Willkommen in Ungarn

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Offizieller Name: Ungarn
Hauptstadt: Budapest
Fläche: 93.032 km²
Landesnatur: Zwischen dem Hügelland der Kleinen Tiefebene im NW und der Großen Tiefebene im 0 liegt das Ungar. Mittelgebirge und Bergland
Klima: Gemäßigt-kontinentales, relativ trockenes Klima
Hauptflüsse: Donau, Theiß
Höchster Punkt: Kekes 1016 m
Tiefster Punkt: 79 m nahe Szeged
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: Hauptstadt, 19 Komitate
Parlament: Nationalversammlung mit 386 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 20. August
Einwohner: 10.076.000 (1999); 9.960.000 (geschätzt November 2011; siehe: portal.ksh.hu)
Bevölkerungsdichte: 108 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 76% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 17% (1999)
Sprache: Ungarisch
Religion: Katholiken 68%, Protestanten 25% (1999)

Am 23. Oktober 1989, genau 33 Jahre nach dem Ausbruch des von sowjetischen Panzern niedergewalzten Volksaufstands, läuteten in ganz Budapest die Glocken. Auf dem linken Donauufer hatte sich eine unübersehbare Menschenmenge versammelt. Jubelnd verfolgte sie, wie der zehn Zentner schwere rote Stern, einst als Symbol der kommunistischen Herrschaft in fast hundert Meter Höhe über dem ungarischen Parlament aufgesetzt, erlosch. Die Vorherrschaft Moskaus war vorbei, der Abzug der sowjetischen Truppen wurde eingeleitet.
Damit ist eine vierzigjährige Ära der ungarischen Zwangsintegration in Osteuropa friedlich zu Ende gegangen. Die Ungarn haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich den Traditionen und der Kultur des Westens verpflichtet fühlen. Ihre schrittweise Herauslösung aus dem östlichen Machtbereich gegen Ende der 1980er Jahre verfehlte keinesfalls die Signalwirkung auf die übrigen sozialistischen Länder. Ihr mutiges Handeln beim Abbau des "Eisernen Vorhangs" und ihre Entscheidung vom 10. September 1989, Tausenden von DDR-Flüchtlingen die Ausreise in den Westen zu ermöglichen, bleiben unvergessen. Der seinerzeit amtierende ungarische Außenminister Gyula Horn (* 1932) wurde Stellvertretend für sein Land mit dem internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet.

Auch in den Jahrzehnten der Zugehörigkeit zur osteuropäischen Staatengemeinschaft war Ungarn immer etwas Besonderes. Während andere Länder des sozialistischen Lagers eher grau, monoton und freudlos wirkten, erschien Ungarn stets bunt, fröhlich und voll pulsierenden Lebens. Diesen Eindruck hatten zumindest die mehr als zehn Millionen Touristen aus Ost und West, die das Land jedes Jahr besuchten. Dabei verfügt Ungarn mit Ausnahme des Plattensees und Budapests über keine Attraktionen, die das Herz des Touristen höher schlagen lassen.
Aber Ungarn avancierte zum beliebten Treffpunkt für Verwandte und Freunde aus den Ländern beiderseits des "Eisernen Vorhangs". Für den Touristen aus dem Osten war es ein Einkaufsparadies. Für den westlichen Touristen war Ungarn ein Reiseland. Willig akzeptiert er das Piroschka-Paprika-Pußta-Klischee, das man ihm serviert. Er genießt Wein und Zigeunermusik. Seiner Meinung nach sind die Ungarn temperamentvoll, lebensfroh und in fast jeder Fremdsprache zu Hause.
Doch wer sind die Ungarn wirklich, wie sehen sie sich selbst? Sie bezeichnen sich oft als das "einsamste" Volk Europas, weil sie zu ihren engeren und weiteren Nachbarn nicht die geringsten verwandtschaftlichen Beziehungen aufweisen. Zudem sind sie sprachlich völlig isoliert. Ungarisch ist für jeden Nicht-Ungarn zunächst einmal so unverständlich wie Chinesisch. Es gibt keinerlei Brücke oder Beziehung zu den europäischen Hauptsprachen wie Englisch, Französisch oder Deutsch. Auch mit dem Russischen oder den übrigen slawischen Sprachen ist das Ungarische nicht verwandt. Es gehört zum finnisch-ugrischen Zweig der ural-ahaischen Sprachfamilie, d. h. "Verwandte" wären eigentlich die Finnen, Esten und Ostjaken, mit denen sie sich aber nicht mehr verständigen können, weil sich die Sprachen zu sehr auseinander entwickelt haben -- siehe: Die ungarische Sprache.

Die sprachliche und ethnische Isolierung hat eine sehr simple Erklärung. Bis zum 9. Jahrhundert lebten die Ungarn nicht in ihrer heutigen Heimat, sondern als nomadisierendes Reitervolk in dem Gebiet zwischen Wolga und Ural.
Nach vielen Jahrzehnten der Westwanderung, auf der sich ihnen zahlreiche andere Völkergruppen anschlossen, erreichten sie das Gebiet des heutigen Ungarn. Ihre Sprache brachten sie mit und bewahrten sie, "umgeben von Slawen und Germanen", bis heute.
Die Ungarn selbst bezeichnen sich als Magyaren. Namengebend war der Stamm der Megyeri, aus dem die Familie Arpäds, des legendären Führers, hervorging. Die Namensbezeichnung "Ungarn" beruht auf der zeitweiligen Zugehörigkeit zum bulgarischen Onogurenreich nördlich des Schwarzen Meers. In der Sprache ihrer neuen - slawischen - Nachbarn wurde daraus "Ungarn".

Die Wiege der Fremde
Esther Kinsky: Banater Miniaturen
Von Ursula Rütten

Dieses Feature vom Deutschlandfunk nimmt auch Bezug zur Gegenwart, zur Regierung Orban und dem Verhältnis der Menschen zu EU und EURO - ein wunderbarer Beitrag zur Völkerverständigung !!!
Rainer Kurka

www.dradio.de
Das Feature, 27.01.2012 20:10 Uhr


 Radiosendung (pdf)

Die Ungarn betrachten sich nicht nur als "einsame", sondern auch als geteilte Nation. Durch den Friedensvertrag von Trianon (1920) geriet jeder dritte Ungar unter fremde Herrschaft. Die damals gezogenen Grenzen entsprechen im wesentlichen den heutigen. Rund 10 Millionen Ungarn leben im Mutterland und etwa 5 Millionen im Ausland - der größte Teil davon in Rumänien. Dieser rund 1,6 Millionen Menschen umfassenden Minderheit wurden zu Zeiten des Ceausescu-Regimes fundamentale Rechte verweigert, und sie bildete eine ständige Quelle politischer Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten. Aber auch in der Slowakei und der Tschechischen Republik, in der jugoslawischen Vojvodina und in der Karpato-Ukraine sind Hunderttausende von Ungarn beheimatet.
Die Zersplitterung der Nation auf mehrere Länder wird nach wie vor als schmerzlich empfunden. Als völlig normal hingegen betrachtet man die Tatsache, daß rund 1,5 Millionen Landsleute in den USA und Kanada, in Westeuropa, in Australien und sogar in Afrika zu Hause sind. 200.000 ungarischstämmige Touristen aus diesen Ländern besuchen jedes Jahr die alte Heimat.

Im eigenen Staat stellen die Ungarn heute den absolut größten Teil der Bevölkerung. Obwohl die Roma, die stärkste ethnische Minderheit, das Image Ungarns im Ausland entscheidend prägen, haben sie keinen anerkannten Platz in der Gesellschaft. Die Lebensbedingungen der rund 500.000 Menschen haben wenig mit Zigeunerromantik zu tun; sie sind durch Diskriminierung geprägt.

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Der Staat

Die drei Jahrzehnte nach dem Volksaufstand von 1956 standen ganz im Zeichen von Janos Kádár (1912-1989). Aus dem meistgehassten Mann Ungarns wurde der populärste KP-Führer der gesamten osteuropäischen Staatengemeinschaft. Zunächst galt er - 1951 selbst Opfer des stalinistischen ungarischen Parteichefs Rákosi (1892-1971) - jedoch als Vertreter Moskaus, der die sowjetischen Truppen zur Niederschlagung des Aufstands von 1956 ins Land holte. Außenpolitisch folgte Kádár dann ganz der Linie Moskaus, um sich einen innenpolitischen Freiraum zu sichern.

Der ungarische "Gulaschkommunismus"
Innenpolitisch versuchte Kádár, das offensichtlich Unvereinbare in Einklang zu bringen: die Aufrechterhaltung der kommunistischen Ordnung und ihre Tolerierung seitens der Bevölkerung. Seit Anfang der 1960er Jahre leitete er unter dem Motto "Wer nicht gegen uns ist, ist für uns" eine Versöhnungspolitik gegenüber der eigenen Bevölkerung ein.
Diese Politik des "Burgfriedens" wurde ab 1968 durch ein wirtschaftliches Reformprogramm flankiert, das als "Gulaschkommunismus" berühmt werden sollte. Die Reorganisation der Landwirtschaft, die Förderung der Privatinitiative und die weitgehende Selbständigkeit der Unternehmen machten sich bald bezahlt. Versorgungslage und Lebensstandard besserten sich erheblich. Die Tolerierung der "grauen Wirtschaft" sorgte dafür, dass viele Ungarn in einem zweiten Beruf nach Feierabend zusätzlich Geld verdienen konnten.
Die Verbesserung der ökonomischen Lebensbedingungen wurde von einer Politik der sogenannten "kleinen Freiheiten" begleitet. Die Bürger konnten ins westliche Ausland reisen. Das kulturelle Leben war relativ wenigen staatlichen Gängelungen ausgesetzt, und der Zugang zu westlichen Medienerzeugnissen war einfacher als im übrigen Ostblock. Bald machte das Wort von der "fröhlichsten Baracke im ganzen Ostblock" die Runde.

Viele Ungarn sagten damals: "Man lässt uns verdienen, man lässt uns reisen. Wir haben etwas vom Leben. Zwar nicht so viel wie im Westen, aber viel mehr als im Osten." So wurde die gemäßigte Politik des Leben-und-Leben-Lassens populär. Dennoch gab es in der gesamten Kádár-Ära auch ernste soziale Probleme. Zum einen entstand eine gesellschaftliche Differenzierung, die bewirkte, dass ein Teil der Ungarn vom Warenangebot nicht profitieren konnte. Zum anderen wurde Mitte der 1980er Jahre deutlich, dass der durch westliche Kredite finanzierte Wirtschaftsboom abebbte.

Der demokratische Wandel
Im Gefolge einer kritischen Diskussion über die zukünftige Entwicklung Ungarns verabschiedete die regierende Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei (USAP) ein weitreichendes wirtschaftliches Reformprogramm. Im Mai 1988 wurde die politische Führung des Landes radikal erneuert, dabei musste auch Kádár als Parteichef zurücktreten. Zur beabsichtigten Erneuerung des Sozialismus gehörte aber auch der Umbau des politischen Systems. Dem Verzicht auf den verfassungsmäßig garantierten Führungsanspruch der USAP entsprach die Zulassung anderer Parteien und die Zusage, bis spätestens 1990 geheime und freie Wahlen in Ungarn abhalten zu lassen. Es ging jetzt nicht mehr um Reformen, es ging um den Wechsel des Systems. Von besonderer symbolischer Bedeutung war die vollständige Rehabilitierung von Imre Nagy (1896-1958) und die offizielle Anerkennung der Ereignisse des Jahres 1956 als Volksaufstand. Am 23. Oktober 1989, dem Jahrestag der Erhebung, wurde die Republik Ungarn proklamiert. Gemäß der neuen ungarischen Verfassung wurde der Staat eine parlamentarische Demokratie.
Die ersten freien Wahlen 1990 endeten mit einer empfindlichen Niederlage der Reformkommunisten. Die Männer, die die kommunistische Partei zur Selbstauflösung gezwungen und zum Abbau des "Eisernen Vorhangs" beigetragen hatten, mussten sich mit knapp 10% der Wählerstimmen begnügen. Die Wahlen 1994 ergaben ein anderes Bild. Die Sozialistische Partei gewann unter Führung von Gyula Horn die absolute Mehrheit. 1998 wurde das Wahlbündnis Bund Junger Demokraten und Bürgerlicher Partei mit Viktor Orbán an der Spitze stärkste politische Kraft.

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Geschichte

Das antike Pannonien, das dem westlichen Teil des heutigen Ungarn entspricht, stand jahrhundertelang unter der Herrschaft der Römer. Im 6. Jahrhundert setzten sich dort die aus Innerasien stammenden Awaren fest, deren Herrschaft erst durch den Frankenkönig Karl den Großen (747-814) im Sommer 796 ein Ende bereitet wurde. Unter dem legendären Anführer Arpád drang Ende des 9. Jahrhunderts das kriegerische Reitervolk der Magyaren (Ungarn) aus ihrer ursprünglichen Heimat zwischen Wolga und Ural nach Pannonien vor und besetzte das Karpatenbecken.
Ihre weitreichenden Raubzüge nach Mittel- und Südeuropa sowie Byzanz machten die Magyaren ein halbes Jahrhundert lang zum Schrecken Europas, bis Otto I. (912-973) sie im Jahre 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg entscheidend besiegte.

Stephanskrone

Die Niederlage zwang die Ungarn, sesshaft zu werden. Stephan I, der Heilige, (um 975-1038) trieb die Christianisierung des Landes voran, und im Jahre 1000 verlieh ihm der römische Papst die Königswürde. Damit waren die Ungarn in die christliche abendländische Völkerfamilie aufgenommen. Ungarn entwickelte sich nun zu einer territorialen Mittelmacht in Europa. Siebenbürgen, Bosnien, Kroatien und Dalmatien wurden hinzugewonnen. Vom Mongolensturm des Jahres 1241 erholte sich Ungarn rasch, und auch die im 15. Jahrhundert heraufziehende Türkengefahr konnte zunächst gebannt werden. Unter Matthias I. Corvinus (1443-1490) erlebte das Königreich Ungarn den Höhepunkt seiner Macht. Territoriale Zugewinne und die Verlagerung der Residenz nach Wien gingen mit einer kulturellen Blüte einher, die im Zeichen der Renaissance und des Humanismus stand. Mit Matthias' Tod aber zerfiel das Reich. Auf dem Schlachtfeld von Mohács 1526 konnte es sich der Türken nicht mehr erwehren.

Türkenherrschaft und Habsburger
Das ungarische Kernland stand damit unter türkischer Herrschaft, in den westlichen und nördlichen Gebieten, dem sogenannten "königlichen Ungarn", herrschten die Habsburger. Allein das neu entstandene Fürstentum Siebenbürgen konnte seine Unabhängigkeit wahren. Erst 1686 vertrieb die österreichische Armee die Türken. Doch die Freiheit hatte ihren Preis. Die ungarische Krone fiel dem Hause Habsburg zu. Auf Geheiß des österreichischen Hofes zog eine große Zahl von Siedlern in das durch die Türkenherrschaft ausgeplünderte und weitgehend entvölkerte Ungarn: Fast eine Million Schwaben strömte in das Banat und nach Mittelungarn; Rumänen, Slowaken und Südslawen siedelten sich im Inneren des Landes an. So wurden die Magyaren zu einer Minderheit im eigenen Land.
Als im März 1848 in Wien die Revolution ausbrach, proklamierten die Ungarn unter ihrem Führer Lajos Kossuth (1802-1894) die Unabhängigkeit. Erst mit Hilfe russischer Truppen konnten die Habsburger die Revolution niederwerfen. Ihre Anführer wurden fast ausnahmslos hingerichtet; Kossuth entkam.
Nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen und der damit verbundenen Machteinbuße sah sich Österreich gezwungen, 1867 den "Ausgleich" mit Ungarn herbeizuführen. Kaiser Franz Joseph (1830-1916) wurde zum ungarischen König gekrönt, der k. u. k.-Dualismus war geboren. Nur die Außen-, Verteidigungs- und Finanzpolitik war beiden Staaten gemeinsam; im Inneren war Ungarn unabhängig. Der magyarische Adel, dessen Vorrechte voll erhalten blieben, entwickelte sich zur staatstragenden Schicht. Die Magyarisierungspolitik, die als Ausdruck kultureller Überlegenheit zu betrachten ist, machte Ungarisch zur alleinigen Unterrichts- und Amtssprache.

Groß-Ungarn

Ein europäischer Kleinstaat
Die Niederlage der Mittelmächte im Ersten Weltkrieg gipfelte für Ungarn im Vertrag von Trianon. Zwei Drittel des Territoriums gingen verloren. Von 18 Millionen Einwohnern blieben dem Rumpfstaat nur noch 7,6 Millionen.
Nach einem kurzen Zwischenspiel als Räterepublik unter Bela Kun (1886-1939) wurde Ungarn von 1920 an ein "Königreich ohne König". Zum Reichsverweser wurde Konteradmiral Miklós Horthy (1868-1957) gewählt. Unter der Parole: "Nein, nein, niemals!" strebte er nach Revision des verhassten Vertrags von Trianon und schloss sich im Zweiten Weltkrieg Hitler-Deutschland an, was ein Fehler war. Die Siegermächte bestätigten die Grenzen von Trianon, zudem war Ungarn von sowjetischen Truppen besetzt.
Unter dem Druck der Besatzungsmacht legte Ungarn den Weg zum kommunistischen Einparteienstaat in wenigen Jahren zurück. Enteignungen, Kirchenverfolgung, Verhaftungen, Folterungen, Schauprozesse und Hinrichtungen - für all das zeichnete KP-Chef Mátyás Rákosi (1892-1971) verantwortlich, der als "bester Schüler Stalins" bezeichnet wurde.

Beeinflusst von der sowjetischen Entstalinisierung und der Furcht vor einem Arbeiteraufstand wie in Polen, wurden die führenden ungarischen Stalinisten, wie Rákosi und Gerö (1898-1980), nach einem innerparteilichen Machtkampf abgelöst. Unter Führung von Imre Nagy (1896-1958), dem Premierminister der neuen revolutionären Regierung, wurde ein Kurs eingeleitet, der auf eine demokratisch-pluralistische Ordnung abzielte. Als Nagy am 1. November 1956 Ungarns Austritt aus dem Warschauer Pakt verkündete, marschierte die Rote Armee ein und löste damit einen Volksaufstand aus, der von ihr innerhalb weniger Tage blutig niedergeschlagen wurde.

Entwicklungen

Ungarischer Nationalismus bzw. Rechtsextremismus

Nationalismus, grassierende Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Ungarn. Siehe hierzu: Die rechtsextreme Partei Jobbik und die mit der Partei eng verbundene "Ungarische Garde".

Ungarische Minderheit in der Slowakei ist Staatsfeind Nummer 1
Ein Teil der zur ungarischen Minderheit zugerechnten Jugend in der Slowakei trägt T-Shirts mit dem Aufdruck der Karte von Groß-Ungarn, wie es vor dem Trianon-Vertrag vom 4. Juni 1920 existiert hat.

Rechte Gewalt gegen Roma
Bei der anhaltenden Gewalt gegen Roma wird deutlich, dass die Regierung von Premier Victor Orban eng mit der neo-faschistischen Partei Jobbik paktiert. Siehe auch: www.wsws.org, 4. September 2012 und Doku "Rechtsextreme in Europa".


Ab 2007: Finanz- und Wirtschaftskrise
Ungarn wurde besonders hart von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 getroffen. Schon vor der Krise war die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Land recht schwach. Mit der Krise geriet Ungarn schließlich in eine Rezession. Durch erhebliche Sparmaßnahmen im sozialen Sektor konnte 2009 das Haushaltdefizit bei 4,0% des BIP gehalten werden, womit Ungarn zum damaligen Zeitpunkt in Europa einen sehr guten Platz einnahm. Die Staatsverschuldung stieg allerdings im gleichen Zeitraum von 73% (2008) auf rund 78% (2009) des BIP. Für 2009 wurde auch ein Rückgang des BIP um 6,3% gegenüber 2008 veranschlagt. Das BIP soll 2010 wieder leicht steigen.

Problematisch ist auch 2010 noch die hohe Verschuldung der privaten Haushalte. Aufgrund erhöhte Lebenshaltungskosten sowie der Schwächung der Landeswährung Forint, stehen rund 700.000 ungarische Haushalte vor dem Bankrott. Kredite können nicht mehr abgetragen werden (betrifft vor allem Fremdwährungskredite für den Bau von Häusern).
Siehe:
derstandard.at, Das Wasser steht ihnen bis zum Hals, 9. September 2010

diepresse.com, Wie pleite ist Ungarn wirklich? 6. Juni 2010

Seit dem 29. Mai 2010 hat Ungarn einen neuen Ministerpräsidenten: der rechtskonservative Viktor Orban.

Ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz sowie ein neues Mediengesetz sorgen in Europa für Aufregung. Nach Druck seitens der EU auf die ungarische Regierung werden Änderungen vorgenommen.

Februar 2011: Änderung des Mediengesetzes

Nach heftigen Debatten innerhalb der EU hat die ungarische Regierung sich bereit erklärt, sein neues Mediengesetz abzuwandeln. (1) Die Pflicht zur "ausgewogenen Berichterstattung" werde künftig nur auf Rundfunk und Fernsehen beschränkt sein (private Internetblogs blieben verschont).
(2) Ausländische Medien sollen nicht länger unter das ungarische Mediengesetz fallen. (3) Die Zulassung von Online- und Pressepublikationen werde erleichtert. (4) Die Strafandrohung für "anstößige Berichterstattung" werde auf die Anstiftung zu Diskriminierung und Hass beschränkt. Keine Änderungen werde es hingegen bei der politisch kontrollierten Medienaufsichtsbehörde NMHH geben.
Siehe: www.euractiv.de, Ungarn ändert Mediengesetz, 17.02.2011

Verfassungsänderung: Ein europäischer Skandal ?

Am 18. April 2011 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, was innerhalb der europäischen Staatengemeinschaft nur zaghaften Protest ausgelöst hat. Dabei erklingt ein kräftiger, nicht zu überhörender konservativ-nationaler Ton, der mindestens erstaunen sollte: Eine konservative Revolution unter dem Dach der Europäischen Union. In der ab 1. Januar 2012 gültigen Verfassung wurde nicht etwa der Euro als Währung, sondern der Forint als nationale Währung verfassungsrechtlich festgeschrieben (Abschnitt "K").

Die Regierung Orbán, das Verhältnis zu Europa bzw. EU, das neue Mediengesetz und die jüngste Verfassungsänderung wird von Alles-Schall-und-Rauch aus einer anderen Perspektive betrachtet: alles-schallundrauch.blogspot.com, Was in Ungarn wirklich los ist, 27. Januar 2012


November 2011: Die Rating-Agentur Moody's stuft Ungarns Bonität auf "Ramschniveau" herab.

Wem gehören die Rating-Agenturen ?

Die drei großen angelsächsischen Rating-Agenturen "Standard & Poors", "Moody's" und "Fitch" gehören [...] zu einer Finanzoligarchie bestehend aus einzelnen Banken, Trusts, Hedge-Fonds und Politikern, die gemeinsam so viel Macht besitzen, um die Märkte entscheidend beeinflussen und davon profitieren zu können.[...]
Zitat: BOERSENMAGAZIN am 19.07.2011, siehe YouTube-Video

20. Januar 2012: Vertragsverletzungsverfahren -- Orban beugt sich der "Macht" der EU

Bezüglich der jüngsten Verfassungsänderung hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Die strittigen Punkte: (1) Die von Orban vorgesehene Zusammenlegung der Notenbank mit der staatlichen Finanzmarktaufsicht würde die Unabhängigkeit der Zentralbank beenden, was gegen EU-Gesetz verstößt; (2) die Macht der neuen Medienschutzbehörde NMHH (siehe oben) sei nicht mit EU-Recht vereinbar; (3) hinter der plötzlichen Herabsetzung des Pensionsalters von Richtern vermutet die EU-Kommission die Absicht zur unstatthaften Einflussnahme auf die Justiz.
Da das hochverschuldete Ungarn dringend auf Finanzhilfen von der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) angewiesen ist, hat Ministerpräsident Orban am 27. Januar 2012 angekündigt, sich der "Macht" der Forderungen seitens der EU zu beugen.
Siehe: diepresse.com, Orban beugt sich "Macht" der EU, 20. Januar 2012

Ende 2012: Jeder vierte Europäer ist von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Traurige Spitzenreiter sind Bulgarien (49 Prozent), Rumänien und Lettland (je 40 Prozent), Litauen (33 Prozent), Griechenland und Ungarn (je 31 Prozent).

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Budapest

Es gibt nur wenige Länder, die so entscheidend durch ihre Hauptstadt geprägt sind wie Ungarn. Überspitzt gesagt: Ohne Budapest wäre Ungarn gar nicht denkbar. Was können andere Städte gegen die alles überstrahlende Donau-Metropole ausrichten? Nichts, und deshalb würde kein Ungar einen derartigen Vergleich auch nur in Erwägung ziehen. Jeder fünfte Ungar lebt in dieser faszinierenden Stadt mit 1,8 Millionen Einwohnern. Budapest ist nicht nur das politische, wirtschaftliche und industrielle Herz des Eandes, sondern auch das geistige und kulturelle Zentrum für 15 Millionen Ungarn auf der ganzen Welt.

Stadtgeschichte
1873 entstand das heutige Budapest aus der Vereinigung der bis dahin selbständigen Städte Buda, Obuda und Pest. Am westlichen Donauufer, das felsig aufragt und von bewaldeten Hügeln eingenommen wird, liegt das alte Buda, seit Mitte des 14. Jahrhunderts ständige Residenz der ungarischen Könige. Hier hatten früher Adel, Militärs und Beamte ihren Wohnsitz. Das am flachen östlichen Donauufer gelegene Pest war von Handwerkern und Händlern bewohnt. Obuda (Alt-Buda) war ein agrarisch bestimmter Marktflecken.
Die Zeit der k. u. k.-Monarchie brachte eine wirtschaftliche Blüte für Budapest. Maschinenbau, Mühlenindustrie und Eisenhütten erlebten einen raschen Aufschwung. Aber auch Werften, Brauereien und Tabakfabriken gediehen. So entstand eine für damalige Zeiten gigantische Industriestadt, die durch den Zuzug in- und ausländischer Arbeitskräfte eine wahre Bevölkerungsexplosion erlebte.

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Budapest
Tagesausflug am 20. April 2011. Friedrich Schober.

Budapest
Tagesausflug am 20. April 2011. Friedrich Schober.

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Tagesausflug am 20. April 2011. Friedrich Schober.

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Tagesausflug am 20. April 2011. Friedrich Schober.

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Tagesausflug am 20. April 2011. Friedrich Schober.


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Zwischen 1850 und der Jahrhundertwende wuchs die Einwohnerzahl von 178.000 auf über 700.000. Die fünf Jahrzehnte der Doppelmonarchie (1867-1914), auch "das Goldene Zeitalter der Baumeister" genannt, haben das heutige Stadtbild entscheidend geprägt. Damals entstanden die prachtvollen Brücken über die Donau, die breiten Boulevards, die Ring- und Radialstraßen; schließlich wollte man um keinen Preis hinter der ersten Reichshauptstadt Wien zurückstehen. Der alte, durch Barock und Neoklassizismus bestimmte Stadtkern am Pester Donauufer wurde rigoros geschleift, weil er als zu klein und verspielt galt.
Überall entstanden monumentale Bauwerke, die nicht selten die Masken vergangener Stilepochen trugen. Budapest erhielt das größte Parlament des Kontinents, das Wahrzeichen der Stadt, im neugotischen Stil. Der Burgpalast wurde im Stil des Neobarock erbaut, während man die Fischerbastei ins neoromanische Gewand kleidete. Der Maskenball der Stile wird durch Neorenaissancebauten, wie Staatsoper und Akademie der Wissenschaften, komplettiert. Zu dieser Vielfalt gesellen sich prachtvolle Jugendstilhäuser, deren reine Formen und leuchtende Farben bis heute größte Bewunderung hervorrufen.
Die ersten elektrischen Straßenbahnen rollten 1887 durch Budapest; nur neun Jahre später war die U-Bahnlinie unter der Prachtstraße Sugár út fertig gestellt. Als erste Europäer auf dem Kontinent konnten die Budapester auf einer Strecke von vier Kilometern Länge unter der Erde durch ihre Stadt reisen. Ratternd bringen gelblackierte Wagen im Stil jener Zeit noch heute ihre Fahrgäste ans Ziel. Etwas ganz anderes ist die moderne Metro, die inzwischen unter der Donau zwischen Buda und Pest verkehrt. Sie wurde nach Moskauer Vorbild errichtet und ist eine der Hauptschlagadern im Verkehrswesen der Metropole.
1918 hatte Budapest bereits eine Million Einwohner. Doch nach der Zerschlagung der Donaumonarchie verlor Ungarn zwei Drittel seines Territoriums, und Budapest büßte sein natürliches Hinterland ein. Die Stadt wurde, ähnlich wie ihre Schwester Wien, zur kopflastigen Metropole eines Kleinstaats und hatte mit ernsten wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Zentralistisch denkende Planer in der Volksrepublik Ungarn vergrößerten den "Wasserkopf". 1950 wurden sieben Satellitenstädte und 16 Dörfer entlang der Ausfallstraßen der Metropole eingemeindet. Erst sehr viel später traf man Maßnahmen, um ein Wachstum ins Uferlose zu verhindern.

Kultur und Traditionen der "Belle Epoque" haben einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. Wer auf der Suche nach der verlorenen Zeit der alten k. u. k.-Monarchie ist, stellt immer wieder fest: Budapest ist so, wie man sich Wien vorstellt. Hier gehört der Handkuss noch zum Alltag. Und die Herren der Schöpfung haben nicht wenig von ihren galanten Urgroßvätern abgeschaut, wenn es um den Umgang mit der Damenwelt geht.
Der Charme vergangener Zeiten findet sich nicht nur in Kaffeehäusern mit reichverzierten Stuckdecken, goldglänzenden Säulen und Marmortischchen, man spürt ihn auch in Budapests imposanten Bädern. Wer ins Széchenyi-Bad oder ins "Gellért" geht, findet keinen Zweckbau für medizinische Heilbehandlung vor, sondern einen prunkvollen Palast, ein architektonisches Monument der "Belle Epoque". Mit seinen 123 warmen Quellen, die zwölf Thermalbäder versorgen, ist Budapest seit langer Zeit ein anerkannter Kurort.
Durch die Rückkehr zu Demokratie und Marktwirtschaft eröffnet sich für Budapest die Perspektive, seinen traditionellen Rang als Handelsmetropole und wichtiger Finanzplatz zurück zu gewinnen. Schon jetzt strömt ausländisches Kapital in die Hauptstadt. "Joint venture" heißt das magische Wort für die Kooperation mit westlichen Partnern, das den Weg in eine erfolgversprechende Zukunft öffnen soll. Es herrscht eine Atmosphäre des Umbruchs und der Gegensätze.

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Roma in Südosteuropa

Man vermutet, daß die Roma, wie die Eigenbezeichnung der Zigeuner lautet, ursprünglich aus Indien stammen und zu Beginn des 15. Jahrhunderts nach Europa kamen. Die meisten gingen entweder nach Ungarn und Rumänien oder nach Spanien. In allen diesen Ländern trugen sie erheblich zur einheimischen Volkskunst bei. Die Roma in Osteuropa haben über die Jahrhunderte hinweg wahrscheinlich mehr gelitten als alle anderen Mitglieder ihrer unterdrückten Ethnie.
Die Arbeit mit Eisen ist neben dem Pferdehandel das traditionelle Handwerk dieses fahrenden Volkes. Sie wurde früher mit dem Teufel an seinem Amboss in Verbindung gebracht und trug somit zum schlechten Ruf der Roma bei. Jedoch zögerte der europäische Adel nicht, das Talent der Zigeuner für das Eisenhandwerk auszunutzen. In Spanien wurden angeblich von Roma angefertigte Geschosse benutzt, um die Mauren 1492 bei Granada zu schlagen. In Ungarn waren Roma nicht nur mit der Herstellung von Waffen, sondern auch von Folterinstrumenten beschäftigt. Spanische Roma mögen wenig Lohn erhalten haben, aber zumindest hatten sie eine gewisse Freiheit. Ungarische Roma dagegen waren Sklaven der ungarischen Fürsten.
In Rumänien hatten aufeinander folgende Eindringlinge aus dem Osten das Land verwüstet, was die Ablehnung aller Neuankömmlinge zur Folge hatte. Hier traf es die Roma am schlimmsten. Der rumänische Adel brauchte Arbeitskräfte für seine riesigen Ländereien und versklavte die Roma. Die Kirche tat dies ebenfalls und begründete ihre Haltung damit, dass Christus diese Menschen angeblich verflucht habe. Bei öffentlichen Versteigerungen auf Sklavenmärkten verkauft, mussten sie unter den härtesten Bedingungen arbeiten und grausame Strafen erdulden. In späteren Jahrhunderten wurden viele zum Goldschürfen in die Berge geschickt, wo sie wie in Konzentrationslagern lebten.

Verfolgung
Roma wurden jedes abscheulichen Verbrechens für schuldig befunden, von Vergewaltigung bis zur Kindesentführung, und litten regelmäßig unter rassistischen Angriffen. Sie wurden sogar des Kannibalismus bezichtigt. Aufgrund dieser Verleumdung wurden sie 1782 in großer Zahl in Sümpfe getrieben und von ungarischen Soldaten ertränkt.
Langsam entwickelte sich jedoch eine aufgeklärtere Haltung gegenüber den Roma, obwohl sogar dies nicht immer von Vorteil für sie war. 1761 beschloss Kaiserin Maria Theresia von Osterreich, die Roma stärker in die ungarische Gesellschaft zu integrieren. Sie sollten nicht mehr Zigeuner genannt werden, sondern "neue Siedler". Aber Maria Theresias Versuch, den traditionell umherziehenden Lebensstil der Roma zu verändern, die Kinder zur Schule zu schicken und die Männer zur Armee, wurde von den Roma als gefühllos empfunden. Er zeigte wenig Verständnis für ihren Wunsch, abseits der Gesellschaft zu leben. In Rumänien blieben die Roma weiter versklavt, die Abschaffung der Sklaverei 1855 führte zu einem Aufstand von Teilen des Adels.

Der Beitrag der Zigeuner zur Volkskunst
Feindseligkeiten gegenüber Zigeunern waren immer mit einer romantischen Faszination von ihrem traditionellen Lebensstil und einer Anerkennung ihrer Rolle als Unterhalter verbunden. Bis vor kurzem waren reisende Zigeuner mit tanzenden Bären noch eine der wichtigsten Attraktionen in abgelegenen rumänischen Dörfern.
In Ungarn wurde ihr musikalisches Talent schon im späten 15. Jahrhundert erkannt, als sie als Musiker am Hof von Matthias I. Corvinus angestellt waren. Sie spielten nicht nur bei Festessen und anderen besonderen Gelegenheiten. Zigeuner wurden auch verlangt, um Truppen in die Schlacht zu führen und Rekruten für die Armee zu werben.
Die ungarische Zigeunermusik hat im kulturellen Leben Ungarns eine wichtige Rolle gespielt, wie die Flamenco-Musik, die Musik der spanischen Zigeuner, in Spanien. Einer der vielen ungarischen Komponisten, die von dieser Musik inspiriert wurden, war der großartige Klaviervirtuose Franz Liszt (1811-1886). Er behauptete sogar, dass die Zigeuner seit Jahrhunderten alte Musiktraditionen der ursprünglichen Ungarn, der Magyaren, am Leben erhalten hätten.
Die Geige spielt eine besondere Rolle in der ungarischen Zigeunermusik. Sie hat beinahe eine magische Bedeutung für die Zigeuner, die glauben, dass das Holz der ersten Zigeunergeige aus den dichten Wäldern von Transsilvanien stammt. Mit ihrem exotischen, melancholischen Aussehen und den farbenfrohen Trachten gehören Zigeunergeiger heute zu jedem eleganten ungarischen Restaurant.
Sagenhafte Vorstellungen über das Zigeunerleben haben sich bis ins 20. Jahrhundert erhalten, aber auch ihre Leiden. Hitlers "Endlösung" bedeutete nicht nur den Mord an Juden, sondern auch an über 400.000 Roma und Sinti. Von den Nationalsozialisten wurden sie als "rassisch unrein" verurteilt. Später wurden sie von den kommunistischen Regimen in Osteuropa verfolgt, da sie gesellschaftliche Außenseiter waren und nicht zum größeren Wohl- ergehen der sozialistischen Gesellschaft beitrugen. In den 1950er Jahren zeigte das tschechoslowakische Regime kein größeres Feingefühl beim Versuch, die Zigeuner zu integrieren, als Maria Theresia im 18. Jahrhundert. Aber einmal mehr waren es die rumänischen Roma, die am meisten zu leiden hatten. 1990 war eine der wenigen Gemeinsamkeiten in diesem Land eine allgemeine Abneigung gegen die Roma.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1468 f.



www-Links



 muz-online.de: Die NEUE WELTORDNUNG
Deutschen Botschaft Budapest
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