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Offizieller Name: Französische Republik
Hauptstadt: Paris
Fläche: 543.965 km² (ohne Überseegebiete)
Außengebiete: Französisch-Guayana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Neukaledonien, Réunion, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französische Süd- und Antarktisgebiete
Landesnatur: Im N Pariser Becken, im NW an die Bretagne, im NO an die Ardennen und Vogesen grenzend. Im S Zentralmassiv, nach W anschließend das Garonnebecken, im S von den Pyrenäen begrenzt; westlich von Alpen und Jura der Rhône-Saõne-Graben
Klima: Ozeanisch, im S Mittelmeerklima
Höchster Punkt: Mont Blanc 4807 m
Hauptflüsse: Loire, Garonne, Rhône, Seine
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 22 Regionen, 96 Départements (6 Überseedépartements, 5 Überseeterritorien)
Parlament: Nationalversammlung (577 für 5 Jahre gewählte Mitglieder), Senat (321 für 9 Jahre gewählte Mitglieder; ein Drittel der Sitze werden alle 3 Jahre erneuert)
Nationalfeiertag: 14. Juli
Einwohner: 58.886.000 (1999) ; 60.656.178 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 107 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 76% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 18% (1999)
Analphabetenquote: 1% (1999)
Sprache: Französisch
Religion: Katholiken





Montmartre

Frankreich nimmt innerhalb Europas in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung ein. Im Laufe seiner jahrhundertelangen Geschichte haben die Franzosen ein starkes nationales Bewusstsein entwickelt, in dem Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verknüpft sind. Frankreich war in seiner Entwicklung anderen Ländern oft ein Stück voraus. Schon früh einte es sich zu einem zentral gelenkten Staat. Die Lebensweise in der absolutistischen Monarchie Ludwig XIV. galt seinerzeit als Vorbild für die europäischen Herrscherhäuser, die Ideen der Französischen Revolution setzten Maßstäbe für alle modernen Demokratien der Welt.

Das Leben in Frankreich ist weit über seine Landesgrenzen hinaus sprichwörtlich bekannt. Dabei schwingt besonders die Bewunderung für die französische Lebensart mit. Natürlich spielen in diesem Zusammenhang Essen und Trinken eine wichtige Rolle. Die Raffinesse der französischen Küche genießt weltweit Anerkennung.

Nicht anders steht es mit den Weinen, deren Renommee und Vormachtstellung seit langer Zeit ebenso unumstritten ist wie die des französischen Käses.
Das "Savoir vivre", das "Zu Leben verstehen", bedeutet jedoch mehr als nur Essen und Trinken. Es bedeutet gleichzeitig, die Dinge gelegentlich etwas leichter zu nehmen und die kleinen gesellschaftlichen Kontakte, im Café, beim Boules-Spiel oder auch beim täglichen Einkauf, zu pflegen.
Es bedeutet aber auch, seinen persönlichen Freiraum optimal zu nutzen und sich nicht in seinem ausgeprägten Individualismus einschränken zu lassen.Verbreitet ist die Vorstellung, dass Paris gleich Frankreich sei, und Bauwerke wie Sacré-Coeur scheinen dies zu unterstreichen.

Notre Dame


 pics.muz-online.de - Das Online-Fotoalbum - mit Fotos von Paris 

Doch wer dieses Klischee verwendet, kennt weder die erstaunliche Kulturvielfalt des Landes noch seine abwechslungsreichen Landschaftsbilder oder folgt blindlings dem Selbstverständnis einiger Pariser, die die unbestrittene wirtschaftliche, politische und kulturelle Vormachtstellung der Hauptstadt zum alleinigen Gradmesser ihres Urteils erheben.
Viele Pariser verschwinden jedoch in den Sommermonaten fluchtartig aus der Großstadt, um sich von der Hektik und dem Stress des Alltags zu erholen. Viele bekennen sich dabei zu ihren traditionellen Herkunftsgebieten, denn der größte Teil der Bevölkerung ist schon im Laufe der vergangenen Jahrhunderte in die Hauptstadt übergewechselt, da das überwiegend ländlich geprägte Frankreich nur bedingt seinen Bevölkerungsüberschuss ernähren konnte. Auch heute noch zieht die Metropole an den Ufern der Seine die Menschen wie ein Magnet an.

Hierin drückt sich ein Strukturmerkmal aus: Frankreich weist ein starkes wirtschaftliches Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie auf, auch wenn in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen zur Regionalentwicklung geleistet worden sind.

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eifelturm

Der Staat

Frankreich feierte im Jahre 1989 den 200. Jahrestag der Revolution von 1789. Die Forderung nach "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ist seither aus keiner demokratischen Verfassung wegzudenken.
Nicht weniger als 16 Verfassungen haben einander in Frankreich seit der Revolution abgelöst und dabei die unterschiedlichsten Regierungsformen hervorgebracht. Bei allem Wandel lassen sich dabei einige Konstanten erkennen, die so in kaum einem anderen europäischen Staat ausgeprägt sind. Frankreich wird gerne als der älteste Nationalstaat Europas bezeichnet, in dem die Begriffe Staat und Nation untrennbar miteinander verknüpft sind.

Dies bedeutet vor allem, dass der französische Nationalstaat, trotz aller inneren Zerrissenheit, Spannungen, Konflikte oder Wechsel der Regierungssysteme, tief in der Gesellschaft verwurzelt ist.
Die Idee der Unantastbarkeit des Nationalstaates ist gleichzeitig einer der Gründe für die Tradition des Zentralismus. "Frankreich ist einheitlich und unteilbar", so lautet die Formulierung in der Verfassung. Zentralstaat bedeutet seit Jahrhunderten Misstrauen gegenüber regionalen "Zwischengewalten" als mögliche Gefahren für die Beziehung zwischen Staat und Bürger. Erst die Regionalisierungspolitik der letzten Jahre lässt hier gewisse Wandlungen, wenngleich keinen grundsätzlichen Durchbruch, erkennen. Im gleichen Zuge ist eine grundsätzliche Distanz des Volkes gegenüber den Regierungen charakteristisch.

Frankreichs Journalisten beklagen die Unfreiheit der Presse. Die neue Internetzeitung Mediapart will einen vom Mainstream unabhängigen Journalismus betreiben. Zu sehr hätten in den letzten Jahren Interessen in die Welt des Journalismus eingegriffen, die nach Meinung des Gründers von Mediapart, Plenel, dort nichts zu suchen hätten. Plenel, der früher Chefredakteur von Le Monde war, hat ebenso Interesse, Mediapart auf Deutsch herauszubringen. Hierzu suche er noch Partner.
www.mediapart.fr
tagesschau.de: Der Erfolg der Pariser Internetzeitung mediapart.fr

Mit rund 543.965 km² Fläche ist Frankreich der größte Territorialstaat Westeuropas. Hinzu kommen die überseeischen Départements Guadeloupe, Französisch-Guyana, Martinique, Réunion, Saint-Pierre-et-Miquelon und Mayotte (Mahoré) sowie die Überseeterritorien Neukaledonien, Französisch-Polynesien, Wallis und Futuna.
Die Wurzeln des französischen Zentralstaates liegen bereits im Mittelalter. Vor allem im Zeitalter des Absolutismus erfuhr er eine Konsolidierung. Die heutige innere Verwaltungsstruktur geht im wesentlichen auf die Französische Revolution zurück. Wichtigstes Element ist die aktuelle Untergliederuung des Territoriums in 96 Départements, zuzüglich fünf Départements in den überseeischen Besitzungen. Den Départements steht jeweils ein von der Regierung ernannter Präfekt vor. Als gewähltes Gremium steht ihm der Départementsrat zur Seite. Seit 1960 gibt es als Zwischeninstanz 22 Programmregionen, die durch einen Regionalpräfekten und einen Regionalrat verwaltet werden.

Radio Nostalgie (Thollon)

Staatsform
Von der Staatsform ist Frankreich eine demokratische parlamentarisch-präsidiale Republik mit einem Zweikammerparlament (Nationalversammlung und Senat). Die derzeitige Verfassung ist seit 1958 in Kraft. Gemäß der Verfassungsänderung von 1962 wird der Präsident der Republik auf 7 Jahre gewählt. Er ist Vorsitzender des Ministerrats und Oberbefehlshaber der Streitkräfte und wird direkt vom Volk gewählt. Ihm obliegt auch die Ernennung des Premierministers, wobei die parlamentarischen Mehrheiten zu beachten sind.

Nach der Gründung der V. Republik (1958) durch Charles de Gaulle (1890-1970) regierten konservative Präsidenten 23 Jahre lang. Erst 1981 wurde mit Francois Mitterand (1916-1996) ein Sozialist Staatspräsident. Sein Nachfolger wurde 1995 der Gaullist Jaques Chirac (* 1932). Und auch im Frühjahr 2002 wurde Chirac im 2. Wahldurchgang mit großer Mehrheit vor dem Herausforderer der Nationalen Front (FN) Le Pen gewählt, der im ersten Wahldurchgang noch vor dem Sozialisten Jospin lag. Der Erfolg von Le Pen hatte eine Reihe von Großdemonstrationen, die gegen Le Pen gerichtet waren, ausgelöst.

Fünf Jahre später war dann auch die Zeit Chiracs beendet. Im Mai 2007 wird er von dem 52jährigen Nicolas Sarkozy abgelöst. In der Stichwahl am 6. Mai erlangte er 53 Prozent der Wählerstimmen - das beste Ergebnis für einen bürgerlichen Kandidaten seit knapp 40 Jahren.

Der konservative Sarkozy, seit 2002 Innenminister, setzt sich für Werte wie Nation und Autorität ein. Wie er meint, hätten die "68er Frankreich einen moralischen Relativismus auferlegt, der nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheide". Er verspricht bis 2012 Vollbeschäftigung.

Jean-Marie Le Pen erhielt im ersten Wahldurchgang (22. April) bei einer Wahlbeteiligung von knapp 85% (so hoch wie noch nie seit Einführung der Direktwahl des französischen Staatspräsidenten im Jahr 1965) gerade noch 10,5% der Stimmen und damit sein schlechteste Ergebnis seit 1974.

Die Parteienlandschaft gliedert sich in die PS ("Parti Socialiste"), die RPR (Gaullisten), die UDF (Zusammenschluss mehrerer konservativer Parteien), die PCF (Kommunisten) sowie die rechtsradikale FN (Nationale Front). Daneben gibt es kleinere Parteien aller politischen Lager.

Bildungswesen
Das Bildungssystem unterliegt einer extrem zentralen Steuerung. Seit 1959 besteht eine allgemeine Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr. Kennzeichen ist eine stark differenzierte Ausbildungsstruktur nach der fünfjährigen Grundschule. Neben den üblichen Hochschulen, die nach dem Abitur besucht werden können, gibt es die Eliteschulen, die "Grandes Ecoles". Fast alle Spitzenmanager der Wirtschaft sowie das Führungspersonal von Verwaltung und Politik werden hier ausgebildet.

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Carmarque

Die Menschen

So einheitlich sich die französische Nation nach außen hin darstellt, so unheitlich ist sie in ihrer bevölkerungsgeographischen Struktur. Zwischen dem Mediterranfranzosen im Süden, dem Auvergnat des Zentralmassivs, dem Normannen, Savoyarden oder Aquitaner liegen buchstäblich Welten hinsichtlich Lebensart, Selbstverständnis, Wirtschaftsgeist oder gesellschaftlicher Verhaltensweisen. Hinzu kommen die ethnischen Minderheiten, die Bretonen, die Basken, Katalanen, die Provencalen, die Korsen, die Elsässer und die Flamen, die immer wieder auf ihre kulturelle und gesellschaftliche Eigenständigkeit hinweisen.

Dass es in Anbetracht dieser Vielfalt nie zu einer Zersplitterung des Landes gekommen ist, liegt im Wesentlichen an dem zentralistisch ausgerichteten Staatswesen. So wurde den regionalen Autonomiebestrebungen seit frühester Zeit ein Riegel vorgeschoben, denn in Frankreich bedeutete Zentralismus nicht nur zentrale Verwaltung der kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten, sondern auch zentrale Kontrolle.
Das ethnische Spektrum der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erweitert, verursacht durch die Zuwanderungen ausländischer Arbeitnehmer und den Prozess der Entkolonialisierung. Spanier und Portugiesen stellen seit vielen Jahren in Frankreich bedeutende Minderheiten dar, hinzu kommen im Südosten des Landes die Italiener. In den 1950er Jahren stieg zudem der Anteil von Ostasiaten deutlich an.

Briancon

Zahlenmäßig werden diese Gruppen jedoch von den Nordafrikanern übertroffen, die nach der Unabhängigkeit ihrer Heimatländer zu Millionen nach Frankreich eingewandert sind. Genaue Zahlen gibt es nicht, da diese Zuwanderung häufig auf "Schleichwegen" erfolgt ist. Vor allem in den Großstädten sind ganze Stadtviertel zu regelrechten orientalischen Bazaren umfunktioniert worden. Die "Maghrebisierung" hat in den letzten Jahren verstärkt zu gesellschaftlichen Konflikten geführt, die auch in der politischen Reaktion der Bevölkerung ihren Niederschlag gefunden haben.

Sprachliche Vielfalt
Die ethnische und kulturelle Vielfalt des französischen Volkes erklärt sich aus jahrtausendelangen Überlagerungen, die sich in diesem Land vollzogen haben. Eine Vereinheitlichung der Bevölkerung ist weder den Römern oder Franken in vergangenen Zeiten noch dem heutigen Zentralstaat geglückt. So spiegelt sich das ethnische Mosaik auch in einer sprachlichen Vielfalt wider. Französisch, das durchweg von allen Franzosen beherrscht wird, gehört zu den romanischen Sprachen. Es teilt sich in zwei Mundartgruppen (Sprachgebiete der Langue d'oui und der Lanque d'oc), die Trennlinie verläuft etwas unterhalb der Loire. Im Osten des Landes trifft man auf eine Dialektvariante, das Frankoprovencalisch. Ebenfalls zu den romanischen Sprachen zählt das Katalanische, das beiderseits der französisch-spanischen Grenze in den Ostpyrenäen gesprochen wird.

Die deutsche Sprache hat sich in Form eines alemannischen Dialekts in weiten Teilen des Elsass erhalten. Das Flämische reicht vom Norden ebenfalls in das französische Territorium hinein. In einigen französischen Alpenregionen und auf Korsika bestehen bedeutende italienische Sprachminderheiten.
Besonderheiten stellen vor allem das Bretonische und Baskische dar. Bretonisch wird bis heute im Westteil der Bretagne gesprochen. Es zählt zu den keltischen Sprachen, zu denen auch das Walisische (Gälisch), das Irische, das Schottische oder das Galicische gehören.
Das Baskische, richtiger das Eskuara oder Euskara, ist die älteste Sprache, die auf dem europäischen Kontinent erhalten ist. Rund 100.000 - 200.000 französische und etwa 900.000 spanische Basken beherrschen diese Sprache, die als einzige Sprache Westeuropas nicht zur indoeuropäischen Sprachfamilie zählt.

Bevölkerungsstrukturen
Die Bevölkerungsentwicklung Frankreichs zeigt im Verlauf der letzten Jahrhunderte auffällige Abweichungen von der anderer vergleichbarer europäischer Staaten. Besonders im 19. Jahrhundert, als die Bevölkerungszahl kräftig zunahm, zeichnete sich Frankreich durch die niedrigsten Geburtenziffern in Europa aus. Erst im 20. Jahrhundert, begünstigt durch eine kinderfreundliche Familienpolitik vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, hat sich dieser Trend umgekehrt. Zwischen 1950 und 2000 hat die Bevölkerungszahl des Landes um 17 Millionen Menschen zugenommen.
Im Vergleich zu den Nachbarstaaten ist die Bevölkerungsdichte in Frankreich relativ gering. Allerdings ist die Bevölkerung innerhalb des Landes sehr ungleichmäßig verteilt. Größter Konzentrationspunkt ist die Île de France mit dem Zentrum Paris, wo knapp 20% der Gesamtbevölkerung leben. Demgegenüber ist das übrige Land vergleichsweise dünn besiedelt.

Bevölkerungsbewegungen
Diese ungleiche Bevölkerungsverteilung ist zum Teil das Ergebnis eines starken Wanderungsprozesses im Verlauf der letzten Jahrhunderte. Neben dem Schwerpunkt Paris waren die Industriegebiete im Norden und Osten des Landes Anziehungspunkte für die Bevölkerung aus den ländlichen Gebieten und den Gebirgen. Seit dem Zweiten Weltkrieg erfolgt eine zunehmende Konzentration entlang der südfranzösischen Küste, die sich mehr und mehr zum "Altersitz der Franzosen" entwickelt, aber auch für viele ausländische Arbeitnehmer aus den mediterranen Anrainerstaaten zur neuen Heimat geworden ist.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.409 f..

Literatur in unserem Buchladen:
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