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Willkommen in Saudi-Arabien

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Offizieller Name: Königreich Saudi-Arabien
Hauptstadt: Riad (Ar Riyad)
Regierungsform: Islamische absolute Monarchie
Staatsoberhaupt: König
Verwaltung: 13 Provinzen mit 103 Governoraten
Regierung: Einziges Regierungsgremium ist der vom König ernannte Nationale Konsultativrat mit 90 Mitgliedern, die alle 4 Jahre vom König ernannt werden
Fläche: 2.149.690 km²
Landesnatur: Im Kernraum Hochplateau, im O Arabisches Stufenland, im W Küstengebirge der Hochländer von Hedjas und Asir, im N Wüste An Nafud, im SO Wüste Rub al Khali, im SW die Schwemmlandebene der Tihamah am Roten Meer
Klima: Trockenheißes Wüstenklima
Höchster Punkt: Jabal Safda 3133 m
Einwohner: 20.899.000 (1999); 26.417.599 (geschätzt Juli 2005), davon 90% Araber, über 6 Millionen Ausländer, meist Gastarbeiter aus Nahost-Staaten und Asien, Europäer und Amerikaner als Techniker oder Führungskräfte
Bevölkerungsdichte: 10 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 86% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 40,5% (1999)
Analphabetenquote: 38% (1999)
Sprache: Hocharabisch (Amtssprache), daneben arabische Dialekte Nadschi, Hedschasi; Englisch als Handelssprache
Religion: Moslems 98% (überwiegend Sunniten)
Importgüter: Maschinen, Eisen, Stahl, Metallwaren, Fahrzeuge, tierische und pflanzliche Erzeugnisse, Nahrungsmittel
Exportgüter: Erdöl und -derivate, Datteln, Häute, Felle, Wolle



Das Land

Mehr als 26 Millionen Menschen leben in diesem Staat von der Größe Westeuropas, doch nur 1,8% seiner Fläche sind Kulturland. Der Rest ist Wüste, Halbwüste und verkarstetes Bergland. Extrem wie die Landschaft ist auch das Klima: die Sommer sind heiß, die Winter kalt, die Niederschlagsmengen gering.
Das Königreich Saudi-Arabien ist das konservativste Land der Region und das einzige der Welt, das mit "Saud" den Namen einer Familie trägt. Tief verankert im Islam mit seinen heiligen Städten Mekka (Mekkah) und Medina (Al Madinah) und abgesichert durch einen unerschöpflichen Öl-Ozean unter den Wüsten des Ostens herrscht die Familie Saud uneingeschränkt. Die saudischen Monarchen bezeichnen sich als "Hüter der beiden heiligen Stätten", ihre Königsherrschaft als die "Statthalterschaft Allahs".
Religion und Politik verschmelzen so zur Einheit. Mit Mekka, dem Geburtsort des Propheten Mohammed, verwalten die Sauds den spirituellen Mittelpunkt der arabischen und islamischen Welt. Jeder Moslem, wo er auch betet, verneigt sich gen Mekka. Und der "Haddsch", die Wallfahrt nach Mekka, zählt zu den fünf Grundpflichten jedes männlichen Moslems. Jährlich pilgern etwa zwei Millionen Wallfahrer nach Mekka, der mit 630.000 Einwohnern - nach der Hauptstadt Riad (Ar Riyad, rund 3 Millionen) - drittgrößten Stadt des Königreiches. Noch heute ist Mekka den "Ungläubigen" verschlossen.
Doch nicht nur aus religiösen Gründen pilgern unzählige Menschen zur "Wiege des Islam". Mehrere Millionen Menschen sind aus ganz materiellen Motiven ins Land gekommen. Denn die saudischen Ölprinzen waren nicht in der Lage, das "schwarze Gold" unter ihren Wüsten allein zu bergen. Und so holten sie Gastarbeiter.
Fast 30% der Bewohner des Königreiches haben heute keinen saudischen Pass. Die meisten Zuwanderer stammen aus Pakistan, Indien und südostasiatischen Ländern. Dazu kommen viele arabische Gastarbeiter - vor allem Jemeniten und Ägypter -, die auch im Bauwesen, auf Ölfeldern und im Dienstleistungsgewerbe arbeiten. Tätigkeiten, die hohes technisches Know-how erfordern, werden von den 100.000 "importierten" Nordamerikanern, Japanern und Europäern verrichtet.


Der märchenhafte Ölreichtum hat das ganze Land so tiefgreifend verändert wie kaum ein anderes. Waren die Saudis bis in die 1960er Jahre überwiegend Beduinen, so sind heute mehr als 80% der "Wüstensöhne" sesshaft. Vor allem in den 1970er Jahren ist der Urbanisierungsprozess mit ungeheuerlichem Tempo fortgeschritten.
Innerhalb von nur einer Generation haben die Saudis ihre Beduinenzelte abgebrochen und sind in oft futuristisch wirkende neue Städte gezogen. Und da in arabischen Ländern Nomaden- und Stadtkultur stets in dynamischem Wechselspiel stehen, thematisiert auch die Architektur diesen rasanten Wandel. Wie in einem Spiegel erscheint in der avantgardistischen Dachkonstruktion des König-Fahd-Stadions in Riad ein Kreis von 24 traditionell aufgeschlagenen Nomadenzelten. Städte wie Riad oder Jiddah, in kürzester Zeit um ein Vielfaches gewachsen, schmücken sich in oft gelungener Synthese von alter Tradition und neuer Technik mit Monumenten der Postmoderne. Freilich beherrscht auch in Saudi-Arabien auf weiten Strecken der Einheitsstil gesichtsloser Betonburgen den Blick.
Mag der Reichtum das Land äußerlich auch völlig verändert haben, an einem jedoch halten die Saudis unbeirrbar fest: am Wahhabismus, ihrer gestrengen, puritanischen Auslegung des Islam. Lange waren die wahhabitischen Saudis nicht sehr beliebt. Erst durch ihre Vorherrschaft in der Region wurde diese Glaubensrichtung in der sunnitischen Welt anerkannt. Das Festhalten am Wahhabismus gilt als wichtigster Garant für das Überleben der Monarchie.

Geboren wurde das heutige Saudi-Arabien im Oasengebiet des Najd im östlichen Teil der Halbinsel. Dort gingen im späten 18. Jahrhundert Mohammed Ibn Abd Al Wahhab (1720-1792) - Begründer des Wahhabismus - ein Bündnis mit Mohammed Ibn Saud (1735-1766), dem Patriarchen der kriegerischen Beduinensippe Saud, ein. Diese Verbindung von Koran und Kampf ist noch heute Motiv der Flagge des Königreichs: auf dem grünen Banner des Propheten unterstreicht ein Krummschwert das islamische Glaubensbekenntnis.

Die verschiedenen saudisch-wahhabitischen Reichsgründungen waren durch lange Phasen des Niedergangs unterbrochen. Im 20. Jahrhundert jedoch brachten die Saudis mit Abd Al Aziz III. Ibn Saud (1880-1953) den genialen Erneuerer des Staatswesens hervor. 1902 brachte er nach blutigen Kämpfen gegen die Najd-Sippe Radschid die Wüstenfestung Riad an sich. In der Folgezeit wusste Abd Al Aziz einerseits die einmalige Konstellation von internationaler und regionaler Politik geschickt zu nutzen und andererseits gelang es ihm, seinen wahhabitischen Kriegern aufgrund ihres fanatischen Glaubens den Nimbus der Unbesiegbarkeit zu verleihen. 1915 stieg er vom Provinzstatthalter zum Emir des Najd auf. 1921 erklärte er sich zum Sultan und 1926, nach der Eroberung des Hedjas (Al-Hijas) mit Mekka und Al Madinah (Medina), zum König. 1932 machte er sich zum König der neu gegründeten Monarchie Saudi-Arabien. Von 1982 bis 2005 regierte König Fahd Ibn Abd Al Aziz
König Fahd von Saudi-Arabien war ein orientalischer Monarch alten Zuschnitts. ... Er regierte das islamische Königreich mit den größten bekannten Ölvorkommen der Welt mit Hilfe seiner Brüder wie ein Familienunternehmen.
(geb. 1922, gest. 1. August 2005) als fünfter Herrscher Saudi-Arabiens. Sofort nach Bekanntwerden seines Todes wurde sein Halbbruder, Kronprinz Abdullah, zum König ernannt. Neuer Kronprinz ist der jetzige Verteidigungsminister Prinz Sultan.

Staat

Saudi-Arabien besteht aus fünf großen Gebieten: erstens dem Najd, dem zentralen Teil des Landes mit der Hauptstadt Riad; zweitens dem parallel zum Roten Meer verlaufenden Hedjas mit den heiligen Stätten Mekka und Al Madinah (Medina), dem Handelszentrum Jiddah und der königlichen Sommerresidenz At-Ta'if (Taif); drittens dem Asir, einer regenreichen Bergregion im Südwesten; viertens der östlichen Ölprovinz Al-Hasa am Persischen Golf und fünftens dem 1934 nach dem Jemenkrieg hinzugekommenen Najran. Rund 90% der Saudis sind ethnisch Araber. An der Küste des Roten Meeres lebt südlich von Jiddah eine ursprünglich aus Schwarzafrika stammende Bevölkerung und im Osten des Landes finden sich größere Bevölkerungsgruppen iranischer, indischer und indonesischer Herkunft.
Saudi-Arabien ist eine Monarchie auf der Ordnungsgrundlage des wahhabitischen Islam. Eine Verfassung im westlichen Sinne gibt es nicht. Es gelten Koran und Sunna (überlieferte Aussagen des Propheten Mohammad). Ebensowenig existieren politische Parteien. Parteipolitische Strömungen sind aber in Ansätzen vorhanden. Nach westlichen Begriffen wird das Wüstenkönigreich autokratisch regiert. In der Hand des Monarchen, der in seiner Person die höchsten legislativen, judikativen und exekutiven Ämter vereinigt, liegt die uneingeschränkte Staats- und Regierungsgewalt. Außerdem ist der König auch geistliches Oberhaupt.
Politik im Königreich war und ist in erster Linie immer Politik zur Erhaltung der Saud-Dynastie. Um sich die Herrschaft auch für die Zukunft zu sichern, betreibt das Königshaus eine wohlkalkulierte Personalpolitik. Es versucht, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung durch ihm und den alten Werten ergebene Führungsschichten zu kontrollieren. Das aber wird zunehmend schwieriger. Viele Saudis - vor allem der älteren Generation - haben den rasanten Abschied von Kamel und Zelt innerlich noch nicht verkraftet.

Das heutige Saudi-Arabien mit seinen modernen Städten und der alles dominierenden westlichen Technologie ist ihnen fremd geworden. Doch während sich die einen von der rapiden und radikalen Umgestaltung des Königreichs überrollt fühlen, beklagen die anderen das schneckenhafte Tempo, mit dem neben westlichem Know-how auch westliche Freiheiten im Lande Fuß fassen. Denn das wachsende Bildungsniveau, die große Zahl saudischer Studenten, die im Ausland freizügigere Lebensweisen kennen- und schätzengelernt haben, die Berichte über den Lebenswandel so mancher Prinzen und der tagtägliche Kontakt mit Gastarbeitern haben den puritanischen Moral- und Sittenkodex der Wahhabiten zumindest in Frage gestellt.

Zwar beherrscht den Wüstenstaat auf den ersten Blick ein sittenstrenger islamischer Geist: Frauen sind beinahe gänzlich aus dem öffentlichen Leben verbannt, Alkohol ist - auch für Fremde - absolut tabu und jedwedes Vergnügen bewegt sich schon in der Grauzone zur Sünde. Aber "bei näherer Betrachtung", so "fällt auf, dass Islam und religiös begründete Herrschaft der Saud-Familie durchaus das öffentliche Leben bestimmen, der Islam aber bei politischen Entscheidungen eine zunehmend geringere Rolle spielt".
Auch im Palast weiß man um die Gefahren, die diesem Missverhältnis entwachsen können. Denn weit mehr als liberalistische fürchtet man islamische Umtriebe. Das Schicksal des persischen Schah ist noch in frischer Erinnerung, und auch die Sauds haben schon mehrere Male ein Vibrieren ihres Throns vernommen. Zum ersten Mal, als sie ein Justizministerium gründeten und damit die wahhabitische Geistlichkeit, die sich um ihr Privileg der Rechtsprechung gebracht sah, erzürnten; danach, als im November 1979 schwerbewaffnete Fundamentalisten die Große Moschee nebst Kaaba in Mekka stürmten und zwei Wochen besetzt hielten. Nach Informationen westlicher Geheimdienste handelte es sich dabei um einen missglückten Staatsstreich gegen den damaligen König Chaled Ibn Abd Al Aziz (1913-1982). Nicht zufällig erhoben sich beinahe gleichzeitig auch unzufriedene schiitische Stämme des Landes. Auch der von Ayatollah Chomeini angezettelte Pilgeraufstand vom Juli 1987 zeigt, dass die saudische Führungsrolle in der islamischen Welt keinesfalls uneingeschränkt anerkannt wird.
Zukunftsängste plagen die reichen Monarchen in Riad. König Fahd, von 1982 bis zu seinem Tod 2005 Regent, war ein gemäßigter, prowestlicher Modernist. Er verfolgte seine Ziele sehr behutsam. Kronprinz Abdallah, Fahds Nachfolger ab 2005, rät zu noch mehr Vorsicht. Beiden war und ist bewusst, dass Saudi-Arabien einen Weg zwischen moderner Welt und alter Tradition finden muss. Dass hier eine Gratwanderung stattfindet, zeigte sich 1990 durch die Golfkrise und die Stationierung US-amerikanischer Soldaten in Saudi-Arabien. Bewusst hielt sich Saudi-Arabien in der aktuellen Irak-Frage im Jahr 2002 zurück und wollte nicht Boden für mögliche Angriffe westlicher Staaten gegen den Irak sein.

Entwicklungen

Saudi-Arabien unterstützt die Verbreitung des Islams sowie den Bau von Moscheen und Koranschulen in aller Welt sowie alle Richtungen des sunnitischen Islams, meist fundamentale und militante Gruppen.
Die Lage der Menschenrechte ist in Saudi-Arabien trotz der im März 2004 gegründeten Nationalen Gesellschaft für Menschenrechte unbefriedigend.
Das Strafrecht folgt der koranischen "Scharia": So werden Missionierung zu anderen Bekenntnissen als dem Islam, der Abfall vom Islam und homosexueller Geschlechtsverkehr mit dem Tode bestraft. Ebenso können Genuss und Handel/Schmuggel von Alkohol, unehelicher Geschlechtsverkehr (Unzucht, Ehebruch), Koranschändung, Gotteslästerung, sexuelle Belästigung von Frauen mit dem Tode bestraft werden. Bestraft wird auch, wer sich mit einer Frau unterhält, mit der man nicht verheiratet oder verwandt ist. Weitere Strafformen sind Zwangsamputationen von Gliedmaßen sowie öffentliche Auspeitschungen.

    Siehe auch:
  • Der Euro-Arabische Diaglog und Die Geburt von Eurabia
    Vgl. auch buchtest.de, Rezension "Eurabia. The Euro-Arab Axis": »[...] Einführend vermittelt Bat Ye’or dem Leser ein Basiswissen über den Islam selbst, sowie über die Methoden seiner Ausbreitung seit seiner Entstehung, was für das Verständnis der Geschehnisse seit dem 2.Weltkrieg in Europa und der arabischen Welt grundlegend ist. Es folgt im Zuge der ersten Ölkrise 1973 der sogenannte "Europäisch-Arabische-Dialog" auf höchster politischer Ebene. Dieser "Dialog" diente den Europäern vor allem für Wirtschafts- und Rohstoffgeschäfte. In der arabischen Welt ist aber Wirtschaft nie von Politik zu trennen, wie der saudische Öl-Minister bestätigt: "two sides of the same question". Und so waren mit den Verträgen seitens der arabischen Staaten immer politische Forderungen verbunden, denen die Europäer mehr und mehr nachkamen. Die europäische Appeasement- und Anpassungs-Politik war in vollem Gange. [...]« Weder die USA noch Israel waren von dieser Initiative der Europäer begeistert.
    Der neu entstandene Euro-Arabische Dialog (EAD) wurde insbesondere von Frankreich unterstützt. Für das Zustandekommen dieses Dialogs stellte die arabische Liga besondere Vorbedingungen, die politische, wirtschaftliche und kulturelle Forderungen umfasste. »[...] Die Vorbedingung für jede wirtschaftliche Vereinbarung mit den Ländern der Arabischen Liga machte in Europa die Schaffung eines für die Araber günstigen "Meinungs-Klimas" nötig. [...] Bezüglich Europas forderte die Vereinigung [...] besondere Bedingungen für Einwanderer. [...] Die Vereinigung appellierte an die Presse, an Freundschafts-Gruppen und den Tourismus die öffentliche Meinung über die Arabische Welt zu verbessern. Sie fordert die Regierungen der Neun auf, den kulturellen Bereich des Euro-Arabischen Dialogs mit konstruktivem Geist anzugehen und der Verbreitung der arabischen Kultur in Europa größte Priorität einzuräumen. [...]«²
    Ein anderes Anliegen der Muslime war die Übernahme der arabischen Positionen gegenüber Israel nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967, was bekanntlich der Auslöser der ersten Ölkrise war. Die UN-Sicherheits-Resolution 242 von 1967 wurde mit Beginn des Euro-Arabischen Dialogs von der arabischen Liga sehr bald anders interpretiert. Offiziell endete der Euro-Arabische Dialog 1989 mit dem Beginn der "Neuen Mittelmeerpolitik".
  • Man bedient sich des Terrorismus, um Angst zu schüren und die Grundfreiheiten einzuschränken

Scharia erobert die Finanzwelt:
 Google search: Islamic Banking 
 Google search: Sharia Banking 
 Google search: Sukuk 


Erdöl

Spekulationsblase oder Epochen-Ende (pdf):
» [...] Das Erdölzeitalter neige sich dem Ende zu, was andere Experten jedoch anders sehen. So hält der ebenfalls renommierte Erdölfachmann Daniel Yergin die Peak-Oil-These für baren Unsinn. "Es gibt genug Öl. Wir werden 2017 mehr Kapazitäten haben als heute", sagte er kürzlich in einem Interview. Rex Tillerson, Chef von ExxonMobile, des grössten privaten Erdölkonzerns, sekundiert ihn. Er hält das ganze für ein reines Spekulationsphänomen. Wie 2001 bei der New-Economy-Blase werde auch diese Erdöl-Blase platzen. Vorausgesetzt jedoch, ergänzt er, dass sich der Dollar nicht weiter abschwächt. [...] «
Siehe auch: Oilfacts.ch

Siehe auch: Der Erdöl-Schwindel (Autor: Dr.phil. Siegfried Emanuel Tischler, Österreichischer Geowissenschafler, nexus-magazin). Ein äußerst interessanter Text, der belegt, dass die Entstehung des Erdöls auf abiotische Vorgänge im Erdinneren zurückzuführen sei. Ebenso wird die Peak-Oil-Theorie aufschlussreich widerlegt.

Das Öl kostete im November 2008 unter 56 US-$/Barrel. Noch im Juni/Juli lag der Preis bei 140 US-$. Sogenannte Experten sprachen von 150 - 200 US-$ bis zum Jahresende. Mit der Finanzkrise und dem Einbruch der Konjunktur in den Industrieländern, platzte die Spekulationsblase.

Doch die Peak-Oil- und Krisen-Propaganda kennt kein Ende. Ende Februar warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris vor "einer neuen Weltwirtschaftkrise, die wegen mangelnder Ölvorräte und den daraus resultierenden Folgen gegen 2013 auftreten könnte".
Siehe auch: Ölpreis bei 200 Dollar, n-tv.de, 28.02.2009

Ein russisch-amerikanisches Experiment erbrachte den Beweis dafür, dass unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen Kohlenwasserstoffe - Öl und Gas - entstehen können. Im Erdmantel entstehende Kohlenwasserstoffe könnten in die Erdkruste wandern und dort Öl- und Gaslagerstätten bilden. Organische Materie wird hierbei nicht benötigt.
Gemeinsam mit russischen und schwedischen Kollegen haben die Wissenschaftler vom Geophysischen Labor der Carnegie Institution in Washington D.C. die Experimente durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in Nature Geoscience, einer der wichtigsten geophysikalischen Fachzeitschriften der Welt, veröffentlicht. Unter Bedingungen, wie sie im oberen Erdmantel bestehen, können Ethan und schwere Kohlenwasserstoffe synthetisch erzeugt werden.
Siehe:
Nature Geoscience, 26.07.2009: Methane-derived hydrocarbons produced under upper-mantle conditions
Telepolis, 28.07.2009: Öl und Gas aus dem Erdmantel?


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Heilige Stätten

1744 trafen sich zwei Männer in der kleinen Stadt Dir'iyya in der Nähe von Riad, Saudi-Arabiens heutiger Hauptstadt. Ihr Herrscher Mohammed Ibn Saud, Vorfahre der jetzigen Königsdynastie, gelobte Mohammed Ibn Abd Al Wahhab, einem gläubigen Moslem, dass sie die gesamte Arabische Halbinsel wieder zu der Urform des Islam, wie sie vom Propheten Mohammed 600 n.Chr. verkündet worden war, zurückführten.
Die neue Bewegung zog bekehrte Beduinen an, die dem saudischen Aufruf folgten, und 1787 war der größte Teil des Najd (Zentralarabien) eingenommen. 1803 zog Abd Al Aziz Ibn Saud gegen den Hedjas, Arabiens westliches Küstengebiet, wo er den Scherifen (Hüter) von Mekka besiegte und den Haddsch (Wallfahrt) unternahm, der eine der "fünf Säulen des Islam" ist. Die Eroberung Mekkas brachte auch die Kontrolle über Al Madinah (Medina) mit sich, der zweitheiligsten Stadt des Islam, wo der Prophet begraben liegt.

Zwei heilige Städte
Mekka ist die heiligste Stadt des Islam: Geburtsort des Propheten, Stätte seiner ersten Verkündung des Islam und der erste islamische Staat. Im Mittelpunkt des Hofes der heiligen Moschee Al Haram befindet sich die Kaaba, das würfelförmige Gebäude, in dessen Richtung sich alle Moslems beim Gebet wenden. Moslems glauben, dass der Koran, das heilige Buch des Islam, von Gott dem Propheten in Mekka und Al Madinah verkündet wurde. Mit den zwei heiligen Städten unter ihrer Herrschaft erstreckte sich nun die Macht der Saudis von Hasa im Osten bis zum Hedjas im Westen, und im Süden bis zur Stadt Najran.
Der Hedjas war Teil des Osmanischen Reiches, und Sultan Mahmud II. sandte seinen Statthalter in Ägypten, Mohammed Ali, um dieses Gebiet zurückzuerobern. Eine Zeit der Wirren folgte, so dass 1890 der größte Teil der Sauditen gezwungen war zu fliehen. Im Jahr 1902 führte ein Mitglied der verbannten Dynastie Saud, im Westen als Ibn Saud bekannt, einen der tapfersten Feldzüge der jüngsten Geschichte aus. Ibn Saud Abd Al Aziz III. zog mit einer Handvoll Getreuer nach Riad und eroberte die Stadt zurück.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs schaffte der türkische Nationalistenführer Kemal Atatürk das osmannische Kalifat ab. Zusammen mit der zunehmenden Bestechlichkeit im Hedjas bildete dies eine zusätzliche Herausforderung für Ibn Saud, der sofort gegen Mekka zog.
Am Tag nach seiner Eroberung der heiligen Stadt legte sein Heer die Waffen nieder (Waffen sind innerhalb heiliger Stätten verboten), legte den "litham" (das weiße, saumlose Haddsch-Gewand) an und unternahm den Pilgergang. 1932 verkündete er die Gründung des Königreichs von Saudi-Arabien, wobei er zwei kulturell verschiedene Gebiete vereinigte.
Am 9. November 1953 starb König Ibn Saud. Sein Nachfolger, Saud, war nicht zum Herrscher geboren, und 1964, nach schweren politischen und wirtschaftlichen Krisen, trat er zugunsten seines Bruders Faisal zurück. Faisal II. erkannte, dass der wachsende Ölreichtum des Königreichs einem tiefreligiösen Land Probleme verursachen könnte und machte langfristige Pläne, um westliche Technologien mit traditionellen geistigen Werten in Einklang zu bringen.
Faisal war ein guter Diplomat, der den weltgewandten Bewohnern Mekkas gezeigt hatte, dass die ungehobelten Puritaner des Najd gegenüber einem besiegten Volk großzügig sein konnten. Er wurde 1975 ermordet. Die Thronfolge ging an seinen Bruder Chaled Ibn Abd Al Aziz über, obwohl die tatsächliche Machtbefugnis in den Händen des neuen Kronprinzen Fahd lag. Nach Chaleds Tod im Jahre 1982 kam Fahd Ibn Abd Al Aziz auf den Thron.

Die Belagerung von Mekka
1979 wurde das Königreich durch ein Ereignis bis in seine Grundfesten erschüttert: Im November wurde die heilige Moschee in Mekka von rund 250 fanatischen Anhängern des Huhaiman Ibn Saif Al Otaibi besetzt, der den Mahdi (den Auserwählten) innnerhalb der Moschee an jenem Tag, dem ersten Tag des moslemischen Jahres 1400, offenbaren sollte. Die Belagerung endete erst nach blutigen Kämpfen, in denen 102 Rebellen und 27 Soldaten getötet wurden. Am 9. Januar 1980 wurden 63 Rebellen in verschiedenen Städten auf Marktplätze geführt und öffentlich enthauptet.
Die Belagerung Mekkas ließ die saudischen Herrscher die Notwendigkeit von Reformen erkennen, ja sogar von einer Versammlung, in der einfache Leute ihre Meinung sagen konnten. 1985 schlug König Fahd die Einrichtung eines gewählten Parlaments vor. 1986 nahm er den Titel "Wächter der zwei heiligen Moscheen" an, womit er den saudischen Schutz über Mekka und Al Madinah formalisierte. Gleichzeitig versuchte er, die moslemischen Fundamentalisten zu beschwichtigen, die fürchteten, dass das Königreich vom westlichen Einfluss verdorben werde.
Diese Maßnahmen konnten jedoch nicht einen ernsten Vorfall im Jahre 1987 verhindern, bei dem die saudische Polizei 400 iranische Pilger tötete, die während des Pilgergangs in Mekka gegen die USA und die saudische königliche Familie demonstriert hatten.
Trotz dieser Probleme haben die Saudis seit der Eingliederung des Hedjas bedeutende Summen in die Vergrößerung und Erhaltung der heiligen Moscheen in Mekka und Al Madinah investiert. Sie haben auch große Mühen unternommen, um für die zwei Millionen Pilger zu sorgen, die jährlich die Pilgerfahrt unternehmen, und haben ihnen Räume und Grundausstattungen zur Verfügung gestellt.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1236 f.

Literatur aus unserem Buchladen:  ► Saudi-Arabien



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www-Links



muz-online.de: Islam
Wikipedia: Saudiarabien
derStandard.at: Ressort Saudiarabien. News
Saudi Arabia News
Arab News
Saudi Arabia Information Resource
Al Jazirah (arabisch)
Human Right Watch: Saudi Arabia: Heavy Price of Unfair Justice System
The Country & People of Saudi Arabia
Languages of Saudi Arabia
CIA - The World Factbook -- Saudi Arabia
Saudi Arabia and the war on terrorism
Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Deutschland
Zum Thema Gleichberechtigung: 450.000 Frauen in Saudi-Arabien nutzen das Internet
Frauen in Saudi-Arabien
Saudi Arabien: Die arabischen Wasserprobleme lösen
Saudi-Arabien: Geschichte, Wirtschaft, Politik
Drogen in Saudi-Arabien
Al Riyadh (arabisch)
Amnesty International
Usama bin Laden und Saudi-Arabien
Deutsche Botschaft Riad
Die Nöte des Kronprinzen
DSR Deutsche Schule Riyadh

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