfolgreich eingeschätzt werden können, ist die Führung des Landes mit dem von Ägypten übernommenen politischen Konzept des arabischen Sozialismus gescheitert, was sich in der Suche nach einem eigenen ideologischen Programm äußerte.

Dieses wurde von Ghadafi seit 1973 ausformuliert und als "Dritte Universale Theorie" bezeichnet, wobei die zu ihrer Umsetzung ab 1976 ausgearbeitete Handlungsanleitung als "Grünes Buch" bekannt wurde. Seit 1976 ist in Anwendung der Prinzipien des Grünen Buches in ganz Libyen ein direkt-demokratisch strukturiertes Regierungssystem entstanden. Basisvolkskonferenzen als Legislativ- und Volkskomitees und als Exekutivorgane bilden dessen wichtigste Elemente. Diese "Jamahiriya" genannte Staatsstruktur (arabisch "jamahir" Volksmassen) ist bislang in der arabischen Welt ein in seiner Art neues politisches Experiment. Theoretische Schwächen, praktische Unzulänglichkeiten und zu große Militanz und Gewaltanwendung bei der Umsetzung der ideologischen Vorgaben, besonders in den Jahren 1978-1986, haben den von Ghadafi angestrebten Export des Jamahiriya-Modells bislang ausgeschlossen.
Angesichts der außenpolitischen Neuonentierung seit 1969 und der auch in diesem Bereich festzustellenden ideologischen Ausrichtung - hier seien nur die "Politik der arabischen Einheit" oder die Aufrufe zum "Kampf gegen Israel" und die Israel unterstützenden USA angeführt - sind die von Ghadafi in Libyen selbst eingeleiteten Schritte zur gesellschaftlichen Reform stark in den Hintergrund der Berichterstattung der westlichen Presse getreten. Er hat es jedoch nicht nur vermocht, die auseinanderdriftenden regionalen Kräfte Libyens auszusöhnen und ein neues "libysches" Nationalbewusstsein zu schaffen, sondern auch hinsichtlich der Emanzipation der libyschen Frauen und der Reform des Islam durchaus positive Ansätze entwickelt.

Ab 1987 zeichnete sich ein innenpolitischer Kurswechsel ab. Die Regierung leitete eine politische und ökonomische Liberalisierung ein, die sich u.a. in der Zulassung privater Unternehmen und der Annahme einer Menschenrechtscharta äußerte. 1994 räumten libysche Truppen den seit 1973 besetzten Aouzou-Streifen im Norden des Tschad. Im April 1999 lieferte Libyen die mutmaßlichen "Lockerbie-Attentäter" aus; daraufhin wurden die seit 1992 bestehenden UN-Sanktionen ausgesetzt und Libyen erhielt wieder Lebensmittel und Medikamente. Libyen übernahm 2003 offiziell die Verantwortung für den Anschlag, an dem ehemalige Geheimdienstmitarbeiter beteiligt waren.

Nach der am 24. Juli 2007 erfolgten Freilassung von 5 bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt, die seit 1999 in libyschen Gefängnissen schwersten Folterungen ausgesetzt waren, seit 2003 zum Tode und schließlich auf lebenslänglich verurteilt worden waren, hat die Europäische Union dem nordafrikanischen Land eine Normalisierung der Beziehungen in Aussicht gestellt. Den sechs Helfern wurde vorgeworfen, im Auftrag feindlicher Geheimdienste in einer Kinderklinik 426 Kinder vorsätzlich mit dem HIV-Aids-Virus infiziert zu haben. Dieser Vorwurf galt aber schon seit Jahren als unhaltbar.

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Das Land

Der Landschaftscharakter Libyens ist vielfältig aber klar gegliedert: An der Mittelmeerküste findet sich in Tripolitanien die 30-70 km breite, fruchtbare, dem Steilabhang des Nafusahgebirges (bis 981 m) vorgelagerte Jeffara (Gefara)- Ebene; in der Cyrenaica, neben einem schmalen Küstenstrich, liegt der relativ regenreiche Jabal al Akhdar (Grünes Gebirge) mit Bergen bis zu 900 m Höhe. Diese beiden Regionen sind die bislang landwirtschaftlich am intensivsten genutzten Flächen, die allerdings nur rund 5% des Staatsterritoriums einnehmen. Der Rest besteht aus Sand- und Steinwüsten mit eingelagerten Oasen wie z.B. Kufrah, Ghat oder den Jufrah- (Al-Dschufra) Oasen bzw. fruchtbaren Oasentälern (Wadis), insbesondere den Wadis in der Südprovinz Fezzan mit der neuen Wüstenhauptstadt Sabha und den traditionsreichen Orten Murzuq und Zawilah. Daneben gibt es eindrucksvolle, aber schwer zugängliche Vulkanlandschaften wie den Al-Haruj al-Aswad, der bis 1200 m hoch ist.

Wirtschaft
Zentrum der ökonomischen Aktivitäten ist die klimatisch erträglichere Küstenzone entlang des Mittelmeeres. Eine Ausnahme bildet die tief in den afrikanischen Kontinent einschneidende Syrtebucht (Khalij as-Sirt), die trotz ihres lebensfeindlichen Charakters - die Wüste reicht hier bis an das Mittelmeer heran - Mittelpunkt der Erdölproduktion ist.
In As-Suwaitina, Marsä al-Burayqah, Ras al-Anuf und As Sidr enden die Erdölpipelines aus den zahlreichen südlich davon gelegenen Erdölfeldern und dort befinden sich die in den letzten Jahren aufgebauten petrochemischen Industrien und zugeordneten Forschungsinstitute. Das Erdöl bildet seit Beginn der 1960er Jahre das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Es stellt bis heute zu fast 100% das Hauptausfuhrprodukt dar, wenngleich mit der Produktionsaufnahme in den neuen Industriekomplexen an der Syrtebucht zunehmend auch andere petrochemische Produkte zum Export kommen. Das strategische Anliegen der politischen Führung, parallel zur Verbreiterung der industriellen Grundlage auch die Exporte zu diversifizieren, um außenwirtschaftliche Abhängigkeiten abzubauen, wird von der Revolutionsführung seit 1969 verfolgt. Nach der Verstaatlichung der ausländischen Erdölfirmen und Banken Anfang der 1970er Jahre werden besondere Anstrengungen beim Ausbau einer eigenen Schifffahrtsflotte und hinsichtlich der Selbstversorgung im Nahrungsmittelbereich unternommen. Gerade die Nahrungsmittelselbstversorgung soll durch das 1984 begonnene und heute fertiggestellte Bewässerungsprojekt in der Cyrenaica, das auch als "Großer künstlicher Fluss" bezeichnet wird, erreicht werden. Im Rahmen dieses Projekts wurden die in der Nähe von Tazurbu/Kufrah vorhandenen unterirdischen Süßwasserreserven erschlossen. Sie werden durch eine 2000 km lange Pipeline in die Küstenebene von Benghasi (Banghazi) und Tripolis geleitet, wo mit diesem Wasser riesige Flächen agrarischer Nutzung (Getreideanbau) zugeführt werden. Dieses nicht unumstrittene Projekt wird langfristig nicht nur die Kulturlandschaft Libyens prägen, sondern auch die räumliche Bevölkerungsverteilung mit ihrer Konzentration in Tripolitanien (rund zwei Drittel der Bevölkerung, davon rund 1,6 Millionen im Großraum Tripolis) verändern. Die Projektplanung sieht vor, Einwohner aus Tripolitanien als Bauern auf den neugewonnenen Agrarflächen der Cyrenaica anzusiedeln. Demgegenüber wird sich an der relativ dünnen Besiedelung des Sahararaumes, wo weniger als 10% der Bevölkerung leben, aus klimatischen Gründen und wegen der beschränkten Produktionskraft der Oasen und ihrer Marktferne auch in Zukunft nichts ändern.

Da der Anteil der libyschen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zur Durchführung der ehrgeizigen Entwicklungsprogramme nicht ausreicht, ist Libyen in hohem Maße auf ausländische Arbeitskräfte, überwiegend aus Ägypten, Tunesien und Bangladesch, angewiesen. Diese sind überwiegend in Industrie und Landwirtschaft tätig, während die libyschen Arbeitskräfte im Dienstleistungsbereich und in der Verwaltung beschäftigt sind. Die Finanzierungskrise hat im Beschäftigungsbereich neben einer Reduzierung der ausländischen Arbeitskräfte zusätzlich den gesellschaftlichen Wandel gefördert, weil nur die verstärkte Integration libyscher Frauen in das Wirtschaftsleben den Verlust der ausgewiesenen ausländischen Arbeitskräfte ausgleichen konnte.

Tourismus
Trotz aller Kapitalinvestitionen ist Libyen industriell und landwirtschaftlich in seiner Entwicklung begrenzt. Bislang völlig ungenutzte Wachstumsmöglichkeiten bietet jedoch der Tourismus. Im Gegensatz zu Ägypten oder Marokko hat Libyen als arabisch-islamisches Land, abgesehen von einigen durchaus sehenswerten Moscheen in Tripolis (zum Beispiel Ahmad Gurgi-Moschee) oder der Kuppelmoschee in Darnah (Darna), wenig an islamischer Architektur zu bieten. Besonders sehenswert sind jedoch die sehr gut erhaltenen antiken Ruinenstätten von Sabratha, Leptis Magna (Foto), Cyrene und Apollonia.

Leptis Magna. copyright: Angelika Gutsche. Siehe Link

Wegen ihrer großartigen landschaftlichen Lage und ihren eindrucksvollen Überresten (Theater in Sabratha, Triumphbogen des Septimius Severus in Leptis Magna usw.) stellen sie viele antike Ruinenstätten in Griechenland oder Italien in den Schatten. Zusammen mit den Naturschönheiten der Sahara, den Felsmalereien im Fezzan-Raum und den Vulkanoasen sowie den im Vergleich saubersten Stränden des ganzen Mittelmeeres böte sich Libyen als ein ideales Urlaubsland an. Allerdings stand der touristischen Nutzung bislang eine sehr restriktive Einreisepolitik aus Angst vor einer Verwestlichung entgegen. Der Rückgang der Deviseneinnahmen in den 1980er Jahren hat jedoch zu einem Umdenkungsprozess geführt, so dass in den nächsten Jahren ein kontrollierter Studientourismus zu erwarten ist. Für den Massentourismus fehlen indes nicht nur die Hotelinfrastruktur, sondern auch geschulte Arbeitskräfte.

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Die Menschen

"Im Dunkel der Jahrtausende verlieren sich die Spuren der ersten Menschen auf libyscher Erde", schrieb 1982 Professor Brentjes in seiner Abhandlung über "Libyens Weg durch die Jahrtausende". Belegt ist die Existenz hellhäutiger Hirten und Bauern auf libyschen Felsbildern, die 5000 Jahre zurückdatieren, und fast ebenso alt scheint der Name "Libu" für die lokale Bevölkerung. Diese hat sich im Laufe der Jahrhunderte erst mit den an der Küste siedelnden Phöniziern und danach mit den Römern und Griechen vermischt. Ab dem 7. Jahrhundert erhielt sie mit dem Vordringen arabischer islamisierter Stämme ihren bis heute prägenden arabischen Charakter. Aber auch die Wandalen, die Byzantiner und die Spanier, die von 1510 bis 1551 Tripolis besetzten, sowie die Janitscharen-Truppen, die während der osmanischen Herrschaftszeit in das Land kamen, haben ebenso wie die bis ins 19. Jahrhundert aus Schwarzafrika in den Mittelmeerraum transportierten Sklaven in der libyschen Bevölkerung ihre Spuren hinterlassen. Diese ist heute zum Großteil eine berberisch-arabische Mischbevölkerung, wobei sich berberische Gruppen nur in wenigen Rückzugsgebieten wie dem Jabal Nafusah oder den Oasen Ghadamis und Awjilah erhalten haben. Teilweise leben sie noch in Höhlenwohnungen. Die berberischen Tuareg leben fast ausschließlich im Südwesten Libyens, im Grenzgebiet zu Algerien und Niger.
Seit der Unabhängigkeit spielt weniger die Volks- oder Stammeszugehörigkeit eine Rolle, als vielmehr die Zugehörigkeit zu den unterschiedlich einflussreichen Großfamilien. Neben jenen Familien, aus denen Revolutionsführer Ghadafi und andere Revolutionsratsmitglieder stammen, sind dies die Familien der Kologhii (Nachkommen von Türken und Libyerinnen), traditionalistische arabische Familien wie die Muntassir oder traditionalistische berberische Familien wie die Ben Shaaban. Die Senussi-Familie ist seit dem Sturz des Königs entmachtet. Bereits seit den 1930er Jahren, als die italienische Kolonialmacht (1911-1943) zur besseren Kontrolle alle libyschen Nomaden zwangsweise ansiedelte, ist die libysche Gesellschaft weitgehend eine sesshafte, wofür auch die hohe Verstädterungsrate von 88% ein Indiz ist.
97% der libyschen Bevölkerung sind sunnitische Moslems, die der besonders in Afrika verbreiteten, malikitischen Gesetzeslehre des Islam folgen. Nur im Jabal Nafusah lebt noch eine kleine Gruppe von Libyern, die einer besonders strengen Richtung des Islam, dem Ibaditentum, angehört.

Die ehemals vor allem in Tripolis ansässigen Juden sind nach Ausschreitungen 1948 und 1967 nach Israel oder Europa ausgewandert. Die in Libyen lebenden Christen sind ausnahmslos ausländische Arbeitnehmer, die sich in wenigen offiziell genehmigten Kirchen versammeln dürfen. Die von den Italienern während der Kolonialzeit erbauten Kathedralen von Tripolis und Benghasi (Banghazi) und andere christliche Kirchen wurden nach 1969 zu Moscheen und Verwaltungsgebäuden umfunktioniert. Zur Unterstreichung des islamischen Charakters Libyens wurde neben dem Alkoholverbot der ausschließliche Gebrauch des islamischen Kalenders und der arabischen Schrift angeordnet. Die Anwendung des traditionellen islamischen Rechts, der Scharia, wird hingegen wegen der Unvereinbarkeit mit dem angestrebten sozialen Wandel abgelehnt.
Der soziale Wandel Libyens wurde durch den großzügigen Ausbau des Bildungswesens, die Einrichtung von inzwischen fünf Universitäten und die drastische Senkung der Analphabetenrate von über 90% (1951) auf zur Zeit 25% gefördert. Auslandsstudien sowie die zahlreichen privaten oder beruflich bedingten Auslandsaufenthalte vieler Libyer in den USA, Westeuropa oder den ehemaligen Ostblockstaaten, seit der Aussöhnung 1987 auch wieder verstärkt in Tunesien, haben diesen Prozess weiter begünstigt. Hinsichtlich des Lebensstandards der Bevölkerung haben die hohen Deviseneinnahmen seit Beginn der 1970er Jahre dem Land in vielen Bereichen eine Spitzenstellung innerhalb der afrikanischen Staaten verschafft: ob täglicher Kalorienverbrauch, Fleischkonsum, Anzahl der Fernsehgeräte oder Pkw pro Tausend Einwohner, ob Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser oder medizinische Fürsorge - noch nie war die materielle Versorgung des Großteils der Libyer so gut. Auch besteht in Libyen eine relativ ausgeglichene Einkommensverteilung, ohne extreme Kluft zwischen arm und reich wie etwa in Marokko oder Ägypten. Zugleich ist die libysche Gesellschaft eine sehr junge Gesellschaft. Etwa 30% der Bevölkerung sind unter 15 Jahre, ca. 50% unter 25 Jahre alt. Ihnen auch in Zukunft Bildung und Arbeit, Wohnung und eine funktionierende Infrastruktur zu gewährleisten, ist eine der größten Herausforderungen. Im Jahr 2006 sind etwa 30% der arbeitsfähigen Menschen arbeitslos.

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Entwicklungen

2006/2007

»[...] Wirtschaftsreformen: [...] Ende März 2007 wurde in Bengasi die erste Börse Libyens eröffnet, außerdem beschloss die Regierung die Privatisierung der staatlichen Sahara-Bank. Im Juni 2007 verkaufte der Staat 65 % seiner Anteile an einem der größten Erdölkonzerne im Land, Tamoil, für 2,6 Mrd. € an einen US-amerikanischen Investmentfonds. Weitere 360 Staatsunternehmen sollen in den nächsten Jahren privatisiert werden. Zuvor hatte der Allgemeine Volkskongress im Januar die Entlassung von 400.000 Beamten beschlossen, um den Haushalt, der mehr als eine Mio. Staatsdiener zu finanzieren hat, zu entlasten und dem privaten Sektor neue Wachstumsimpulse zu geben.

Aids-Prozess: Im Prozess gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt, die beschuldigt wurden, Ende der 1990er Jahre vorsätzlich rd. 400 Kinder mit dem HI -Virus infiziert zu haben, um Medikamente zu testen, bestätigte am 11. 7.2007 der Oberste Gerichtshof die Todesstrafe. Der von der Regierung kontrollierte Oberste Richterrat entschied jedoch am 17.7., die Todesstrafe gegen eine Entschädigungszahlung aus "humanitären Gründen" in eine lebenslängliche Haftstrafe umzuwandeln.
Ungeachtet der Tatsache, dass am 6.12.2006 eine internationale Forschergruppe bewiesen hatte, dass die Aids-Epidemie auf katastrophale Hygienezustände zurückzuführen sei, hatte ein Berufungsgericht bereits am 19.12. die 2004 verhängten Todesurteile bestätigt. Daraufhin hatten die Angeklagten erneut Berufung gegen die Urteile eingelegt. Der Prozess stellte zunehmend eine Gefahr für Libyens Annäherung an den Westen dar und wurde als Prüfstein für den Modernisierungswillen der libyschen Staatsführung gewertet. Infolge der zunehmenden internationalen Kritik, insbesondere die Europäische Union übte diplomatischen Druck aus, hatte der Sohn des Staatschefs, Seif al-Islam al-Gaddafi, schon im Februar 2007 die Aussetzung der Todesstrafe gegen eine Entschädigungszahlung in Aussicht gestellt.

Illegale Einwanderung: Vor dem Hintergrund des sprunghaften Anstiegs der Zahl afrikanischer Migranten in Europa fand am 22./23.11. 2006 in Tripolis eine Konferenz von EU und Afrikanischer Union (AU) über die Probleme illegaler Einwanderung statt. Seit der kompletten Abriegelung der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Marokko versuchten tausende Flüchtlinge von der libyschen Küste aus über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Allein im September und Oktober hatten die libyschen Behörden rund 1930 Personen festgenommen. Die Zahl der illegalen Migranten wird auf bis zu eine Mio. geschätzt.

Energiewirtschaft
Libyen, das Land mit den größten Erdölreserven in Afrika (nachgewiesen 39 Mrd. Barrel), plant die Erhöhung der Erdölförderung von derzeit rund 1,7 Mio. Barrel pro Tag bis 2012 auf 3 Mio. Barrel. Zur Modernisierung der maroden Erdölförderanlagen, ebenso wie für die weitere Erdgaserschließung, benötigt es massive ausländische Investitionen. Im Februar 2007 schloss der amerikanische Erdölkonzern Exxon Mobil mit der staatlichen Erdölgesellschaft National Oil Corporation (NOC) einen Vertrag zur Erdölförderung im Sirte-Becken, im März erhielt die russische Gasprom Konzessionen zur Erdgasförderung. Im Mai kündigte der britische Energiekonzern BP, der sich 1974 im Zuge der Verstaatlichung der Erdölindustrie zurückgezogen hatte, seine Rückkehr auf den libyschen Markt an. Das ausgehandelte Joint Venture mit der Libya Investment Corporation hat ein Volumen von 900 Mio. US-$ und dient in erster Linie der Erkundung neuer Erdgasvorkommen. Wegen des steigenden Energiebedarfs und der Konzentration auf den Erdöl- und -gasexport soll, mit Hilfe der USA, ein ziviles Atomprogramm entwickelt werden. Im März 2007 wurden entsprechende Pläne der Regierung bekannt gegeben. [...]«

Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.311.

2008/2009

»[...] Zum 39. Jahrestag seiner Machtübernahme kündigte Gaddafi in einer Rede vor dem Volkskongress am 1. 9.2008 umfassende politische und wirtschaftliche Reformen an. Demnach sollen alle Ministerien bis auf die Ressorts Äußeres, Verteidigung und Sicherheit abgeschafft und die Bevölkerung künftig in größerem Maße an den Erdöleinnahmen beteiligt werden. [...]
Beim Staatsbesuch in Bengasi am 30.8.2008 unterzeichneten Gaddafi und der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ein Freundschafts- und Kooperationsabkommen, das nach der Annahme durch die Parlamente beider Länder am 2.3.2009 in Kraft trat. Teil des Pakts war die offizielle Entschuldigung Berlusconis für die Verbrechen während der italienischen Kolonialzeit und die Zusage von Entschädigungszahlungen über 5 Mrd. US-$ in den nächsten 25 Jahren. Im Gegenzug erwartete die italienische Regierung eine verstärkte Zusammenarbeit im Kampf gegen illegale Einwanderung sowie die Absicherung und Erweiterung der Erdöl- und Erdgaslieferungen. Vom l0.-12.6.2009 kam Gaddafi zum Gegenbesuch nach Italien. [...]
Nachdem US-Präsident George W. Bush am 4.8. 2008 eine Vereinbarung zur Wiederannäherung zwischen den USA und Libyen unterzeichnet hatte und beide Länder sich am 14.8. auf Kompensationszahlungen u. a. für die Opfer des mutmaßlich vom libyschen Geheimdienst veranlassten Lockerbie-Attentats von 1988 bzw. der Bombardierungen von Tripolis und Bengasi 1986 durch die US-Luftwaffe geeinigt hatten, markierte der als historisch eingestufte Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice am 5./6.9. 2008 nach jahrzehntelanger diplomatischer Eiszeit eine grundlegende Wende in den Beziehungen beider Länder. Bei den Gesprächen zwischen Rice und Außenminister Abdurrahman Shalgham ging es u. a. um eine Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, vor allem im Erdölsektor, sowie um den Abschluss eines Handels- und Investitionsabkommens. Am 20.11. entsandten die USA mit Gene Cretz erstmals seit 36 Jahren wieder einen Botschafter nach Libyen.
Im Rahmen seines ersten Staatsbesuchs in Moskau seit 23 Jahren traf Gaddafi am 1.11.2008 mit Präsident Dmitri Medwedew, Ministerpräsident Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow zusammen. In den Gesprächen ging es um russische Rüstungslieferungen an Libyen sowie um eine Kooperation bei der zivilen Nukleartechnik (ein entsprechendes Joint Venture für den Bau von Kraftwerken wurde am 20.11. gegründet). Nachdem bereits im April 2008 Gaddafi und Putin ein Memorandum unterzeichnet und im August der Chef des staatlichen russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, den langfristigen Aufkauf der gesamten für den Export bestimmten Erdöl- und Erdgasfördermengen zu Marktpreisen angeboten hatte, vereinbarten Gaddafi und die russische Führung Verhandlungen über die gemeinsame Ausbeutung libyscher Erdöl- und Erdgasvorkommen. An den Gesprächen nahmen auch Vertreter des italienischen Energiekonzerns ENI teil. [...]

Flüchtlingsdrama: Beim Untergang mehrerer Flüchtlingsboote vor der libyschen Küste kamen am 31.3. 2009 vermutlich mehr als 200 Menschen ums Leben. Die völlig überladenen Boote waren von Sidi Belal nahe Tripolis in See gestochen. Wegen der anhaltenden Flüchtlingsströme von Libyen nach Italien und Malta - allein 2008 kamen dabei schätzungsweise 530 Menschen ums Leben - begannen beide Länder am 12.5. mit gemeinsamen Seepatrouillen. Die italienisch-libyschen Besatzungen sollen sowohl in libyschen wie in internationalen Gewässern mögliche Routen von Flüchtlingsbooten kontrollieren und in Not geratene Flüchtlinge suchen und retten.

Krise mit der Schweiz: Am 15.7.2008 nahm die Schweizer Justiz Motassim Bilal "Hannibal" Gaddafi, einen Sohn des Staatschefs, und dessen Frau wegen angeblicher Misshandlung zweier ihrer Angestellter in einem Genfer Luxushotel für zwei Tage in Untersuchungshaft und erhob Anklage. Dies löste eine diplomatische Krise zwischen Libyen und der Schweiz aus. Libyen reagierte mit der vorübergehenden Festnahme zweier Schweizer Geschäftsleute und der Schließung ihrer Büros sowie der Einschränkung der Flugverbindungen der Swissair und einem Erdöllieferstopp. Gaddafi sen. verlangte die Einstellung des Verfahrens und eine offizielle Entschuldigung. Nachdem die Schweiz dies zunächst abgelehnt hatte, ließ die Schweizer Staatsanwaltschaft nach zahlreichen Verhandlungen zwischen Delegationen beider Länder die Anklage fallen. Dennoch blieb die Situation angespannt: Die beiden verhafteten Schweizer wurden zwar freigelassen, durften das Land aber zunächst nicht verlassen. Nachdem erneute Gespräche u. a. zwischen Außenministerin Micheline Calmy-Rey und Gaddafi-Sohn Seif al-Islam am 29.1.2009 keine wesentliche Annäherung gebracht hatten und die Schweiz eine offizielle Entschuldigung sowie die Forderung nach Kompensation erneut zurückgewiesen hatte, reichte Hannibal Gaddafi am 8.4.2009 bei einem Schweizer Gericht Zivilklage gegen den Kanton Genf ein. Der erste Verhandlungstermin wurde für den 24.9. angesetzt.

Wirtschaft: Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die Kurse von Bank-Aktien nutzte ein Konsortium aus Notenbank, Staatsfonds und der staatlichen Libyan Foreign Bank am 16.10.2008 zur Aufstockung seines Anteils an der italienischen Großbank UniCredit von bisher 0,87 auf 4,23 %. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung der in Not geratenen Bank, die das Konsortium finanzierte, konnte es seine Anteile Mitte Februar auf 6 % erhöhen. Anfang Februar begann der staatliche Energiefonds mit dem Kauf von Aktien des italienischen Energiekonzerns ENI, der seit 1959 in Libyen vertreten ist. [...]«

Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 337 f.

2010

Gaddafi erklärt Schweiz den Heiligen Krieg
»[...] Der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi hat Muslime zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen. "Der ungläubigen und abtrünnigen Schweiz, die die Häuser Allahs zerstört, muss mit allen Mitteln der Dschihad erklärt werden", sagte er in der ostlibyschen Stadt Bengasi. Jeder Muslim, der mit der Schweiz Geschäfte mache, sei ein "Ungläubiger", der sich gegen den Islam stelle.
"Lasst uns kämpfen gegen die Schweiz, den Zionismus und ausländische Aggression", sagte Gaddafi und fügte hinzu: "Das ist kein Terrorismus", im Gegensatz zu den Aktionen der Al Kaida, die er als "eine Art Verbrechen und Geisteskrankheit" bezeichnete. Es gebe einen großen Unterschied zwischen Terrorismus und dem Heiligen Krieg, der das Recht auf bewaffneten Kampf einschließe, sagte er. Der Kampf gegen die Schweiz müsse mit allen Mitteln geführt werden. [...]«
Aus: tagesschau.de, Gaddafi erklärt Schweiz den Heiligen Krieg, 25.02.2010.

Siehe auch muz-online.de:  Schweiz

Italien/Libyen: Vereint gegen Flüchtlinge

Flüchtlingslager in Libyen
»[...] Offiziell gibt es 18 Flüchtlingslager in Libyen. Wieviele Insassen aus welchen Ländern wie lange dort ausharren müssen, ist unklar. Es gibt Meldungen, wonach über 600 Eritreer schon seit drei Jahren in solchen Lagern ausharren, ebenso sind laut Berichten afrikanischer Medien rund 2000 Nigerianer aus dem Bundesstaat Edo in Libyen in Haft, jüngst gab es sogar das Gerücht, dass mehr als 200 Nigerianer wegen Immigrationsvergehen zum Tod verurteilt worden seien.
Mit einiger Verzögerung reagierte nun die EU: Deren Kommissar für Justiz, Jacques Barrot, hat klar gestellt, dass Abschiebungen auf hoher See nach Libyen illegal sind. Der italienische Innenminister Roberto Maroni von der Lega Nord wurde um Klärung gebeten, wie genau einzelne Boote, auf denen sich womöglich Asylwerber befunden haben, abgewiesen wurden. Doch die EU-Besorgnis hält sich in Grenzen. Denn sie sieht die Lösung der "Flüchtlingsfrage" in der Einrichtung von Asylbüros in Libyen – wenn möglich unter Einbeziehung des UN-Flüchtlingshochkommissariats.

Italienisch-libysche Zusammenarbeit
Als sich um das Jahr 2002 die neue Flüchtlingsroute Libyen–Lampedusa/ Sizilien konsolidierte, bot Rom Tripolis an, sich für die Abschaffung des Embargos gegen Libyen zu verwenden, im Gegenzug sollte Libyen beim "Kampf gegen die illegale Einwanderung" helfen. Bisweilen funktionierte das: So kamen im Juli 2003 zeitweise fast keine Menschen mehr über das Meer nach Lampedusa. In dieser Zeit stellte Italien Material für die Küstenwacht zur Verfügung: Jeeps, Schlauchboote, Ferngläser – und Leichensäcke; es finanzierte ein Festhaltelager für Immigranten nahe Tripolis, und zahlte Abschiebeflüge von Libyen aus – bis es dann im Herbst 2004 und Frühling 2005 sogar direkte Abschiebeflüge von Lampedusa nach Tripolis gab. Ende 2007 unterzeichnete Giuliano Amato, Innenminister der Mitte-Links-Regierung Romano Prodis, ein Abkommen mit Libyen, um der "heimlichen Einwanderung entgegen zu treten". Darin wurde vereinbart, den Libyern sechs Schiffe zu übergeben, gemeinsame Patrouillen unter libyscher Leitung durchzuführen und mithilfe der EU ein Grenzüberwachungssystem einzurichten. Niemand kümmerte sich damals um den Hinweis von NGOs, dass allein 2006 rund 60.000 Personen in Libyen verhaftet und in Flüchtlingsgefängnisse gepfercht, dort misshandelt oder abgeschoben wurden – teilweise einfach in der Wüste ausgesetzt.

All diese Abkommen konnten den Flüchtlingsstrom nicht eindämmen. 2008 kamen 75% mehr Flüchtlinge nach Lampedusa und Süditalien, 75% davon waren Asylbewerber; die Hälfte erhielt humanitären Status oder Asyl.
Im Januar 2009 ratifizierte das italienische Parlament ein historisches Abkommen mit Libyen, wonach Italien 5 Mrd. Euro an Libyen zahlt, um einen Schlussstrich unter die koloniale Vergangenheit zu ziehen – ein großer Teil davon wird in Form von Aufträgen zur Verbesserung der Infrastruktur wieder zurück nach Italien fließen. Unter anderem soll ein elektronisches Kontrollsystem an der Wüstengrenze zwischen Libyen und Niger errichtet werden – die Hälfte davon soll die EU zahlen. Diese bot Anfang Februar 2009 in der Person ihre Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner dem libyschen Staat ein Hilfspaket von 20 Mio. Euro für die "Bekämpfung illegaler Einwanderung" an.
Am 14.Mai 2009 begann offiziell die gemeinsame italienisch-libysche Flüchtlingsabwehr. In den Monaten davor erreichten besonders viele Flüchtlinge Lampedusa und Sizilien, es gab sehr viele Tote. Libyen erhielt zunächst drei Schiffe, drei weitere sollen folgen. Auf italienischer Seite arbeiten die Marine und die Finanzpolizei mit Libyen zusammen, offiziell geschieht das "mit vollem Respekt für die Gesetze (Italiens) sowie der EU und die internationalen Abkommen". Genau das ist jedoch fraglich, denn eigentlich müssten die Flüchtlinge identifiziert werden und die Möglichkeit haben, beim jeweiligen Bootskommandanten um Asyl zu bitten.

Kommt noch jemand?

Jetzt gibt es nur noch wenige Berichte darüber, was tatsächlich auf dem Meer passiert. Am 16.Juli erreichte ein Boot mit bis zu 150 Eritreern und Somalis unbemerkt einen Naturpark nahe der sizilianischen Stadt Syrakus, am 27.Juli kamen 25 Kurden nach Africo Nuovo in Kalabrien, Anfang August kamen 20 Flüchtlinge nach Lampedusa. Mitte August rettet die maltesische Marine 115 Menschen vor dem sicheren Ertrinken, die Agenturen sprechen vom ersten Fall von Bootsflüchtlingen seit Wochen, erwähnen jedoch im selben Atemzug, dass nur wenige Tage zuvor die italienische Marine ein Boot mit 84 Menschen an Bord nach Libyen "zurückschickte". Seit Mai hat man nun schon mindestens 1.216 Flüchtlinge nach Libyen zurückgeschickt.
In Libyen ist die Wahrnehmung eine gänzlich andere; das zeigte sich beim Staatsbesuch Ghaddafis im Juni in Rom. Dort erklärte er: "Die Rede von Asylwerbern ist eine verbreitete Lüge ... Die Afrikaner haben keine politischen Probleme, sie haben keine Identität, sie kommen aus den Wäldern und sagen sich, im Norden gibt es Reichtum, lasst uns dort hingehen." Berlusconi ergänzte: "Seit dem Beginn der Zusammenarbeit gibt es keine neuen Ankünfte von Clandestini. In Libyen gibt es eine Agentur der Vereinten Nationen; wer Fakten vorweisen kann, die zeigen, dass er ein Recht auf Asyl hat, wird identifiziert. Und Italien akzeptiert absolut, dass diese benachteiligten Bürger eine Zuflucht in unserem Land finden."«
Quelle: SOZ, Sozialistische Zeitung, Sept. 09, Vorausveröffentlichung

Siehe auch Situation 12/2010: europenews.dk, Der Marsch auf Europa - über die Türkei: Immer mehr afrikanische Flüchtlinge meiden den Weg übers Mittelmeer und versuchen stattdessen, auf dem Landweg in die "Festung Europa" zu kommen. Italien ist mittlerweile eines der ausländerfeindlichsten Länder Europas – und das mit "Erfolg". Die Flüchtlingslager in Süditalien – wie das berüchtigte von Lampedusa – sind so gut wie leer;.

"Flüchtlinge werden wie Vieh behandelt!"

»Flüchtlinge werden wie Vieh behandelt - mit diesen dramatischen Worten beschreibt die "Hilfe für Mensch und Kirche" (HMK) die Lage in Libyen. Und "Amnesty International" (AI) kritisiert, der Westen ignoriere libysche Menschenrechtsverletzungen.
Als "nach wie vor trostlos" beschreibt Amnesty International die Lage in Libyen. Es gibt nicht viele Menschen, die in Libyens Diktator Muammar Gaddafi einen Verfechter von Toleranz, Nächstenliebe und Menschenrechten sehen. Zwar gehört er zu den treibenden Kräften verschiedener arabischer Einheitsbemühungen, und die Afrikanische Union (AU) wurde nicht zuletzt dank seinem Bestreben gegründet. [...]

Flüchtlinge suchen Hilfe bei Kirchen
Laut der "Hilfe für Mensch und Kirche" hat Libyen dem UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der UNO, befohlen sein Büro im Land zu schliessen und alle Tätigkeiten einzustellen. Das UNHCR hatte seit 1991 auf Einladung der Regierung in Libyen gearbeitet. Tripolis begründe den Rauswurf in Vorwürfen gegen den Mitarbeiterstab. "Plötzlich gibt es niemanden mehr im Land, der sich um die vielen Flüchtlinge kümmert, weil die Regierung ungern zugibt, dass es überhaupt Flüchtlinge im Lande gibt", schreibt die HMK und schätzt die Zahl der Migranten und Flüchtlinge auf eine Million Menschen - bei weniger als sieben Millionen Einwohnern. [...] Viele der Ankömmlinge wenden sich nun an die schwarz-afrikanischen Kirchen und bitten um Hilfe. Diese - so die HMK weiter - seien überfordert und würden überrollt.

Wie Vieh transportiert
Dem Werk aus dem schweizerischen Thun würden Berichte vorliegen, dass kürzlich Flüchtlinge auf Lastwagen verfrachtet wurden und "wie Vieh" vom Misrata Gefängnis in Libyen zum Sabha Straflager am Rande der Sahara transportiert wurden. Und weiter: "Bevor sie dorthin gebracht wurde, wurde die Gruppe geschlagen und mit Elektroschocks und anderen Misshandlungen gefügig gemacht. Als sie dann zu zerschlagen und geschwächt waren, um sich gegen eine Ausschaffung zu wehren, wurden 250 von ihnen gezwungen, auf die Lastwagen zu steigen, und nach Sabha gebracht." Zwanzig Gefangene seien aber derart misshandelt worden, dass sie zur Behandlung ins Spital gebracht werden mussten, ehe sie wieder hinter Gittern landeten. [...]«
Zitiert aus: www.livenet.ch, 20.07.2010.

Februar 2011: Proteste gegen das Gaddafi-System

In Anlehnung an die Proteste in  Tunesien,  Algerien und  Ägypten ab Januar 2011, hat sich auch in Libyen eine Demokratie-Bewegung formiert, die zu Protesten gegen das Regime aufruft. Über das Internet (Facebook, Twitter) wurde für den 17. Februar zum "Tag des Zorns" aufgerufen. Tausende Libyer, die viele Sympathisanten im Ausland haben, sagen jetzt "Khalass !" ("Genug") und fordern Reformen, mehr Rechte für die Bürger und das Ende der Gaddafi-Herrschaft. Die vor allem jungen Leute wenden sich gegen ein System, das gekennzeichnet ist von Korruption und Verschwendungssucht der Machtelite.
Libyen, ein straff organisierter Polizeistaat, kennt praktisch keine Pressefreiheit. Das Internet kann jederzeit abgeschaltet, einzelne Seiten blockiert und Autoren können einfach festgenommen werden. Von daher sind die Aufrufe zu Protesten über das Internet wesentlich von Libyern aus dem Ausland organisiert.
Bereits in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar waren bereits 2000 Demonstranten in der Hafenstadt Benghazi unterweges. Hier versuchte die Polizei mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas die Demonstration aufzulösen. Es soll dabei zwei Tote auf Seiten der Protestler gegeben haben. Laut der Oppositionsgruppte "Khalass" (bei Twitter unter dem Namen "Enough Gaddafi" erreichbar) soll aus Helicoptern auf die Demonstranten in Bayda (Al-Baïda) geschossen worden sein, drei Tote wurden bestätigt.
Die Proteste, die sich zunächst auf Städte im Nordosten des Landes beschränkt haben, werden nun auch die Hauptstadt Tripoli erreichen, wo sich bereits zu allem entschlossene Gaddafi-Anhänger mit günen Fahnen und Tüchern zu Gegenprotesten formieren.

Siehe:
www.tagesschau.de, Tote bei ersten Protesten. In Libyen beginnt der "Tag des Zorns", 17.02.2011
www.faz.net, Berichte über Tote bei Protesten in Libyen, 17.02.2011
Aufruf zum "Tag des Zorns" und zu Demonstrationen gegen das Gaddafi-System
Twitter: LibyanYouthMovement
Facebook: LibyanYouthMovement

Am "Tag des Zorns" haben die Sicherheitskräfte auf die friedlichen Demonstranten geschossen, wobei mindestens 24 Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden. Besonders heftig war die Situation in Baïda, wo die Krankenhäuser überlastet waren. In Benghazi wurden 50 getötete Menschen bestätigt.
Siehe: www.hrw.org, Security Forces Fire on 'Day of Anger' Demonstrations, February 17, 2011

Im weiteren Verlauf der Proteste verloren nach heftigen Angriffen von libyschen Sicherheitskräften, Militär und Luftwaffe Hunderte Demonstranten ihr Leben. Tausende wurden verletzt. Gaddafi zeigte sich unnachgiebig und verkündete, weiterhin mit aller Gewalt gegen die Demonstranten vorgehen zu wollen. Die Protestbewegung ließ sich jedoch von der Staatsgewalt nicht schwächen und abschrecken. Am 22. Februar kontrollierten die Gegner von Staatschef Gaddafi nach eigenen Angaben bereits 90 Prozent des Landes... Erstaunlich ! Wie aus friedlichen Demonstranten nun gut bewaffnete Kämpfer wurden, die in der Lage sind, gegen das staatliche Militär derartige Erfolge zu erzielen... »[...] Libyens Innenminister Abdel Fatah Junes gab am Dienstagabend seinen Rücktritt bekannt und stellte sich hinter die Protestbewegung. [...] Viele Armee-Einheiten und Sicherheitskräfte seien übergelaufen, sagten ranghohe libysche Funktionäre, die auf Distanz zu Gaddafi gegangen sind, der Nachrichtenagentur dpa. [...]«
Zitiert aus: www.welt.de, Militär läuft über. Teile Libyens feiern schon die Befreiung von Gaddafi, 23. Februar 2011

Nach Gaddafis Rede vom 22. Feburar 2011
»[...] "Ich sterbe als Märtyrer", "es wird ein Gemetzel geben": Nach der verstörenden Rede von Diktator Muammar al-Gaddafi hat sich am Mittwoch der UN-Sicherheitsrat eingeschaltet und ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstranten gefordert.
Zeitgleich steigt die Zahl der Todesopfer. Das gewaltsame Vorgehen von Libyens Führung gegen Demonstranten soll bereits bis zu 1000 Menschen das Leben gekostet haben. Wie berichtet, soll Gaddafi Söldner aus Schwarzafrika gegen das eigene Volk einsetzen. "Wir haben keine vollständigen Informationen, gehen aber davon aus, dass Schätzungen von etwa 1000 Toten glaubwürdig sind", erklärte Italiens Außenminister Franco Frattini am Mittwoch.
Wegen der dramatischen Entwicklungen befürchtet er einen Massenansturm von Flüchtlingen in Richtung Süditalien. "Wir wissen, was auf uns zukommt, wenn das libysche System zusammenbricht: eine Welle von 300.000 Migranten. Und das sind noch vorsichtige Schätzungen." Sein Land müsse sich auf einen "biblischen Exodus" vorbereiten, erklärte Frattini. [...]«
Zitiert aus: diepresse.com, Massaker in Libyen: Schon 1000 Todesopfer befürchtet, 23. Februar 2011

Gaddafi hat seinem Volk den Krieg erklärt. Tausende schwerbewaffnete ausländische Söldner im Einsatz.
Etwa 30.000 ausländische Söldner schießen im Auftrag von Gaddafi auf alles, was sich bewegt. Diese menschlichen "Tötungsmaschinen" kommen hauptsächlich aus Niger, Tschad, Mali, Sudan, aber auch aus asiatischen und europäischen Ländern.
Der französische Arzt Gérard Buffet, der anderthalb Jahre als Anästhesist im Benghazi Medical Center gearbeitet hat, berichtete dem Magazin Le Point von seinen Erfahrungen. In dem Interview mit dem Titel "C'était un carnage absolu" ("Es war ein absolutes Blutbad") gibt Buffet an, dass allein in Bengasi etwa 2.000 Menschen den mordenden Söldnern zum Opfer gefallen sind. Von den Städten Darnah bis Tobruk, haben sie Massaker verübt, bei denen vermutlich tausende Menschen getötet wurden.

»[...] Les forces de répression comprennent la police, l'armée, mais surtout des mercenaires tchadiens, nigériens, entraînés au fin fond du Sahara et très bien équipés et armés. On les a vus passer dans des 4x4, armés jusqu'aux dents, c'était très impressionnant. Il est impossible de savoir combien ils sont : certains disent 5 000, d'autres 50 000. Ce sont des machines à tuer. Lorsque le fils de Khadafi promet des rivières de sang, il sait qu'il a ce qu'il faut pour cela. De Tobrouk à Darnah, ils ont commis un véritable massacre, on parle de plus d'un millier de morts. [...]«
Zitiert aus: Le Point, "C'était un carnage absolu", 23. Februar 2011

Übersetzung: Die Kräfte der Unterdrückung bestanden aus Polizei und Militär, aber hauptsächlich aus Söldner aus Tschad und Nigeria, ausgebildet in der abgelegenen Sahara und sehr gut ausgerüstet und bewaffnet. Wir sahen sie mit ihren 4-Rad Fahrzeugen bis zu den Zähnen bewaffnet an uns vorbeifahren, es war sehr beeindruckend. Es ist unmöglich zu sagen, wie viele es waren, einige sagten 5.000, andere 50.000. Sie sind Tötungsmaschinen. Als der Sohn von Gaddafi Ströme von Blut versprach, wusste er, was es zu tun hat. Von Darnah bis Tobruk haben sie ein wahres Massaker begangen, wir sprechen von mehr als tausend Toten.

27. Februar 2011: Gaddafis Flugzeug steht mit Goldbarren-Ladung zur Flucht bereit

»[...] Der Libysche Präsident Muammar al-Gaddafi soll alle Vorbereitungen für seine Flucht aus dem Land getroffen haben. Angeblich mit im Gepäck: reichlich Goldbarren und Devisen. „Gaddafis eigenes Privatflugzeug ist vollgeladen mit Goldbarren und jeder Menge harter Währung, vor allem Dollar. Und er bereitet sich vor, nach Simbabwe zu fliehen, um dort bei seinem Freund Robert Mugabe zu bleiben“, erklärt der lybische Aktivist Guma el-Gamaty gegenüber ABC News. Laut den Angaben des ABC-Informanten ist Muammar al-Gaddafi bereit, jederzeit das Land zu verlassen. Die Schweizer Konten des Diktators hat man laut Presseberichten bereits einfrieren lassen. Sollte er sich wie der tunesische Ex-Präsident Ben Ali im Flugzeug aus dem Staub machen, dann wird ihm an finanziellen Mitteln vermutlich nichts anderes bleiben, als das was er in seinem Jet aus dem Land schmuggelt. Gold, das universelle Zahlungsmittel, ist natürlich mit dabei.[...]«
Zitiert aus: Goldreporter, 27.02.2011
Quelle: www.abc.net.au, Gaddafi's regime is finished: El-Gamaty, 24. Februar 2011
Siehe auch: www.thezimbabwemail.com, 24.02.2011, Robert Mugabe ready to offer Gaddafi asylum

Was die Proteste mit den Rothschilds verbindet

Die Rothschild-Familie kontrolliert mit ihren Zentral Banken und Internationalen Finanzfonds die Wirtschaft von Tunesien, Ägypten, Jemen, Jordanien und Algerien. Aufkommende konkurrierende regionale Banken, die nach dem scharia-konformen System des Islamic Banking funktionieren, sollen geschwächt werden. Wie in dem Artikel von www.puppet99.com zu lesen ist, sponsort der US-amerikanische Milliardär George Soros, der bei Rothschild’s "International Crisis Group" im Vorstand sitzt, seit Langem Trainings für sogenannte Pro-Demokratie-Aktivisten. Ziel ist, in den jeweiligen Ländern Chaos zu kreieren und während eines Machtvakuums, Personen zur Macht zu verhelfen, die den Interessen der mit den Rothschilds verbundenen Finanzorgane entsprechen.

www.puppet99.com: Rothschild Revolutions in Tunisia, Egypt Kill Islamic Banks
»[...] Though it is a carefully guarded secret, the Rothschilds and their associates own most of the shares in the central banks [...]. With extremely little government input, the economies of Tunisia, Egypt, Yemen, Jordan, and Algeria are strictly controlled by the Rothschild’s central banks and their International Monetary Fund. [...] Islamic banks have been eating into Rothschild profits in the Middle East [...] Deposed Tunisian President Ben Ali’s son-in-law, Sakher El Materi, opened Tunisia’s first Islamic bank, Zitouna Bank, on May 26, 2010. Zitouna Bank is the first Islamic bank in the Maghreb region [North Africa]. The bank was a first step toward Ben Ali’s new program of extensive reforms, “Tunisia, a Pole for Banking Services and a Regional Financial Centre”, which would have undermined the power and the profits of the Central Bank of Tunisia (privately-owned by the Rothschilds and their associates). [...] These Rothschild revolutions are done under the pretense of bringing democracy and deposing despots, but the real aim is to initially create chaos and a leadership vacuum, then quickly offer a solution: install a puppet that will do the economic bidding of the Rothschilds. The citizens gain freedom of speech and association, but become economic serfs.
These revolutions are most likely coordinated at the highest levels by the Rothschild’s International Crisis Group. Mohamed ElBaradei is already being touted as a new leader for Egypt. ElBaradei is a trustee of the International Crisis Group. Another board member of this group is Zbigniew Brzezinski. George Soros sits on the executive committee. The later two are ubiquitous front men for the Rothschilds. [...]«
Zitiert aus: www.puppet99.com, Rothschild Revolutions in Tunisia, Egypt Kill Islamic Banks, 9. Februar 2011

Siehe auch:  Auf dem Weg zu einer Neuen Weltordnung

engforum.pravda.ru, 02-08-2010: Die verborgene Weltdiktatur des Rothschild-Imperiums. Es gibt derzeit noch 5 Länder auf dieser Erde, die über keine Rothschild-Bank verfügen, dies sind: KUBA, Nordkorea, Sudan, Libyen, Iran
»The Middle East & then the World

Globalist blitzkrieg signals largest geopolitical reordering since WW2. analysis by Tony Cartalucci Beginning in North Africa, now unfolding in the Middle East and Iran, and soon to spread to Eastern Europe and Asia, the globalist fueled color revolutions are attempting to profoundly transform entire regions of the planet in one sweeping move. [...] The end game of course is a world spanning system of global governance. This is a system controlled by Anglo-American financiers and their network of global institutions ensuring the world's consolidated nations conform to a singular system they can then perpetually fleece. As megalomaniacal oligarchs, their singular obsession is the consolidation and preservation of their power. This will be achieved through a system of population control, industrial control, and monetary control, which together form the foundation of their Malthusian policies. [...]«

Zitiert aus: landdestroyer.blogspot.com, 18.02.2011

Siehe auch:
www.infokriegernews.de, Libyen : Neuer Curveball im Spiel? 24. Februar 2011
www.infokriegernews.de, Kriegspropaganda in Reinkultur, 8. März 2011
infokrieg.tv, Fakt und Fiktion um Libyen, 27.03.2011

3. Weltkrieg wegen Libyen ?

»Italiens Innenminister Roberto Maroni hat die USA vor jeder Einmischung in Libyen gewarnt. Eine militärische Invasion würde zum dritten Weltkrieg führen

[Ria Novosti] Italiens Innenminister Roberto Maroni hat die USA vor jeder Einmischung in Libyen gewarnt. Eine militärische Invasion würde zum dritten Weltkrieg führen, sagte der 55-jährige Politiker in einem Zeitungsinterview.
„Eine ernsthafte Aktion, insbesondere eine amerikanische, würde die arabischen Staaten zur Bildung einer Koalition bewegen und verheerende Folgen nach sich ziehen", warnte Maroni im Gespräch mit der Zeitung La Padania.
"Ich würde alles daran setzen, ein solches Szenario zu verhindern", sagte der Innenminister. Nach seinen Worten gehen Hardliner aus der Umgebung von US-Präsident Barack Obama "gerne die kürzesten Wege, ohne zu begreifen, dass eine militärische Einmischung zum dritten Weltkrieg führen kann."
[...] Die Nato prüft laut US-Präsident Barack Obama die Möglichkeiten einer militärischen Intervention in Libyen. Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zufolge ist ein Nato-Einsatz in Libyen nur mit UN-Mandat möglich.«
Zitiert aus: www.mmnews.de, 08.03.2011
Siehe auch: www.politikglobal.net, Obama droht Gaddafi, 8. März 2011

Frankreich und Großbritannien bereit zu Luftangriffen in Libyen

»Frankreich und Großbritannien sind laut dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy bereit, die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi gezielten Luftangriffen auszusetzen - falls das libysche Regime chemische Waffen gegen die Aufständischen einsetzen sollte. [...] Am Donnerstag hatte Frankreich den von den Rebellen eingesetzten Übergangsrat als einzig legitime Machtinstitution in Libyen anerkannt und angekündigt, einen Botschafter zu den Aufständischen zu schicken. [...]«
Zitiert aus: de.rian.ru, Frankreich und Großbritannien bereit zu Luftangriffen in Libyen, 11. März 2011

Exodus aus Libyen

Inzwischen verlassen Hunderttausende Menschen, vor allem Gastarbeiter, Libyen. Siehe: www.faz.net, Flüchtlinge aus Libyen. Ausgeraubt, erschöpft und hungrig, 11. März 2011

Sarkozy schlägt riesige Lager für Flüchtlinge vor. Weiter: www.tt.com, 11. März 2011

Asien fürchtet nach Libyen-Exodus um Exportschlager Arbeitskräfte

»[...] Die dramatischen Szenen aus Libyen und wachsende Spannungen in anderen arabischen Ländern lassen auch asiatische Regierungen zittern. Nicht in erster Linie, weil sie Aufbegehren nach gleichem Muster befürchten. Vielmehr haben Staaten von Indien über China bis hin zu den Philippinen Hunderttausende Landsleute als Arbeiter und Spezialisten in diese Länder entsandt. Das Ausbleiben ihrer Überweisungen nach Hause würde die heimische Wirtschaft schwer treffen. [...]«
Zitiert aus: www.greenpeace-magazin.de, 10. März 2011

12. März 2011: Gaddafi lässt Stellungen der Aufständischen bombardieren. Arabische Liga fordert Flugverbotszone

Die Gaddafi-Gegner fordern seit Längerem die Einrichtung einer Flugverbotszone, da sie gegen die Bombardierungen auf ihre Stellungen keine Chance hätten, die Forderung nach einem politischen Systemwechsel durchsetzen zu können und Gaddafi und dessen Regierung zum Aufgeben zu zwingen. Die Begründung, das Blutvergießen beenden und die Zivilbevölkerung vor der Gewalt der Gaddafi-Gefolgschaft schützen zu wollen, soll nun eine militärische Intervention rechtfertigen - die anscheinend seit Jahren geplant ist... Die arabische Liga hat bereits ebenfalls die UN zum Handeln gegen Libyen aufgefordert und sich für eine Flugverbotszone ausgesprochen. Die deutsche Regierung ist hingegen skeptisch was ein militärisches Eingreifen betrifft. Fast 90% der Deutschen lehnen überdies eine deutsche Beteiligung an einer militärischen Intervention in Libyen ab.
In der US-Regierung mehren sich ebenfalls »[...] die skeptischen Stimmen über die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen. Nach Verteidigungsminister Robert Gates äußerte sich am Sonntag auch der neue Stabschef im Weißen Haus, Bill Daley, eher zurückhaltend. [...] Pentagon-Chef Gates hatte unlängst ebenfalls Erwartungen gedämpft und auf die Komplexität einer solchen Operation hingewiesen. [...]«
Zitat: www.ad-hoc-news.de, Obamas Stabschef sieht Flugverbot über Libyen skeptisch, 6. März 2011
Siehe auch: www.tagesschau.de, UNO soll über Flugverbotszone entscheiden, 13. März 2011

Einige Staaten möchten Gaddafi und seine Gefolgschaft beseitigen. Denn seit langem fühlen sich bestimmte Kreise von Gaddafi genervt, forderte dieser doch zuletzt von den alten Kolonialmächten Wiedergutmachungsleistungen in Höhe von einigen Billionen US-Dollar und jährliche Milliardenzahlungen von der EU zum Schutz vor afrikanischen Flüchtlingen. Außerdem sollen selbstverständlich die Rothschild-Banken in Libyen etabliert werden - und dann sind da noch die begehrten Rohstoffe wie z.B. Erdöl, Erdgas und Wasser. Der Wiederaufbau des Landes kann dann mit "wohlwollender" Unterstützung von Weltbank und IWF erfolgen. Die beschlagnahmten Milliarden des Gaddafi-Clans können dann auch wieder ins Land zurückfließen...

Siehe weiter:
»[...] Radikale Islamisten und Al-Qaeda stehen im Zentrum der sogenannten Demokratiebewegung [...] Während saudische Truppen dabei behilflich sind, im Nachbarland Bahrein die Protestbewegung blutig niederzuschlagen, unterstützt das saudische Regime den Aufstand in Libyen. Die USA haben laut Medienberichten bereits im saudischen Königshaus nach Waffenlieferungen für die libyschen Rebellen angefragt. Ein Widerspruch? Mitnichten, schließlich spielen Islamisten, wie zum Beispiel die Libyan Islamic Fighting Group (LIFG), eine maßgebliche Rolle in dem Aufstand gegen das Gaddafi-Regime. Die LIFG wurde von ehemaligen Mudschaheddin-Veteranen, die in Afghanistan unter Anleitung der CIA die sowjetischen Truppen bekämpft hatten, gegründet.(...) Sie lieferte sich bereits Mitte der 1990er Jahre in Bengasi bewaffnete Gefechte mit den libyschen Sicherheitskräften.
Auch die National Front for the Salvation of Libya (NFSL), welche die wichtigste Oppositionsgruppe Libyens darstellt, steht für einen extrem konservativen Islam. Sie wird seit Jahrzehnten von westlichen Geheimdiensten gefördert. (...) Die NFSL hatte via Facebook am 17. Februar zu einem "Tag des Zorns" in Libyen aufgerufen. Das Datum war nicht zufällig gewählt. Es sollte an den Jahrestag der von islamistischen Kräften getragenen Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen im Jahr 2006 in Bengasi erinnern, welche gewaltsam vom libyschen Staat niedergeschlagen wurden. [...]«
Zitiert aus: www.hintergrund.de, 29. März 2011

Am 30. März meldeten die Mainstream-Medien wie www.tagesschau.de, dass der US-Geheimdienst CIA offenbar bereits seit Wochen mit verdeckten Aktionen die Gegner von Muammar al Gaddafi unterstützt.

Siehe auch:
www.hintergrund.de, 31.3.2011, Wer sind die libyschen Freiheitskämpfer und ihre Gönner? Libysche Notizen von PETER DALE SCOTT
www.tagesschau.de, Auch deutsche Geheimdienste bekamen Infos aus Libyen. »[...] Mehrere Zeitungen hatten gestern (03.09.2011; Anm. muz-online.de) über enge Kooperationen des britischen und des US-Geheimdienstes mit dem Gaddafi-Regime berichtet. [...] Laut "Wall Street Journal" und "New York Times" brachte die CIA Terrorverdächtige nach Libyen, um sie dort vom libyschen Geheimdienst verhören zu lassen. [...]«
Berichte über US-Geheimdienstmitarbeiter. CIA unterstützt offenbar Rebellen in Libyen: www.tagesschau.de, 31.03.2011

17. März 2011: UN-Sicherheitsrat hat Flugverbotszone über Libyen ausgesprochen

Am späten Abend des 17.03. hat der »[...] Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ... eine Resolution verabschiedet, mit der die Luftwaffe des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi am Boden gehalten werden soll. Für den Entwurf, der vor allem Frankreichs Handschrift trägt, stimmten 10 der 15 Mitgliedsstaaten. Kein Land war dagegen, aber fünf Länder enthielten sich, auch Deutschland. Russland und China, die als ständige Mitglieder mit ihrem Veto das Vorhaben hätten zu Fall bringen können, enthielten sich ebenfalls.
Die UN-Resolution erlaubt auch Luftangriffe und alle anderen "erforderlichen Maßnahmen" zum Schutze der Zivilisten in Libyen. Ausgenommen ist der Einsatz von Bodentruppen. Die UN-Mitgliedsstaaten dürfen auch individuell handeln. [...]«
Zitiert aus: www.tagesschau.de, UN-Sicherheitsrat beschließt Flugverbotszone, 17.03.11

18. März: Libysche Regierung erklärt sofortigen Waffenstillstand

Am frühen Nachmittag des 18. März hat der libysche Außenminister Mussa Kussa eine sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen erklärt.

19. März: Kampf um Rebellenhochburg Bengasi hat begonnen

Ungeachtet der am Vortag erfolgten Waffenstillstandserklärung hat die libysche Regierung den Kampf gegen die Aufständischen fortgesetzt. Am Vormittag hat Muammar al-Gaddafi die UN-Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone für ungültig erklärt und vor einer Einmischung in innere Angelegenheiten gewarnt. Seit dem Morgen werden offenbar alle Stadtteile von Bengasi beschossen, was von Gaddafi bestritten wird. Der Ruf der Rebellen nach einem schnellen Eingreifen der NATO wird hingegen immer lauter.

19. März: Militärische Angriffe beginnen

Am Nachmittag waren französische Aufklärungsflieger bereits über libyschem Gebiet. Wenig später schossen französische Kampfjets auf verschiedene Ziele. Danach griffen auch die USA und Großbritannien militärisch in Libyen ein. Die Streitkräfte der USA schossen mehr als 100 Tomahawk Cruise Missile Raketen (Stückpreis zwischen 600.000 - 1.000.000 US-$) auf Stellungen der libyschen Flugabwehr ab. Kritik am Militäreinsatz kam dann von der Arabischen Liga, aber auch von Russland und China. Dabei dürfte allen klar gewesen sein, dass zur Durchsetzng einer Flugverbotszone zunächst militärisch operiert werden muss. Außerdem dürften alle, die jetzt Kritik üben, gewusst haben, dass es nicht nur um den Schutz der Zivilbevölkerung und der Unterstützung der Regimegegner geht; es ist von Anfang an auch klar gewesen, dass es bei dem Militäreinsatz u.a. auch darum geht, das Gaddafi-System zu beseitigen. Und schließlich hätten jene Staaten, die sich bei der Abstimmung über die Flugverbotszone enthalten haben, auch mit einem klaren NEIN zum Einsatz stimmen können. Also ist alles Gejammer nichts als Theater. The Show must go on... Franzosen, Briten und USA setzen ihre Angriffe (ungeachtet einer weiteren Waffenstillstandserklärung von Seiten der libyschen Regierung) auf libysches Gebiet fort - bis das Ziel erreicht ist... Unterstützer gibt es genug. An dem Einsatz auf Grundlage der UN-Resolution 1973 sind auch Italien und Dänemark beteiligt. Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, Kanada, Spanien, Norwegen und Belgien haben ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt.
Siehe auch:
www.focus.de, Kritik am westlichen Militäreinsatz in Libyen, 20.03.11
www.taz.de, Liveticker Libyen

»[...] Operation Odyssey Dawn (deutsch: Odyssee Morgendämmerung) ist der Name für die US-amerikanische Beteiligung an dem Einsatz, Operation Ellamy ist der britische Anteil, Operation MOBILE der kanadische und Opération Harmattan der französische Anteil.[...]«
Zitiert aus: de.wikipedia.org, Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011

Seit Ende März hat die Nato das vollständige Kommando über den Militäreinsatz in Libyen übernommen.

www.infokriegernews.de, 31.03.2011, Feindliche Übernahme Lybiens. Schlapphüte der CIA und MI6 an vorderster Front?
www.infokriegernews.de, 31.03.2011, US-Geheimdienste seit Wochen in Libyen

20. April 2011: Bodentruppen gegen Gaddafi ?

Obwohl immer vehement abgelehnt, erwägt die Nato aus humanitären Gründen und zur Unterstützung der Rebellen Bodentruppen in Libyen einzusetzen. Kurz zuvor hieß es noch, dass Frankreich und Großbritannien lediglich "eine kleine Anzahl" Militärberater zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Unterstützung der Aufständischen entsenden werde. Doch die Lage in der schwer umkämpften Küstenstadt Misurata sei derart katastrophal, dass man sich zu diesem Schritt entscheiden müsse, um Schlimmeres zu verhindern. Mit den Luftangriffen könne man Gaddafis Soldaten nicht aufhalten und die Aufständischen hätten nicht die Kraft, diesen Kampf gegen Gaddafi zu gewinnen. Gaddafi führe einen "schmutzigen Krieg", er benutze Zivilpersonen als Schutzschilde und setze Streubomben, außerdem ist von Massenhinrichtungen und organisierten Vergewaltigungen die Rede (Siehe www.tagesschau.de, 9. Juni 2011: Viagra für die Soldaten, damit sie vergewaltigen können).

Rebellen bitten um Entsendung von Bodentruppen
»[...] Die Lage für die Rebellen in Libyen spitzt sich offenbar immer weiter zu. Ein Rebellensprecher sagte, dass man die Nato bereits formell um die Entsendung von Bodentruppen gebeten hat. [...]«
Zitiert aus: www.focus.de, Rebellen wollen Nato-Bodentruppen gegen Gaddafi, 20.04.2011

22. April 2011: »Einflussreicher Bilderberger (gemeint ist Henry Kissinger; Anm. muz-online.de) fordert US-Bodeninvasion in Libyen

»[...] Während sich die Ratingagenturen gerade daran machen, die Bonität der Vereinigten Staaten herunterzustufen, planen die Globalisten einen langwierigen und kostspieligen Bodenkrieg mit US-Truppen in Libyen, der sich bis in das Jahr 2012 erstrecken soll. [...]«
Zitiert aus: www.propagandafront.de

31. Mai 2011: Nato bereitet Einsatz von Bodentruppen vor

»[...] Bald auch Bodentruppen in Libyen? Sarkozy und Cameron bereiten eine Landeoperation vor. Starke Marine-Kampfgruppe läuft ins Mittelmeer ein. [...]«
Zitiert aus: www.luftpost-kl.de, Bald auch Bodentruppen in Libyen? 5. Juni 2011 bezogen auf Quelle www.globalresearch.ca, 31. Mai 2011

9. Juni 2011: Massenhinrichtungen, vergewaltigte Frauen und Gewalt gegen Kinder

»[...] Massenhinrichtungen, vergewaltigte Frauen und Gewalt gegen Kinder: Die Vereinten Nationen haben Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. [...]«
Zitiert aus: www.ksta.de, UN-Vorwürfe Anstiftung zur Massenvergewaltigung in Libyen

10. Juni 2011: Milliardenhilfe für Rebellen

Kontaktgruppe billigt Hilfszahlungen. 900 Millionen Euro für libysche Rebellen

Bilderberger-Meeting 9. bis 12. Juni 2011 St. Moritz/Schweiz:
Die NATO-Aktion gegen Libyen steht weit oben auf der Bilderberg-Agenda

»[...] Der Investigativjournalist Jim Tucker erfuhr von seinen Quellen, dass die NATO-Aktion gegen Libyen weit oben auf der Bilderberg-Agenda steht. Die Globalisten beabsichtigen, einen möglichst “großen blutigen Krieg” in der Region zu inszenieren und sich dafür mit weiter steigenden Ölpreisen die Unterstützung der westlichen Bevölkerungen zu sichern. Am Mittwoch wurde desweiteren berichtet, dass die USA eine “geheime Kampagne” mit Luftschlägen im Jemen intensiviert hätten. Laut Tucker wäre die Elite äußerst ungehalten über die Patriotenbewegung, die Berichterstattung durch die alternativen Medien und das Durchsickern von Informationen nach Außen.[...]«
Zitiert aus: www.wearechange.ch, 10. Juni 2011. Jim Tucker: Libyen-Krieg und weitreichender Konflikt im mittleren Osten auf der Bilderberg-Agenda.

Das Ende der Ära "Gaddafi"

25. August 2011: Der Übergangsrat der Rebellen übernimmt Regierungsgeschäfte.

»[...] Die Protestbewegung in Libyen hatte schon wenige Tage nach Beginn ihres Aufstandes gegen Muammar al Gaddafi im "befreiten" Osten des Landes einen Nationalen Übergangsrat gegründet. [...] Vorsitzende des Übergangsrates ist Mustafa Abdel Dschalil. Der Jurist war drei Jahre lang Gaddafis Justizminister. [...]«
Zitat: www.tagesschau.de, Der Nationale Übergangsrat Libyens

Der Übergangsrat wird von zahlreichen Staaten, allen voran Frankreich und Italien, als einzige legitime Regierungsvertretung in Libyen anerkannt. Auch hat die Arabische Liga den Übergangsrat anerkannt. Die Afrikanische Union möchte sich noch nicht von Gaddafi, dem einstigen "König von Afrika", verabschieden und erkennt den Übergangsrat bislang nicht an - dies aus sehr eigennützigen Gründen: Die afrikanischen Eliten haben jahrzehntelang von Gaddafis großzügiger Ünterstützung und finanziellen Zuwendungen profitiert; auch der Präsident von Zimababwe, Mugabe, konnte seine aufwendigen Militärausgaben auch nur Dank Gaddafi finanzieren. Nun wird befürchtet, dass sich diese Afrika-Politik nachteilig für zahlreiche afrikanische Machthaber entwickeln könnte.

Tripolis unter Kontrolle der Rebellen
Nach heftigen Kämpfen um Tripolis und Gaddafis Residenz- und Festungsanlage Bab al-Aziziya (das symbolische Herz des Gaddafi-Regimes), konnten die Aufständischen am 24. August vermelden, Tripolis weitestgehend unter Kontrolle zu haben.
Ab dem 25. August begann der Übergangsrat mit der Verlegung der Regierungszentrale von Bengasi in die Hauptstadt Tripolis. Gaddafi gilt somit als entmachtet. Obwohl nicht mehr oberstes Ziel, sind Spezialeinheiten damit befasst, Gaddafi (1,7 Millionen US-Dollar Kopfgeld) möglichst lebendig zu finden, um ihm den Prozess machen zu können.

Geheimdienste, Euro-Krise und Libyen: Warum das Gaddafi-Regime wirklich gestürzt wurde »[...] ohne die Aktionen in Libyen wären französische Banken zusammengebrochen. [...]«

Bilanz: Zwischen dem 19. März und 25. August hat die NATO mehr als 20.000 Luft-Angriffe gegen Militärstellungen und -einrichtungen Gaddafis geflogen. Auch danach fliegt die NATO Angriffe gegen verbliebene Gaddafi-Anhänger, so z.B. in Gaddafis Geburtsstadt Sirte.
Bei dem Aufstand gegen Gaddafi starben bislang mindestens 20.000 Menschen, mehr als 50.000 wurden verletzt.

Vgl.: www.ag-friedensforschung.de, Beim Zielen mit dabei: die Bundeswehr - Deutsche Soldaten arbeiten in NATO-Stab für Libyen-Krieg – Regierung verschwieg Einsatz vor Parlament
www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de, Britische Kampfjets bombardieren Gaddafis Heimatstadt, 26.08.2011

Siehe auch:
www.dw-world.de, Übergangsrat in Libyen probt die Normalität, 26.08.11
www.fr-online.de, Klinkenputzen beim Übergangsrat, 26.08.11

»NATO-Massaker in Tripolis: "Operation Mermaid Dawn" setzt al-Qaida-Todesschwadronen der Rebellen in Marsch

Thierry Meyssan

Am Samstag, dem 20. August, gegen 20.00 Uhr, als das Fastenbrechen im Ramadan begann, setzte die NATO ihre Operation Mermaid Dawn in Tripolis und Umgebung in Gang. Als Sirenen dienten dabei die Lautsprecher der Moscheen, die praktisch das Signal für den al-Qaida-Aufruf zur Revolte gegen das Gaddafi-Regime gaben. Sofort wurden die Schläferzellen der Bengasi-Rebellen aktiv. [...] Am Sonntag beruhigte sich die Lage im Verlauf des Tages ein wenig. Dann tauchte ein Kriegsschiff der NATO auf und ging direkt vor der Küste von Tripolis vor Anker. Vom Schiff aus wurden schwere Waffen und al-Qaida-Dschihad-Kämpfer mit NATO-Offizieren an der Spitze an Land gebracht. In der Nacht zum Montag flammten die Kämpfe wieder auf. Es kam zu langanhaltenden, intensiven Schusswechseln. NATO-Drohnen und -Bomber flogen zahlreiche Angriffe. NATO-Hubschrauber nahmen Zivilisten mit Maschinengewehren unter Beschuss, um den Weg für die Dschihadisten frei zu schießen.
In den Abendstunden wurde ein Konvoi offizieller Regierungsfahrzeuge, in denen sich hochrangige Regierungsmitglieder befanden, angegriffen. Der Konvoi suchte im Hotel Rixos Zuflucht, in dem die internationalen Medienvertreter untergebracht sind. Die NATO scheute davor zurück, das Hotel aus der Luft anzugreifen, weil sie den Tod von Journalisten vermeiden wollte. Dennoch steht sich das Hotel, in dem ich mich gerade aufhalte, unter schwerem Beschuss. Gegen 23.30 Uhr musste der Gesundheitsminister verkünden, dass die Krankenhäuser völlig überfüllt seien. Am Sonntagabend waren weitere 1.300 Menschen gestorben, und die Zahl der Verwundeten hatte sich um 5.000 Personen erhöht. [...]«
Zitat: info.kopp-verlag.de, Hintergründe, 22.08.2011

Siehe auch:
board.raidrush.ws
globalresearch.ca, NATO SLAUGHTER IN TRIPOLI: "Operation Mermaid Dawn" Signals Assault by Rebels' Al Qaeda Death Squads

Die "Schwarze Flagge des Dschihad" in Bengasi

In arabischer Schrift ist darauf zu lesen: la Ilaha Illa´lah ("Es gibt keinen Gott außer Allah"). Sieger des Aufstands gegen Gaddafi sind durch die Straßen gefahren, die "Schwarze Flagge des Dschihad" schwenkend, und sie riefen dabei: "Islamisch, islamisch – von Ost bis West!"



 Foto 

20. Oktober 2011: Gaddafi ist tot.

    Meldungen zu den Todesumständen:

  • (1) Gaddafi wurde ersten Meldungen zufolge während eines NATO-Luftangriffs auf einen Fahrzeugkonvoi bei Sirte getötet.
  • (2) »[...] Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira meldete unter Berufung auf Milizionäre, dass Gaddafi in einem Erdloch gefasst worden war. Der britische Sender BBC zitierte einen Milizionär, wonach Gaddafi gebettelt haben soll: "Nicht schießen, nicht schießen." [...]«1
  • (3) Laut einer anderen Meldung wurde Gaddafi bei dem Angriff auf Sirte von Milizionären gefangen genommen werden. Er sollte dann in die Küstenstadt Misurata gebracht werden. Auf dem Weg dorthin wurde der Pritschenwagen mit Gaddafi angeblich von Gaddafi-Anhängern unter Beschuss genommen, wobei Gaddafi schwere Verletzungen erlitten haben soll. Noch vor dem Eintreffen im Krankenhaus von Misurata sei Gaddafi verstorben.
  • (4) Wie eine Obduktion am 24. Oktober ergab, starb Gaddafi offenbar durch einen Kopfschuss. Unter welchen Umständen es zu dem Kopfschuss gekommen ist, sollen Untersuchungen ermitteln.


  • »[...] Widersprüchliche Angaben des Militärs warfen international Fragen auf, ob der 69-Jährige bei einem Feuergefecht starb oder exekutiert wurde.[...]«2 Gaddafis Ehefrau Safija und die Vereinten Nationen fordern jedenfalls Aufklärung.

    Zitat1: www.n24.de, Bei NATO-Luftangriff? Muammar Gaddafi auf Flucht getötet, 20.10.2011 (dpa, N24)
    Zitat2: www.tagesschau.de, Libyen feiert die Befreiung von Gaddafi, 24.10.2011

31. Oktober 2011: Die NATO-Operation "Unified Protector" wurde offiziell beendet

»[...] Die NATO-Mission sollte um Mitternacht (Ortszeit) offiziell beendet sein. Insgesamt verzeichnete das Bündnis etwa 26.000 Starts und Landungen, davon 9600 Angriffsflüge. Seit Beginn der Mission am 31. März sollen 5900 militärische Ziele zerstört worden sein. Eigene Verluste erlitt die NATO dabei nicht, zur Zahl der Opfer ihrer Angriffe macht die Allianz keine Angaben. [...]«
Zitat: www.tagesschau.de, Übergangsrat kürt neuen Ministerpräsidenten, 1.11.2011

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.868 f.

Literatur aus unserem Buchladen:  LIBYEN - Geschichte und Gegenwart



www-Links



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 Auf dem Weg zu einer Neuen Weltordnung (NWO)
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CIA - The World Factbook -- Libya
Libya Daily
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Political Resources on the Net - Libya
Libya: Religions & Peoples
Human Rights Watch: Middle East and Northern Africa : Libya
Libya - Amnesty International

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