Willkommen in Nigeria
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Im 15. Jahrhundert beschrieben arabische Reisende die blühenden Stadtstaaten mit ihren Wällen und lebhaften Märkten im Norden des Landes, europäische Reisende den Reichtum und die hohe Organisationsform der Yoruba-Königreiche im Süden. Der im 16. Jahrhundert einsetzende Sklavenhandel löste jedoch eine massive Entvölkerung im Siedlungsgebiet der Yoruba und anhaltende, schwächende interne Kriege aus, wodurch die Inbesitznahme durch Großbritannien entscheidend erleichtert wurde. Im Norden Nigerias hingegen hatte der "Heilige Krieg" (jihad) unter dem Fulbe Usman dan Fodio zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch einmal zu einer Stärkung der Feudalherrschaft in den dreizehn ehemaligen Hausa-Staaten geführt. |
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Der Kolonialstaat | ![]() |
![]() Lagos - 10.866.000 Einw. 2005 | Erst nach der gewaltsamen Niederwerfung der Fulbe-Emirate und von Bornu konnte der Gouverneur des "Protektorats Nord-Nigeria", Lord Lugard, das System der "indirekten Herrschaft" einführen, das 1914 nach Verschmelzung des Nordens mit dem "Protektorat Süd-Nigeria" und der Kolonie Lagos zu Nigeria auch in anderen Landesteilen Anwendung finden sollte. |
Das parlamentarisch-demokratische Regierungssystem, in dem die Konservativen des Nordens (NPC) das Übergewicht hatten, vermochte nicht, die ethnischen und religiösen Konflikte zugunsten eines Nationalbewusstseins zu überwinden und Nigeria als Staatenbund zu einen. Daneben sorgten nicht zuletzt zunehmende Korruption sowie die Machtgier von Politikern und Beamten, Wahlfälschungen und politischer Terror für das rasche Ende der Ersten Republik. Der Staatsstreich unter Umurakwe Ironsi (1924-1966), vom Volk der Ibo, leitete 1966 die dreizehnjährige Ära der Militärregierungen ein. Doch noch im selben Jahr kam es unter Yakubu Gowon (* 1934) zu einem Putsch von Offizieren des Nordens gegen die verordnete Umwandlung Nigerias in einen zentralistischen Einheitsstaat. Die Wiedereinführung eines in 12 Bundesstaaten gegliederten föderativen Systems löste indes den von einer bürgerlichen Schicht der Ibo unter Odumegwu Ojukwu (* 1933) getragenen Sezessionsversuch der als "Biafra" bezeichneten Ostregion aus. |
![]() | Der niedrig gelegene und unter Gezeitenwirkung stehende Küstensaum besteht aus einem meist schmalen, allein im Nigerdelta bis zu 100 km breiten, flachen, mangrovenbestandenen Sumpfgebiet mit Lagunen, Sandbänken, Brackwassersümpfen und seichten Wasserläufen. Hinter den Lagunen erhebt sich auf der gesamten Breite Nigerias das bis auf 300 m Höhe ansteigende und rund 100 km breite hügelige Küstentiefland, das bis vor wenigen Jahrzehnten noch mit artenreichem Regenwald bestanden war. Heute sind die tropischen Edelhölzer weitgehend abgeholzt und durch Sekundärwald mit einer Vielzahl von Palmenarten ersetzt worden. Außerdem stellt die Erdölförderung in unmittelbarer Küstennähe wie auch in dem Gebiet der Lagunen und Süßwassersümpfe erhebliche Risiken für die Flora und Fauna dieser Region dar. Darüber hinaus sind weite Gebiete, vor allem um die Großstädte, seit den 1960er Jahren so intensiv genutzt worden, dass die Verwüstung gleichsam "inselhaft" um die Städte herum von der Küste in Richtung Sahel fortschreitet. |
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Nordwärts schließt sich an die Küstenregion das sanftwellige, bis 600 m hohe Hügelland an: das Yorubaplateau im Westen sowie die wegen ihrer Kohlevorkommen wirtschaftlich bedeutenden Udi Hills und die Oban Hills, die jenseits der breiten Talungen des Niger und Benue allmählich zu den weiten Hochflächen des Nordnigerianischen Plateaus überleiten. Von der Waldgrenze im Süden bis in diesen Zentralraum Nigerias hinein dehnt sich mit zusammenhängender Grasfläche und reichhaltigem Baumbestand die Feuchtsavanne aus. Im Zentrum dieser weitgespannten gleichförmigen Rumpffläche erhebt sich das Jos- oder Bauchiplateau mit einer durchschnittlichen Höhe von 1200 m. |
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Sowohl die Emire der früheren 13 Hausa-Stadtstaaten als auch der Sultan von Sokoto als geistlicher Führer sind seit der Unabhängigkeit Nigerias (1960) zunehmend in den Strudel der Parteipolitik geraten, was ihr traditionelles Ansehen stark gemindert hat. Ihre Bereicherung bzw. die der Mitglieder ihrer weit verzweigten Familien gab nicht nur der sozialreformerischen, innerislamischen politischen Opposition, sondern seit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahr 1980 auch den radikal-fundamentalistischen Gruppierungen einen starken Auftrieb, so dass es seither immer wieder zu sehr blutigen Auseinandersetzungen gekommen ist. |
EntwicklungenDie veruntreuten Milliarden von General Abacha und deren Rückgabe 2009 »[...] Im März 2009 zahlte die Schweiz mit 7 Mio. US-$ die letzte Tranche der vom Abacha-Clan unterschlagenen Staatsgelder an Nigeria zurück. Insgesamt hatten der 1998 gestorbene Militärdiktator Sani Abacha und sein Clan 2,2 Mrd. US-$ an sich gebracht und davon 700 Mio. US-$ auf Schweizer Konten deponiert. Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey betonte bei einem Treffen mit Außenminister Ojo Maduekwe in Abuja am 16.4., dass die Schweiz bisher als einziges Land Gelder zurückgegeben habe. Etwa 185 Mio. US-$ sollen auf Konten in Liechtenstein liegen. [...]« Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten FaktenReligiös motivierte Unruhen und der Kampf gegen internationale Erdölkonzerne |
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Siehe auch: SHELL VERSCHMUTZT DAS NIGER-DELTA UND NIMMT DAMIT DEN BEWOHNERN DIE LEBENSGRUNDLAGE. Zitiert aus amnesty.de, Juli 2009: ![]() swissinfo.ch, Shell soll sich nicht mit Nigerias Öl beschmutzen, 01 Juli 2009 humanrights.de, Die Krise des Nigerdeltas und Nigerias Zukunft bpb.de, Piraterie vor den afrikanischen Küsten und ihre Ursachen schattenblick.net, Kein Ende des Gas-Abfackelns in Sicht, 20. Juli 2009
Nigeria zwischenzeitlich ohne Präsident Verseuchte Böden und Küsten in Nigeria. Die "vergessene Ölpest" im Nigerdelta, | ![]() ![]() ![]() |
Doch nicht nur Shell trifft bei diesem Umweltdesaster die Schuld. Ebenso schuld ist die korrupte nigerianische Regierung, in deren Taschen ein Großteil der Gewinne aus dem Erdölgeschäft fließt und die kaum ein Interesse daran hat, den Ölförderfirmen strengere Umweltstandards aufzuzwingen, doch eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus. |
LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1051 f.www-LinksBeziehungen zwischen Nigeria und Deutschland Nigeria On The Net Nigeria page NigeriaWEB -- The Nigerian Starting Point Motherland Nigeria NIGERIA - A Country Study Postexpresswired.com CIA -- The World Factbook -- Nigeria Derechos: Human Rights in Nigeria Nigeria-online.de Nigeria-aids.org Nigerian Petroleum Corporation scams NPC - Scams letters, crooks frauds and general security alerts |