Willkommen in Afghanistan

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Offizieller Name: Islamische Republik Afghanistan
Hauptstadt: Kabul
Fläche: 652.090 km²
Landesnatur: Im Inneren Zentrales Hochgebirge, im O Hochgebirge, im N, S und W Hügelländer und Ebenen
Klima: Kontinentales Klima mit kalten Wintern, meist kurzen, trockenheißen Sommern und starken Temperaturschwankungen
Hauptflüsse: Helmand, Farah, Arghandab
Höchster Punkt: Nowshak 7.485 m
Tiefster Punkt: Im Sistanbecken 500 m
Regierungsform: Islamische Republik, Präsidialsystem mit 2 Vizepräsidenten
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 34 Provinzen
Nationalfeiertag: 19. August (1919 Unabhängigkeit)
Einwohner: 21.923.000 (1999); 29.928.987 (geschätzt für Juli 2005)
Sprache: Dari (50%), Paschtu (35%), zahlreiche weitere Sprachen
Religion: Moslems. 80% Sunniten, 19% Schiiten, 1% andere


Der Name Afghanistan für das Bergland am Hindukusch ist relativ neu und wurde erst im 18. Jahrhundert eingeführt. In der Antike hieß das Land "Ariana", im islamischen Mittelalter "Chorasan". Bedingt durch seine geographische Lage als letztes Bollwerk vor den Toren Indiens hat Afghanistan eine bewegte Geschichte durchlebt. Viele Eroberer haben hier ihre Spuren hinterlassen: Griechen, Araber, Inder, Mongolen, Perser und Briten.
Um 1500 v. Chr. begannen arische Nomadenstämme mit der Besiedlung des afghanischen Berglandes und gaben ihrer neuen Heimat den Namen "Ariana", das Land der Arier. Vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zum Einzug Alexanders des Großen (356-323 v.Chr.) war Afghanistan ein Teil des achämenidischen Perserreiches. Die Nachfolger Alexanders errichteten um 250 v. Chr. das unabhängige graeco-baktrische Königreich, das einhundertzwanzig Jahre später von den Skythen überrannt wurde. Die Skythen ihrerseits wurden von den Eroberern aus dem Nordosten, den Yüe-tschi, verdrängt. Dieses Steppenvolk war es, das mit Hilfe der vorgefundenen griechischen Verwaltung das mächtige Kushanenreich errichtete. Das Zusammenwirken von Griechentum und Buddhismus unter den Kushanen bescherte dem Land eine Zeit der kulturellen Blüte.
Zur Zeit der ersten moslemischen Vorstöße nach Afghanistan im 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung war dort der Buddhismus die vorherrschende Religion. Ein Teil der Bevölkerung hing weiterhin dem Glauben Zarathustras (um 800 oder 700 v. Chr.) an, aber auch der Hinduismus hatte seine Gefolgschaft, aufgeteilt in Brahma- und Shivakulte.
Der Islam wurde bereits zu Beginn des 8. Jahrhunderts vorherrschend. Unter Mahmud von Ghasni (um 970-1030) wurde Afghanistan zu einem wichtigen Zentrum des Islam. Von der afghanischen Stadt Ghasni aus eroberte Mahmud die westlichen Provinzen Indiens, die er dem neuen Glauben unterwarf.
Im 13. Jahrhundert teilte Afghanistan das Schicksal anderer Länder des islamischen Ostens. Die Horden Tschingis Chans (1167 bis 1227) überfluteten das Land, zerstörten die Städte und töteten oder verschleppten die Einwohner. In der Folgezeit stand Afghanistan unter der Herrschaft verschiedener mongolischer Reiche. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts regierten dann die persischen Safawiden den Westen des Landes, während der Osten zwischen Persien und dem Mogulreich umkämpft blieb.
Die Staatswerdung Afghanistans begann im 18. Jahrhundert. Seit 1747 beherrschte Ahmed Schah Durrani (um 1723-1773) als Führer der vereinigten afghanischen Stämme das Land. Er kämpfte siegreich gegen Perser, Inder und Usbeken, einte das Reich und gründete die Dynastie der Durrani, welche bis 1973 an der Macht blieb. Doch nach dem Tod seines Sohns Timur Schah (Regierungszeit 1773-1793) verfiel der Staat wieder und wurde erst im 19. Jahrhundert durch die aus der Sippe der Barakzai stammenden Herrscher stabilisiert.
Im 19. Jahrhundert wurde Afghanistan zum Pufferstaat zwischen den beiden damaligen Weltmächten: dem Britischen Empire und dem zaristischen Russland. Der Empfang einer zaristischen Gesandtschaft durch den König in Kabul war für die Briten der Anlass, 1839 in Afghanistan einzumarschieren, Kabul zu erobern und einen ihnen gewogenen König auf den Thron heben zu lassen. Es verging jedoch kein Jahr, bis ein Volksaufstand gegen die Besatzer losbrach. Der britische Gesandte samt seinem königlichen Schützling wurde ermordet. Von den 27 ooo Briten und Indern kehrte ein einziger Mann, Dr. Brydon, nach Indien zurück. Bei ihrem zweiten Angriff auf Afghanistan (1878-1880) waren die Briten besser ausgerüstet. Rasch eroberten sie Kabul und diktierten den Afghanen ihre Bedingungen. Afghanistan sank zu einem britischen Protektorat herab.

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1893 wurde das Land sogar durch die sogenannte Durandlinie geteilt und das südliche Gebiet der indischen Kronkolonie einverleibt. Siegreich waren die Afghanen in dem dritten und letzten anglo-afghanischen Krieg (1919). Im Vertrag von Rawalpindi erhielt Afghanistan seine nationale Souveränität zurück. Mohammed Zahir Schah (* 1914) war der letzte afghanische König.
1973 entmachtete Mohammed Daud Khan (1908-1978) seinen königlichen Vetter, rief die Republik aus und ernannte sich selbst zum Präsidenten mit diktatorischen Vollmachten. Er änderte die Verfassung, verfolgte politische Gegner und nationalisierte Teile der Wirtschaft. Fünf Jahre später fielen er selbst und seine ganze Familie einem Putsch der Moskauorientierten kommunistischen Demokratischen Volkspartei Afghanistans unter Führung Nur Mohammad Tarakis (1916-1979) zum Opfer. Die Kommunisten versuchten, die Stammesgesellschaft Afghanistans binnen kurzer Zeit mit Gewalt in einen modernen zentralistischen Staat sozialistischer Prägung umzuwandeln. Ein umfangreiches Wirtschafts- und Bildungsprogramm sowie eine Landreform sollten in Angriff genommen werden. Als die neuen Machthaber auch antireligiöse Tendenzen erkennen ließen, hatte sich genug Konfliktstoff angesammelt - die afghanische Tragödie war vorprogrammiert. Der regionale Widerstand der Stämme und Dörfer wuchs bald zu einer mächtigen bewaffneten Rebellion, so dass es nur eine Frage von drei bis vier Monaten war, bis die Volkswut das verhasste Regime wegfegen würde. So eilten die Sowjets in den Weihnachtstagen des Jahres 1979 ihren Freunden zu Hilfe. Der Bürgerkrieg wurde zum Freiheitskampf gegen die Besatzungsmacht. Anfang 1989 zogen sich die Sowjets aus Afghanistan zurück.
Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat. Die etwa 26 Millionen Menschen umfassende Bevölkerung setzt sich zusammen aus mehr als einem Dutzend ethnisch und sprachlich sehr unterschiedlicher Völkergemeinschaften - mit ein Grund, warum sich bis heute unter den Afghanen kein allgemeines nationalstaatliches Bewusstsein herausbilden konnte.
Als "Afghanen" bezeichnen sich nur die Paschtunen. Die anderen nennen sich gewöhnlich, je nach ethnischer Zugehörigkeit, Tadschiken, Hazara, Turkmenen usw. Doch so mancher Afghane benutzt, ungeachtet seiner ethnischen Herkunft, das Wort Afghane als Selbstbezeichnung.

Paschtunen und Tadschiken

Die Afghanen im engeren Sinne, die Paschtunen also, sind mit 38% der Bevölkerung die größte Volksgruppe Afghanistans. Über die Herkunft der Paschtunen streiten sich die Gelehrten noch heute, ihre Sprache aber, das Paschtu, gehört zu den nordostiranischen Dialekten. Die Paschtunen leben hauptsächlich in den südöstlichen Provinzen Afghanistans, entlang der pakistanischen Grenze. Doch auch im Norden des Landes gibt es ausgedehnte paschtunische Enklaven.
Die Paschtunen betreiben Ackerbau, Viehzucht und Handel und sind in Stämmen, Sippen und Clans organisiert. Innerhalb des Stammes gilt die soziale Gleichberechtigung. Der Khan, der Stammesführer, ist kein Alleinherrscher, sondern der "Erste unter Gleichen". Als wehrhafte und zahlenmäßig stärkste Volksgruppe haben die Paschtunen seit dem 18.Jahrhundert die afghanische Geschichte geprägt. Fast alle afganischen Herrscher der letzten zweihundert Jahre waren Paschtunen. Die Paschtunen sind Sunniten und verstehen sich als Hüter der Rechtgläubigkeit, doch sie befolgen im Alltagsleben weniger die Scharia, das islamische Recht, als das Paschtunwali, das traditionelle Stammesgesetz. Paschtunwali - es bedeutet soviel wie: "die Art, Paschtune zu sein" - ist in erster Linie ein Ehrenkodex. Die Ehre ist das höchste Gut eines Paschtunen. Vergehen gegen die Ehre eines Mannes, etwa schon das Fernbleiben von einer Einladung, der man zugesagt hat, werden weit strenger geahndet als Diebstahl. Das schlimmste Vergehen aber ist die Missachtung der "namus", der Ehre der Frau. Die Verführung oder Entführung einer Frau löst gewöhnlich eine blutige, langjährige Fehde aus. Mannesmut, Kampfbereitschaft, Gastfreundschaft und Asylrecht gehören zum Paschtunwali ebenso, wie die berüchtigte Blutrache. Streitfälle werden in einer "jirge", einer Versammlung, beraten. Die Entscheidung fällt nicht durch Abstimmung, sondern der Fall wird solange besprochen, bis sich alle einig sind.

Die Paschtunen behaupten, Nachfahren der "Verlorenen Stämme" des alten Israel zu sein. Sie beherrschen das Khaibargebiet sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan. Wie ihre sagenumwobenen Vorfahren sind sie ein unbändiges und kriegerisches Volk. Keine nationale Regierung hat je ihre vollständige Untertanentreue erzielen können, die sie eher ihrem Stamm, ihrer Familie und persönlicher Ehre geben. Die Paschtunen bildeten einen bedeutenden Teil des Mudschahedin-Widerstandes gegen das sowjetisch beherrschte Kabul-Regime. Hier, wie auch in den immer noch herrschenden Blutfehden, kommt ihnen eine ihrer Handwerkskünste zustatten. Die Paschtunen sind berühmt für die Herstellung von Gewehren.
Der traditionelle Zeitvertreib der Stammesvölker spiegelt ihr kriegerisches Wesen wider. Paschtunen sind große Spieler, und am liebsten wetten sie bei Tierkämpfen. Hunde- und Hahnenkämpfe sind bei den Paschtunen sehr beliebt. Wachteln und graue Perlhühner werden zum Kampf mit künstlichen Sporen ausgebildet. Exotischere Kämpfe werden zwischen Ziegen oder Kamelen abgehalten, wobei letztere ausgezeichnete Ringer sein sollen.
Einige Paschtunen leben in Zelten und sind halbnomadische Hirten. Viele jedoch sind Kleinbauern und leben in Dörfern, wo der "Malik" (Ältester) und "Mullah" (Islamlehrer) die "Jirgha" (Dorfrat) beherrschen. Doch den Weisungen des Mullah wird nicht immer Folge geleistet: Obwohl der Islam Alkohol verbietet, genießen die Paschtunen einen starken Wein, der aus getrockneten Früchten hergestellt wird.

Mit schätzungsweise 25% der Bevölkerung sind die Tadschiken die zweitgrößte Volksgruppe Afghanistans. Sie sind vorwiegend Sunniten, sprechen aber persisch und benutzen daher als Selbstbezeichnung das Wort "parsiwan", was soviel wie Persischsprechender bedeutet. Mit Ausnahme des Südostens trifft man auf Tadschiken in ganz Afghanistan, namentlich in großen Städten.
Sie haben keine Stammesorganisation. In ihren Dörfern leben sie von Ackerbau und Viehzzucht, in den Städten von Handwerk, Handel oder Arbeit in der Verwaltung. Ihr Bildungsstand ist viel höher als derjenige der anderen Volksgruppen. Ihnen verdankt Afghanistan unter anderem sein reiches literarisches Erbe.

Landesnatur und Klima

Nicht nur politisch und kulturell liegt Afghanistan am "Kreuzweg Asiens", sondern auch naturräumlich. Das afghanische Binnenland vereinigt verschiedene Landschaften. Seine Bergketten, die zum großen vorderasiatischen Hochgebirgsland gehören, und seine trockenen Binnenbecken im Süden und Westen lassen das Land als Teil des iranischen Hochplateaus erscheinen. Die Ebenen Nordafghanistans gehen in das zentralasiatische Tiefland über. Im Südosten grenzt das Land an das Indusbecken und somit an den indischen Subkontinent. Im Nordosten schließlich erstreckt sich das Land bis auf die Hochebene des Pamir.
Sieht man von seinen Ebenen im Norden und Süden ab, so ist Afghanistan ein ausgesprochenes Bergland. Der Hindukusch durchzieht das Land wie ein Rückgrat und erreicht im östlichen Abschnitt Höhen über 7000 m, im mittleren Teil um 6000 m und im westlichen und nördlichen Teil um 5000 m. Große Gegensätze kennzeichnen die klimatischen Verhältnisse in Afghanistan. Das kontinentale Trockenklima des Landes ist durch große Temperaturunterschiede und extrem geringe Niederschläge charakterisiert. In den Tiefebenen im Norden und Süden steigen die Mittagstemperaturen im Sommer auf über 40°C. Fast unerträgliche Hitze herrscht vor allem in Seistan (Sistan). Hier wehen auch die gefürchteten Sommerstürme oder die sogenannten "Winde der 120 Tage", die die Vegetation ausdörren. Auch in den Becken und Tälern des Gebirgslandes wird es im Sommer sehr warm. In Kabul etwa erreichen die Sommertemperaturen bisweilen 36°C. Auf den heißen Sommer folgt meist ein extrem kalter Winter. In Kabul sinken die Temperaturen nicht selten bis - 25°C. Die Trockenheit des afghanischen Klimas zeigt sich vor allem in den geringen Niederschlägen. Diese sind auf wenige Monate des Jahres begrenzt und verdunsten bei den herrschenden hohen Temperaturen schnell. Im Durchschnitt beträgt die jährliche Niederschlagsmenge 300 bis 400 mm; in den Wüsten Seistans (Sistans) sind es nur 50 mm, im Hindukusch hingegen 1000 mm.
Von den klimatischen Verhältnissen ist der Wasserhaushalt abhängig. Nur die großen Flüsse, der Amudarja, der Helmand und der Kabul-Fluss, führen auch während der sommerlichen Trockenheit Wasser. Nur in ihrer Nähe kann sich eine nennenswerte Oasenwirtschaft mit Bewässerung entfalten. Auch der Pflanzenwuchs entspricht den bereits umrissenen klimatischen Bedingungen. In den Ebenen herrscht durchweg eine Steppenvegetation, die durch die lange jährliche Trockenzeit jene typische landschaftsprägende gelb-braune Farbe annimmt.
Im Monsunbereich gelegen, sind die Berghänge in Nuristan, des Safed Koh und in der Provinz Paktiya bewaldet. Die Wälder bestehen aus Laubbäumen, mit ansteigender Höhe aus Nadelbäumen wie man sie aus Europa kennt.

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Der Khaibarpass

Der 53 km lange Khaibarpass verbindet Afghanistan mit Pakistan. Als Tor zum indischen Subkontinent blickt der Khaibarpass auf eine blutige Geschichte zurück, da er immer Einfallskorridor sowie auch wichtige Handelsstraße war. Ein Teil des Heeres von Alexander dem Großen kämpfte sich im Jahre 327 v. Chr. durch den Khaibar auf dem Weg zum Indus; von 100 n. Chr. an erstürmten persische, mongolische und Tatarenheere den Khaibar. Für die britischen Herrscher von Indien war die Verteidigung der "Nord-Westgrenze" wichtig, um russische Übergriffe zu verhindern. Im späten 19. und 20. Jahrhundert trugen sie unzählige Gefechte mit den Stämmen des Khaibargebietes aus.
Angreifer und Verteidiger waren nicht die einzigen, die am Khaibar kämpften und starben. Auch Handelsleute mussten gegen räuberische Stämme an der afghanischen Grenze kämpfen, wenn sie Seidenstoffe und Porzellan aus China und Handelswaren aus dem Mittleren Osten durch den Khaibar brachten, auf dem Weg durch die große Oase von Herat. Noch heute, da man mit Eisenbahnen den Pass befahren kann, werden die zwei Straßen durch den Khaibar (eine für den Autoverkehr, die andere für Karawanen) von den Überresten der alten Festungen und Wachtürme beherrscht.

In den 1960er Jahren wurde der Khaibar vielen westlichen Touristen bekannt, die auf dem "Hippieweg" nach Indien und weiter nach Katmandu in Nepal zogen. In jüngster Zeit war der Pass Zeuge der traurigen Lastwagenkolonnen mit Flüchtlingen, die Afghanistans brutalem Bürgerkrieg entkommen wollten.

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Die Wirtschaft Afghanistans

Afghanistan ist ein ausgesprochenes Agrarland. Der größte Teil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, obwohl nur ein kleiner Teil des Landes landwirtschaftlich nutzbar ist. Rund zwei Drittel des Ackerlands muss überdies bewässert werden. Neben den Flüssen sind hierfür vor allem die Qanate, die unterirdischen Kanäle, und Brunnen wichtig.
Auch die Viehzucht hatte große Bedeutung. Besonders die für den Export wichtigen Karakul-Schafe, deren Felle unter der Bezeichnung Astrachan oder Persianer bekannt sind, wurden vornehmlich von Nomaden in den nördlichen Provinzen gehalten.
Doch der seit Ende 1979 andauernde Krieg hat die afghanische Landwirtschaft zugrundegerichtet. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen liegt mindestens ein Drittel der Weizenanbaufläche brach, ist der Viehbestand stark zurückgegangen, sind 40% der Bewässerungssysteme nicht mehr funktionsfähig und müssen wieder aufgebaut werden. Überdies sind Hunderte von Dörfern zerstört, und Millionen von Bauern leben als Flüchtlinge im Ausland. Vermutlich wird es Jahrzehnte dauern, bis die Landwirtschaft wieder den Stand erreicht haben wird, den sie vor Ausbruch des Krieges hatte. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln kann bis dahin nur mit ausländischer Hilfe gewährleistet werden.
Neben der Landwirtschaft kam noch dem Handwerk einige Bedeutung zu. Besonders die auf traditionelle Weise hergestellten Teppiche gehörten zu den wenigen Ausfuhrwaren.
Die industrielle Entwicklung Afghanistans befand sich bis zum Kriegsausbruch Ende 1979 noch in einem Anfangsstadium. Ihr wichtigster Zweig war die Textilindustrie, die Produkte der heimischen Landwirtschaft wie Baum- und Schafwolle verarbeitete. Das bedeutendste staatliche Ausfuhrgut war das im Norden des Landes geförderte Erdgas.

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Entwicklungen

Nach 22 Jahren Krieg hatte Afghanistan im Dezember 2001 mit dem Amtsantritt des pro-westlichen Paschtunen Hamid Karsai die Weichen für eine friedlichere Zukunft gestellt - so zumindest die offizielle Meinung der westlichen Staaten.

  • Mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen hatte 1979 der Krieg begonnen. Als im Februar 1989 die Sowjetunion ihre Soldaten abgezogen hatte, war der Krieg in einen Bürgerkrieg übergegangen.
  • Seit Mitte der 1980er Jahren wurde die antikommunistische Widerstandsbewegung von USA, Saudi Arabien, Pakistan u.a. unterstützt - allesamt Mujahedin ("Gotteskämpfer"), deren Anführer unterschiedlich starke Milizen herausgebildet haben.
  • Im April 1992 zog die Mujahedin-Allianz in Kabul ein, beseitigte das kommunistische Regime und rief das Islamische Emirat Afghanistan aus.
    Doch statt Friede und Wiederaufbau wurde der Krieg nun verstärkt zwischen den unterschiedlichen Mujahedingruppen weitergeführt.
Zur Erinnerung
Die damalige Sowjetunion begann in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember 1979 ihre Invasion in Afghanistan, was von den westlichen und islamischen Staaten sofort aufs schärfste verurteilt wurde. US-Präsident Jimmy Carter drohte mit dem Boykott der bevorstehenden Olympischen Spiele in Moskau, falls sich die sowjetischen Soldaten nicht bis spätestens Ende Februar 1980 aus Afghanistan zurückgezogen hätten. Ende Februar 1980 waren aber bereits 85.000 sowjetische Soldaten in Afghanistan stationiert.
65 NOKs (Nationale Olympische Komitees) von damals 148 vom IOC (Internationales Olympische Komitee) anerkannten boykottierten schließlich die Spiele in Moskau, darunter die leistungsstarken Mannschaften USA, Bundesrepublik, Kanada, Japan, China, Kenia und Norwegen.

Später unterstützen, finanzierten und bewaffneten die USA die anti-sowjetische Befreiungsbewegung in Afghanistan.

»[...] 1978 bringt das Militär die kommunistische Demokratische Volkspartei an die Macht. Sie will Afghanistan zu einem modernen sozialistischen Staat entwickeln. Die Sowjets fördern das unterentwickelte Nachbarland seit den fünfziger Jahren mit Krediten, Beratern, Bauprojekten, Militärausbildern. Afghanistan soll der sozialistische Brückenkopf sein an der vom Islam belagerten sowjetischen Südflanke.
Viele Afghanen sympathisieren jedoch mit islamisch-konservativen bis fundamentalistischen Ideen. Der muslimische Klerus, der sich gegen die Säkularisierung wehrt, ruft gemeinsam mit den Großgrundbesitzern, die sich nicht enteignen lassen wollen, zum Kampf gegen die Kommunisten. Rund 30 Widerstandsgruppen entstehen: die Mudschaheddin, Kämpfer Gottes.[...]«

Aus: zeit.de, Der 30-jährige Krieg
Taliban
  • 1993/94 entwickelte sich als Reaktion auf diese Verhältnisse ein neuer politisch-militärischer Machtfaktor. Religiöse Studenten formierten sich als "Taliban". Bereits im September 1996 hatten die von Pakistan aufgebauten Taliban die Hauptstadt Kabul eingenommen und errichteten einen repressiven, fundamentalistisch-islamischen Staat.
  • Die gegen jegliche westliche Einflüsse agierenden Taliban bildeten in den Jahren bis Oktober 2001 ein lebensfeindliches System heraus, das bei Androhung schwerster Strafen Frauen, andere Minderheiten usw. stark unterdrückt hat, was insbesondere in den westlichen Ländern starken Protest hervorrief und zu Sanktionen führte. Spätestens mit der Zerstörung der Buddhastatuen von Bamiyan, welche auch in muslimischen Ländern zu Protesten führte, isolierte sich das Regime der Taliban gänzlich.
    Bekannt war, dass die Taliban mit "terroristischen" Gruppierungen wie Al Qaida (Osama Bin Laden) beste Kontakte pflegten.
2001
  • Mit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington vom  11. September 2001 veränderte sich die Situation Afghanistans und - der Welt. Der "Krieg gegen den internationalen Terrorismus" war geboren.

Fast ganz Afghanistan ist kontaminiert
durch den Einsatz von Uran-Munition...

Diese "Superwaffe" des Militärs durchschlägt nahezu alles, die Dichte von Uran ist fast dreimal so hoch wie die von Stahl. Überall, wo diese Waffen zum Einsatz kommen, wird die Gegend jedoch zur Todeszone, das Kriegsgebiet bleibt für alle Zeit verseucht. Die Gefährlichkeit von Uranmunition wird vom Militär negiert und so sind in den kontaminierten Gegenden weiterhin Soldaten stationiert.
21 Staaten sollen Uranmunition besitzen und einsetzen. Ende 2008 sollte in der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) über eine Ächtung des Einsatzes von Uranwaffen als Kriegsverbrechen entschieden werden. Sie scheiterte am Widerstand von sechs Staaten: Tschechien, Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Israel, USA.



 ► Teil 1    ► Teil 2    ► Teil 3    ► Teil 4 
 ► Teil 5    ► Teil 6    ► Teil 7    ► Teil 8    ► Text (Frieder Wagner)

Der Film "Todesstaub" (Deadly Dust) wurde auf der Berlinale 2007 als bester Dokumentarfilm für "Cinema for Peace" nominiert.
  • Ab dem 7. Oktober 2001 bombardierten die USA mit britischer Unterstützung die zentralen Machtstellen der Taliban. Bodentruppen zogen nach. Nach der Entmachtung der Taliban und deren Zurückdrängung, zogen weitere Verbündete, u.a. auch Deutschland, nach, um humanitäre Hilfe zum Wiederaufbau des Landes zu leisten...
2004
  • Hamid KARZAI wurde am 7. Dezember 2004 als Präsident der Islamischen Republik Afghanistan bestätigt.
2006
  • Fünf Jahre nach dem Angriff auf Afghanistan, verdichten sich die Zeichen, dass die Taliban wieder mehr Zuspruch bei der Bevölkerung finden. Angriffe von Taliban-Kämpfer gegen Stellungen der Besatzer nehmen an Härte und Häufigkeit zu.
  • Mohn-Anbau: Das Taliban-Regime konnte den Mohn-Anbau und die Roh-Opium-Herstellung ab 1999 stark reduzieren. Doch nun, im Jahre 5 der US-amerikanischen Invasion, wird Afghanistan in 2006 rund 6.100 Tonnen Opium ernten (so viel wie noch nie), was den weltweiten Bedarf um 30% übersteigen würde. Mit diesem Ergebnis ist Afghanistan Weltspitze. Aus Afghanistan stammen demnach 92% der gesamten Opium-Produktion weltweit. Das Drogengeschäft macht gut 30% des Bruttoinlandproduktes aus.
  • Chaos: Im Jahre 5 der ausländischen Invasion versinkt Afghanistan mehr und mehr im Chaos. Ehemalige Warlords, Drogenbarone, Stammesfürsten bilden teilweise eigene Staaten im Staat und unterwandern, unterstützt von einer mehrheitlich unzufriedenen Bevölkerung, den Zentralstaat. So nimmt auch die Gewaltbereitschaft zu, mit dem Ziel, die afghanische Lage zu verändern.
  • "Failed State": In dem von Foreign Policy publizierten Index der "failed states" (2006) rangiert Afghanistan auf Platz 10 (von 148 Staaten).
2009
  • Im Januar 2009 vermelden die Taliban, 5220 Soldaten der internationalen Gemeinschaft getötet, 31 Flugzeuge abgeschossen, 2818 Fahrzeuge der NATO und Afghanischen Streitmacht zerstört zu haben und 7552 afghanische Soldaten und Polizisten allein im Jahr 2008 getötet zu haben. Associated Press gab an, dass 286 Angehörige ausländischen Militärpersonals getötet worden seien.

  • Am 10. August 2009 sagte Stanley McChrystal, der kürzlich ernannte US-Kommandant in Afghanistan, dass die Taliban momentan die Oberhand gewonnen hätten und dass die ISAF den bereits seit 8 Jahre andauernden Krieg nicht gewinnt. Die militanten Taliban haben ihren Einfluss in Nord- und Westafghanistan erweitert und verstärken ihre Angriffe, um die Präsidentenwahlen am 20. August zu stören. Die Taliban verkörpern den Widerstand gegen die Besetzung Afghanistans; sie vertreten heute mehr und mehr die paschtunischen Stämme als paschtunischer Widerstand - Neo-Taliban.

  • Acht Jahre nach dem von Großbritannien unterstützten Angriff der USA auf Afghanistan hat die ISAF (International Security Assistance Force) 64.500 Soldaten im Einsatz [siehe ISAF in Afghanistan], davon allein 29.950 US-amerikanische, 9.000 britische und 4.050 deutsche Soldaten.

  • Am 20. August 2009 stand Hamid Karzai erneut als Präsident zur Wahl. Karzai gilt bei weiten Teilen der Bevölkerung als Marionette der USA.
    Karzai bestätigte im März 2009 ein umstrittenes Familiengesetz für Schiiten, das Frauenrechte einschränkt - und Männern Herrschaftsrechte einräumt. Nach Ansicht von Menschenrechtlerinnen wären den Frauen mit diesem Gesetz sogar noch weniger Rechte eingeräumt als einst unter den Taliban [siehe Gesetz regelt Sexualverkehr mit Ehemännern, spiegel.de, 2. April 2009]. Wie Kritiker meinen, beabsichtige Karzai mit der Unterzeichnung des Gesetzes, für die anstehenden Wahlen im August mehr Zustimmung von den Schiiten zu erhalten. Nach zahlreichen internationalen Protesten gegen das Gesetz, wurde es einstweilen außer Kraft gesetzt [siehe www.ftd.de, 5.4.09: Dieses afghanische Gesetz kommt vorerst nicht].
    Karzai nutzte jedoch eine Verfassungslücke und bestätigte das leicht korrigierte Ehegesetz Ende Juli, das schiitischen Männern sogar das Recht zuspreche, ihren Frauen Nahrung und Geld zu versagen, wenn sie sich ihnen sexuell verweigerten [siehe news.yahoo.com, 17. August 2009: Women activists condemn Afghan marriage law sowie Human Rights Watch, 18. August 2009: For Afghan Women, Rights Again at Risk].

  • Größter Herausforderer bei den Präsidentenwahlen am 20. August war Abdullah Abdullah - von seinen Anhängern "Doktor Abdullah" genannt (2001 bis 2006 Außenminister unter Karzai und nun einer seiner schärfsten Kritiker). Abdullah wird als moderner eingeschätzt. Frauen erwarten von ihm mehr Rechte und mehr Freiheit.
    Anfang November wurde Kazai von der unabhängigen Wahlkommission (IEC) als Sieger der Wahlen bestätigt. Präsident Karzai errang 49,67 Prozent der Stimmen, Abdullah kam auf 30,59 Prozent. Da die Wahl offenbar von massiven Stimmenfälschungen, insbesondere zugunsten Karzais, überschattet war, sollte eine Stichwahl zwischen Karzai und Abdullah stattfinden. Letzterer zog sich jedoch zurück, da er die Wahlbedingungen für unfair hielt.

  • Einstige "Kriegsziele"
    Vorrangiges Kriegsziel der US-Amerikaner war zunächst, den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September, Osama Bin Laden, aufzuspüren. Wenig später wurde als weiterer Kriegsgrund die Vertreibung der Taliban aus Afghanistan verkündet, außerdem sollten Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung der Frauen beendet werden.
    Eigentliches Kriegsziel
    Siehe hierzu: AG Friedensforschung, UNI Kassel: Blut für Öl?

  • Der Krieg gegen den Terror unter Obama
    Der im September 2001 von George W. Bush proklamierte "Krieg gegen den Terror" heißt im Jahr 2009 unter Präsident Obama anders. »[...] Weil vom Krieg gegen den Terrorismus und auch von Terroranschlägen nicht mehr die Rede sein soll, heißen die Kriegseinsätze gegen die Taliban und Al Qaida in Afghanistan und in Pakistan jetzt "außerplanmäßige Operationen in Übersee", während von Terroristen verübte Anschläge zum Massenmord an Zivilisten jetzt politisch korrekt "von Menschen verursachte Katastrophen" genannt werden. [...]« Aus www.faz.net, 24. April 2009, Amerikas Krieg in der Grauzone

  • Osama Bin Laden schon lange tot ?
    Und das einst oberste Kriegsziel Osama Bin-Laden, von dem in den vergangenen Jahren immer mal wieder Videobotschaften der Öffentlichkeit vorgespielt wurden - ist der schon lange tot ? Siehe alles-schallundrauch.blogspot.com, Bin-Laden schon lange tot, 25. Mai 2007.
    Hier nur eine Videobotschaft von Osama bin Laden, die am 14. März 2009 bei Al-Jazeera ausgestrahlt wurde: (YouTube - Kanal von AlJazeeraEnglish). Hierin ruft er die radikalen Muslime auf, sich vom Irak, über Jordanien nach Palästina zu begeben, um dort den Kämpfern der Hamas im Kampf gegen die Zionisten zu helfen.

  • Der Kampfeinsatz der deutschen Bundeswehr
    Im Jahr 2009 ist auch die deutsche Bundeswehr zunehmend in schwere Kampfhandlungen mit den Taliban verwickelt, bei denen es auf beiden Seiten Tote und Verletzte gibt. Eine von der Bundeswehr im September durchgeführte Militäraktion (Bombardierung zweier entführter Tanklastwagen bei Kundus, die neben 5 getöteten Taliban bis zu 179 zivile Opfer - darunter zahlreiche Kinder - forderte) fand dabei besondere Beachtung in der Öffentlichkeit. Die Aufklärungsarbeit zur Erklärung der Aktion löste einen Konflikt zwischen Bundesregierung und Bundeswehrführung aus, der sich bis ins Jahr 2010 hineinschleppt.
2010
  • Deutschland im Krieg
    Der Gebrauch des Wortes "Krieg" als Beschreibung für den als Friedensmission deklarierten Militäreinsatz, wird "umgangssprachlich" nun auch von der deutschen Regierung akzeptiert. Für weite Teile der deutschen Öffentlichkeit besteht allerdings schon seit längerem kein Zweifel mehr daran, dass es sich bei dem deutschen Afghanistan-Einsatz, insbesondere ab 2009, um einen Kriegseinsatz handelt.

Wie die deutsche Bevölkerung auf künftige Militärinterventionen der Bundeswehr eingestimmt werden soll


Ralph Sina (WDR)
WDR-Hörfunkstudio Washington
18.04.2010 20:26 Uhr, Dauer: 1'15.
Geheimes Propaganda-Dossier des CIA im Internet aufgetaucht.
Julian Assange, ehemaliger Computer-Hacker, »[...] hat es sich zum Ziel gemacht, nicht nur Videos des Pentagons, sondern auch als geheim klassifizierte CIA-Dokumente ins Netz zu stellen. Meinungs- und Pressefreiheit sei das oberste Gut, sagt Assange. [...]«
Aus: tagesschau.de, CIA entwirft Afghanistan-PR für Deutschland, 18.04.2010
Audio aus: www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio52022.html
Das Dossier bei Wikileak: CIA report into shoring up Afghan war support in Western Europe, 26.03.2010
Auf das Bild klicken zum Vergößern

Aisha - 2009 von Ehemann verstümmelt.

www.time.com, 29. Juli 2010
www.spiegel.de, 6. August 2010
www.welt.de, 7. August 2010
meinungen.web.de

  • Militäreinsätze haben wirtschaftliche Ziele...
    27. Mai 2010: »[...] "In meiner Einschätzung sind wir insgesamt auf dem Wege, in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe, mit dieser Außenhandelsabhängigkeit, auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren - zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch negativ auf unsere Chancen zurückschlagen, bei uns durch Handel Arbeitsplätze und Einkommen zu sichern. Alles das soll diskutiert werden - und ich glaube wir sind auf einem nicht so schlechten Weg."
    Quelle: Bundespräsident Köhler auf dem Rückflug von Afghanistan nach Berlin gegenüber dem Deutschlandradio, 21.05.2010 [...]«
    Aus: tagesschau.de, Wirbel um Äußerungen von Bundespräsident Köhler. Krieg für Wirtschaftsinteressen?

    Rücktritt von Horst Köhler von seinem Präsidentenamt
    Am 31. Mai 2010 ist Horst Köhler von seinem Amt als Bundespräsident überraschend zurückgetreten. Er begründet dies mit der Kritik an seinen Äußerungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr - so zumindest die offizielle Verlautbarung.
    Horst Köhler trat 2004 seine erste Amtszeit als Bundespräsident an. Zuvor war er von 2000 bis 2004 geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

    Die deutsche Öffentlichkeit zeigte sich entsetzt über die Äußerungen des deutschen Bundespräsidenten Köhler. Es geht also weniger um die Befreiung der Frauen oder um die Umsetzung humanitärer Ziele als vielmehr um die Absicherung eigener wirtschaftspolitischer Interessen ?

  • Die Moral
    Die Moral des Westens (das selbsternannte "Gute") wurde schon im Balkankrieg in den 1990er Jahren für den Einsatz militärischer Interventionen instrumentalisiert. Gleiches geschah mit der Zivilen Konfliktbearbeitung (ZKB), die, gewollt oder ungewollt, zum Erfüllungsgehilfen in einem Angriffskrieg wurde. Die NROs (Nicht-Regierungs-Organisationen), die im Rahmen der Zivilen Konfliktbearbeitung (ZKB) in den Konfliktgebieten arbeiten, sind seit spätestens 2004 eng in das NATO-Konzept Civil Military Cooperation, CIMIC, eingebunden und unterstehen dem Militär.
  • Deutschland unterstützt Angriffskriege
    Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen. Diese Formulierung beinhaltete auch das absolute Verbot eines Angriffskrieges. Was aber waren die von den USA angeführten militärischen Aktionen gegen Irak und Afghanistan: Angriffskriege. Zwecks Durchführung dieser durfte deutsches Staats- bzw. Hoheitsgebiet (inkl. Luftraum) genutzt werden.
    »[...] Etwa 80 bis 90 Prozent der militärischen Personen- und Frachttransporte in den Irak und nach Afghanistan werden über Deutschland abgewickelt.[...]« Abgesehen von den Kriegsgebieten, haben die USA nirgendwo sonst in der Welt mehr Truppen stationiert als in den Militärbasen in Deutschland. »[...] Ende 2008 betrug die Truppenstärke laut Bericht des Pentagons 54.974, wobei 13.300 aktiv im Einsatz in Afghanistan oder im Irak waren.[...]«
    Deutschland sollte die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg verteidigen; »[...] nicht nur durch den Abzug der Bundeswehr aus fremden Ländern, sondern auch durch die konsequente Einhaltung des Verbots aller Angriffskriege von deutschem Boden aus, wie es in Artikel 26 des Grundgesetzes festgesetzt wurde.[...]«
    Zitate: HINTERGRUND, 2.Quartal 2010, S.24.

    Reiches Afghanistan
    Wie Ahmed Rashid, einer der führenden US-Afghanistanexperten, bereits vor Jahren betont hat, stellt "die Kontrolle der Ölvorräte der Region" das eigentliche Kriegsziel der USA dar. Afghanistan, selbst gesegnet mit reichlich Bodenschätzen (riesige Erzvorkommen, siehe hierzu: hintergrund.de, Washington "entdeckt" Afghanistans Bodenschätze u.a. Lithium, 16. Juni 2010; in Afghanistan liegen außerdem die weltweit größten Fundorte von Lapislazuli), ist für die westlichen Industriestaaten von besonderer geostrategischer Bedeutung. Eine bereits in den 1990er Jahren geplante Pipeline sollte von Turkmenistan durch Afghanistan geführt werden. Allerdings scheinen all die Pläne der Mineralölkonzerne zu scheitern - und zwar in der gesamten Region. Nun wird versucht, mit einer massiven Aufstockung des Militärs doch noch die wirtschaftspolitischen Ziele zu erreichen.
    Bis zum Sommer 2010 werden 150.000 Soldaten (134.000 im März 2010) aus 50 Ländern von allen sechs bewohnten Kontinenten unter NATO-Kommando an dem Krieg in Afghanistan beteiligt sein, der am 7. Oktober 2010 in sein 10. Jahr geht. Das deutsche Bundeswehrkontingent wird auf bis zu 5350 Soldaten (ca. 4400 im März 2010) aufgestockt.
    Siehe auch: hintergrund.de, Die NATO in Afghanistan: Weltkrieg in einem Land, 28.05.2010

  • Hintergrundinformationen zum Militäreinsatz in Afghanistan
    Auszüge aus dem Interview der Zeitschrift "Hintergrund" mit Martin Baraki. Baraki wurde 1947 in Afghanistan geboren, hat dort studiert und arbeitete als Lehrer. Seit den späten 1980er Jahren lebt er in Deutschland.
    »[...] 1995 wurde er an der Universität Marburg promoviert. Seitdem arbeitet er als Politikwissenschaftler an den Universitäten Marburg, Kassel, Gießen und Münster. [...] 2004 veröffentlichte er das Buch Kampffeld Naher und Mittlerer Osten, in dem er die Politik des Westens gegenüber dem Orient als eine historische Kontinuität der Eroberung beschreibt. [...]
    Martin Baraki: [...] Bill Clinton. Er sagte - später natürlich - dass er auch einen Krieg gegen Afghanistan geplant hätte. Als drittes erklärte der Außenminister von Pakistan, der bei verschiedenen geheimen Verhandlungen zwischen der US-Administration, den Taliban und europäischen Ländern in Berlin in einem Hotel dabei war: "Unsere Regierung wurde schon im Juni (2001, Anm. Red.) informiert, dass die USA einen Krieg gegen Afghanistan geplant haben."
  • HINTERGRUND: Welche Rolle spielt der 11. September ?
    Martin Baraki: der 11. September - wenn es ihn nicht gegeben hätte, hätte man ihn erfinden müssen. Das war ein Anlass. Es gibt keine seriöse Quelle, keine seriöse Untersuchung oder ernsthaften Dokumente, die man akzeptieren kann, aus denen hervorgeht, dass der 11. September etwas mit Afghanistan oder mit den Taliban zu tun hat. Es ist sehr, sehr wahrscheinlich, dass hinter dem 11. September eigene Leute der USA stecken und dass die zumindest, wenn sie nicht mitgemacht haben, das geduldet und zugelassen haben. [...]
    Ich denke, es gibt viele, die wissen, dass die USA selber hinter dem 11. September gesteckt haben müssen, weil sie eine Legitimation für ihre Kriege gebraucht haben. [...]
    HINTERGRUND: [...] Da wird - auch von den verschiedenen Bundesregierungen - immer vermittelt, das sei ein Versuch gewesen, die demokratischen Kräfte Afghanistans zusammenzufassen, aber letztlich war das wohl [...] ein Komplott mit den Warlords.
    Martin Baraki: Genau. Das war das Gegenteil dessen, was von Seiten der westlichen Länder behauptet wurde. Uns haben sie weisgemacht, dass sie Afghanistan demokratisieren wollen. Aber auf der Petersberger Konferenz waren außer einer monarchistischen Gruppe alle anderen drei Gruppen ausschließlich Warlords, Kriegsverbrecher und ehemalige Mudschaheddin-Kommandanten. Diese Leute waren eingeladen. Auf dem Petersberg wurde Afghanistan "warlordisiert" und der Weg für die Kolonialisierung Afghanistans geebnet, die wir heute erleben.
Ausgerechnet der neue Premierminister von  Großbritannien, David Cameron, spricht aus, was ohnehin schon viele wussten: Die Twin Towers des World Trade Centers wurden am 11.9.2001 gesprengt... Hören Sie selbst: "...on 9/11 when the Twin Towers were blown up...", David Cameron am 11. Juni 2010 in der morgendlichen Rede an die Soldaten in Afghanistan, ausgestrahlt von der BBC. Kurz nachdem er es gesagt hatte, wurde die Sendung unterbrochen. Die ► BBC hat den brisanten Satz herausgeschnitten.

  • [...] Die Administration um Karzai wird von der afghanischen Bevölkerung als Marionette der USA angesehen. Und das ist sie auch. die Regierung Karzai hat für die afghanische Bevölkerung gar nichts gemacht. Im Gegenteil. Die ganzen Gelder, die als Gehälter an die afghanische Administration fließen, gehen zum Teil oder ganz in die Taschen der Leute von Karzai. Aber das reicht diesen Leuten noch nicht. So kassierte zum Beispiel ein Bruder von Karzai, der im südafghanischen Kandahar, wo auch die Zentrale der Taliban war, Ratsvorsitzender der Provinz ist, 20 Millionen Dollar Schutzgelder von den Drogenbaronen.
    Vor Kurzem wurde in der New York Times und anderen US-amerikanischen Medien veröffentlicht, dass dieser Bruder von Karzai auf der Gehaltsliste der CIA steht. Karzai ist während einer Pressekonferenz darauf angesprochen worden und antwortete: "Wir haben Konsultationen mit der CIA."
    Ich weiß, dass Karzai selber auf der Gehaltsliste des CIA stand. Für Karzai und seine Entourage ist es kein Problem, Drogengeschäfte zu machen, Warlord zu sein und gleichzeitig mit der CIA zusammenzuarbeiten und bei alledem noch von den USA geschützt zu werden. [...] Die Korruption hat ein Maß erreicht, das es zuvor in der afghanischen Geschichte nicht gegeben hat. Weltweit ist Afghanistan bei der Korruption die Nummer 1 und der Bevölkerung wird das Blut ausgesaugt, was sie kaum noch hat. Der Widerstand kommt inzwischen nicht nur von den Taliban, wie hier in Deutschland behauptet wird.
    Hier wird den Menschen weisgemacht, dass, wenn "wir abziehen würden, diese Taliban-Verbrecher" an die Macht kämen. Das ist reine Propaganda an die Adresse der Bevölkerung der Krieg führenden Staaten. Man kann heute in Afghanistan von einem breiten nationalen Widerstand sprechen. Nach Angaben der Vereinten Nationen kämpfen in Afghanistan 2.200 verschiedene Gruppen. Die sind ja nicht alle Taliban. Und die Afghanen unterstützen den Widerstand. [...] Taliban ist zum Symbol des Widerstandes in Afghanistan geworden. [...]

    In Afghanistan leiden am meisten die Frauen und Kinder unter dem Krieg der NATO-Truppen, dem Bürgerkrieg und den Warlords. Die Frauen sind zum größten Teil traumatisiert und viele von ihnen haben ihre Männer im Krieg verloren. Allein in Kabul gibt es etwa 55.000 Witwen und in Afghanistan insgesamt etwa 1,5 Millionen Witwen, die von niemandem Unterstützung bekommen. Die älteren betteln und viele jüngere prostituieren sich. [...] Es gibt innerhalb des Landes etwa 5 Millionen Binnenflüchtlinge, die ständig vor dem Kriegsgeschehen auf der Flucht sind. Es gibt in Ost- und Südafghanistan Flüchtlingslager. Um diese Menschen kümmert sich kaum jemand. [...]
    Das Geld, was Afghanistan auf verschiedenen Konferenzen zugesagt wird, fließt nur zu einem Bruchteil nach Afghanistan - für die Gehälter der Verwaltung und der Administration. Das andere Geld ist auf einem Sonderkonto bei der Weltbank geparkt und wird von der Weltbank und Vertretern der Vereinten Nationen verwaltet. Die NGOs (non-governmental organisations, Anm. muz-online.de), das ist eigentlich die fünfte Kolonne der westlichen Länder, beantragen Gelder für ihre Projekte und bekommen die auch. Und die machen das, was sie für richtig empfinden. Das sind meistens Wiederaufbaumaßnahmen in Regionen, in denen die Warlords das Sagen haben. Die NGOs bauen eigentlich eher die Infrastruktur für die Warlords und deswegen bekommt die Masse der afghanischen Bevölkerung kaum etwas davon ab.
    Viele NGOs vergeben die Aufträge an Firmen aus den Geberländern und die wiederum beauftragen dann billige Subunternehmen in Afghanistan oder den Nachbarländern, z.B. in Pakistan. Die Firmen in den Geberländern kassieren das viele Geld. Das wenige Geld geht an den Subunternehmer, und so profitieren von diesem Geschäft zum großen Teil eben die westlichen Industrieländer und ihre Firmen. Dabei ist dann oft die Bausubstanz so schlecht, dass viele neu gebaute Straßen, Brücken oder Schulen nach einem Jahr wieder zusammenfallen.
    HINTERGRUND: Wie war denn die soziale Situation zur Zeit der Taliban-Herrschaft, also vor Beginn des Krieges 2001? War die Bevölkerung damals besser versorgt?
    Martin Baraki: Nein. Die war nicht besser versorgt. Den meisten Menschen ging es sehr schlecht und den Frauen ging es am schlechtesten, weil die Taliban ihnen nicht erlaubt haben zu arbeiten. Die Unterdrückung der Frauen wurde unter der Herrschaft der Taliban eigentlich zur Staatsdoktrin erhoben. Die Mudschaheddin haben die Frauen auch unterdrückt, sie aus dem öffentlichen Leben vertrieben. Die allererste Maßnahme der Mudschaheddin, als sie 1992 die Macht übernommen haben, war es, die Frauen aus dem öffentlichen Leben zu vertreiben.
    Besser war zur Zeit der Taliban-Herrschaft aber die Sicherheitslage. Die Frauen konnten sich auf der Straße aufhalten, natürlich nur geschützt unter der Burka. Aber ihnen ist nichts passiert. Es gab einen Bericht von Amnesty International, der zu dem Ergebnis kommt, dass unter den Taliban die Frauen unterdrückt wurden, aber unter der Regierung Karzai werden sie vergewaltigt. Darin unterscheidet sich die Situation. Nur eine Handvoll "Ameriko- und Euro-Afghanen", die Posten, Bodyguards, Dollars und einen Mercedes haben, werden geschützt. Die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung und die Mehrheit der Frauen leiden genauso und noch schlimmer als damals. [...]«
    HINTERGRUND, 2.Quartal 2010, S.14 ff.
    zum 11. September 2001 siehe:  Anschlag auf das World Trade Center, New York. Hintergründe. Filme.

    Siehe auch: friedensgutachten.de, 2010.

25. Juli 2010
  • Enthüllung brisanter Kriegsdokumente. Die Afghanistan-Protokolle
    »[...] 91.731 Berichte aus Datenbanken des US-Militärs über den Afghanistan-Krieg - für jedermann zugänglich im Internet: Wohl noch nie zuvor war es möglich, die Wirklichkeit auf den Schlachtfeldern detailliert mit dem abzugleichen, was die Propagandamaschinerie der US-Armee darüber verlauten ließ. Die meist als "geheim" eingestuften Papiere über den Feldzug sollen auf der Plattform Wikileaks veröffentlicht werden. Der Londoner "Guardian", die "New York Times" und der SPIEGEL haben das Material gründlich geprüft und mit unabhängigen Berichten verglichen. Alle drei Medien sind übereinstimmend zu dem Ergebnis gekommen, dass die Dokumente authentisch sind und ein ungefiltertes Bild des Krieges bieten - aus Sicht der Soldaten, die ihn kämpfen. Die Dokumente datieren zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 31. Dezember 2009. Einige sind so brisant, dass sie mit dem Vermerk versehen sind, sie den afghanischen Regierungsstellen vorzuenthalten. [...]«
    Zitat: www.spiegel.de, 25. Juli 2010

    Siehe auch:
    wardiary.wikileaks.org
    www.tagesschau.de, Geheimakten könnten zur Gefahr für Obama werden, 26.7.2010

    Neues Datenleck beim US-Militär. 75.000 Afghanistan-Geheimakten im Netz
    »[...] Was teilweise nur vermutet oder bruchstückhaft über den Krieg in Afghanistan bekannt wurde, lässt sich anhand der Dokumente nunmehr oft präzise nachvollziehen und dürfte noch für viele Schlagzeilen sorgen. Denn die Militärberichte, Meldungen und Abhörprotokolle aus den Jahren 2004 bis 2009 zeichnen ein anderes Bild von dem Konflikt als es die US-Regierung öffentlich darstellt. [...]«
    Zitat: www.tagesschau.de, 26.7.2010

    Wie bewertet "foreignpolicy.com" den Inhalt der Kriegsdokumente ?
    »[...] The story that seems to be getting the most attention, repeating the longstanding allegation that Pakistani intelligence might be aiding the Afghan insurgents, offers a few new details but not much greater clarity. [...]«
    Zitat: blog.foreignpolicy.com, The logs of war: Do the Wikileaks documents really tell us anything new? 25. Juli 2010

    Siehe auch dortigen Kommentar: FACTS ALL AMERICANS MUST KNOW
    »[...] Behind Pakistan, there is only American tax dollars, American military hardware, & American training. [...] SUMMARY: AMERICAN TAX DOLLARS GO TO PAKISTAN. THE MONEY IS THEN GIVEN TO THE TALIBAN AND ISLAMIC TERRORIST GROUPS. WE ARE PAYING FOR THE KILLING OF AMERICAN SOLDIERS. [...]«
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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.6 f.

Afghanistan: Diverse Literatur
Taliban

www-Links

( = Seiten von MUZ)



Afghan man, woman ‘stoned to death’ over love affair by Taliban, 16.08.2010
amnesty.de, TALIBAN STEINIGEN AFGHANISCHES PAAR, 16. August 2010: Amnesty International verurteilt die erste Steinigung durch die Taliban in Afghanistan seit 2001.
fr-online.de, STEINIGUNG - Eine Strafmethode für 18 Verbrechen, 10.08.2010
Zur Problematik des K-Begriffes siehe: Krieg in Afghanistan – Bundeswehr im Krieg: Führt Deutschland Krieg in Afghanistan? November 2009
Afghanistan mehr denn je ein "failed state"
Hamid Karzai´s Weg zur Macht
Die Taliban kehren zurück
LI Portal von InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung): Afghanistan
Afghanistan: Regierung und Parlament
Afghanistan Online
Bundesregierung: Deutschland hilft in Afghanistan
Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland
War in Afghanistan (2001–present)
www.amnesty.org -- Afghanistan
The destruction of Buddhist images in Afghanistan
HRW - Afghanistan - Human Rights
Verein zur Unterstützung von Schulen für afghanische Flüchtlingskinder e.V.
Afghanistan press
Support Afghanistan Women
The World Factbook - Afghanistan
Ethnologue report for Afghanistan
Afghanistan's Web Site
Taliban
Djihad
Islam
Der Terrorangriff gegen die USA - Terror attack on the USA
 Auf dem Weg in eine Neue Weltordnung - Illuminati - Hintergründe - Videos
Political Resources on the Net - Afghanistan
Afghanistan American Foundation